Woche 38 vom 17. bis 23. September 2018

  • Der rbb schreibt etwas mehr.


    Kurz zusammengefasst:

    Der 34-jährige war insgesamt schon sieben Jahre im Gefängnis und wollte sich vollgepumpt mit Alkohol und Drogen ohne Führerschein einer Polizeikontrolle entziehen. Bereits aus 400m Entfernung hatte er freie Sicht auf die rote Ampel und die querenden Fußgänger. Er hat trotzdem draufgehalten.


    Nach dem Artikel aus dem Tagesspiegel habe ich noch gezweifelt, ob "versuchter Mord" einem Autounfall gerecht wird.

    Nach dem Artikel aus dem rbb sind alle Zweifel verflogen. Ganz im Gegenteil fehlen mir nun die Worte, um die Tat zu beurteilen.

  • na endlich

    auf der Innotrans wird die "velosichere Schiene" vorgestellt.

    Das Prinzip des Gummibalgs, der nachgibt, wenn die Straßenbahn drauf fährt, gibts schon länger. Jetzt aber marktreif.


    wobei mir nicht klar ist, wie das bei Weichen klappen soll. hm.

    Egal - wenn allein schon mal n% der Kreuzungen mit Schienen sicherer werden - her damit. :D

  • Im Straßenverkehr geht das Unternehmen von einer Haltbarkeit von zwei bis drei Jahren aus.

    Das habe ich heute früh gelesen und gedacht: Außer Baden-Baden würde das keine Kommune finanzieren wollen und habe es deshalb nicht verlinkt. Außerdem hat Baden-Baden ja gar keine Straßenbahn. Schade eigentlich.

  • Ich fand noch eine weitere Zahl im Golem-Artikel interessant:

    Zitat

    Zum Vergleich: Der Ernst-Reuter-Platz in Berlin, ein großer, belebter Kreisverkehr mit mehreren Ampeln, gilt als ein Unfallschwerpunkt für Radfahrer. Dort beträgt die Quote der Fahrradunfälle 0,0018 Prozent.

    Finde ich ziemlich viel. Von 30 Radfahrern, die die Strecke fünf Jahre lang in ihrem Arbeitsweg haben, hat also einer einen Unfall.

    An einem einzigen Kreisverkehr wohlgemerkt, der komplett mit Ampeln und Radwegen ausgestattet ist. Der ganze Rest des Arbeitsweges kommt ja noch dazu.


    Die andere Zahl finde ich schon fast unglaubwürdig:

    Zitat

    Wie gefährlich Straßenbahnschienen für Radfahrer sind, zeigt eine Untersuchung der Universität von Knoxville im US-Bundesstaat Tennessee aus dem Jahr 2014: Über einen Zeitraum von zwei Monaten registrierten die Wissenschaftler 53 Unfälle von 13.247 Fahrradfahrern, was einer Quote von 0,4 Prozent entspricht.

    Was sind das für Schienen? Wieder hochgerechnet auf fünf Jahre stürzt jeder achte Radfahrer einmal in den Schienen (davon ausgehend, dass jeder den Fehler nur einmal macht).

  • Wie kommst du auf die letzte Zahl? Ich komme da auf jeden, pro Jahr: 13247 Überfahrten führen zu 53 Unfällen. Also jede 249. Überfahrt. Ein Radpendler fährt da wohl ca. 250 mal im Jahr lang (oder 500 mal, hin und zurück).

    Ich fand diesen Satz interessant:

    Zitat

    Bahnbetreiber sind interessiert. Sie wollten das System in Werkstätten einsetzen, um Unfälle dort zu vermeiden.

  • Ich habe (versehentlich) nicht für einen Pendler gerechnet, sondern für den mittleren Radfahrer, der bei den gezählten Fahrten dabei war. Also 0,4% stürzen in zwei Monaten. Das sind 2,4% pro Jahr bzw. 12% in fünf Jahren.

    Deine Zahlen legen ja noch näher, dass die 0,4% entweder falsch sind oder wir irgendwas noch nicht verstanden haben.

