Woche 32 vom 14. August bis zum 7. August 2017

  • Und nachdem die Dame wohl eine Person öffentlichen Interesses war gibts dann sogar noch ein follow-up, komplett mit Würdigung, "wird uns fehlen", Mahnwache usw usw.


    Da weiß ich dann immer nicht ob ich mich freuen soll das das wenigstens selten mal länger in den Medien präsent bleibt oder ärgern soll was Otto/Liese Normalo so anders macht das die praktisch als Beifang in einer kurzen Meldung entsorgt werden.

  • Das ist die Ecke am Ochsenzoll / Parallelstraße:


    Das ist der jetzt zur Einbahnstraße erklärte Querpfad:

    (Da steht inzwischen ein Schild "Privatstraße".)


    In der Parallelstraße könnten die Anwohner natürlich an die Grenzen des zulässigen Parkens auf der Fahrbahn gehen, dann fährt da keiner mehr 80 ...


    Ich kann ja verstehen, dass die Autofahrer keinen Bock auf die Umleitung Tarpen haben; das Problem ist, dass die Ohechaussee und der Kreisel Ochsenzoll überlastet sind (Ampelphasen anpassen für eine dreimonatige Baustelle? Viiiiiiel zu kompliziert!), aber wer in den Osten Norderstedts will, könnte eigentlich die Tangstedter Landstraße nehmen, anstatt kilometerweit durch Tempo-30-Sträßchen zu gurken.


  • "Wer das Auto als Statussymbol sieht, dem sei vergewissert: Das können Sie auch mit dem Fahrrad haben. Es gibt Modelle, für die man Sie beneiden wird, die man bestaunt und für die Sie auch angesprochen werde"


    Der Autor übersieht leider eine Kleinigkeit: In den Köpfen der Autofetischisten sitzt die Vortsellung fest, dass man mit einem möglichst PS-starken Auto Platzhirsch ist und vermeintliches "Prestige" genießt. Ein Fahrrad - und sei es noch so teuer - kann dieses Gefühl nicht erbringen. Jeder halbwegs trainierte Jugendliche fährt dem betuchten "Platzhirsch" davon, jeder Alltagsradler fährt (meistens) sicherer durch den Verkehr. Ich kenne einige Männer, die sich hauptsächlich über ihr Auto definieren. Die meisten von ihnen sind, was das Radfahren angeht, eher "Nieten". Dass sie vermutlich auch nicht besonders gut Auto fahren können, kann von außen auch niemand auf Anhieb erkennen (dass die weitaus meisten Autos finanziert sind, auch nicht...). Kann einer nicht besonders sicher Rad fahren, sieht man das inder Regel sofort.


    Aber das ist natürlich nur meine persönliche, unmaßgebliche Meinung... ;)

    "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
    Peter Ustinov

  • Die Kommentare zu dem Zeit-Schrott bringen aber z.T. schöne Zitate ans Licht:


    "Fahrradhelme haben etwas dialektisches -
    Sie sollen ihren Träger vor einem schweren Hirnschaden bewahren, man sieht aber damit aus, als hätte man schon einen."


    Von J.v.d.Lippe


  • S-Pedelec
    Teuer, unkomfortabel und der Radweg ist tabu


  • "Wer das Auto als Statussymbol sieht, dem sei vergewissert: Das können Sie auch mit dem Fahrrad haben. Es gibt Modelle, für die man Sie beneiden wird, die man bestaunt und für die Sie auch angesprochen werde"
    Der Autor übersieht leider eine Kleinigkeit: In den Köpfen der Autofetischisten sitzt die Vortsellung fest, dass man mit einem möglichst PS-starken Auto Platzhirsch ist und vermeintliches "Prestige" genießt. Ein Fahrrad - und sei es noch so teuer - kann dieses Gefühl nicht erbringen. Jeder halbwegs trainierte Jugendliche fährt dem betuchten "Platzhirsch" davon, jeder Alltagsradler fährt (meistens) sicherer durch den Verkehr. Ich kenne einige Männer, die sich hauptsächlich über ihr Auto definieren. Die meisten von ihnen sind, was das Radfahren angeht, eher "Nieten". Dass sie vermutlich auch nicht besonders gut Auto fahren können, kann von außen auch niemand auf Anhieb erkennen (dass die weitaus meisten Autos finanziert sind, auch nicht...). Kann einer nicht besonders sicher Rad fahren, sieht man das inder Regel sofort.


