Das 9-Euro-Ticket kommt

  • ich bin mir oft nicht sicher, ob das wirklich so eine unfassbare Unwissenheit ist oder ob sich dieser Schlag von Menschen nicht einfach wissentlich etwas zurecht lügt, um sich dann beim Erwischtwerden dumm zu stellen.

    Mein Eindruck bei dieser Gruppe war, dass die tatsächlich mit dem Neun-Euro-Ticket bewaffnet zum allerersten Mal Bahn fahren wollten und keine Ahnung von nichts hatten. Und irgendeiner macht dann den Rädelsführer, der ganz besonders viel Ahnung zu haben vorgibt, und der muss sich halt irgendwelche Behauptungen zusammenstecken.

  • Kapazitätsausbau des ÖPNV zu niedrigen Kosten ist möglich! Das zeigt dieses Beispiel aus Marburg:

    An einen Linienomnibus mit Anhängerkupplung wurde ein Omnibus-Anhänger angehängt.


    Das Beispiel sollte man sich gut merken, denn es ist bereits jetzt absehbar, dass in der Folgediskussion auf die Aktion mit dem 9-Euro-Ticket behauptet wird, es sei nicht möglich den ÖPNV schnell und preiswert auszubauen. Ein Omnibus-Anhänger aber ist bei weitem preiswerter als ein zusätzlicher Bus:


    "Verkehrsunternehmen können einen wirtschaftlichen Vorteil durch Buskonzepte erlangen, die flexibel auf stark schwankende Passagieraufkommen reagieren können, wobei statt zwei Bussen mit zwei Fahrern nur noch ein Buszug mit einem Fahrer eingesetzt werden kann. Der Vorteil des Personenanhängers besteht also darin, dass eine große Anzahl von Passagieren mit nur einem Fahrer befördert werden kann, außerhalb der Hauptverkehrszeiten der Anhänger aber abgehängt wird und das Zugfahrzeug bei geringerem Kraftstoffverbrauch solo fährt. Ferner ist die Gesamtkapazität eines solchen Gespanns höher als bei einem Gelenkbus und reicht annähernd an einen Doppelgelenkbus heran."

    Quelle: Wikipedia

    Busanhänger – Wikipedia
    de.wikipedia.org


    Den Omnibus-Anhänger gibt es auch andernorts. Vielleicht hat jemand Lust, eigene Beispielfotos hochzuladen?

  • Ich bin Samstagabend auf der Heidebahn von Hannover nach Hamburg unterwegs gewesen. Der Zug war wider erwarten nicht überfüllt, sondern nur "gut gefüllt". Ein paar Fahrräder hätten durchaus mitgekonnt. Das war allerdings schon nach der typischen Abreisezeit aus der Lüneburger Heide.


    Zu Anhängern kenne ich noch den Fahrradbus Linie 835 in dem man Fahrräder z.B. vom Bahnhof Wunstorf zum Steinhuder Meer mitnehmen kann.


    Schon ein komisches Gefühl, dass der Kontrolleur am Wochenende in der Hannoverschen Straßenbahn einfach so mein HVV-Ticket als (tatsächlich ja auch) gültige Fahrkarte erkannte.

    Es ist schon richtig: Das Ticket entkompliziert ganz einfach die Tarifstrukturen. Einfach einsteigen und nicht mehr über Ringe, Ergänzungskarten oder die am Tag noch geplanten Fahrten nachdenken.

    Hoffen wir mal dass mittelfristig sich etwas Ähnliches dauerhaft etabliert. Z.B. ein Abonnement für 60€ im Monat, für Sozialhilfeempfänger günstiger bzw. kostenlos. Quasi eine BahnCard 100 light.

  • Schon ein komisches Gefühl, dass der Kontrolleur am Wochenende in der Hannoverschen Straßenbahn einfach so mein HVV-Ticket als (tatsächlich ja auch) gültige Fahrkarte erkannte.

