Wintereinbruch in Hamburg

  • Heute hat’s dann also geschneit. Das kam eigentlich nicht überraschend und ließ sich in den einschlägigen Wettervorhersagen bereits seit Tagen ablesen, aber im Endeffekt kommt es halt immer wieder ganz überraschend und schlimm. Nach meinen Einschätzungen sind insgesamt vielleicht fünf Zentimeter gefallen, von denen die unteren vier im Laufe des Tages gleich wieder weggetaut sind.


    Der Winterdienst fand, soweit ich es in Erfahrung bringen konnte, wieder einmal nur auf der Fahrbahn statt. In Hamburg sollen diese Radwege hier geräumt werden: http://www.hamburg.de/contentb…-radwege-gesamtgebiet.jpg


    Angesichts dieses Planes frage ich mich schon ein wenig, was das denn bringt. Dann kann ich zwar im besten Fall von Niendorf-Nord bis in die Innenstadt fahren und innerhalb der U3 auf so ziemlich allen Hauptverkehrsstraßen, aber wenn ich Pech habe und nicht direkt an der Hauptverkehrsstraße wohne, komme ich dort gar nicht erst hin.


    An der Kieler Straße hatte ich heute Morgen ein paar Radfahrer gesehen, die einfach auf der Fahrbahn gefahren sind. Leider hatte ich da keine Kamera griffbereit, gegen Mittag sah es so aus:




    Durchaus viel Platz auf der Fahrbahn und etwa sechs Radfahrer, die sich über den Radweg gekämpft haben. Nun habe ich zwar vor einem Jahr recht schlechte Erfahrungen mit dem so genannten Vehicular Cycling gemacht, aber irgendwie ging ich davon aus, dass die meisten Radfahrer heute ganz chillimilli fahrbahnradelnd ans Ziel gekommen wären. Frohen Mutes bat ich auf facebook um ein paar Fotos für Fahrradstadt.Hamburg und wurde erst einmal darüber in Kenntnis gesetzt, dass es mit fröhlichen Fotos heute nicht ganz so weit her war, ein Winterdienst auf Radwegen zum größten Teil nicht stattgefunden habe und das Radfahren auf der Fahrbahn eher stressig denn schnell wäre. Tja — da hatte ich natürlich gut reden als jemand, der seit einer Woche gesundheitsbedingt das Bett gehütet hat und offenbar gar keine Ahnung mehr von der Welt dort draußen hatte.


    So war’s am Sievekingplatz, der eigentlich Teil der geräumten Radwege sein sollte. Anstatt auf die Fahrbahn auszuweichen, bleiben die Hamburger Radfahrer artig auf den ohnehin nicht benutzungspflichtigen Radwegen und ackern sich dort einen ab. Da ist der Respekt vor der Fahrbahn immer noch recht groß:




    Der Respekt vor der Fahrbahn ist selbst in Tempo-30-Zonen ungebrochen. Hinter der Lieth hat eine Art handtuchbreiten Radweg, der früher in beide Richtungen benutzungspflichtig war, aber die Leute fahren halt total drauf ab. Anstatt ganz ordnungsgemäß auf der geräumten Fahrbahn zu rollen, kämpft man sich hier auf dem vereisten Gehweg neben dem früheren Radweg im Schneckentempo ab. Ich versteh’s ehrlich gesagt nicht:




    Tja. Und was passiert, wenn man auf dem Gehweg fährt? Richtig, man muss sich mit Fußgängern arrangieren. Das gelingt aber nicht jedem und so wurde ich direkt nach der Aufnahme dieses Fotos von einem weiteren Radfahrer angefahren, der wohl davon ausging, ich löste mich in Luft auf, sobald er mich nur einmal kurz anklingelte. Ich bekam noch einen blöden Spruch gedrückt, dann setzte er seine wackelige Fahrt fort. Kannst dir echt nicht ausdenken sowas.