    Aber das ist natürlich nur meine persönliche, unmaßgebliche Meinung... ;)

    Ja, wie richtig! Das macht das Fahrrad gerade aus, es sei denn es wird als Sportgerät genutzt. Dann können die Mehrkosten ja durchaus sinnvoll angelegt sein.


    Meine Lieblingssituation war ein MAMIL mit seiner 10.000 Euro-Cérvelo-Zeitfahrmaschine, der es dem Anschein nach zum Latte-Machiatto-Schlürfen gerade in das nächstgelegene Café geschafft hat. Das ist dann viel Aufwand für einen minimalen "Prestige-Effekt". Hätte er mich mit 50 km/h auf dem Kronprinzessinnenweg überholt - okay - aber dann wäre das Fahrrad eben auch egal für meinen Respekt.

  • Hätte er mich mit 50 km/h auf dem Kronprinzessinnenweg überholt - okay - aber dann wäre das Fahrrad eben auch egal für meinen Respekt.

    Außer es ist ein Fahrrad wo man sich fragt, wie man soviel Tempo damit bekommt. Klappriges Klapprad oder ein DB-Leihrad etc.
    Das verdient dann gerade Respekt :)

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Ist es nicht seltsam, dass sich die endlosen Diskussionen immer wieder ausschließlich um den Fahrradhelm als vermeintlich mit Abstand wichtigstes Mittel zur Prävention vor Verletzungen im Straßenverkehr beschränken? Wir sind uns hier sicher einig, dass ein Helm bei bestimmten Unfällen/Stürzen bestimmte Bereiche des Kopfes schützen kann. Ein Rückenprotektor, wie er von vielen Motorradfahrern getragen wird, könnte ohne Frage weitere bestimmte Teile des Körpers schützen. Ein Airbag für Radfahrer wäre eine weitere Option (warum wird der eigentlich noch nicht ebenso intensiv beworben, wie ein Helm?). Die Liste könnte man sicher noch verlängern.


    Fast 10000 Menschen verunglücken jedes Jahr im Haushalt, 80 Prozent davon sind Stürze. Im Straßenverkehr starben 2016 laut "Welt" 349 Radfahrer. Auf einen getöteten Radfahrer kommen also 28 Todesfälle bei Haushaltsunfällen! Warum also findet man in den einschlägigen Medien nicht mindestens ebenso viele Empfehlungen, bei der Hausarbeit einen Helm aufzusetzen, wie beim Rad fahren? Meines Wissens gibt es dazu noch nicht einmal eine Studie. Es ist ganz einfach kein Thema. Warum eigentlich nicht? Sollte etwa ein Helm bei der Hausarbeit von vornherein als unzumutbar angesehen werden?


    Stattdessen gibt es Empfehlungen, wie "bedächtig und achtsam" bei der Hausarbeit zu sein oder sich beim Hantieren mit heißen Flüssigkeiten "nicht ablenken zu lassen". Warum aber keine Empfehlung, einen Helm aufzusetzen? Oder andersherum: Warum beschränken sich die Empfehlungen hinsichtlich der Sicherheit von Radfahrern immer ausschließlich auf das Tragen eines Helms? Warum werden nicht mit der gleichen Intensität weitaus wichtigere Maßnahmen, wie Tempo 30 in Städten, breite Radfahrstreifen, effektive Maßnahmen zum Schutz vor Lkw-Abbiegeunfällen oder richtig(!) hohe Strafen für Raserei und Handybenutzung am Lenkrad gefordert?


