Woche 51 vom 16. Dezember bis 22. Dezember 2019

  • Kaum zu ertragen.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Am krassesten finde ich ja:


    "Gerade einmal vier Wochen nachdem er unseren Sohn getötet hatte, war er bei Rot über eine Ampel gefahren und geblitzt worden."


    Also scheinbar überhaupt kein Unrechtsbewusstsein...<X


    Das würde ich weniger auf den Fahrer und viel mehr auf die Justiz und Politik beziehen. Wieso durfte der gerade mal 4 Wochen nach diesem Vorfall überhaupt ein Kfz führen? Wieso dürfen LKW überhaupt alleine in Städten bewegt werden? Eine simple Beifahrerpflicht wäre schnell und einfach beschlossen. Da gibt es auch keine ausreden von technischer Machbarkeit. Natürlich würde es dann teuer Waren zu transportieren, aber bei der Menge an Waren, die unnötig hin und her gefahren werden, eigentlich sowieso überfällig.


    Leider werden Kfz, obwohl es auch welche sind, nicht wie Waffen behandelt. Man stelle sich mal vor jemand hantiert grob fahrlässig mit einer Pistole in der Stadt herum. Dabei löst sich ein Schuss und tötet ein Kind. Anschließend würde diese Person ganz legal einfach so weiter mit Waffen herum hantieren dürfen. Das wäre undenkbar. Aber bei Kfz wird es einfach hin genommen. <X

    Die Menschheit hat es geschafft zum Mond zu fliegen, ein weltumspannendes Datennetzwerk aufzubauen aber ist zu blöde einem simplen Virus keine Verbreitungswege zu geben?

  • Ohne die zweifelsfreie Schuld dieses Mannes großartig "relativieren" zu wollen: Man könnte sich ja auch einfach mal die Zustände im Transportgewerbe aus Sicht eines Lohnabhängigen betrachten. Da gilt: wer da keine Leistung bringt, fliegt raus. Und diese "Leistung" setzt voraus, permanent gegen elementarste Verkehrsregeln zu verstoßen. Weil es alle anderen (also die Konkurrenten) auch so machen...


    Das fängt allerdings schon viel früher an: Ja, man muss als mies bezahlter Fahrer riesige Fahrzeuge in Bereichen steuern, für die sie eigentlich nicht vorgesehen sind und eigentlich auch nicht zugelassen sein dürften. Es wird eine gewaltige Verantwortung auf die Schultern eines ausgebeuteten Lohnsklavens geladen, sein für Innenstadtverkehre ja eigentlich völlig ungeeignetes, weil zu gefährliches Fahrzeug sicher durch jene zu lenken. Ich persönlich könnte das nicht - und wollte das auch nicht. Weil es mir zu gefährlich wäre, weil ich persönlich nicht sehe, wie ich so ein Monstrum in einer Stadt wirklich sicher bewegen solle.


    Aber wer in Deutschland fragt denn bitteschön Lohnabhängige, was sie wollen...!? Wer sich weigert, kriegt eine Totalsanktion.


    Das gipfelt dann halt letzten Endes in einer sehr zynischen Aussage wie "Worauf soll ich denn noch alles achten...?" - über die man sich natürlich wunderbar empören kann. Ich würde mich aber viel eher darüber empören, dass es in unseren System "normal" ist, Menschen förmlich (auf vielfältige Weise) dazu zu zwingen, mit riesigen Fahrzeugen durch Städte zu fahren; immer angetrieben vom Chef - denn Zeit ist bekanntlich Geld.

    Leider werden Kfz, obwohl es auch welche sind, nicht wie Waffen behandelt.

    Kfz sind keine "Waffen". Kfz sind Fortbewegungsmittel. :rolleyes: Du kannst - wenn du es richtig anstellst - auch mit einem Fahrrad jemanden töten oder schwer verletzen... Das gilt auch für unheimlich viele Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs oder Haushalts.

  • Kfz sind keine "Waffen". Kfz sind Fortbewegungsmittel. :rolleyes: Du kannst - wenn du es richtig anstellst - auch mit einem Fahrrad jemanden töten oder schwer verletzen... Das gilt auch für unheimlich viele Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs oder Haushalts.