  • Also ich fahre täglich über ein stillgelegtes Gütergleis, das mit Gummiprofilen gesichert ist (war wohl billiger als rausreißen). Die halten schon deutlich länger als drei Jahre (eher 23). Und trotzdem ich immer in flachem Winkel drüberfahre, hat es mir bisher nur einmal bei Nässe leicht das Heck versetzt. Ist vielleicht ein anderes Material, als wenn da Straßenbahnen durchfahren sollten...

  • https://www.neues-deutschland.…n-winkel-der-sprache.html



    Zitat

    ... im letzten Jahr wurden mindestens 38 Menschen in der Bundesrepublik von rechts abbiegenden Lastkraftwagen getötet. Wenn Journalisten, Behörden und die Polizei über diese Vorfälle berichten, ist von »Unfällen« die Rede. Alles im Straßenverkehr sind anscheinend »Unfälle«: Wenn zwei Autofahrer in Berlin mit einer Geschwindigkeit von 170 Kilometer pro Stunde mitten in der Stadt ein Wettrennen bestreiten, vorbei an mehreren roten Ampeln, um am Ende einen vollkommen unschuldigen 69-Jährigen zu rammen, ist der Tod des Mannes ein »Unfall«. Es ist anscheinend auch ein »Unfall«, wenn ein betrunkener Autofahrer, der bereits seinen Führerschein abgeben musste, sich trotzdem ans Steuer setzt - und mit einem anderen Fahrzeug kollidiert. Selbst wenn ein Geisterfahrer in den entgegenkommenden Verkehr kracht, wird dies als »Unfall« bezeichnet.

    Diese absurde Verwendung des Wortes »Unfall« verschleiert die Todesursache: dass jedes Todesopfer im Verkehr daran stirbt, dass jemand zu schnell oder unter Alkoholeinfluss gefahren ist, während der Fahrt Mitteilungen verschickt oder auf andere Weise die Tragödie verursacht hat. Alles verschwindet im toten Winkel der Sprache, wenn das Wort »Unfall« zur Routine wird. Diese Apathie verwundert: Flugzeuge stürzen ab, Schiffe havarieren. Nur auf unseren Straßen ist alles offenbar Gotteswille, sind alle Gesetze der Physik aufgehoben. Die Bezeichnung »Verkehrsunfall« signalisiert, dass nichts und niemand wirklich Schuld an einem Zusammenstoß hatte.

    Es geht aber auch anders: ...

  • Danke für den Link. Weiter unten im Text:

    Zitat

    Wörter beeinflussen Meinungen. Und deshalb ist die Wortwahl ein großer Teil des Problems auf unseren Straßen.

    "Unfall";

    die Liste der Verharmlosungen auf Kosten der schwächeren Verkehrsteilnehmer lässt sich fortsetzen

    • "Übersehen" und "Toter Winkel" wurden in diesem Forum ja schon oft als Märchenwörter geoutet. "Fahrer hat nicht geschaut" ist meist näher an der Wahrheit.
    • "Radarfalle" hört sich an wie eine fiese Gemeinheit mit geheimen Strahlen gegen routinierte Fahrer; "Raserfalle" wäre ein besseres Wort
    • Radfahrer und Fußgänger die "sich verletzen". Tun sie das wirklich selber?
    • usw.
  • Ich habe (versehentlich) nicht für einen Pendler gerechnet, sondern für den mittleren Radfahrer, der bei den gezählten Fahrten dabei war. Also 0,4% stürzen in zwei Monaten. Das sind 2,4% pro Jahr bzw. 12% in fünf Jahren.

    Deine Zahlen legen ja noch näher, dass die 0,4% entweder falsch sind oder wir irgendwas noch nicht verstanden haben.

    Ich würde davon ausgehen es bei Pendlern deutlich darunter liegt und vor allem "Ortsfremde" davon betroffen sind.


    Wenn ich jeden Tag die selbe Strecke fahre, kenne ich recht schnell die Gefahrenstellen und die Schienen und weiß wo ich aufpassen muss um eben nicht zu stürzen.

  • Malte

    Hat den Titel des Themas von „Woche 38 vom 17. bis 24.09.2018“ zu „Woche 38 vom 17. bis 23. September 2018“ geändert.