Woche 18 vom 03. bis 10. Mai

  • Hier sind sogar die Kommentare erträglich; die Kommentarspalte scheint fast ganz in RadfahrerInnen-Hand.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • tödlichem Fahrradunfall


    Die Radfahrer wollten von der Fahrbahn auf den linken Radweg wechseln. Unfallfahrer hat die Radfahrer nicht gesehen, was glaubhaft ist. Radfahrer haben nicht mit dem Überholer gerechnet. Und schon passiert sowas.

    Da kann man nun die Schuld zwischen allen vier Parteien (Verkehrsbehörde, Raser, Schleicher, Radfahrer) hin- und herschieben. Meiner Meinung nach tragen alle eine Teilschuld an dem Unfall.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Mir ging es um die Aussage des Richters, dass das doch jedem passieren könnte. Nein, wenn sich alle an die Verkehrsregeln gehalten hätten, wäre es nicht passiert. Dann hätte der BMW-Fahrer dort nicht überholt und die Radfahrer hätte nicht die Fahrbahn gequert. Hier trifft ein Richter die Aussage, dass es normal ist, sich nicht an die Regeln zu halten. Das kann er meinetwegen abends am Stammtisch seinen Saufkumpanen erzählen, aber nicht im Gericht.

  • Richter sind auch nur Menschen und die meisten davon sind mit dem KFZ unterwegs. Deswegen hat man als Radler in der Regel eher schlechte Karten, außer man hat Glück, einen Richter zu treffen, der mind. beide Seiten kennt.


    Und definitiv, der Wechsel auf der Landstraße zu einem linksseitigen Radweg ist gefährlich, wenn Radler das nicht extrem passiv machen, heißt am Fahrbahnrand stehen bleiben und warten, bis nix mehr kommt, wenn sie vorher auf der Fahrbahn gefahren sind.

  • Richter zum Urteil nach tödlichem Fahrradunfall: "Hand aufs Herz: das hätte uns auch passieren können"

    Bis kurz vor Ende des Artikels dachte ich das auch.

    Und dann kam die Aussage des Gutachters, dass beim Einhalten der zHg alle mit dem Schrecken davon gekommen wären. Und dass der Fahrer des BMW schon zweimal mit +23km/h geblitzt wurde.


    Da endete dann mein Verständnis für diese Aussage.

  • Richter: "Hand aufs Herz: das hätte uns auch passieren können"

    Gutachter: "Keine Zweifel daran, dass dieser Unfalltod vermeidbar gewesen wäre, wenn sich der Angeklagte an die vorgeschriebene Geschwindigkeit gehalten hätte"


    Wen meint denn der Richter mit "uns"? Mich schließt dieses "uns" nicht mit ein.


    Ansonsten eine schöne Ausrede für alles: schlag deinen Partner, misshandle dein Kind, bescheiß bei der Steuer, .... hätte "uns" doch auch schon alles passieren können, oder?


  • Wen meint denn der Richter mit "uns"?

    Das hab ich mich tatsächlich auch gefragt.


    Und bin zu dem Schluß gekommen, dass der Richter sich offenbar zu derselben Gruppe zugehörig fühlt, zu der auch der verblödete BMW-Raser gehört.


    Und völlig folgerichtig und widerspruchsfrei kommt er deswegen auch nicht im Entferntesten auf den Gedanken, diesem gefährlichen Knallkopf, der offensichtlich schon des öfteren "gezeigt" hat, dass er fürs Autofahren weder die ausreichenden kognitiven Fähigkeiten, noch die erforderliche sittliche Reife besitzt, diesmal entgültig den Führerschein zu entziehen.


    Als kleines Symbol seiner Zugeneigtheit hat er ja noch auch die geforderte Geldstrafe runtergesetzt.

  • Richter zum Urteil nach tödlichem Fahrradunfall: "Hand aufs Herz: das hätte uns auch passieren können"

    https://osthessen-news.de/n116…ch-passieren-koennen.html


    <X:cursing:

    Habe ich von dir geteilt schon bei FB gelesen. Stammtisch-Niveau, auf dem augenzwinkernd erhebliche Vmax-Überschreitungen als Kavaliersdelikt gesehen werden. In diesem Fall aber kommt die Äußerung in einem Gerichtssaal, von einem Repräsentanten der Jurisdiktion; der Witwer des Unfallopfers, das durch die Einhaltung der Vmax noch leben würde, sitzt mit im Saal. Kann man sich eine größere Verhöhnung der Opfer vorstellen?

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Mir ging es um die Aussage des Richters, dass das doch jedem passieren könnte. Nein, wenn sich alle an die Verkehrsregeln gehalten hätten, wäre es nicht passiert. Dann hätte der BMW-Fahrer dort nicht überholt und die Radfahrer hätte nicht die Fahrbahn gequert. Hier trifft ein Richter die Aussage, dass es normal ist, sich nicht an die Regeln zu halten. Das kann er meinetwegen abends am Stammtisch seinen Saufkumpanen erzählen, aber nicht im Gericht.

    Ich lese diesen deinen Beitrag gerade erst nach meinem. Wir hatten offenbar denselben Gedanken.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Da kann man nun die Schuld zwischen allen vier Parteien (Verkehrsbehörde, Raser, Schleicher, Radfahrer) hin- und herschieben. Meiner Meinung nach tragen alle eine Teilschuld an dem Unfall.

    Was haben die Radfahrer denn falsch gemacht? Übersehe ich da gerade etwas? Sag jetzt nicht, sie sind Rad gefahren.

  • Sie haben die Fahrbahn überquert, obwohl ein Auto kam. Vielleicht haben sie nicht gesehen, dass der BMW auch noch ankam oder haben sich darauf verlassen, dass er hinter dem langsameren Auto bleibt.

    Ach so, die Radfahrer sind indirekt links zum Radweg abgebogen, haben sich also zuvor am rechten Fahrbahnrand aufgestellt? Ich war davon ausgegangen, dass die Radfahrer direkt links abgebogen sind, nachdem sie sich vergewissert hatten, dass der langsam folgende Autofahrer auch während des links abbiegens natürlich weiterhin dahinter wartet.

  • Englands Chef-Radfahrer gewinnt Wahl um Wahl. Ich kann eine gewisse Verbundenheit nicht verleugnen, auch wenn wir eigentlich ganz unterschiedliche politische Richtungen haben:


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    Wer sich dem freiwillig aussetzt, statt in der Oberklasselimousine zu paradieren, kann ein so schlechter Mensch nicht sein.