Woche 33 vom 10. bis zum 16. August 2020


  • In diesem Fall würde ich Radwege sogar für sicher halten.

    Die Menschheit hat es geschafft zum Mond zu fliegen, ein weltumspannendes Datennetzwerk aufzubauen aber ist zu blöde einem simplen Virus keine Verbreitungswege zu geben?

  • Und du glaubst nicht, dass diese Akzeptanz irgendetwas mit der Bezeichnung "Unfall" zu tun hat?

    Ich glaube nicht, dass die hohe Unfall-Akzeptanz, die die Bevölkerung dem Verkehrsmittel Auto entgegenbringt, etwas damit zu tun hat, dass Unfälle mit Autobeteiligung als Unfälle bezeichnet werden. Die Wurzel des Übels sitzt tiefer. Vielleicht sollte man das Ganze mal von Freud her betrachten: Spielten da nicht der Sexualtrieb und der Todestrieb bei Freud eine große Rolle in seinen Überlegungen darüber, was das menschliche Handeln bestimmt? Vielleicht kann man die Autofahrerei auch in eine Reihe stellen mit der Stierhatz durch die Straßen von Pamplona. Hier ein Link dahin:

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    Wie werden eigentlich die Fälle genannt, in denen einer von einem Stierhorn durchbohrt wird? Sind das dann auch Unfälle?

  • Vielleicht kann man die Autofahrerei auch in eine Reihe stellen mit der Stierhatz durch die Straßen von Pamplona.

    Stierhatz ist eine reine Spaßveranstaltung ohne weiteren Nutzen dahinter.

    Autofahren ist in der Regel Mittel zum Zweck, z. B. um von A nach B zu kommen oder um Waren zu liefern. Dass es dazu häufig bessere Methoden gäbe ist ne andere Sache.


    Sicher gibt es auch viele Idioten, die einfach nur aus Spaß durch die Gegend fahren oder die im Rahmen ihrer normalen Fahrten ihr Ego raushängen lassen müssen. Aber die Mehrzahl ist das sicher nicht, die fallen nur besonders auf.


    Unfälle mit Autobeteiligung als Unfälle bezeichnet werden. Die Wurzel des Übels sitzt tiefer

    Wenn du nun quasi behauptest, das seien alles keine Unfälle sondern eigentlich Vorsatz, dann untermauer diese Behauptung bitte mit Statistiken.

    Ich glaube, dass die meisten "Unfälle" tatsächlich nur das sind, Unfälle.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Dann fährt man selbst durch den Straßenabschnitt und macht die Maßnahmen rückgängig. Dann kommt der nächste Verkehrsteilnehmer an die Reihe.


    Was bei Elektrik einigermaßen praktikabel (und notwendig!) ist, ist im Straßenverkehr schlicht nicht durchführbar.

    Moment, du vergleichst hier Arbeiten in und an elektrischen Anlagen mit dem Benutzen der Fahrbahn. Deine Schritte müsstest du umschreiben, auf Arbeiten an Fahrbahnen. Da reicht also keine rote Ampel, sondern es muss abgesperrt werden. Wird auch gemacht, wenn teils auch nur symbolisch mit Baken.

  • Ein "vorsätzlich herbeigeführter Verkehrsunfall" ist also kein Unfall?

    Absolut richtig. Das ist kein Unfall. Oder hat z.B. irgendjemand den Amri Anschlag mit dem LKW als Unfall bezeichnet?



    Zitat


    Ich behaupte, auch "schuldhaft herbeigeführte Verkehrsunfälle" sind keine Unfälle.



    Kommt drauf an, was du mit schuldhaft meinst. Bedeutet schuldhaft vorsätzlich, s.o. Bedeutet schuldhaft fahrlässig (also: Man wollte keinen Unfall bauen, es ist aber z.B. durch vorsätzliche Handynutzung während der Fahrt zu einem Unfall gekommen), so ist das ganze trotzdem noch als Unfall zu bezeichnen.

  • Interessant ist der in diesem Artikel verlinkte Bericht über die "Posse" mit dem Radweg am Sander Damm in Bergedorf. Fahrbahn mit allen Malereien fertig, nur der zugehörige Radweg nicht. Aber die Sperrungen sollen "noch vor Ende 2020" beseitigt werden.

    Wer braucht auch schon im Sommer einen Radweg? Reicht doch, wenn er in der Adventszeit nutzbar ist.

  • Bei Autorennen kommt es auch zu Unfällen. Und es ist allgemein anerkannt, dass diese Autorennen-Unfälle auch Unfälle genannt werden.

    Autorennen sind reine Spaßveranstaltungen (mit einem relativ hohen Unfallrisiko) und trotzdem spricht man von Unfällen.