    Okay..., ich renne vermutlich gerade offene Türen ein. ;(

    "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
    Peter Ustinov

  • Zitat

    Der Verein „Radkomm“ hat scharfe Kritik an dem Aktionstag der Polizei geübt, bei dem in der vergangenen Woche 370 Räder und mehr als 100 Pkw- und Lkw-Fahrer kontrolliert worden waren. Der Verein, der sich als Forum zur Stärkung des Radverkehrs in Köln versteht, wandte sich mit einem offenen Brief direkt an Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Polizeipräsident Uwe Jacob. – Quelle: ©2017



    Zitat

    Doch nach Abzug der Polizisten am Montagvormittag hält sich trotz Ampeln nicht jeder an die Sperrung. Viele Autofahrer ignorieren das Verbot für Pkw und queren die Kreuzung weiterhin über die verbliebene Bus- und Fahrradspur - was bereits am Wochenende zu Chaos und Unfällen geführt hatte. Das bringt vor allem Radfahrer in Bedrängnis, die vom Potsdamer Platz kommend über die Brücke Richtung Schöneberg fahren wollen: Die verkehrswidrig fahrenden Autos kreuzen unvorhersehbar ihre Spur.

  • Warum also findet man in den einschlägigen Medien nicht mindestens ebenso viele Empfehlungen, bei der Hausarbeit einen Helm aufzusetzen, wie beim Rad fahren?

    Die Antwort ist einfach: beim öffentlichen Diskurs über den Helm geht es um die Abweisung von Verantwortung seitens der Kraftfahrerschaft. Und zwar geht es da gar nicht so sehr um die Linderung von irgendwelchen abstrakt drohenden Unfallfolgen, sondern vor allem um die innere Einstellung, mit der man sich konkret Tag für Tag erneut auf den Konflikt um den knappen Platz auf der Straße einlässt.


    Der Radfahrer ist das Memento Mori (besser: Memento Lethali), das dem Kraftfahrer immer wieder bewusst macht, dass die Art und Weise, mit der er seine Wege abwickelt, eine enorme Zumutung für die Allgemeinheit darstellt. Der Juckreiz, den dieser Stachel verursacht, will halt gekratzt werden, und der Ruf nach dem Helm ist da als Ablenkung genau so willkommen wie das ständige Lamento über echte und vermeintliche Radl-Rambos.

  • Fast 10000 Menschen verunglücken jedes Jahr im Haushalt

    verunglücken tödlich. Die Zahl hat mich nun doch etwas überrascht.


    Okay..., ich renne vermutlich gerade offene Türen ein.

    Ja, schon irgendwie :)


    Warum werden nicht mit der gleichen Intensität weitaus wichtigere Maßnahmen, wie Tempo 30 in Städten, breite Radfahrstreifen, effektive Maßnahmen zum Schutz vor Lkw-Abbiegeunfällen oder richtig(!) hohe Strafen für Raserei und Handybenutzung am Lenkrad gefordert?

    Man könnte auch die Radfahrer schulen, wie sie selbst sicherer fahren können, sowas wie "wie weit kann eine Autotür aufgehen" oder "Stell dich nicht neben KFZ/LKW, sondern davor oder dahinter, im Sichtfeld."

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • [Fast 10.000 Menschen jährlich im Haushalt]

    verunglücken tödlich. Die Zahl hat mich nun doch etwas überrascht.

    Woher die Aussage "Haushalt" stammt, weiß ich nicht. Die jährliche Publikation der amtlich festgestellten Todesursachen (destatis, Fachserie 12, Reihe 4) weist für 2015 außer den sog. "Transportmittelunfällen" noch insgesamt 12.868 Verstorbene durch "Stürze" aus, von denen 4.823 durch Kopfverletzungen starben (darunter 826 durch Kopfverletzungen auf Treppen oder Stufen). Ein nennenswerter Teil dieser Stürze dürfte im öffentlichen Verkehrsraum geschehen sein, wird aber aufgrund gesetzlicher Vorgaben (im Gegensatz zu alleinbeteiligt gestürzten Radfahrern) nicht als "Verkehrsunfall" erfasst. Als Verkehrsopfer zählt ein gestürzter Fußgänger erst dann, wenn ein weiteres Fahrzeug am Unfall beteiligt war. Infolgedessen ist die Verkehrsunfallstatistik mit "nur" 172 kopf-toten Fußgängern sehr stark zu Lasten des Radverkehrs verzerrt.
    Interessant ist auch, dass die amtliche Todesursachenstatistik ausweist, dass in 2015 mit 195 Kraftradfahrern ungefähr genau soviele an Kopfverletzungen verstarben wie Radfahrer (203). Und das trotz 99 % Vollvisierhelm-Quote und mit nur knapp 1/3 der Kilometerleistung des Radverkehrs...