    Stimmt, ich finde das Beispiel mit der Pistole auch unglücklich. Nehmen wir aber Beispielsweise Messer als anderes Beispiel. Das sind Primär auch Werkzeuge und keine Waffen. Trotzdem würde jemand der sich im öffentlichen Raum im Messerwurf übt und dabei unvorsichtigerweise jemandem in die Brust wirft sicher härter angegangen als ein unvorsichtiger KFZ Lenker.

  • Ohne die zweifelsfreie Schuld dieses Mannes großartig "relativieren" zu wollen: Man könnte sich ja auch einfach mal die Zustände im Transportgewerbe aus Sicht eines Lohnabhängigen betrachten. Da gilt: wer da keine Leistung bringt, fliegt raus. Und diese "Leistung" setzt voraus, permanent gegen elementarste Verkehrsregeln zu verstoßen. Weil es alle anderen (also die Konkurrenten) auch so machen...

    Randbemerkung: im Transportgewerbe arbeiten angeblich auch knapp 2% Frauen als LKW-Fahrer. Seltsamerweise ist mir trotz aller ungünstigen Umstände, die ja vermutlich Männer und Frauen ähnlich stark betreffen, bislang noch nie eine Frau als Täter beim Rechtsabbieger-Crash aufgefallen. Weder bei den mittlerweile deutlich über 200 Todesfällen, die ich mit rechtsabbiegenden LKW erfasst und analysiert habe, noch bei den zahllosen Unfällen diesen Typs mit "nur" schwerverletzten, die ich im Laufe der Beobachtung zwar überflogen, aber nicht systematisch erfasst habe, wurde jemals erwähnt, dass eine Frau am Steuer saß. Der statistische Erwartungswert bei Gleichverteilung wäre ca. 4 bei den Todesfällen. Zufall, oder doch Zeichen dafür, dass gewissenloses Abbiegen doch keine notwendige Begleiterscheinung von Schwerlastverkehr sein muss?

  • Zitat

    Du kannst - wenn du es richtig anstellst - auch mit einem Fahrrad jemanden töten oder schwer verletzen.

    Das ist aber offensichtlich so schwierig, das noch kein Terrorist versucht hat , einen Anschlag durch Fahren mit dem Fahrrad in eine Menschenmenge zu verüben.

  • Trotzdem würde jemand der sich im öffentlichen Raum im Messerwurf übt und dabei unvorsichtigerweise jemandem in die Brust wirft sicher härter angegangen als ein unvorsichtiger KFZ Lenker.

    Das Problem dabei ist, dass es in unseren Breiten nicht üblich ist, in der Öffentlichkeit mit Messern zu hantieren / herumzuwerfen. Und selbst wenn, gäbe es dafür sicher sehr strenge Regeln. ;) Für den Betrieb von Kfz gibt es schließlich auch mehr als genügend Regeln, um die Gefahren, die von jenen ausgehen, zu minimieren. Auf Null wirst du die niemals drücken können; das kannst du auch in anderen Lebensbereichen nicht (Flugzeuge verbieten - so eins könnte einem ja auch auf den Kopf fallen). Letzten Endes ist das also immer auch eine gesamtgesellschaftliche Abwägung - welche Risiken sind die Menschen bereit einzugehen, wenn es ihnen selber nützt? Jeder Autofahrer ist sich bewusst, dass auch er derjenige sein kann, in den der übermüdete Osteuropäische Truckerfahrer am Stauende reinrauscht. Die Leute sind bereit, dieses Risiko in Kauf zu nehmen, weil sie auf die Vorzüge des Autofahrens nicht verzichten möchten. Das kann man doof und unfair halten - ändert aber nichts an der Tatsache, dass es gesellschaftlich akzeptiert ist, Auto zu fahren.