    Es ist schon richtig: Das Ticket entkompliziert ganz einfach die Tarifstrukturen. Einfach einsteigen und nicht mehr über Ringe, Ergänzungskarten oder die am Tag noch geplanten Fahrten nachdenken.

    Vielen Dank für den Hinweis auf den Omnibus-Fahrrad-Anhänger in der Region Hannover.

    Hier ein Link zu hannvover.de mit einem aktuellen Artikel und einem Bild:

    Der Fahrradbus fährt wieder rund um das Steinhuder Meer | Service & Tipps


    Deine Erzählung mit dem Ticket erinnert mich daran, dass ich vor vielen Jahren einmal in Hamburg mit der S-Bahn gefahren bin und direkt nach dem Einsteigen nach dem Stempelautomaten Ausschau zu halten, um meine Tickets aus Hannover :sleeping: , von denen ich immer welche dabei habe, abzustempeln.


    Genau in dem Moment kam die Kontrolle. :(


    Jetzt weiß ich: Tickets aus Hannover gelten nicht in Hamburg. Das wusste ich damals natürlich auch schon, hatte es allerdings nicht so richtig realisiert und umgesetzt.

    Außerdem: In Hamburg gibt es fertige Tickets aus dem Automaten.


    Und jetzt ganz neu: Das 9-Euro-Ticket aus Hannover gilt auch in Hamburg :) .

    Da hol' ich mir mein Lehrgeld von damals zurück!

  • Seit Freitag wird also zwischen Lüneburg und Hamburg gebaut, am Sonntag geriet ich zum ersten Mal in den Genuss der Baumaßnahme. Von der Berliner Fahrradsternfahrt ging es mit dem ICE nach Hamburg und mit dem letzten Zug vor der nächtlichen Streckensperrung nach Lüneburg. Der Metronom kam schon mit 40 Minuten Verspätung an und fuhr mit 30 Minuten Verspätung wieder ab und war damit offenbar gerade noch so vor der Sperrung durchgeflutscht.


    Zwei Dinge habe ich gelernt:


    Auch ein Faltrad ist im Zweifelsfall ein Fahrrad und damit vom Beförderungsverbot betroffen. Verbot ist Verbot, man fährt auch in den Tagesrandzeiten im letzten Zug vor der nächtlichen Betriebspause lieber einen leeren Fahrradwagen durch die Gegend. Glücklicherweise durfte ich ausnahmsweise mal mit. Fein. Ich bin ja gespannt, ob hinsichtlich des Verbots der Fahrradmitnahme noch eine Evaluierung der Maßnahme stattfindet, so dass vielleicht montags bis donnerstags die Mitnahme von 20 Uhr bis Betriebsschluss möglich ist.



    Und: Im Schienenersatzverkehr ist die Mitnahme von Fahrrädern ausgeschlossen. Und auch da zählen Falträder auch im gefalteten Zustand als Fahrrad, denn auch ein Faltrad nehme ja eine Menge Platz mit. Glücklicherweise sind ja die ganzen Kreuzfahrer, denen die frühmorgendliche Anreise mit der Bahn abgenötigt wurde, mit ihren riesigen Schrankkoffern kein Problem.


    Das Spielchen kenne ich ja schon aus Schleswig-Holstein, wo ich mehrmals mit dem Faltrad am Bahnhof zurückblieb und der Busfahrer nachts seinen leeren Bus bis zum Zielbahnhof fuhr.


    Regeln sind nunmal Regeln und müssen eingehalten werden.

  • Ich bin ja gespannt, ob hinsichtlich des Verbots der Fahrradmitnahme noch eine Evaluierung der Maßnahme stattfindet, so dass vielleicht montags bis donnerstags die Mitnahme von 20 Uhr bis Betriebsschluss möglich ist

    Hast Du das an Metronom geschrieben?


