Woche 49 vom 03. bis 09. Dezember 2018

  • Billige Taktik: irgendein Parameter unter Vielen wird selbst bei einem insgesamt abnehmenden Trend immer einen Ausreißer nach oben zeigen. Das eine Jahr sind es die Kinder, das andere die Senioren, im dritten Jahr die Pedelecfahrer, dann wieder die Getöteten, danach die Schwerverletzten oder die Frauen, und wenn alles nichts hilft, dann liefert halt zur Not auch die Sub-sub-sub-sub-Gruppe der leichtverletzten pedelecfahrenden Frauen über 70 den notwendigen Ausreißer. Thering ist jedenfalls zuverlässig zur Stelle und fordert das Ende von „gefährlichen“ Radstreifen auf der Fahrbahn (die mangels Unfällen mit egal welchem der genannten Parameter schonmal rein garnichts zu tun haben...)

    Ich finde es ja echt interessant, dass man im heutigen Journalismus offenbar überhaupt gar nicht mehr in der Lage ist, diese Zahlen vernünftig einzuordnen. Beim Abendblatt versteckt sich der Hinweis auf den gestiegenen Radverkehrsanteil bei beiden Artikeln im jeweils letzten Absatz, die Morgenpost verzichtet komplett darauf. Zufall? Handwerk nicht gelernt? Einfach nur die CDU-Pressemitteilung abgeschrieben? Oder doch nur die übliche Art und Weise, irgendwie für Klicks zu sorgen?


  • Richtig. Radfahren soll auch ohne Helm sicher sein. Und eine gewisse Leichtigkeit, Freiheit und Spaß an der Fortbewegung vermittelt werden.

    Ich komme leicht und einfach ohne Stausorgen von A nach B.

    Von daher macht das Max Raabe ganz richtig:

    Fahrradfahren und das Gefühl von Freiheit Max Raabe ist "Fahrradfreundlichste Persönlichkeit 2019"

    Natürlich die üblichen Diskussionen zum Foto in den Sozialen Netzwerken...


    Todo für die ersten schönen Frühlingstage:

    In der Rushhour bei Radiosendern anrufen und "Max Raabe - Fahrrad fahren" wünschen. Und das mit lieben Grüßen an alle Autofahrer, die gerade im Stau stehen und die Radler, die entspannt in den Feierabend/zur Arbeit radeln.

  • Als Entspannungsübung für alle etwas aus dem Radfahrer-Feuilleton:


    wienerzeitung.at: Regenponcho: eine Frage der persönlichen Reife



    Es vergingen einige Jahre, bis der Poncho – ich war inzwischen Vater geworden und viel mit Spross auf dem Lastenrad unterwegs – eine Renaissance erlebte. An einem Novembertag mit Starkregen holte ich ihn aus dem Fahrrad-Kleiderschrank hervor. Und musste bald feststellen: In Kombination mit dem Lastenrad, das über eine aufrechtere Sitzposition und einen gerade Lenker verfügt, ist der Regenponcho im urbanen Alltag jedem anderen Regenteil überlegen.


    Ich kann nur sagen: Recht hat er.

  • [...]

    Todo für die ersten schönen Frühlingstage:

    In der Rushhour bei Radiosendern anrufen und "Max Raabe - Fahrrad fahren" wünschen. Und das mit lieben Grüßen an alle Autofahrer, die gerade im Stau stehen und die Radler, die entspannt in den Feierabend/zur Arbeit radeln.

    Geile Idee! Einfach umzusetzen, kost nix und erreicht Tausende...

  • https://www.kreiszeitung-woche…w-fahrverbot-d128525.html


    Hier zeigt sich das ganze Dilemma: LKW halten sich nicht an das Tempolimit, Kinder fühlen sich (sind) gefährdet, natürlich auch auf den Gehwegen. Radfahrer trauen sich nicht auf die Fahrbahn, fahren lieber auf dem Gehweg. Dadurch haben die LKW freie Fahrt und es wird noch mehr gerast. Ein Teufelskreis.