    Ich recherchiere grade mal wieder zur Sperrung einer Bundesstraße für den Nicht-Kraftfahrzeugverkehr. Aus einem Beschluss des BVerwG zu einer Nichtzulassung einer Revision:

    In Abwägung der Interessen der Allgemeinheit an der Beschleunigung des fließenden Verkehrs mit den Interessen des langsamen Verkehrs an der weiteren Nutzung der B 50 sei den Belangen der Verkehrssicherheit (Unfallsituation) sowie der Beschleunigung des fließenden Verkehrs von und zum Flughafen Frankfurt-Hahn der Vorrang einzuräumen.

    Messer (mal von ganz stumpfen "Brotzeitmessern" abgesehen) fallen übrigens unters Waffengesetz.

    Der statistische Erwartungswert bei Gleichverteilung wäre ca. 4 bei den Todesfällen. Zufall, oder doch Zeichen dafür, dass gewissenloses Abbiegen doch keine notwendige Begleiterscheinung von Schwerlastverkehr sein muss?

    Ich bin ja eher ein Laie in Sachen Statistik - aber ich meine, dass hier die Datenbasis einfach noch nicht groß genug ist, um daraus irgendetwas Relevantes herauslesen zu können. Deine Lösung wäre also, Altenpflegerinnen zukünftig Lkw - und Trucker die kleinen Autos der Pflegedienste fahren zu lassen? ;)


    Natürlich gibt es auch unter (männlichen wie weiblichen) Lkw-Fahrern Arschkrampen, die sich aus "niederen Motiven" rücksichtslos und fahrlässig verhalten. Ich weigere mich aber, derartige Unfälle immer vereinfachend auf eine Monokausalität zurückzuführen und über die Zustände (nicht nur) im Transportgewerbe den Mantel des Schweigens zu decken, weil man dann anfangen müsste, unser ganzes, auf Zwangs-Lohnarbeit basierendes System infrage zu stellen.


    "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" - gilt nämlich leider auch im Schlechten. "Worauf soll ich denn noch alles achten" deute ich persönlich aber nicht nur als unverschämte Reaktion gegenüber einer Mutter eines getöteten Kindes. Sondern auch als Zeugnis darüber, wie Menschen in einem unmenschlichen System funktionieren sollen...

    Das ist aber offensichtlich so schwierig, das noch kein Terrorist versucht hat , einen Anschlag durch Fahren mit dem Fahrrad in eine Menschenmenge zu verüben.

    Nein, sicher nicht. Mich hat eh gewundert, warum die ganzen Irren nicht schon viel früher auf diese Idee gekommen waren. Dabei hatten sie das mit den Flugzeugen im Jahr 2001 schon fast zur "Perfektion" getrieben. Das Fliegen hat man nicht verboten - stattdessen wirst du jetzt halt als Fluggast behandelt und überprüft wie ein Schwerverbrecher. Und wenn du Pech hast sitzt du in einem Flugzeug, in dessen Cockpit sich ein lebensmüder Co-Pilot eingeschlossen hat...


    Das ist ja gerade der (tragische) Witz: Die Mehrheit bezeichnet es als "Terror" wenn einer mit einem Laster in den Weihnachtsmarkt rauscht. Bei alltäglichen Todesfällen zuckt man hingegen nur mit der Schulter... Gewohnheit. Das eine ("Terror") wird halt politisch instrumentalisiert (mehr Überwachung), das andere nicht.

  • Stimmt, ich finde das Beispiel mit der Pistole auch unglücklich. Nehmen wir aber Beispielsweise Messer als anderes Beispiel. Das sind Primär auch Werkzeuge und keine Waffen. Trotzdem würde jemand der sich im öffentlichen Raum im Messerwurf übt und dabei unvorsichtigerweise jemandem in die Brust wirft sicher härter angegangen als ein unvorsichtiger KFZ Lenker.

    Auch ein Stuhl ist per sé keine Waffe, wenn jedoch jemand einen anderen mit einem Stuhl tödlich attackiert, so wird er schneller verdächtigt einen vorsätzlichen oder mindestens einen bedingt vorsätzlichen Totschlag begangen zu haben, als wenn jemand einen anderen mit dem Auto attackiert. Da ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er mit fahrlässigem Totschlag davon kommt.