    Es ist für mich absolut unverständlich, dass man Fahrräder abweist, wenn kein besonders hohes Fahrgastaufkommen zu erwarten ist.

    Mo-Fr 9-15 Uhr und Mo-So 20-6 Uhr sollte das in jedem Fall der Fall sein.

    Dazu sind Falträder weiterhin erlaubt:

    Zitat von Metronom
    • Auf der Linie RE2 Göttingen-Hannover-Uelzen und auf der Linie RE4/RB41 zwischen Bremen und Hamburg ist die Fahrradmitnahme jeweils am Wochenende von Freitag, 15 Uhr, bis Sonntag, 22 Uhr, bis auf Weiteres ausgeschlossen. Das heißt, auf diesen Strecken ist freitags ab 15 Uhr kein Zustieg mit Fahrrad mehr möglich.
    • Auf der Linie RE3/RB31 Hamburg-Uelzen ist die Fahrradmitnahme aufgrund der großen Sommerbaumaßnahme der DB Netz AG ab Freitag grundsätzlich und bis auf Weiteres vollständig ausgeschlossen: Ab 15 Uhr ist auf der gesamten Strecke kein Zustieg mit Fahrrad mehr möglich.

    Die Einschränkung gilt nicht für Klappfahrräder. Diese können weiterhin gefaltet als Gepäckstück mitgenommen werden.

    Quelle

  • Es ist für mich absolut unverständlich, dass man Fahrräder abweist, wenn kein besonders hohes Fahrgastaufkommen zu erwarten ist.

    Wie ist das denn bei der Anordnung der RWBP? Wenn ich das richtig verstanden habe, gehts dabei immer um die Anzahl der KfZs in der "Spitzenzeit", auch wenn außerhalb der "Spitzenzeit" auf der Fahrbahn so gut wie nichts los ist?


    Ist es im 21. Jahrhundert immer noch ein kosmisches Prinzip der Verwaltung, den Tag in 24h zu unterteilen, und wenn da auch nur einmal der "Threshold" übersprungen wird, ists vorbei? Bin ich im Mittelalter?

  • Ich spare mir jetzt mal die vielen Fotos, ihr wisst eh schon, was darauf zu sehen sein wird. Und eigentlich kann ich mir auch gleich den ganzen Beitrag sparen, denn ihr wisst ja schon, was ich schreiben werde. Denn obwohl zum Metronom und zum Neun-Euro-Ticket und zu den lustigen Baustellen schon alles gesagt wurde, gibt es immer noch mal wieder Neuigkeiten: Momentan findet das so genannte Hurricane-Festival in Scheeßel statt.


    Und weil die Züge aus Bremen in Hamburg von der Linie RE 4 auf den RE 3 wenden und umgekehrt, hat man also auch auf der anderen Seite der Lüneburger Heide Freude an den Auswirkungen des Festivals.


    Heute Mittag, ihr kennt mein Gejammere, fuhr der RE 3 in Hamburg ein, um anschließend direkt als RE 4 mit Sonderhalt in Scheeßel abzufahren. Am Bahnsteig: Aberhunderte Fahrgäste mit Koffern, Rucksäcken, eingeschweißten Bierpaletten, Zelten, Campingstühlen und so weiter und so fort. Alle fuhren heute offenbar zum ersten Mal mit der Bahn und drängten direkt in den Zug, bevor in der Gegenrichtung überhaupt mal jemand die Chance hatte, seinen Fuß auf hanseatischen Boden zu setzen. Alter Falter: Es war in den letzten Tagen ja schon extrem, aber das toppte nun wirklich noch einmal alles.


