Am Hofacker

  • Endlich sind nun auch hier die Blauschilder weg und Piktogramme auf der Fahrbahn verdeutlichen die neue Regelung. Google Maps




    Vorher war dort Gehweg-Geisterradeln vorgeschrieben, trotz T30 auf der Fahrbahn. Zuletzt hatte sich der "Verkehrssicherheitsberater" der Stader Polizei noch dafür ausgesprochen, das Gehweg-Geisterradeln dort weiterhin zumindest zu erlauben. Seiner Meinung nach nicht trotz, sondern gerade wegen einer dort befindlichen Behinderteneinrichtung. Hier wollte die Stader Polizei also bis zuletzt angeblich aus Gründen der Verkehrssicherheit auch noch Radfahrer in beiden Fahrtrichtungen auf den Gehweg zu den besonders schützenswerten Fußgängern zwingen oder es zumindest zulassen, dass man dort fährt.



    Zwischen 2017 und 2020 gab es in dieser Straße 4 Fahrradunfälle an den nicht einsehbaren Grundstücksausfahrten. An den Ausfahrten hatten sich die Anlieger teilweise schon selbst Warnhinweise angebracht.



    Schon vor drei Jahren wurden am Kreisverkehr die Radwegfurten entfernt und ich dachte damals schon, dass nun auch bald die [Zeichen 240] wegkommen. Das hat hat dann aber noch deutlich länger gedauert.


    Hier noch ein Bild von 2018, damals noch mit "Radweg"-Furt auf die Geisterfahrer-Seite, dafür aber ohne Fußgängerüberweg.


  • Hier wollte die Stader Polizei also bis zuletzt angeblich aus Gründen der Verkehrssicherheit auch noch Radfahrer in beiden Fahrtrichtungen auf den Gehweg zu den besonders schützenswerten Fußgängern zwingen oder es zumindest zulassen, dass man dort fährt.

    Man fragt sich, was in solchen Köpfen vorgeht.

  • Man fragt sich, was in solchen Köpfen vorgeht.

    ...und warum solche Köpfe oben auf einem "Verkehrssicherheitsberater" sitzen.


    Ich kann kein Interesse erkennen, sich mit dem tatsächlichen Unfallgeschehen auseinanderzusetzen, geschweige denn, mit geltenden Vorschriften, technischen Regelwerken oder mit den Publikationen der Unfallforschung. Aber er ist nunmal die Polizei und hat deswegen von Amts wegen Recht und muss sich von solchen Nervensägen wie mir nichts sagen lassen.


    Immerhin ist bei der Stader Polizei die Geisterradler-Thematik aufgenommen worden. Ich hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass das schwer vermittelbar ist, wenn es an Straßen wie Am Hofacker weiterhin vorgeschrieben ist (oder zumindest erlaubt wird), auf der falschen Straßenseite zu fahren. Man kann nicht einerseits erklären, dass es gefährlich und daher verboten ist und an anderer Stelle schreibt man es -angeblich aus Gründen der Verkehrssicherheit- vor.

  • Will man jetzt immer Fahrradpiktogramme auf die Fahrbahn malen, wenn das Radfahren auf der Fahrbahn erlaubt ist? Dann hätte man noch viel vor.


    Dort, wo Piktogramme auf der Fahrbahn sind, ist das Radfahren auf der Fahrbahn erlaubt, und dort, wo keine Piktogramme sind, ist das Radfahren auf der Fahrbahn auch erlaubt.

    Wer soll das verstehen?

  • Wer soll das verstehen?

    Die Leute haben hier bis heute nicht ansatzweise verstanden, dass man überhaupt mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn fahren kann und dass das auch meistens erlaubt ist (und meistens zu Unrecht verboten). Gerade gestern wurde ich aus dem Beifahrerfenster lautstark auf einen linksseitigen "Radweg" hingewiesen, auf dem ich gefälligst zu fahren hätte: in einer T30 Zone!


    Wir fangen hier quasi bei Null an und daher ist das auch gut so, dass es gekennzeichnet wird, um die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass sich was geändert hat. Das richtet sich sowohl an die Autofahrer, als auch an die Radfahrer und es scheint zu funktionieren. In einer Straße wurde ich nicht mehr angehupt, seit die Piktogramme da sind. Außerdem sieht man seitdem mehr Fahrräder auf der Fahrbahn.


    Sobald das als normal akzeptiert ist, sollte man auf die Malerei verzichten, das ist richtig. Aber bis dahin können sie meinetwegen die ganze Stadt voller Fahrradpiktogramme malen, bis es auch der Letzte kapiert hat.

