Woche 2 vom 08.01. - 14.01.2018

  • Noch vor Ostern soll in Berlin das neue Mobilitätsgesetz verabschiedet werden. Der Fahrradverkehr spielt dabei eine zentrale Rolle. Viele Unternehmer dagegen sind enttäuscht. Sie fordern ein deutlich stärkeres Gewicht für den Wirtschaftsverkehr.


    https://www.rbb24.de/wirtschaf…de-steigender-bedarf.html


    Das Bild zeigt deutlich, wie der Wirtschaftsverkehr durch das an der Hauswand abgestellte Fahrrad behindert wird :D

  • Wenn man mit dem Mauszeiger über das Bild fährt, wird angezeigt

    Zitat

    Wirtschaftsverkehr in Berlin: Lieferwagen von GLS, DHL und UPS in einer engen Seitenstraße

    Grob geschätzt ist alleine die Fahrbahn dieser "engen Seitenstraße" 10m breit: gut 4m für die Querparker, 2m für die stehenden Lieferfahrzeuge, 2m für die am rechten Rand parkenden Fahrzeuge und 2m freie Restbreite. 80% der Fahrbahnbreite nimmt der ruhende Verkehr in Anspruch und selbst ohne die in 2. Reihe haltenden Lieferfahrzeuge wären es immer noch 60%

  • Laut einem Urteil des OLG Hamm, über das jetzt die FR berichtete, müssen Radfahrer auch auf Radwegen mit Hindernissen rechnen und dementsprechend vorsichtig fahren.

    Gibt es für Autofahrer (auf der Fahrbahn natürlich, nicht auf dem Radweg!) eine ähnliche Rechtsprechung? Ich meine mich zu erinnern, dass ein Autofahrer sich darauf verlassen kann, dass auf der Fahrbahn keine (fest eingebauten) unvorhergesehenen Hindernisse vorhanden sind.

  • Thering meckert rum, dass 68 Meter zwischen 50-Schild (vorher 60) und Blitzer nicht ausreichen würden:

    https://www.google.de/search?q…-das-meiste-Geld-ein.html


    Bei 60 km/h braucht man 4 Sekunden, um 68 Meter zurückzulegen. Man sieht das Schild vermutlich schon paar Sekunden eher. Kann doch nicht so schwer sein, innerhalb von 10 Sekunden von 60 auf 50 zu bremsen?


    10km/h zu schnell kosten innertorts 15€. Pro Verstoß wurden dort im Schnitt 20.58€ eingenommen.


    Wieso gibt es analog zu "Rot heißt Rot" keine Aktionen wie "50 heißt 50"?

  • Ich gehöre ja zu der für manche Autofahrer unbekannten Spezies von Radfahrern, die einen Führerschein haben. In der Fahrschule habe ich gelernt: das Tempolimit gilt ab dem Schild. Also zum Beispiel auch Tempo 50 ab Ortseingangsschild. Insofern finde ich den nüchternen Verweis des Senats auf die Rechtslage sehr passend. (Angemessener wäre natürlich, wenn das Abendblatt den Thering mal auseinandernehmen würde nach dem Motto »Jetzt hat er sich endgültig disqualifiziert« oder »Das will ein Verkehrsexperte sein?«.)


    Seltsamerweise wird von Radfahrern erwartet, dass sie eine rote Ampel genau an der Haltelinie oder Ampel befolgen und dass sie bestimmte Schilder sogar antizipieren: nämlich wenn das Blauschild erst Dutzende von Metern hinter der Kreuzung/Einmündung steht. (Und es dort keine Möglichkeit mehr gibt, auf den Hochbordradweg zu wechseln ...)

  • könnte ich die Ampel auch umgehen, indem ich absteige, mein
    Rad in einer Schleife über den Fußgängerweg schiebe und anschließend wieder auf
    dem Radweg weiterfahre?

    [..]


    Günstiger, aber trotzdem verboten, ist die von der Leserin angedeutete Lösung


    Seht ihr das auchso?

    Es geht ja wohl um eine Ampel auf freier Strecke, ohne Kreuzung. Und ich sehe nach der Beschreibung auch nicht, dass es eine Fußgängerampel in Fahrtrichtung gäbe.

    Ja, ich bin Kampfradler! Nein, ich fahre nicht aggressiv!
    Denn ich kämpfe mit den Waffen des Wortes, des Papiers und des Toners, meine Verbündeten sind die Regeln und Normen der StVO und VwV-StVO.


    Radfahren ist nicht gefährlich, Radwege schon!

  • Radfahrerin gegen Kinderwagenschieberin: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/70254/3838573


    Fiktive Gegendarstellung: Im Fahrstuhl ist zuwenig Platz. "Der Platz reicht nicht, warten Sie bitte bis der Fahrstuhl wieder da ist!" "Nein, ich muss hier jetzt rein!!!" *schieb* *kratz*. Radfahrerin versucht den Kinderwagen aufzuhalten und, um ihr Eigentum vor Beschädigung zu schützen, greift sie in Notwehr zu körperlicher Gewalt.

  • Der Fahrstuhl ist einer von der kurzen Sorte, da passt ein Hollandrad nur schräg oder zumindest mit schräggestelltem Vorderrad rein.* Ich kann mir die fiktive Gegendarstellung lebhaft vorstellen. Malte hat solche Rambotypen ja auch schon erlebt.