    Gut, Rückfahrt. Terminbedingt reicht es bei mir heute nur für den RE 3 um 16:57 Uhr, der schon mit zehn Minuten Verspätung angekündigt wurde, dann aber doch ausfiel, dann plötzlich laut DB-Navigator in Harburg apparierte, um dort pünktlich um 17:08 Uhr abzufahren. Keine Chance, den irgendwie zu erreichen. Gut, dann eben doch mit dem ICE 885 nach Lüneburg. Dumm nur: Der fährt auf Gleis 14 ab. Auf Gleis 13: Der RE 4 nach Bremen. Zwischen beiden Gleisen: Dicke Rucksäcke, Bierpaletten, Zelte, Campingstühle und das dazugehörige Publikum. Die DB-Sicherheit verwehrt zeitweise den Zugang zum Bahnsteig.


    Glücklicherweise fährt der ICE 885 dann kurzfristig auf Gleis 12 ein. So voll wie der Querbahnsteig ist, schaffe ich es gerade noch rechtzeitig rüber — zusammen mit den ganzen Nahverkehrskunden aus dem ausgefallenen RE 3, die jetzt ihre Fernverkehrs-Option austesten wollen. Dass ich mit meinem gefalteten Rad im Türraum stehe, strapaziert die Geduld der übrigen Fahrgäste und man nötigt mir Weisheiten auf, dass Fahrräder doch zum Fahren wären und nicht zum Bahnfahren oder so und überhaupt, immer diese Radfahrer. Naja.


    In Harburg: Noch mehr Fahrgäste, die nach Hause wollen. Nach einem dummen Spruch eines Bediensteten der Bundesbahn, dass im Türraum kein Aufenthalt gestattet wäre, platzt mir haarscharf der Kragen und ich entscheide mich dafür, den Rest der Strecke mit dem Rad zurückzulegen. Solange die Sonne doch scheint, muss man das ja ausnutzen.


    Gegenüber schiebt sich eine RB 41 nach Bremen vorbei — komplett überfüllt. Ihr folgt der RE 4, den ich schon am Hauptbahnhof gesehen habe, und er ist dermaßen überfüllt, dass ungefähr 50 Fahrgäste am Bahnsteig zurückbleiben. Mit Müh und Not und unter Einsatz der Stimmbänder kriegt das Zugpersonal noch irgendwie die Türen zu, wobei die Gurte einiger Rucksäcke hier und da noch aus den Gummilippen der Türen hervorblinzeln.


    Der RE 3 um 17:57 Uhr ab Hamburg fiel wohl auch aus.


    Gegen 19 Uhr überprüfte ich noch mal die Lage, hätte in Winsen noch einsteigen können, aber der RE 3 um 18:57 Uhr ab Hamburg fiel wohl ebenfalls aus.


    Okay, klar, dieses Wochenende ist dann eben ein Festival in Scheeßel angesagt, das setzt dem Rollmaterial nunmal über Gebühr zu, da kann schon mal was ausfallen, klar. Und nächste Woche ist bestimmt auch irgendwas, das erheblich schiefgehen kann. Fußball ist ja auch irgendwann wieder, von Sommer, Herbst, Winter und Frühling mal ganz zu schweigen.


    Gerade mal nachgesehen: Der RE 3 um 21:57 Uhr ist immerhin gefahren. Dafür fällt der Lumpensammler RB 31 um 22:33 Uhr aus.

    Da hätte ich ja keinen Bock drauf und mir schon längst so eine Transporttasche fürs Brommie gekauft.


    Die hier lässt sich vielleicht auch gut am Brommie transportieren.

    So eine Tasche habe ich bereits: Das Problem ist nur: Für mich persönlich ist diese Tasche eher unpraktisch. Wenn ich das Faltrad in die Tasche stecke, hängen mir sperrige 13 kg an der Schulter und ich komme damit kaum voran. Als ich am Sonntagabend theoretische acht Minuten Zeit zum Umsteigen hatte, hätte ich es mit dem Rad an der Schulter niemals vom einen Ende des Gleises 8 zum anderen Ende des Gleises 13 geschafft. Keine Chance. Das geht bei mir nur mit dem Rad im aufgebauten Zustand, dann schaffe ich das locker in drei Minuten, dann kann ich das Rad schließlich ganz normal rollen.