  • Will man jetzt immer Fahrradpiktogramme auf die Fahrbahn malen, wenn das Radfahren auf der Fahrbahn erlaubt ist? Dann hätte man noch viel vor.

    Die Lebenszeit solch aufgebrachter Piktogramme liegt oft nur bei wenigen Jahren. Die Symbole dürften also relativ schnell wieder von selbst verschwinden. Ich gehe nicht davon aus, dass sich irgendjemand bei der Verwaltung Gedanken darüber macht, diese Symbole nach Abnutzung nachzubessern oder erneut aufzutragen, denn oftmals wird nach Radinfrastruktur-Aktionismus der Straßenzug für die nächsten 50 Jahre nicht nur nicht mehr angefasst, sondern er verschwindet komplett aus dem Bewusstsein der Verantwortlichen.

  • ....In einer Straße wurde ich nicht mehr angehupt, seit die Piktogramme da sind. Außerdem sieht man seitdem mehr Fahrräder auf der Fahrbahn.

    Und in den anderen Straßen, wo ein solches Piktogramm nicht aufgebracht ist? Wirst Du da jetzt verstärkt angehupt?


    Sobald das als normal akzeptiert ist, sollte man auf die Malerei verzichten, das ist richtig....

    Entweder man kennt die Verkehrsregeln oder man kennt sie nicht.

    Malerei führt nicht dazu, die Verkehrsregeln besser zu verstehen.

  • Schilder mit Text, wie sie zum Teil in München stehen, scheinen zum Teil nicht den erwünschten Erfolg zu haben.

    Zumindest ich habe auf solchen Strecken schon die übliche Vorzugsbehandlung auf der Fahrbahn bekommen.

    Aber Schilder mit Text schließen natürlich z. B. Analphabeten aus.


    Prinzipiell bin ich durchaus Schwachzockers Meinung, wenn man nur selektiv Piktogramme auf die Fahrbahn malt, hilft man damit vielleicht einigen Radler die Fahrbahn zu entern, aber es wird sicher auch zu dem Rückschluss führen, wo kein Fahrrad-Piktogramm, da auch kein Fahrbahnradln.

    Andererseits beobachte ich hier immer wieder selbst Fahrradstreifen reichen eben nicht, Rader vom Gehweg zu locken. Unter anderem auch, weil Geisterradln da schon viel Chuzpe erfordert.


    Aber ob das in der Praxis so sein wird, schaun wir mal. Läuft ja überal so etwas wie ein Großversuch.

    Denn nachdem es genau die Autofahrer-Klientel ist, die Problemlos ein aufgemaltes Fahrrad auf dem Gehweg sehen, erkennen und im Hirn falsch mit "Benutzungspfichtiger Radweg" verknüpfen kann, für die das auf die Fahrbahn gemalt wird, sollte vielleicht der Transfer "Radsymbol-Fahrbahn" möglich sein.

    Insofern sollte man de Symbole vielleicht gerade auch da auf die Fahrbahn malen, wo sie auch auf dem Nicht-Benutzungspfichtige-Radweg gemalt sind.

    Von Hannover hat Ullie ja schon Bilder mit solchen Lösungen gepostet.


    Leute mit Pitkogrammie wird weder das eine noch das andere besonders tangieren.

  • Entweder man kennt die Verkehrsregeln oder man kennt sie nicht.

    Malerei führt nicht dazu, die Verkehrsregeln besser zu verstehen.

    Dann würde es ja reichen eine Straße mit [Zeichen 250]  [Zeichen 259] oder [Zeichen 260] zu sperren und man müsste nicht kilometerweise Absperrungen aufstellen (zumindest nicht abseits des Arbeitsbereiches).


    Ich muss Yeti da zu 100% zustimmen. Das Thema mit Fahrbahnradeln auf "größeren Straßen" haben wir hier in Bargteheide auch, hat man mit Schutzstreifen "gelöst" und dabei alles noch viel schlimmer gemacht.

    In Ahrensburg hat man jetzt auch Fahrradsymbole auf der Fahrbahn angebracht nachdem man hier die Benutzungspflicht aufgehoben hat und es hat definitiv geholfen obwohl der "Radweg" immer noch baulich vorhanden ist.

  • Die Leute richten sich zwar danach, aber sie verstehen gar nichts.

    Das ist mir egal, ob sie es verstehen, solange sie sich daran halten.

    Vielleicht kann man es ja einfach auch mal aushalten, wenn jemand hupt? Wie wäre es damit?

