Woche 45 vom 06.11. bis 12.11.

  • In Trier wird eine Markierung getestet, die Radfahrern und Autofahrern deutlich macht, dass Radler auf der Fahrbahn fahren sollen

    Ist nicht eine Kritik an diesen Sharrows, dass der Eindruck entstehen könne, NUR auf so markierten Fahrbahnen dürfe radgefahren werden? Die BIldunterschrift geht gleich mal in diese Richtung: "Autofahrer aufgepasst: Hier geht's künftig auch für Radler lang".


    Trotzdem, irgendwie gefällt mir der Ansatz. Drücke den Trierer Radfahrern die Daumen!

  • Hier in Stade weiß das niemand, dass das Fahren auf der Fahrbahn der Regelfall ist. Überall stehen noch Relikte von vor 1997 in Form von [Zeichen 237][Zeichen 240][Zeichen 241-30] , egal ob es erforderlich ist oder ob die Mindestvoraussetzungen erfüllt sind, mal rechts mal links. Wenn man nun endlich anfängt, die Lollies abzuschrauben, muss man den Leuten (Radlern wie Autofahrern) auch erst mal schrittweise beibringen, wie das nun seit 20 Jahren eigentlich in der StVO gemeint ist. Solche Piktogramme können sicherlich dazu beitragen, dass der zur bedingungslosen Seitenraum-Benutzung erzogene Radfahrer sich künftig mal auf die Fahrbahn traut und die Autofahrer sehen, dass das so auch seine Richtigkeit hat.

  • Die BIldunterschrift geht gleich mal in diese Richtung: "Autofahrer aufgepasst: Hier geht's künftig auch für Radler lang".

    Im ganzen Artikel findet sich kein Hinweis, dass die Piktogramme nur ein Hinweis auf die praktisch überall bestehende Rechtslage sind.
    Ganz im Gegenteil: Es wird sogar noch hervorgehoben, dass die Führung auf der Fahrbahn innovativ und in anderen Staaten längst etabliert sei.

    Zitat von Volksfreund.de

    Die "innovative Radverkehrsführung auf anteilig genutzten Radstreifen" (Klöpfer) ist in den USA, Kanada und Australien längst etabliert. In der Trierer Weberbach bringt sie - sofern die Radler und Kraftfahrer mitspielen - einen Lückenschluss im Radwegenetz zwischen Südallee und Mustorstraße.

    Ich glaube fast, nichtmal der Autor des Artikels weiß, dass die Piktogramme nur die ohnehin bestehende Rechtslage verdeutlichen sollen.

  • Gute Frage... Ich kann mich gerade nicht mehr genau an die Situation erinnern, aber vermutlich gilt der Pfeil für den Weg links des grünen Radweges. Das war an dieser Stelle, aber bei Google konnte ich den blauen Pfeil nicht finden und auch der unterbrochene Dickstrich findet sich bei Google nicht.

  • Berlin hat sich ein neues Design für die Radwege überlegt:

    Was ich nicht verstehe, warum pinselt man diese "besonderen Bereiche" nicht bundesweit grundsätzlich mit einem (RAL) - Farbton?


    Selbst in Hamburg, wo Radwege ja rot gepflastert sein sollen, gibt es etliche Neubauten, die wieder davon abweichen.
    Mal ist dieser rot, mal blau oder wie am Jungfernstieg sogar gerahmt in Tarnfarbe.

  • bei Google konnte ich den blauen Pfeil nicht finden und auch der unterbrochene Dickstrich findet sich bei Google nicht

    Das Bild von Google ist von Juni 2016, das dürfte als Erklärung reichen.


    Der Pfeil gilt sicher für den Weg, der den Radweg quert. In deinem Bild müsste man also geradeaus über den linken Ast des Radweges fahren und dann nach rechts Richtung Fußgängerüberweg/Äußeres Burgtor abbiegen. Andernfalls landet man nämlich sofort im Gegenverkehr der Rechtsabbieger (Burgring -> Äußeres Burgtor) oder müsste mindestens eine Spur queren und nebenbei noch auf die Tram zur Linken achten...

  • Im Original steht »Velowege«. Das ist in der Schweiz, so wie ich es mitbekommen habe, der Oberbegriff für Sonderpisten inclusive Fahrradspuren.
    Das angesprochene Problem besteht darin, dass »immer da, wo es eng wird«, die Sonderspuren wegfallen. Kurz vor der Kreuzung, der Einmündung oder dem Kreisverkehr sollen die Radfahrer sich in den Autostau einfädeln, anstatt nach vorne durchfahren zu können.