    Wenn ich also dringend zum nächsten Zug oder im Zweifelsfall zum Schienenersatzverkehr laufen muss, dann ist diese Tasche für mich keine Option. In solchen Fällen muss das Rad im wahrsten Sinne des Wortes rollen und wenn ich dann mit dem aufgebauten Rad ankomme, gibt’s direkt die blöden Sprüche vom Personal. So muss das wohl sein.

    Der Metronom weiß das schon, es werden laut der Lüneburger Fahrradblase momentan regelmäßig Falträder aus den Zügen geschmissen, sofern es zu voll wird.


    Lustig ist ja, dass laut den Beförderungsbedingungen des Metronom ein Faltrad im gefalteten Zustand ein Gepäckstück wird, während es bei der Bahn auch im gefalteten Zustand ein Fahrrad bleibt, das aber kostenlos transportiert wird.

  • ich hab so keinen Bock mehr... X/


    Die Züge sind brechend voll, auch zu Randzeiten.


    Freitag Vormittag: Jena-Halle

    Abellio setzt Rollenmaterial aus den 1970ern(?) ein, nachgerüstet mit automatische Türen. Vorteil: dreimal so langer Zug mit viel Fahrradstellplatz. Zugpersonal lässt direkt am 2. Bahnhof einen Radfahrer am Bahnsteig stehen mit "voll! keine Räder". 3 Räder waren drin. 3!

    Mit den normalerweise von Abellio auf der Strecke eingesetzten Zügen wär es verdammt eng geworden. so war es ok.


    Freitag Mittag: Halle-Goslar

    immer voller, je länger die Fahrt dauerte. Anschluss in Goslar verpasst, weil Strecke eingleisig und Verspätung dadurch


    Freitag Nachmittag: Goslar-Hannover

    anfangs ok, aber vor Hildesheim knüppeldicke voll. Zum Glück waren wir vorher drin. 1x Faltrad in die Ecke, 1x Rennrad hochkant gestellt und festgehalten bis Hannover


    anderer Freitag: Magdeburg-Halle mit 3er-Doppelstock

    viele Fahrradstellplätze, aber alles zugestellt. vom teuren Reiserad bis zur Klapperkiste alles dabei. Zugbegleiterin hat ihr Bestes gegeben und alles reingelassen, was irgendwie ging.


    Halle-Jena: 3er-Doppelstock

    verdammt voll, viele "Reiseradler", die im Saale-Weingebiet ausstiegen und auch einstiegen. Hauptsache rein, ohne Rücksicht auf Verluste...



    Lösungsvorschläge zur Entspannung der Situation:

    - Fahrradmitnahme auch in den Bundesländern kostenpflichtig machen, die jetzt "gratis" dabei sind

    - Fahrradmitnahme teurer als 5,- machen

    - Masken-Nicht-Träger an der jeweils nächsten Station rauswerfen



    Ich halte das 9-Euro-Ticket aus klimapolitischer Sicht nach wie vor für schädlich.

    Das ist wie "Fressen am Buffet": "ich habs bezahlt, ich ess so viel ich kann"

    Es werden Verkehre induziert. Meine Eltern wohnen zw. Berlin und Hamburg.

    Ja, Samstag Vormittag war der RE nach Berlin schon immer gut besucht. Shopping in der Großstadt. Und Samstag Abend fuhr die Event-Generation in die Berliner Clubs. Heute ist die Auslastung fast doppelt so stark.

    Das wäre ausschließlich dann positiv, wenn diejenigen, die jetzt Bahn fahren, die selbe Fahrt mit dem Auto unternommen hätten. Dem ist aber in der Masse nicht so.