    Wer (außer mir) hat schon Lust, sich als Radfahrer als Maßnahme zur Verkehrsberuhigung einsetzen zu lassen? Die Leute haben Angst und ihr ängstliches Verhalten trägt dazu bei, dass die Situation immer schlimmer wird. Würden die LKW-Fahrer merken, dass sie in den engen Straßen in den Dörfern gar nicht mehr voran kommen, weil ihnen ständig Radfahrer "im Weg" sind, würden sie sich eine andere Route suchen, z.B. über die Bundesstraße B73. Natürlich sollen nicht die Kinder dafür herhalten, aber die Eltern müssten täglich dort eine Critical Mass veranstalten und mit ihren Kindern im geschlossenen Verband auf der Fahrbahn zur Schule fahren. Dabei Kameras mitlaufen lassen und jeden anzeigen, der hupt, drängelt und nötigt. Radwege sind nicht die Lösung des Problems, sondern die Ursache!

    Die Polizei muss aufhören, immer nur wegzuschauen und Reflektorbänder an Radfahrer zu verteilen. Was für eine Verhöhnung der Opfer: Man fordert Radfahrer auf, sich besser zu schützen, Helme zu tragen und sich auffällig zu kleiden und tut gleichzeitig nichts gegen die Verstöße der LKW- und PKW-Fahrer. Warum wird dort nicht regelmäßig geblitzt? Warum kostet es in Deutschland nur 80,- EUR, mit einem LKW innerhalb geschlossener Ortschaften die zulässige Höchstgeschwindigkeit um bis zu 25km/h zu überschreiten? In der Schweiz kostet eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 16km/h mit einem PKW innerorts bereits 250,- CHF (knapp 250,- EUR), bei 25km/h Überschreitung gibt es 1 Monat Fahrverbot und ein Bußgeld, das individuell festgelegt wird. Über 25km/h Überschreitung gibt es einen Eintrag ins Strafregister, ab 50km/h Führerscheinentzug zwischen 2 Jahren und lebenslang, sowie eine Freiheitsstrafe (!) von mind. 1 Jahr.


  • Weil man so einen passenden Job nicht mal so einfach findet...!? Weil er sein soziales Umfeld in seiner Heimat hat und seine Familie nicht umziehen will? Und weil 1000 Euro viel Geld sind? Selbst als "Hochqualifizierter" dürfte es trotz aller "Vollbeschäftigungspropaganda" immer noch schwierig sein, einen guten und auskömmlichen Job zu finden. Außerdem hast du als Arbeitsloser schnell mal eine Totalsanktion an der Backe, wenn du dich nicht für den beschissensten Scheißjob innerhalb der "zumutbaren" Entfernung bewerben möchtest...

    Sein soziales Umfeld wird er an seinem Wohnort in Berlin haben. Arbeiten tut er in Cottbus. Ich schlage ja gerade vor, dass er ein Berlin arbeiten soll!

    Die 1000€ sind die Fahrkosten, die er jeden Monat durch den Auspuff jagt bzw. Verschleiß etc.

    Ich will ja auch nicht, dass der in die Arbeitslosigkeit geht, sondern dass er sich einen neuen Job sucht. Aus dem aktuellen heraus weiterbewerben.


    Ich hab hingegen von den ausdrücklichen Gegnern des Kfz-Verkehrs noch nie eine Forderung gelesen, dass man diesen gesetzlichen Zwang zum Fernpendeln mal abschaffen sollte! Ist ja Sozialpolitik - und für die interessiert man sich ja eher wenig...

    BGE. Zwang zur Arbeit abschaffen. Ich vertraue hier auf die Magie des Marktes, auf die Gier der Menschen und darauf, dass die allermeisten Menschen einer Tätigkeit nachgehen möchten, die ihnen das Gefühl gibt, gebraucht zu werden.

    Wer als Arbeitgeber seinen Angestellten keine guten Bedingungen liefert, kriegt keine Leute mehr. Wer gute Bedingungen bietet, wird weiterhin Personal finden. Motiviertes Personal.

    Das braucht dann auch keine 40-Stunden-Woche mehr zu sein.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.