  • Wenn man dieses Urteil und andere Urteile bei Unfällen mit Radfahrern mit diesem Urteil für gefährliches Überholen vergleicht, scheinen Businsassen wesentlich mehr wert zu sein als Radfahrer. Ich befürchte sogar, das wenn in diesem anderen Fall die Straße schmaler gewesen wäre und statt des Busses ein Radfahrer gefährdet worden wäre, sich die Polizei geziert hätte, eine Anzeige aufzunehmen ( "Es ist ja nichts passiert").

  • Der statistische Erwartungswert bei Gleichverteilung wäre ca. 4 bei den Todesfällen. Zufall, oder doch Zeichen dafür, dass gewissenloses Abbiegen doch keine notwendige Begleiterscheinung von Schwerlastverkehr sein muss?


    Du kannst irgendwo ne Meldung übersehen haben oder es stand schlicht nicht drin.

    Ich habe gerade nicht die Muße, die Formeln rauszukramen: man kann berechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit es sich um Zufall handelt. Mein Bauchgefühl sagt hier, dass bei solchen kleinen Zahlen Zufall als Erklärung reicht.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Das Problem dabei ist, dass es in unseren Breiten nicht üblich ist, in der Öffentlichkeit mit Messern zu hantieren / herumzuwerfen. Und selbst wenn, gäbe es dafür sicher sehr strenge Regeln. ;) Für den Betrieb von Kfz gibt es schließlich auch mehr als genügend Regeln, um die Gefahren, die von jenen ausgehen, zu minimieren. Auf Null wirst du die niemals drücken können; das kannst du auch in anderen Lebensbereichen nicht (Flugzeuge verbieten - so eins könnte einem ja auch auf den Kopf fallen). Letzten Endes ist das also immer auch eine gesamtgesellschaftliche Abwägung - welche Risiken sind die Menschen bereit einzugehen, wenn es ihnen selber nützt? Jeder Autofahrer ist sich bewusst, dass auch er derjenige sein kann, in den der übermüdete Osteuropäische Truckerfahrer am Stauende reinrauscht. Die Leute sind bereit, dieses Risiko in Kauf zu nehmen, weil sie auf die Vorzüge des Autofahrens nicht verzichten möchten. Das kann man doof und unfair halten - ändert aber nichts an der Tatsache, dass es gesellschaftlich akzeptiert ist, Auto zu fahren.

    Die tödlichen Unfälle, die durch Flugzeug-Unglücke verursacht werden, sind jedoch deutlich geringer als die durch Autos verursachten Unfälle.

    Das soll jetzt allerdings keinesfalls ein Plädoyer für die Flugzeugnutzung sein! Bahn-Unfälle sind übrigens ebenfalls deutlich seltener als Autounfälle.


    Die aktuell hohe gesellschaftliche Akzeptanz des Autofahrens verdient eine gründliche Betrachtung.

    Wie wurde diese Akzeptanz geschaffen von den Vertretern der Auto-Lobby?

    Ursprünglich war das Auto keinesfalls als ein Verkehrsmittel für jedermann konzipiert worden.

    Hier ein Bild (Veröffentlichungserlaubnis erteilt) von einer Oldtimer-Ausstellung:


    Aus dem Namen "Doktorwagen" und der beigefügten Erläuterung geht hervor, dass damals das Auto ein Privileg bestimmter Berufsgruppen war, von denen man annahm, dass sie in besonderer Weise auf das Auto angewiesen seien.


    Und heute?


    In Einkaufzentren vor Kaufhaüsern usw. werden schon die Kleinsten süchtig gemacht.

  • Dass das Auto sich durchgesetzt hat, liegt nicht nur am (Kapitalismus) inhärenten Lobbyismus. In diesem Wirtschaftssystem wird ja allerdings auch gerade von den Verkehrswende-Predigern aus dem gut-bürgerlichen Elfenbeinturm überhaupt nicht zur Kenntnis genommen, warum viele Menschen sich so einen Klotz überhaupt ans Bein binden. Weil sie zu einer extremen Mobilität gezwungen werden - auch, weil auf dem Land immer mehr "Infrastruktur" verschwindet. Die absurden "Zumutsbarkeitsregeln" bei der angeblich "freien Berufswahl" interessieren hier ja auch keinen. Man ist schließlich eine Fachkraft, die sich ihren Brötchengeber selber aussuchen kann... Oder verbeamtet...