    "Bestes" Beispiel: Meine Familie ist sonst ca. 1x im Jahr nach Wismar oder Rostock an die Küste gefahren. Mit dem Auto. In der Regel hat man den Küstenbesuch mit irgendetwas gekoppelt. Sonderanschaffung in Schwerin? Lass uns nach Wismar weiterfahren.

    Mein Vater mit 9-Euro-Ticket: fährt jetzt schon zum 2. Mal binnen 3 Wochen nach Wismar, um dort im Fabrikverkauf Fisch zu kaufen und in der Kühltasche nach Hause zu bringen. Natürlich freu ich mich für Ihn, dass er jetzt die Möglichkeit hat, "mal eben" nach Wismar oder Schwerin zu fahren und seine Freizeit anders als üblich zu gestalten. Er sorgt jedoch direkt (Stromverbrauch transport) sowie indirekt (Abnutzung, Streckenbau) für Emissionen, die nicht notwendig wären.

    Und ich bin selbst nicht besser: Fahrradtouren hab ich sonst als Rundkurs bestritten. Haustür Start, Haustür Ziel. Jetzt geht es auch one-way. den anderen way legen wir mit der Bahn zurück. kostet ja nix bzw. ist bezahlt. Muss man nur die richtigen Zeiten treffen, wenn der Zug nicht übervoll ist.


    Ja, man darf darüber streiten, wie man "notwendig" auslegt. Ich eher eng...


    Darum: Mobilität muss kosten. Gerne unterschieden nach Auswirkung auf Klima/Umwelt. :|

    Aber nicht pauschal "verramscht".

  • Jetzt wird alles besser:


    Verkehrsverbände und Bahnbranche bilden „Brancheninitiative Fahrrad und Bahnen“

    Gemeinsames Positionspapier gibt verkehrspolitischen Impuls


    Berlin (20. Juni 2022):


    Rad-, Verkehrs- und Umweltverbände sowie Bahnunternehmen veröffentlichen heute ihre „Brancheninitiative Fahrrad und Bahnen“. Beide Verkehrsmittel können in Kombination nachweislich zu einer Verdopplung der Bahnnachfrage beitragen. Der Dialogprozesses wurde auf Initiative der Verbände und der Bahn im letzten Herbst gestartet; das Diskussionspapier als Ergebnis wird von den Verkehrsverbänden VCD, Fahrgastverband PRO BAHN, Changing Cities und Initiative clevere Städte, den Branchenverbänden Bundesverband Schienennahverkehr, mofair, Allianz pro Schiene und Zukunft Fahrrad sowie den Unternehmen DB Regio, DB Station&Service, Deutsche Bahn Connect und Netinera mitgetragen.


    Die Verbände und Unternehmen schlagen vor, 1 Million neue Bike+Ride-Plätze an den Bahnhöfen zu bauen, die Mitnahmekapazitäten mittelfristig auszuweiten, Routing- und Buchungstools für die Kombination und Mietrad-Angebote sowie attraktive Ticket- und Mitnahmeregelungen zu schaffen. Die insgesamt fünf Schwerpunkte der Brancheninitiative werden in den nächsten Monaten in Arbeitsgruppen ausgearbeitet, um zum Herbst mit den entsprechenden verkehrspolitischen Positionen die Verantwortlichen für die Umsetzung zu gewinnen sowie den Finanzierungs- und Handlungsbedarf zu beziffern. Bei der morgigen Branchenkonferenz Bahn.Rad.Parken in Berlin werden die beteiligten Verbände mit Vertretern der Politik, u.a. Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing, die Vorschläge diskutieren.


