E-Scooter rollen heran

  • E-scooters: Fire on Tube prompts call for London transport ban
    E-scooters pose a significant threat to the public, a union says after a fire on London Underground.
    www.bbc.com
    Transport for London Bans E-Scooters Due to Fire Risks
    E-Scooters and E-Bikes are continuing to grow in popularity across the UK. Typically combining a lightweight folding frame with lithium-ion battery-electric…
    firechiefglobal.com
  • Der VDV hat eine Empfehlung ausgesprochen, infolgedessen die Mitnahme 2024 vielfach verboten wurde.

    Als Ausnahme ist mir Ende Mai Osnabrück aufgefallen: Da war ein Aufkleber, der die Mitnahme explizit erlaubt. Die haben da irgendeine besondere Prüfung genannt, die dort durchgeführt wurde. Habe leider kein Foto davon.

    In den Beförderungsbedingungen steht nur: "Zusammenklappbare E-Tretroller werden als Gepäck angesehen." (§ 11 Abs. 8) Das lässt die Beförderung logischerweise zu.

  • Zusammenklappbare E-Tretroller, die ins Handgepäck passen, kann ohnehin kleiner kontrollieren, wenn sie in einer Tasche transportiert werden. Es sei denn, es würden regelmäßig Taschenkontrollen durchgeführt werden. Das ist vermutlich nicht so ohne weiteres möglich. Aber unabhängig davon: Ich befürchte, würde man E-Elektroleihtretroller (die sind nicht zusammenklappbar) in Bussen und Bahnen zulassen, dann würden die dort einerseits überall im Weg herumstehen und andererseits auch häufig einfach stehen gelassen werden. Sollte einmal die Begründung, brandgefährliche Akkus, nicht mehr ziehen, wird man hoffentlich eine andere Begründung finden, um das Verbot von E-Tretrollern zu rechtfertigen.

  • Welche verhaltensrechtlichen Änderungen gelten für Elektrokleinstfahrzeuge (E-Scooter, bzw. Elektro-Tretroller oder E-Tretroller) ab 1. März 2027?
    "Gleiche Rechte, gleiche Pflichten: (...) Außerdem wird dann die Freigabe von Gehwegen, Fußgängerzonen oder Bussonderfahrstreifen mit dem Zusatzzeichen „Radverkehr frei“ auch für Elektrokleinstfahrzeuge gelten.

    Damit werden Fußgängerzonen und Fußwege, die für den Fahrradverkehr freigegeben sind, von noch mehr Zweirädern heimgesucht als ohnehin schon. Andererseits wird es nach meiner Beobachtung bedauerlicherweise in Hannover ohnehin nicht kontrolliert. Man muss also nicht erwarten, dass sich durch die Änderung dieser Regelung die Situation für den Fußverkehr massiv verschlechtert, denn dort, wo Fußwege und Fußgängerzonen für den Radverkehr freigegeben sind, sind leider auch heute schon massenhaft E-Tretroller unterwegs. Das ist schlimm und und unnötig. Schlimm, weil nach meiner Beobachtung diese Fahrzeuge so gebaut sind, dass die Nutzer mit "Vollgas" fahren. Es ist deutlich schwerer als beim Fahrrad mit einem E-Tretroller Schrittgeschwindigkeit im Bereich 5-10 km/h zu fahren.

    Unnötig, weil diese E-Tretroller ohnehin nur eine Art Trend-Spielzeug sind und keinen echten Verkehrswert haben im Sinne einer Verbesserung des Mobilitätsgeschehens hin zu mehr Klimaneutralität und Umweltschutz.

    Quelle mit weiteren Hinweisen:

    Bundesministerium für Verkehr: Novelle der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung, Fragen und Antworten, vom 1.4.2026

  • Dafür, dass die Tretroller keinen Verkehrswert haben, sieht man aber viele rumfahren. Insofern halte ich das für eine steile These

    Verkehrswert macht sich nicht an Häufigkeit des Auftretens fest. Autos zum Beispiel haben überwiegend keinerlei relevanten Verkehrswert, sind aber leider eine Massenerscheinung. Autofahrer*innen bewegen überwiegend riesige Fahrzeuge mit hohem Gewicht und großer Flächen-Inanspruchnahme und einem vergleichsweise extrem geringen Besetzungsgrad.

    Ein Linienbus, eine Straßenbahn oder gar eine S-Bahn sind zwar deutlich größer und schwerer als ein großes SUV. Aber durch den hohen Besetzungsgrad haben sie ein deutlich höheren Verkehrswert.

    Im Vergleich zum Auto ist ein E-Tretroller im Stadtverkehr die weniger schlechte Lösung. Aber ÖPNV-Nutzung, zu Fuß gehen oder ein konventionelles Fahrrad ist deutlich besser!

    So "steil" ist meine These, dass die Elektro-Tretroller "keinen echten Verkehrswert" haben also nicht, wie du es vermutest.