    Kollaustraße:



    Tja: Wenn der Radweg nicht erkennbar oder nicht nutzbar ist, wird er eben als Parkplatz umgewidmet:



    Mülltonnen auf dem nicht erkennbaren Radweg. Hier wurde es aber schon lästig: Stellt man sich mit dem Rad im stockenden Verkehr auf der Fahrbahn an oder fährt man im Buckeltempo auf dem Radweg vorbei?




    Vogt-Wells-Straße:




    In der Koppelstraße staut es sich noch mehr, der Bus brauchte fast zwanzig Minuten vom Siemersplatz hierher — normalerweise sind für diese Strecke vier Minuten angesetzt. Auch hier stellt sich die bange Frage: Lieber auf dem Radweg herumkrachen oder auf der Fahrbahn im Stau stehen?




    Niendorfer-Gehege-Brücke. Der Radverkehr fand hier offenbar auch zum Teil auf dem Gehweg anstatt auf dem halb geräumten Schutzstreifen statt:




    Gegenrichtung mit der tollen Aufleitung vom Schutzstreifen auf den Buckelradweg:




    Auch jenseits der Brücke: Ordnungswidrig über den nicht geräumten Gehweg kampfradeln oder lieber im Stau auf der geräumten Fahrbahn stehen?




    Im Dörpsweg wird auch lieber auf dem Gehweg geschoben als auf der Fahrbahn gefahren:




    Und zum Abschluss noch einmal die Kieler Straße. Auch hier gilt: Wo kein Radweg zu sehen ist, kann man schon mal parken. Und wieder die bange Frage: Lieber im Stau auf der Fahrbahn stehen oder auf dem nicht geräumten Radweg stürzen?




    Mich hat fünfzig Meter weiter vorne dann gleich der nächste Experte angefahren, als er beim Versuch, mich über die vereiste Grünfläche zu überholen, in mich reingefahren ist. Ich will gar nicht wissen, was Kindern oder Senioren in dieser Jahreszeit passiert, die solche Manöver vielleicht nicht einfach locker wegstecken.


    Insgesamt find ich’s aber schade, dass Forderungen nach geräumten Radwegen immer noch in die linksgrüne Spinnerecke gedrängt werden. Ich will eigentlich auch gar nicht in die Diskussion einsteigen, ob es wichtiger ist, dass ein paar Arbeitnehmer mit dem Rad oder dass deutlich mehr Arbeitnehmer mit dem Auto zur Arbeit fahren können und letzteres noch den Bonus liefert, dass auch für den Bus-, Liefer- und Rettungsverkehr die Fahrbahnen geräumt werden. Unsere beiden fahrradaffineren Nachbarländer zeigen ja, dass gerade bei diesen Witterungsbedingungen eine deutliche Entlastung des Straßenverkehrs gewährleistet werden kann, indem auch Radwege vernünftig geräumt werden. Hamburg blieb von den heutigen Orkanböen größtenteils verschont, es wäre durchaus möglich gewesen, den Weg zur Arbeit auch mit dem Rad zu bestreiten — wenn, ja, wenn denn wenigstens ein rudimentärer Winterdienst stattgefunden hätte.

  • Ich hab die letzten Jahre bei einem solchen Wetter immer fröhlich die 55mm Spikes aufgezogen und mir somit Krafttraining gespart.

    Und dabei so manchen übervorsichtigen Kraftfahrer überholt.
    Dieses Jahr ist es anders. Die Entscheidung fiel Mittwoch morgen.
    Ich bin am Schneeschippen, da kachelt auch schon der erste Sprinter mit 60 durch die T30 Strecke, versucht noch am Fußgängerüberweg zu bremsen, schafft es nicht und rutscht erst mal auf den Gehweg.
    Weitergeschippt, Busfahrer ist brav und fährt unter 30. Der gestresste Typ hinter ihm nicht, der überholt, unterschätzt die Kurve und kachelt volles Rohr gegen den Bordstein. Meine Frau hat mir erzählt, dass der Typ knapp 3 Stunden auf den ADAC gewartet hat. Tja, so eilig war es dann wohl doch nicht.
    Die beide Dinger haben mir aber gereicht, nicht die Spikes aufzuziehen sondern eine Fahrkarte zu ziehen.
    Richtige Entscheidung.
    Denn gestern konnte ich in der Mittagspause im Abstand von 10 Minuten zwei Auffahrunfälle beobachten. Ob nun Sommerreifen oder nicht angepasste Geschwindigkeit - keinen Bock das am eigenen Leib auszuprobieren.