    Thomas Prechtl, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) und Präsident des Bundesverbands SchienenNahverkehr (BSN): „Das 9-Euro-Ticket zeigt einmal mehr, dass nicht nur die Mittel für den Schienenverkehr ausgeweitet werden müssen, sondern die Kombination Fahrrad und Bahnen einen substanziellen Beitrag zum Wachstum des Umweltverbundes leisten können. Als Bundesverband treiben wir die „Brancheninitiative Fahrrad und Bahnen“ mit unseren Mitgliedern aktiv voran.“


    Andreas Schilling, Vorstandsbeauftragter Marketing der DB Regio: „Fahrrad und Bahnen sind Kern einer klimafreundlichen Mobilität. Mit der Brancheninitiative Fahrrad und Bahnen machen wir die Kombination für unsere Fahrgäste so einfach und attraktiv wie möglich.“


    Wasilis von Rauch, Geschäftsführer Bundesverband Zukunft Fahrrad: „Nie war der Druck der klimapolitischen Aufgaben so groß. Gleichzeitig wollen die Menschen mehr Radfahren und gute Bedingungen für die kombinierte Nutzung mit der Bahn. Es ist klar: Bahn und Fahrrad zusammen weiterzuentwickeln, ist ein Schlüssel für das Gelingen der Verkehrswende. Mit unserer Initiative ziehen wir als Verbände an einem Strang. Wir machen konkrete Vorschläge für mehr umweltfreundlichen Verkehr, diese wollen wir mit der Politik diskutieren.“


    Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD: „Der knappe und wertvolle Platz im Zug muss zwischen Fahrgästen mit und ohne Rad fair verteilt werden – das bringt auch die Verkehrswende voran. Mit unserem gemeinsamen Vorstoß appellieren wir an die Verkehrspolitik, Bahn- und Radfahren attraktiver zu gestalten.“


    Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender Fahrgastverband PRO BAHN: „Dem Umweltverbund Bahn, Bus, Rad und Fuß gehört die Zukunft im Verkehr. Wir alle nutzen Bahn und Bus gemeinsam, es soll keine Regeln für den einen auf Kosten des anderen geben. Deshalb benötigen wir flexible Inneneinrichtungen in den Fahrzeugen.“


    Kerstin Stark, Vorstand, Changing Cities e. V.: „Die Zukunft der Mobilität liegt in der Vielfalt der Fortbewegungsmöglichkeiten; sie ist multimodal. Die smarte Kombination von Bahn und Rad ist der vielversprechendste Weg, die Städte und das Land lebenswerter zu machen.”


    Heinrich Strößenreuther, Sprecher Initiative clevere Städte: „Wer Staus vermeiden, Parkplatz- und Klimaprobleme lösen will, muss den Auto-Pendlern die Alternative Fahrrad und Bahnen schmackhaft machen. Das Fahrrad vergrößert das Einzugsgebiet um die Bahnhöfe um den Faktor 10 - das bringt Nachfragewachstum. Die Brancheninitiative Fahrrad und Bahnen bringen wir gerne weiter mit voran.”


    Dr. Matthias Stoffregen, mofair-Geschäftsführer: „Während der Pandemie hat sich der Trend zum umweltfreundlichen Verkehrsträger nochmals verstärkt. Nun, da die Menschen wieder aus dem Home-Office zurückkommen, können aber nicht alle Fahrräder in die Züge mitgenommen werden. Höchste Zeit also, die beiden Verkehrsträger der Zukunft besser zu verzahnen.“


    Die Branchenkonferenz Bahn.Rad.Parken findet morgen, Dienstag und Mittwoch, den 21./22. Juni 2022 in Berlin statt: radparken.info/blog/konferenz/


    Weiterführende Links:

    Link zu der Brancheninitiative Fahrrad und Bahnen:https://www.dbregio.de/innovationen/fahrrad-und-bahnen


    Download-Link zum PDF des Diskussionspapiers: Diskussionspapier Brancheninitiative Fahrrad und Bahnen (PDF, 795 KB)

    Download-Link zu einer Kurzfassung als Onepager: One-Pager Brancheninitiative Fahrrad und Bahnen (PDF, 845 KB)

    Link zur Bike+Ride-Offensive der Deutschen Bahn: www1.deutschebahn.com/bikeandride

    Link zur Infostelle Fahrradparken: radparken.info/

    Hashtag #RadLovesBahn


    Ansprechpartner für die Presse:

    Dr. Matthias Stoffregen

    Geschäftsführer mofair

  • und FDP/CDU-Sprech für "mal gucken" hats auch direkt reingeschafft:

    Zitat

    Und wenn man sein Rad doch mitnehmen will oder muss? Dann sollen etwa intelligent gestaltete Tarife dafür sorgen, dass ...

