Unfall­ri­siko Pede­lec - Bericht der UDV

  • Die UDV manipuliert. Das Unfallrisiko ist das Ergebnis aus Schadenzahl je Expositionszeit. Da niemand die km im Nenner kennt und sich auch keiner die Mühe macht, sie herauszufinden, müssen halt ersatzweise andere Größen herhalten. Die UDV hat hier bauernschlau den jährlichen Absatz als Bezugsgröße gewählt, um die These "Pedelec besonders gefääährlilch!!!!" untermauern zu können. Das ganze Gerede um die angeblich steigende Gefährlichkeit der Pedelec bricht mit lautem Puff in sich zusammen, wenn man fairerweise nicht den Absatz pro Jahr, sondern den kumulierten Bestand hilfsweise als Anhaltspunkt für die Abschätzung der Fahrleistung hernimmt. Mit dieser Korrektur der Abbildung wird die ganze Publikation müßig.


  • Richtig überraschend ist das nicht. Die eine Altersgruppe ist risikobereiter, sicher spielt auch Alkohl bissl eine Rolle, und mit E-Antrieb dann auch schneller unterwegs.


    Ein Großteil der anderen Gruppe war vorher gar nicht, oder zumindest nicht nennenswert mit dem Radl unterwegs und da fehlts an Übung und Reaktion.

    Die Alten, die ich kenne, die schon immer Radl fahren, die fahren alle weiter Biobike.


    Helmpflicht ist gerade bei den E-Radl-Rentnern überflüssig, würde sagen da trägt 90-95% eh Helm und auch andere Funktionskleidung.

  • Das ganze Gerede um die angeblich steigende Gefährlichkeit der Pedelec bricht mit lautem Puff in sich zusammen, wenn man fairerweise nicht den Absatz pro Jahr, sondern den kumulierten Bestand hilfsweise als Anhaltspunkt für die Abschätzung der Fahrleistung hernimmt.

    Woher nimmst du die Information, dass das nicht getan wurde? Deine Kurve des kumulierten Bestands hast du ja auch aus den jährlichen Absätzen berechnet.

  • Im Übrigen kann ich nicht erkennen, dass der Bericht (in manipulativer Weise) nahelegt, dass Pedelecs gefährlicher sind. Ganz im Gegenteil steht doch an vielen Stellen, dass bei den Unfallarten kaum Unterschiede erkennbar sind.


    Dass insbesondere ältere Menschen mit dem Pedelec schneller fahren als sie es mit dem normalen Fahrrad tun würden, klingt für mich plausibel. Dass dann auch der Anteil der Alleinunfälle und die Ursache "nicht angepasste Geschwindigkeit" etwas höher ist, ebenfalls.

  • Ein Großteil der anderen Gruppe war vorher gar nicht, oder zumindest nicht nennenswert mit dem Radl unterwegs und da fehlts an Übung und Reaktion.

    Dass sich die Unfallopfer weitgehend aus Neueinsteigern rekrutieren, lässt sich aus der engen Korrelation von Absatz- und Unfallzahlen schließen. Wenn dem so ist, wäre "Erfahrung" neben Lebensalter und (außerörtlichem) Einsatzgebiet eine dritte Variable, die Unfallrisiko und -schwere bedingen. Der Elektroantrieb verliert damit noch weiter an Bedeutung als eigentlicher Prädiktor fürs Risiko.

  • Ich glaube, dass die Geschwindigkeit der eigentliche Risikofaktor ist. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus würde ich sagen, dass viele kritische Situationen nicht entstanden wären, wenn ich langsamer gefahren wäre. Daraus habe ich für mich Konsequenzen gezogen: Wenn ich zügig unterwegs sein will, fahre ich nicht auf "Radwegen", sondern auf der Fahrbahn. Wenn ich "Radwege" benutze, fahre ich langsamer und bin vor allem an Kreuzungen und Einmündungen deutlich aufmerksamer und immer bremsbereit.


    Mit Pedelecs lassen sich mit weniger Anstrengung Geschwindigkeiten erreichen, die auf der typischen deutschen Fahrradinfrastruktur kritisch ist. An der Stelle kommen dann zwei Dinge unheilvoll zusammen: Mangelnde Erfahrung bei solchen Geschwindigkeiten und der trügerische Glaube daran, auf "Radwegen" sicher zu sein. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gedankenlos manche Radfahrer auf "Radwegen" unterwegs sind und wundere mich oft, dass da nicht viel mehr passiert. Aber das geht sicherlich bei 24km/h nicht so oft gut wie bei 16km/h.