    * Wenn man sieht, wie vollgestopft der manchmal oben im Busbahnhof ankommt: eine Person im Rollstuhl, eine Mutter mit Kind und Buggy, zwei Rentner mit Hackenporsche - und es hat Ewigkeiten gedauert. Klar, die brauchten wahrscheinlich drei Anläufe, bis alle reinpassten und dann die Türen zugingen. 20 cm breiter und einen halben Meter länger, liebe Stadt und liebe Bahn!

  • Neues Vokabular aus der Süddeutschen Zeitung: Strampelnazi.


    Radfahren, das kann man gar nicht genug betonen, könnte abgesehen von allen gesundheitlichen und ökologischen Vorteilen etwas Herrliches sein in der angenehm flachen Stadt Berlin - wenn man sich dabei nicht so oft als Teil einer ideologischen Massenbewegung wiederfinden müsste, umgeben von tourettesyndromhaft in den Verkehr hineinfauchenden Strampelnazis. Ein emissionsfrei in 2,6 Sekunden auf 100 km/h beschleunigter Tesla S sollte der Atemluft eigentlich keinen Abbruch tun; aber es geht ja offensichtlich um noch etwas anderes.

    Wow - das hat gesessen. Mir ist beim Frühstück die Breze aus der Hand gefallen, als ich das gelesen habe.


    ich fühle mich da ja durchaus angesprochen und angegriffen, als jemand der in der Großstadt das Fahrrad als Verkehrsmittel nutzt und sich auch regelmäßig bei anderen Verkehrsteilnehmern über Behinderungen und Gefährdungen beschwert.


    Und - ja es geht um etwas anderes. Ein Tesla ist immer noch eine Riesenkiste, in Fahrt wie jedes andere Auto meist mit nur einer Person besetzt, und steht den größten Teil des Tages unbewegt herum, oft auf öffentlichem Grund. Verbraucht Platz für nix, und Platz ist knapp. Vernünftige und effiziente Mobilität ist das sicher nicht.


    Und dann spricht der Autor noch von der


    Zitat

    Idee von großstädtischer Urbanität als Ballung von Tempo, Ambition, Vielfalt, Spannung und Differenz.


    Schön, ja, gute Idee. Aber nicht mit Autozentrierung zu schaffen, die die Stadtplanung jahrzehntelang beherrscht hat. In der Stadt sehe ich oft nur Autos, Autos, Autos, meist als Technikballast im Weg herumstehend.


    Der letzte Absatz (mit den "biodeutschen Bürgertum" vs. Menschen aus Hanoi und Saigon) ist auch lustig, da fällt mir gar nix mehr dazu ein.

  • Ich habe denen mal ein Feedback hinterlassen. Die bekommen ja auf der eigenen Diskussionsseite erfreulicherweise auch schon einigen Gegenwind.


    Irgendwie gilt immer noch: Wes' Brot ich ess', des Lied ich sing. Die SZ gehört seit einiger Zeit dem Verlag, der in Stuttgart meinungsführend ist. Und diverse Leute haben bereits angemerkt, dass dies auf die redaktionelle Linie voll durchschlägt. Knallhart pro Betonmafia rund um S21 und den Tunnel für die 2. Stammstrecke; umweltfreundliche Alternativen werden verschwiegen oder lächerlich gemacht, und im Zweifel lieber für die Autoindustrie als für Bahn und Fahrrad.

  • Wieso will man in Berlin mit einem Automobil "in 2,6 Sekunden auf 100 km/h" beschleunigen? Das wäre als illegales Straßenrennen eine Straftat. Zudem macht's trotz E-Antrieb eine Menge Lärm.


    Ein Tesla ist immer noch eine Riesenkiste, in Fahrt wie jedes andere Auto meist mit nur einer Person besetzt, und steht den größten Teil des Tages unbewegt herum, oft auf öffentlichem Grund. Verbraucht Platz für nix, und Platz ist knapp.

    Fahrräder sind auch von einer Person besetzt und stehen fast nur rum.


    Man muss immer wieder betonen, dass da, wo ein PKW Platz findet, problemlos 10 Fahrräder stehen können. Oder dass PKW 100x so schwer sind wie Fahrräder.


    Vernünftige und effiziente Mobilität ist das sicher nicht.

    Genau das ist der Punkt. PKW sind furchtbar ineffizient.


    Wie viele Deutsche braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? — Einen. Wir sind effizient und haben keinen Humor.


    Warum kriegen wir als Deutsche es nicht hin, unsere Tugenden in der Mobilität auszuleben?

  • Die Radampel. Oder welchen Mast meinst du? Fußgänger, die parallel zum Kanal bzw. quer zu Brücke laufen, haben da keine Ampel. Sprich, wenn ich an der roten Radampel stehend absteige die reine Radampel schiebend passiere, dann ist das für mich keine Rotlichtverstoß, sondern nur eine ordnungswidrige Nutzung des Radwegs. Alternativ schiebe ich mein Rad auf dem Fußweg an dieser Ampel vorbei, dann ist m.M.n. gar nichts zu beanstanden.


    Hier die Ampelanlage in einem meiner Videos (falls das Video am Anfang startet: Minute 18:12)