    Tadaaaaaaa.

    wir machen einfach alles "intelligent". Wie? keine Ahnung. Mit welchen Daten? keine Ahnung. Wann? keine Ahnung.

    Aber wenn es nicht klappt, dann "wird nachgebessert" oder Blockchain gebuzzworded :S

  • nur: Für mich persönlich ist diese Tasche eher unpraktisch. Wenn ich das Faltrad in die Tasche stecke, hängen mir sperrige 13 kg an der Schulter und ich komme damit kaum voran.

    Kauf dir die. Ist teuer, aber genial. Die habe ich. Im ICE einfach als Gepäckstück mitgenommen. Keine unangenehmen Fragen.

    Sattel schaut zwar raus bei der langen Sattelstütze (die du sicher sicher haben wirst), aber den kann man ja im Zweifel abdecken.


    Hiernoch ein Video dazu.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Mittlerweile sieht es in Lüneburg regelmäßig so aus:



    Man kommt — kein Witz! — teilweise nicht einmal mehr bis zur Unterführung, um auf die anderen Bahnsteige zu wechseln. Ich weiß auch gar nicht, wie die ganzen Leute ihre riesigen Koffer deponieren wollen, dafür ist in den engen Doppelstockwagen eigentlich gar kein Platz. Der Zug wartet dort planmäßig zehn Minuten, es blieb also genügend Zeit für Gekeife und Taschentetris, bis alles verstaut war.


    Ein paar Tage später dann das gleiche Schauspiel Richtung Norden: Zwei Kreuzfahrtschiffe lagen in Kiel und nötigten ihren Gästen die Anreise mit der Bahn ab. Bereits in Lüneburg waren die Auswirkungen auf den Nah- und Fernverkehr zu spüren, weil tausende Fahrgäste mit dicken Koffern bewaffnet die Züge zur vollen Auslastung trieben. Ganz im Ernst: Müsste ich täglich mit der Bahn nach Hamburg zur Arbeit fahren, ich hätte längst gekündigt. Mittlerweile artet es ja mehr als sonst noch zum Glücksspiel aus, ob man in die eine oder andere Richtung überhaupt noch zusteigen kann.


    Immerhin: Die Deutsche Bundesbahn setzt statt der kleinen ICE-T, die hier in der Regel halten, während der Bauarbeiten die doppelt so langen ICE 1 sowie ICE-2-Doppeltraktionen ein. Bei den Doppeltraktionen, naja, fällt dann auch gerne mal ein Zugteil aus und schon wieder kann man nicht mehr zusteigen.

  • würdest du sagen, dass es ohne Bauarbeiten erträglich wäre? :/

    Jedenfalls führen weitere Züge und ich vermute, die Anzahl der so genannten Störungen im Betriebsablauf hielten sich in Grenzen. Nun sieht es manchmal so aus, dass ein Metronom ausfällt, der nachfolgende ICE nur mit einem Zugteil verkehrt und vollkommen überfüllt ist und der nächste Metronom ist dann direkt am Startbahnhof überfüllt und so weiter und so fort.

    Ich wusste gar nicht, dass Lüneburg so viel Einwohner hat, wie da gerade am Bahnsteig warten.

    Tja, darüber wundere ich manchmal auch. Vielleicht ist vorher ein Zug ausgefallen oder nur bis Lüneburg gekommen, bevor alles den Bach hinunter ging, und so stehen die dann dort.