    Ich hatte bereits weiter oben gesagt, dass ich mich der These nicht anschließe, dass Autounfälle eigentlich grundsätzlich keine Unfälle seien, sondern etwas das darüber hinaus geht, zum Beispiel bedingt vorsätzliche Tötung (im Fall das es tödlich verletzte Unfallopfer gibt).

    Inzwischen gibt es erste Gerichtsurteile, die von bedingt vorsätzlicher Tötung bei einem Verkehrsunfall ausgehen, wenn solche Faktoren im Spiel sind, wie stark überhöhte Geschwindigkeit, illegale Autorennen usw.

    Das trifft aber nicht auf alle Autoverkehrsunfälle zu.

    Du schreibst, es gäbe sicher viele Idioten, die einfach nur aus Spaß durch die Gegend fahren oder die im Rahmen ihrer normalen Fahrten ihr Ego raushängen lassen müssen. Aber die Mehrzahl ist das sicher nicht, die fallen nur besonders auf.

    Und ich halte dem entgegen: Es gibt bedeutend weniger unfallträchtige Mobilitätssysteme als die Massenmotorisierung. Diese sind zudem deutlich ressourcenschonender und ökonomischer.

    Aber beim Radfahren oder ÖPNV-benutzen fehlt das "kleine Quantum" Spaß, das offensichtlich sehr viele und nicht nur wenige dazu bringt, PKW zu fahren und das hohe Unfallrisiko, das damit verbunden ist, einzugehen.

  • Es soll ja auch Radler geben, die einfach nur zum Spass rumfahren.


    Hab ich gehört.


    Und ich mein, sogar schon welche gesehen zu haben.


    Und sogar Leute solls geben, die nur Zug fahren um des Spasses und fahrens willens. Manche stellen dann sogar Bilder vom Zug ins www

    Also, hab ich gehört

  • Ja, es gibt auch Radler, die einfach nur zum Spaß rumfahren. Und sich dabei auch mal mit einem "Rempler" gegen andere Mitfahrende behaupten. Siehe dieses Video über ein Radrennen: https://www.sport1.de/tv-video…72-47D9-8EDB-02E863B1D69A

    Zum Ende des Videobeitrages wird die unfallverursachende Rempelei immerhin als "krimineller Akt" bezeichnet (Minute 1:05) von dem Team, dem das "Unfall"-Opfer angehört.

    Immerhin ein Hinweis, dass nicht alle Beteiligten so was noch "spaßig" finden.

    Aber zum Glück sind die meisten Alltagsradler weniger verbissen und wirklich mit Spaß unterwegs. Trotzdem kommt es hin und wieder zu Unfällen zwischen Radlern. Die meisten gefährlichen Unfällen mit schwerverletzten und getöteten Radlern geschehen jedoch mit Autofahrerbeteiligung. Die würden also gar nicht passieren, wenn es das Auto gar nicht gäbe oder es würde weniger solche Unfälle geben, wenn es weniger Autos gäbe und die so konstruiert wären und solche Verkehrsregeln gelten würden und eine solche Infrastruktur existierte, dass die von den Autos ausgehende Gefahr erheblich reduziert wäre.

    Auch kann es Spaß machen, Zug zu fahren. (Genießen Sie die Deutsche Bahn in "vollen Zügen".;)) Immerhin geben bei den Diskussionen um kostenlosen ÖPNV immer wieder Kritiker zu bedenken, dass die für den Steuerzahler teure Umsonstfahrerei, dazu führen würde, dass die Busse und Bahnen noch schneller und stärker überfüllt sein würden, wenn das käme.

    "Merkwürdigerweise" habe ich solche Argumente noch nicht gehört, wenn es mal wieder drum geht, neue Umsonst-Straßen zu bauen. Oder vorhandene kostenfreie Straßen so auszubauen, dass man darauf noch schneller fahren kann, ohne dafür zu bezahlen!)

    Wie dem auch sei: Bei der Bus- und Bahnfahrerei kommt es seltener zu schweren Unfällen im Vergleich zum Autoverkehr.

    Gerade die Autofahrer aber sind nach meiner Erfahrung besonders stark daran interessiert, den Eindruck zu erwecken, ihre Fahrten erfüllten einen höheren Zweck, seien ganz überwiegend unausweichlich und stabilisierten im hohen Maß das eigene wirtschaftliche Fortkommen und die gesamte Volkswirtschaft.

    Es ist ja nicht so, dass es viele Autofahrer gäbe, die von sich aus sagen: Autofahren macht mir Spaß und die vielen Unfälle, die das Mobilitätssystem MIV kennzeichnen, die nehme ich billigend dafür in Kauf, dass ich meinen Spaß haben kann.

    Trotzdem ist es natürlich genau so, denn die Alternativen zum derzeit "real existierenden" MIV stehen zur Verfügung, werden aber nicht mit dem notwendigen Nachdruck verfolgt.