    Ich halte das aus, keine Sorge. Viele, die sich auf der Fahrbahn bedrängt fühlen, weichen dann aber lieber auf Gehwege aus. Ich habe auch mit einigen gesprochen, die mir sagten, dass sie das Gefühl haben, mit dem Fahrrad nicht auf die Fahrbahn zu gehören. Die Piktogramme geben denen tatsächlich mehr Selbstvertrauen.


    Aber vielleicht könnte man auch einfach mal dafür sorgen, dass sich Autofahrer an die Verkehrsregeln halten. Wie wäre es damit? Innerorts dürfen Schallsignale meiner Kenntnis nach nur in Gefahrensituationen abgegeben werden und nicht, um seinen Unmut kundzutun. Ich bin eigentlich nicht bereit, immer nur auszuhalten, dass andere sich nicht an die Regeln halten und vor allem nicht, dass das als Selbstverständlichkeit hingenommen wird, selbst wenn dadurch andere behindert oder gefährdet werden.

  • Aber vielleicht könnte man auch einfach mal dafür sorgen, dass sich Autofahrer an die Verkehrsregeln halten. Wie wäre es damit?

    Das ist nicht möglich, weder bei Autofahrern noch bei Radfahrern noch bei irgendeiner anderen Verkehrsart.


    Innerorts dürfen Schallsignale meiner Kenntnis nach nur in Gefahrensituationen abgegeben werden und nicht, um seinen Unmut kundzutun.

    Und wer bestimmt, wann eine Gefahrensituation vorliegt?


    Ich bin eigentlich nicht bereit, immer nur auszuhalten, dass andere sich nicht an die Regeln halten ...

    Dann hast Du ein schwieriges restliches Leben vor Dir.

  • Vielleicht kann man es ja einfach auch mal aushalten, wenn jemand hupt? Wie wäre es damit?


    Schade, ein paar von deinen Beiträgen vorher waren vom Stil her echt vernünftig.

    Bin ich vielleicht zu dünnhäutig für "echte Norddeutsche Herzlichkeit" oder was steckt hinter deinen zum Teil recht agressiven Kommentaren?


    Und ja, mal kann Mann und Frau im Erwachsenenalter ein Huperl durchaus ertragen auch wenn ich persönlich mich durchaus mal böse verjage wenn von hinten unerwartet trompetet wird. Ich habe allerdings auch ein einem Mittvierziger entspechendes Selbstbewusstsein, radfahrerische Erfahrung und Überblick der Verkehrssituation.

    Somit kann ich über solche Erziehungsversuche idR mild lächend hinwegsehen. Ob das Kinder, Radfahrende im Heranwachsenenalter oder Senior/-innen auch so wegstecken können? Oder ziehen die sich dann evtl. verängstigt oder gestresst auf den nächstbesten Gehweg zurück?

    Häufig bleibt es ja auch nicht bei der Hupe. Beliebt ist die Kombination aus Tröte, aufheulendem Motor und Engüberholen. =O


    P.S. Zumindest mir ist sowas in Kiel dieses Jahr noch nicht einmal passiert und die Vorfälle letztes Jahr kann ich an einer Hand abzählen. Fahrbahnradeln geht in Kiel deutlich entspannter zu als noch vor z.B. fünf Jahren. :thumbup:

    Ich reiß ein Loch in die Mauer, ich kletter übern Zaun, pack meine Sachen, es ist Zeit hier abzuhauen.

    (Revolte Springen, Reiselied)

  • Und wer bestimmt, wann eine Gefahrensituation vorliegt?

    Die StVO:


    (1) Schall- und Leuchtzeichen darf nur geben,

    1.wer außerhalb geschlossener Ortschaften überholt (§ 5 Absatz 5) oder
    2.wer sich oder Andere gefährdet sieht.


    Eine Gefährdung liegt offensichtlich nicht vor, wenn sich jemand an die Regeln der StVO hält und auf der Fahrbahn fährt, wo er es darf und auch sonst keine Unfall- oder Gefahrenquelle erkennbar ist. Da hilft es auch nicht, wenn einzelne Autofahrer zu dumm sind, die seit 1998 geltende Regelung der "Fahrradnovelle" inhaltlich zu begreifen oder diese verschlafen haben.

  • Imho, wenn jemand es selbst für gefährlich hält, wenn er einen anderen Verkehrsteilnehmer überholt, in dem Fall auch noch ein schmales Rad,

    dann sollte er nicht mehr am Verkehr mit einem KFZ teilnehmen. Dann dann fehlts schon (zu) weit.

    Mal abgesehen von der Option, einfach dahinter zu bleiben. Geht ja auch, wenn der Überholvorgang gefährlich sein könnte.