  • Dass sich die Unfallopfer weitgehend aus Neueinsteigern rekrutieren, lässt sich aus der engen Korrelation von Absatz- und Unfallzahlen schließen. Wenn dem so ist, wäre "Erfahrung" neben Lebensalter und (außerörtlichem) Einsatzgebiet eine dritte Variable, die Unfallrisiko und -schwere bedingen. Der Elektroantrieb verliert damit noch weiter an Bedeutung als eigentlicher Prädiktor fürs Risiko.

    Glaube ich sicher, dass die Erfahrung und Aufmerksamkeit im Straßenverkehr da eine Rolle spielt. Sieht man doch auch bei den anderen Zahlen, also den Nicht-Radfahrer-Verkehrsteilnehmern.


    Man muss den Elektro-Radln zu Gute halten, dass sich dadurch viele aufs Radl gesetzt haben, die sonst nie gefahren wären. So siehts aber auch manchmal aus, trotz perfekter Funktionskleidungsausstattung.


    Aber, so ganz umsonst haben die das Biobike fahren ja nicht verweigert.Ein großer Gewinn ist für die anderen Verkehrsteilnehmer sicher, solange die auf dem Pedelec sitzen, fahren sie nicht KFZ.

  • Aber das geht sicherlich bei 24km/h nicht so oft gut wie bei 16km/h.


    Da hast Du sicher recht. 20km/h sind gar nicht so langsam, und unsere Radinfra ist da meist völlig ungeeignet dafür. Sichtlinien passen nicht, zu schmal und unübersichtlich wegen Hindernissen wie parkender Autos. Das stressst ja schon als geübter Radler.


    Und dito, genau deswegen fahre ich eben innerorts nicht gerne auf den angebotenen Radwegen. Da man die zügig nicht sicher befahren kann, ohne ständige 360° Übersicht und immer Finger an der Bremse.

  • Wieso wird über die die "Gefährlichkeit" von Pedelecs diskutiert, während die objektiv viel höhere "Gefährlichkeit" von Krafträdern ( mit Verbrennungsmotor) einfach so hingenommen wird ?

    Und ich frage mich auch , ob Unfälle nicht auch dadurch zustande kommen, das einige Pedelec-Fahrer überfordert sind langsam zu fahren.

    Ich bin immer wieder erstaunt, wie gedankenlos manche Radfahrer auf "Radwegen" unterwegs sind

    Genauso gedankenlos ,wie sie auch mit 4 Rädern unterwegs sind/wären ? "Radwege" bieten einiges, das so auf der Fahrbahn nicht vorkommt

  • Die UDV hat hier bauernschlau den jährlichen Absatz als Bezugsgröße gewählt,

    Das ist mir beim Lesen auch aufgestoßen worauf ich mich enttäuscht abgewendet habe.

    Dass sich die Unfallopfer weitgehend aus Neueinsteigern rekrutieren, lässt sich aus der engen Korrelation von Absatz- und Unfallzahlen schließen.

    Im Polizeibericht klingt das dann so:

    LPI-J: Verbremst
    Jena (ots) - Als ein 44-Jähriger am Dienstagmorgen mit seinem Pedelec E-Bike auf dem Roland-Ducke-Weg unterwegs war, musste er verkehrsbedingt ein Bremsmanöver…
    www.presseportal.de

    Wohl dem, der mit einem gebrauchten Rad unterwegs ist. ;)

  • Also davon, dass Scheibenbremsen bei neuwertigen Fahrrädern eher schlechter wirken, hat die Thüringische Polizei noch nichts gehört. Das deckt sich mit meiner Erkenntnis, dass Behörden i.A. bzgl. Fahrrädern noch auf dem Stand der Stempelbremse sind :)


    Zitat

    Aufgrund der Neuwertigkeit seines Zweirades wirkte die Bremseinrichtungen zu stark

  • Wieso wird über die die "Gefährlichkeit" von Pedelecs diskutiert, während die objektiv viel höhere "Gefährlichkeit" von Krafträdern ( mit Verbrennungsmotor) einfach so hingenommen wird ?...

    Weil die Fahrer von Krafträdern in der Regel wissen, was sie tun.

    Im übrigen wüsste ich nicht, wieso Krafträder mit Elektromotor weniger gefährlich sein sollten.