    Und um es zu relativieren: die meisten sind absolut korrekt und souverän gefahren.
    Einen gewissen Prozentsatz an Idioten hat man immer, bzw. kalkuliere ich die immer mit ein.
    Wenn sich diese Minderheit aber von Jahr zu Jahr in Unfähigkeit und Dummheit überbietet - und dieses Jahr scheint ein besonderes zu sein, dann kann man das Rad auch mal stehen lassen.
    Wobei - zu Fuß gehen war jetzt auch nicht so der Burner. Gehwege räumen? In Hamburg? Muahahahahha.
    Aber Spikes gibt es ja nicht nur fürs Rad...
    Trotzdem bin ich lieber recht weit vom Fahrbahnrad gelaufen. Man weiß ja nie.

  • Gestern Nachmittag, Grindelallee Höhe Logo/Stabi, also Fußgängerampel zur Bushaltestelle. Fahrbahn frei, Radstreifen ungeräumt und damit abwechselnd 10 cm Schnee und 5 cm Wasser. Als Fußgänger hatte man keine Chance, trockenen Fußes auf die andere Seite zu kommen.


    Gestern Nachmittag: ich schippe auf den 30 Metern vor meinem Grundstück den anderthalb Meter breiten Radweg komplett frei und räume vom etwa drei Meter breiten Gehweg genau einen Meter. Den Schnee werfe ich in hohem Bogen auf den Grünstreifen zwischen Bordstein und Radweg. Zwischen den beiden geräumten Streifen verbleibt etwa ein Meter Schnee, sozusagen als Abstandshalter.

    Gegen Mitternacht kommt ein Räumfahrzeug und kachelt in beiden Richtungen über das Hochbord, Räumbreite rund zwei Meter. Resultat auf meiner Seite: Gut anderthalb Meter Gehweg und vielleicht ein halber Meter Radweg frei, der geräumte Schnee landete links auf dem Rest des Radwegs, der damit unbenutzbar ist.

    Andere Seite: Gehweg komplett frei, der Schnee wurde von der Maschine komplett auf den Radweg geschoben.


    Wenn Dummheit weh tun würde, dann hätte ich in der Nacht nicht den Motor und nicht das Scheppern des Räumschildes gehört ...

  • Ich bin gestern und heute lieber mit der Bahn gefahren. Gestern wegen der Sturmwarnung, heute weil wegen Schneematsch. Die Brücke vom Stadtpark zur City Nord wäre ich gar nicht erst hochgekommen. Also, vielleicht doch, aber dann nur mit Angstschweiß... Ne, lustig ist anders. Meiner Mutter habe ich die wasserdichten Socken geborgt, ihre Winterstiefel waren dank der dauerhaften Beschneematschung so durch, das ging echt nicht. Aber ne, räumen, solange das Zeugs noch nicht festgetreten ist? Bloß nicht!


    Ich bin sauer. Die Luft wäre zum Radfahren heute genau richtig gewesen. Aber ich hatte eben auch Schiss vor den Leuten, die nicht wetterangepasst fahren. Wie ich erfahren habe, sind das nämlich nicht alle, aber genug, um ein mulmiges Gefühl in meinem Bauch zu erzeugen.


    Dann lieber die U-Bahn...


    LG
    Anna

  • Heute parkte ein fettes Liefercargobike auf der heute halbwegs geräumten Radspur der Grindelallee. Wer dran vorbei wollte, musste auf die Fahrspuren ausweichen. Ich musste anhalten, und warten, bis sich eine Lücke ergab. Werden zukünftig viel mehr Lieferungen mit Lastenrädern durchgeführt, könnte sich dadurch für Radfahrer auch nichts ändern . . .