    Du schreibst es so:

    Dafür, dass die Tretroller keinen Verkehrswert haben, sieht man aber viele rumfahren. Insofern halte ich das für eine steile These

    Ich habe von Elektro-Tretrollern geschrieben. Tretroller haben ähnlich wie Fahrräder einen echten Verkehrswert im Vergleich zu Elektrotretrollern. Mit "echten" Verkehrswert ist gemeint, dass diese Fortbewegungsmittel nachhaltig sind und eine Verkehrswende begünsitigen, die zu einem deutlich geringerem Ressourcenverbrauch führt und ein sehr viel menschlicheres Lebensumfeld ermöglicht.

  • Das scheint eine sehr subjektive Einschätzung zu sein. Warum soll sich der Verkehrswert von einem kleinen E-Roller von einem Pedelc unterscheiden?

    Darüber hatte ich an anderer Stelle schon mal geschrieben. Ein Elektrotretroller ist ein KFZ, genau wie ein Auto. Eine zentraler Kritikpunkt des bekannten Verkehrswissenschaftlers Hermann Knoflacher ist die Suchtgefahr, die von Kraftfahrzahrzeugen ausgeht, weil sie sich mit einem minimalen Kraftaufwand ein sehr schnelles Fortbewegen ermöglichen. Knoflacher stellt die Verbindung zu urmenschlichen Trieben und Belohnungsstrukturen im menschlichen Gehirn her: "Das heißt, der Zugriff auf das Auto findet ja ganz tief im Unterbewusstsein auf der ältesten Schicht des Menschseins oder überhaupt der Lebewesen statt. Dort sitzt das Auto und dreht alles in Richtung Auto."

    Auto und Mensch - "Autofahren ist schlimmer als eine Sucht"
    "Der Autofahrer unterscheidet sich vom Menschen wesentlich mehr als jedes Insekt", behauptet der Verkehrsexperte Hermann Knoflacher. Denn: Kein Insekt ruiniere…
    www.deutschlandfunkkultur.de

    Die Krankheitsgefahr ist beim E-Tretroller nur scheinbar vergleichsweise gering im Vergleich zu einem "SUV" mit über 200 PS. Aber der E-Tretroller ist sehr viel einfacher verfügbar und darf auch schon von Jugendlichen gelenkt werden. Und das unheilvolle, krankmachende Prinzip mit geringem Kraftaufwand (beim E-Roller ein ganz leichter Daumendruck auf den Temposchalter/beim Auto Gaspedal mit dem Fuß drücken) ist von vergleichbarer Wirkung und meines Erachtens ein wichtiger Grund dafür, dass Elektro-Tretroller sehr beliebt sind, obwohl sie nüchtern betrachtet keine Vorteile gegenüber einem Fahrrad bieten.

    Ein Pedelec bewegt sich, die krankmachende Suchtgefahr betreffend, irgendwo zwischen klassichem Fahrrad und Elektrotretroller, bzw. KFZ allgemein. In einem anderen Thread hier im Forum hatte Autostadt_MS einmal diesbezüglich geschrieben. "Motorisierung tendiert halt zu immer höheren Geschwindigkeiten und permanenter Leistungssteigerung (siehe Knoflachers Ausführungen zu Evolutionsbedingtheit der Lust an Geschwindigkeit in 'Virus Auto')"

    Autostadt_MS
    11. November 2024 um 14:09

    Aber immerhin bei einem Pedelec musst du noch mittreten, um vorwärts zu kommen, beim E-Tretroller nur einmal antreten und dann genügt der minimale Daumendruck. Das ist das Auto-Prinzip. Das entwertet jeden Verkehrswert, den ein solches Fahrzeug haben könnte. Und der Verkehrswert ist im Vergleich zum Fahrrad bei einem E-Tretroller ohnehin schon nicht höher, selbst wenn man es nur nach diesen Gesichtspunkten betrachtet: Ich will von A nach B. Ressourcenverbrauch, Kosten, Kraftaufwand, Zeitbudget. Das eigentlich fatale am Elektro-Tretroller ist die dem Auto vergleichbare Suchtgefahr. Und diese krankmachende Suchtgefahr ist nicht eine "subjektive Einschätzung", sondern eine wissenschaftlich festgestellte Tatsache.

  • Ich sehe sehr wohl einen Mehrwert eines E-Rollers im Vergleich zu einem Fahrrad. Kannst gerne abgleichen mit dem Velo und Bahn Thread: Die deutlich einfachere Mitnahme im ÖPNV.

    Ja, ich bin Kampfradler! Nein, ich fahre nicht aggressiv!
    Denn ich kämpfe mit den Waffen des Wortes, des Papiers und des Toners, meine Verbündeten sind die Regeln und Normen der StVO und VwV-StVO.

    Radfahren ist nicht gefährlich, Radwege schon!