    »Wo besteht denn Ihrer Meinung nach der grösste Handlungsbedarf? An Kreuzungen. Eigentlich überall, wo es einen Kampf um Fläche gibt, stehen die Velos in Zürich immer hinten an. Dem liegt ein veraltetes Mischverkehr-Konzept zugrunde, von dem man zu lange nicht los gekommen ist.«


    »Der Masterplan Velo ist auf das Jahr 2025 ausgelegt. Ist das nicht etwas langfristig geplant? Zehn Jahre für den Bau von zusätzlichen Fahrradstreifen? Und das Ziel, den Veloverkehr zu fördern ist ja nichts Neues, sondern schon lange ein Ziel der Stadtregierung. Warum dauert das so lange, bis Zürich velofreundlich wird?«
    »Wo eine einfache Markierung von Radstreifen möglich ist, sind diese vorhanden. Die noch vorhandenen Lücken im Veloroutennetz bedingen aufwändigere Bauprojekte.«

  • In Nürnberg wird zurzeit ein "Ideenzug" für den Regionalzug der Zukunft ausgestellt (Bericht in der Süddeutschen, mit einem eingebundenen Video von dpa). Das nicht fahrfähige, begehbare 1:1-Modell soll zeigen, was technisch möglich und für die Kunden interessant ist, von einer Einzelkabine für ein Nickerchen oder vertrauliche Besprechungen über Ohrensessel und Spielekonsolen mit allerlei elektronischem Schnickschnack bis hin zur Fitness-Ecke mit Spin-Bikes.
    Irgendwelche Aussagen zur konflikftreien, sicheren Mitnahme von richtigen Fahrräder sind nicht enthalten. Aber Fahrradfahrer sind ja auch nicht die Zielgruppe, nein, man will sich der künftigen Konkurrenz durch autonom fahrende Autos stellen.

  • Zitat

    Lebenswert, sicher und umweltfreundlich: Das niederländische Houten hat schon vor Jahren den Autoverkehr aus der Innenstadt verbannt und gilt mittlerweile auch international als Modell für ein Verkehrskonzept der Zukunft.

  • Im Original steht »Velowege«. Das ist in der Schweiz, so wie ich es mitbekommen habe, der Oberbegriff für Sonderpisten inclusive Fahrradspuren.
    Das angesprochene Problem besteht darin, dass »immer da, wo es eng wird«, die Sonderspuren wegfallen. Kurz vor der Kreuzung, der Einmündung oder dem Kreisverkehr sollen die Radfahrer sich in den Autostau einfädeln, anstatt nach vorne durchfahren zu können.


    Korrekt, meistens werden damit Hochbordradwege, Radwege und Schutzstreifen (Velostreifen) gemeint. Velowege, Mischverkehr und Velostreifen sind zudem bei uns leider immer noch Benutzungspflichtig. Bei Velostrassen gibt es erst einige Versuche, wobei der in meiner Stadt St.Gallen lächerlich war. Gerade mal zwei schwach frequentierte Kreuzungen wurden ummarkiert auf einer Strecke von 800 m auf einer sehr schwach Frequentierten Strasse. Den Velostreifen und die Parkplätze haben sie aber stehen gelassen. Und natürlich passierte der einzige Dooringunfall in St.Gallen, über den ich gelesen hatte in diesem Jahr, auf der Versuchsstrecke :thumbsup:


    Die Stadt Zürich hat noch ein paar Lehrfilme für Erwachsene Produziert:


    Direkt zu den Videos:


    Die Idee finde ich eigentlich ganz gut und meistens auch gut umgesetzt. Velofahrer werden so eigentlich gut sensibilisiert. Aber der Grund, wieso dass die Filme produziert wurden, stösst bei mir sauer auf. 50% mehr Unfälle mit Velobeteiligung, bei denen 65% von Auto fahrenden verursacht wurden? Videos und Aufklärungskampagnen gibt es aber für die nicht. Da dürfte durchaus mal angesetzt werden und auch mit falschen Weisheiten mal aufgeräumt werden.


    Beim Video mit dem abbiegenden Auto: was nützt es mir wenn ich einen Schulterblick mache und der rechtsabbiegende Auto fahrende den Blinker nicht betätigt? Woher soll ich jetzt wissen ob der abbiegt oder doch nicht? Hatte ich genau so schon erlebt bei einer ähnlichen Kreuzung, bei der auch locker mit 50 km/h abgebogen werden kann.

  • Berlin hat sich ein neues Design für die Radwege überlegt:


    Das Foto finde ich ebenso misslungen wie das hier:


    Mich irritiert, dass diese Fotos von PBL-Befürwortern erstmal unreflektiert weiterverbreitet werden. Müsste man nicht zumindest sagen: PBL ja, aber nicht so?


    Edit: Ich dachte das wäre ein unglückliches Ankündigungsfoto. Das hat aber System:


    Vor den PBL habe dann tatsächlich Angst :(