  • Zugegeben, es ist nicht mehr ganz HH, die Stadtgrenze liegt etwa 5 km entfernt.


    Gestern lagen hier bis zu 10 cm Schnee, die Räumdienste kamen nicht hinterher.

    Aber heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit (07.30) sah es dann so aus:


    P. S.: Und ja: Separierte Radinfra kann toll sein.:An der Kreuzung habe ich eine eigene Ampel und nicht mit den Rechtsabbiegern zugleich grün (massenhaft LKW um diese Zeit).

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Absolut erträglich. Soll ich mal messen?

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Die geradeaus fahrenden KFZ müssen ja ebenso warten. Und 30 Sekunden mehr für eine sichere Querung nehme ich gern in Kauf. Nach der Kreuzung fahre ich ja im Berufsverkehr ohnehin wieder an stehenden KFZ vorbei. Und davor oft auch.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Sieht allerdings so aus, als wurde da auch mit Salz gearbeitet. An der Stelle schlagen tatsächlich zwei Herzen in meiner Brust.

    Salzen ja, weil Radfahren dann weiter möglich.

    Salzen Nein Danke und dafür auf den ÖPNV umsteigen.

    Zum Glück fahre ich gerne Bus und Bahn, neulich einen recht neuen Scania auf der Regiobus-Linie 700. Allerdings war bis dahin das bisschen Schnee vom frühen Morgen schon getaut. In Hannover hat es zwar auch gestürmt, aber nicht richtig geschneit. Vorgestern, mittwochfrüh, da lag genug Schnee, dass ich das Rad lieber stehen ließ.

    Das Bild ist von Mittwochnachmittag. Ein Scania von Regiobus:

    Morgens sah's so aus:

    Und das Haltestellenbild zeigt auch den Radwegzustand an:

    In Hannover-Kleefeld Radfahrstreifen auf Straße mit-geräumt. Es lebe der Radfahrstreifen!

    Dieser Hochbordradweg dagegen war so wenig geräumt, dass Radler auf den Bürgersteig fuhren:

    Donnerstagfrüh war der Radweg an der Ihme gerade noch befahrbar. Frederieke hat ihn dann geflutet:

  • Mit ÖPNV bräuchte ich für 6 km 50 Minuten ...

    Mit dem Salz gebe ich dir recht, aber ich spüle meine Räder möglichst nach Salzfahrten kurz ab.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Aber bitte überall. Was ich nämlich nicht verstehe ist, dass die Fahrbahnen hier geräumt und gesalzen werden, Radwege jedoch (teilweise) geräumt und gesplittet.

    Der Splitt ist für Radfahrer relativ nutzlos bis gefährlich (nämlich dann, wenn der Schnee weggetaut ist). Auf Nachfrage bei der Stadt München erklärte man mir, dass Rad- und Gehwege aus Umweltschutzgründen nicht gesalzen werden. Aha.

  • Ich bin gestern früh im Schnee stecken geblieben;(Zwischenstück durch Grüne, nicht geräumt sondern festgetreten. An einer kleinen Steigung (für Hamburger Verhältnisse, kamen mir welche entgegen. Ich bin dann in den unberührten Schnee ausgewichen, geht ja meistens. Nur niemals war der feuchte Schnee über nacht gefroren, richtig schön verharscht. Naja, dass hätte ich vorher wissen müssen und einen kleinen Gang einlegen sollen.

  • In Norderstedt hatte es teilweise 10 cm, da wäre nur noch mit einem Fatbike ein Durchkommen gewesen ... Wo ich wohne (fast noch ländlich) kommt eh meist kein Winterdienst.


    Die ökologischen Bedenken teile ich, aber ertappe mich auch fast dabei, Whataboutism zu betreiben: Wenn ich die Tonnen sehe, die auf den Straßen verteilt werden ... Wenn, dann nur auf Rad- und Fußwegen Salz, denn mit einem 2-Spurer ist es doch kein Problem zu fahren. Vorgestern bin ich mit meinem Einspurlastenrad unterwegs gewesen, war haarig, wenn auch lustig, gestern mit dem Dreispurer, das hat einfach nur Spaß gemacht und war sicherer als mit einem PKW.

    Oder eben ein komplettes Salz-Verbot. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Zahl der Unfälle (nach einer Weile) nicht steigen würde. So rasen manche wie die Bekloppten und kommen in Schwierigkeiten, wenn eine Stelle dann doch glatt ist. Wenn nur geräumt wird und abgestreut ohne Salz muss man halt angepasst fahren.


    Die Radwege hier wurden zunächst vom Schnee befreit und dann moderat "gesalzen", sodass ein wirklich gutes Vorankommen möglich war und bei Minusgraden keine gefährliche Glätte entstand.


    Nebenbemerkung: Warum die Discounter Massen an Salz verkaufen, obwohl man es privat gar nicht verwenden kann, zeigt ja auch die Einstellung vieler auf.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Die ökologischen Bedenken teile ich, aber ertappe mich auch fast dabei, Whataboutism zu betreiben: Wenn ich die Tonnen sehe, die auf den Straßen verteilt werden ... Wenn, dann nur auf Rad- und Fußwegen Salz, denn mit einem 2-Spurer ist es doch kein Problem zu fahren. Vorgestern bin ich mit meinem Einspurlastenrad unterwegs gewesen, war haarig, wenn auch lustig, gestern mit dem Dreispurer, das hat einfach nur Spaß gemacht und war sicherer als mit einem PKW.

    Ist ja vielleicht auch eine Frage des Alters und/oder der persönlichen Fitness oder des Ehrgeizes. Ich kann mich jedenfalls an Glatteisfahrten teils aus jugendlichem Leichtsinn, teils schlicht aus Gewohnheit mit dem Rad erinnern, die ich so heut nicht mehr machen würde. Aber einen gewissen Reiz hat's immer noch. (Vielleicht bekloppt - aber man gönnt sich ja sonst nichts.)


    Die Salzen oder Nicht-Salzen-Kontroverse würde ich persönlich ganz in deinem Sinne entscheiden, "Wenn, dann nur auf Rad- und Fußwegen Salz." Aber frag nicht nach Sonnenschein, was das für ein Medienecho aufwerfen würde. Dann würde es heißen, "Wasser predigen und Wein trinken", den Autofahrern wird die gesalzene Straße aus Umweltschutzgründen nicht gestattet, aber die Damen und Herren Radfahrer nehmen einen tüchtigen Schluck aus der Pulle, bzw, greifen tief ins Salzfass.


    In Hannover gilt die Regel, dass nur bei bestimmten Unwetterlagen gesalzen wird. Zum Beispiel Blitzeis. Aber das reicht bei Radwegen nicht. Ich kann mich an ein Jahr erinnern, in dem bei winterlicher Hochdruckwetterlage mehrere Wochen lang die tagsüber von der Sonne beschienene Seite des Bürgersteigs mit Hochbordradweg eisfrei war, während sich auf der gegenüberliegenden Seite wegen der Schattenlage hartnäckig Eis und Glätte hielten. Da hätt' ich mit gern etwas Salz hingewünscht.


    Andererseits - was soll's! Mehrere Wochen winterliche Hochdruckwetterlage - ob wir so was nochmal erleben dürfen? Dass CO2 nicht zum Klimawandel beiträgt glaubt doch nur der derzeitige amerikanische Präsident und tja leider glauben es auch viele viele Autofahrerinnen und Autofahrer.

  • Aber bitte überall. Was ich nämlich nicht verstehe ist, dass die Fahrbahnen hier geräumt und gesalzen werden, Radwege jedoch (teilweise) geräumt und gesplittet.

    Der Splitt ist für Radfahrer relativ nutzlos bis gefährlich (nämlich dann, wenn der Schnee weggetaut ist). Auf Nachfrage bei der Stadt München erklärte man mir, dass Rad- und Gehwege aus Umweltschutzgründen nicht gesalzen werden. Aha.

    Ist das wahr, die Straßen werden gesalzen, die Geh- und Radwege aus Umweltschutzgründen dagegen nicht?