    Die örtliche Sparkasse (die sich damals in der "FInanzkrise" ordentlich verzockt hatte; Verluste im zweistelligen Mio-Bereich) z. B. hat vor einer Weile erneut angekündigt, auf den Dörfern wieder mehrere Zweigstellen zu schließen; an vielen Orten bleibt nicht mal mehr ein Kabuff mit Geldautomat und Kontoauszugsdrucker. Schuld sind natürlich die Kunden und das online-Banking. Und auf dem Land gibt es nicht nur keine Banken mehr, sondern überhaupt nix an "Infrastruktur", erst Recht keine "Lohnarbeit". Aber denen werfen dann die Städter vor, dass sie ständig wie die "Heuschrecken" in deren lebenswertes Molloch einfielen... :rolleyes: Man kann und will sich die (absurd hohe) Miete dort ja schließlich immerhin noch leisten.


    Da fällt mir dann wieder das Zitat von Marc-Uwe Kling ein: "Wer das Wort Gentrifizierung kennt, ist Teil derselben".

    Das soll jetzt allerdings keinesfalls ein Plädoyer für die Flugzeugnutzung sein! Bahn-Unfälle sind übrigens ebenfalls deutlich seltener als Autounfälle.

    Und weiter? Aber es gibt tödliche Unfälle auch auf dem Rad (ohne ein Kfz als Unfallgegner), genauso bei Bahn, Flugzeug, Taxi, Bus, Straßenbahn und was es sonst noch so alles gibt. Ja, hin und wieder sterben auch Menschen, indem sie Treppen runterstürzen oder (aufs SmartFoolphone glotzend) über ein Geländer...


    Also: Mobilität verbieten. Hausarrest für Alle! Es stehen schließlich Leben auf dem Spiel...! :evil:

  • Und weiter? Aber es gibt tödliche Unfälle auch auf dem Rad (ohne ein Kfz als Unfallgegner), genauso bei Bahn, Flugzeug, Taxi, Bus, Straßenbahn und was es sonst noch so alles gibt. Ja, hin und wieder sterben auch Menschen, indem sie Treppen runterstürzen oder (aufs SmartFoolphone glotzend) über ein Geländer...


    Also: Mobilität verbieten. Hausarrest für Alle! Es stehen schließlich Leben auf dem Spiel...! :evil:

    Es gibt auch tödliche Unfälle auf dem Rad, das ist richtig. Aber es gibt deutliche Unterschiede hinsichtlich der Gefährdung durch tödliche Unfälle jenachdem, welche Form von Mobilität man betrachtet. "Das sicherste Transportmittel ist das Flugzeug. Gemessen an den zurückgelegten Kilometern verunglücken beim Fliegen deutlich weniger Menschen als bei der Fahrt mit der Bahn. Mit Abstand am gefährlichsten ist das Auto.

    Pro eine Milliarde Reisekilometer haben sich nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes innerhalb von vier Jahren bei Flugreisen 0,3 Menschen verletzt, bei der Bahn waren es 2,7 und beim Auto 276 Menschen."

    https://www.handelsblatt.com/t…-J1JCv6aUvoxfmzWCVHQt-ap4

    So gesehen ist also Autofahren 100mal gefährlicher als Bahnfahren!

    Dabei gibt es viele Maßnahmen, die die Gefährlichkeit des Autofahrens deutlich reduzieren könnten, ohne dass damit ein wesentlicher Komfortverlust verbunden wäre. Eine lange Zeit sehr umkämpfte Maßnahme, die jedoch inzwischen auf hohe Akzeptanz stößt, ist der Sicherheitsgurt. Wer jemals mit einem älteren Menschen gesprochen hat, der sich persönlich noch an die heftigen Diskussionen erinnern kann, die geradezu in Glaubenskriegen ausarteten, als es um die Einführung der Gurtpflicht ging, der kann sich gut vorstellen, was ich damit meine.

    Auch bei einigen der schlimmen Proteste der Gelbwesten in Frankreich, stand der Widerstand gegen eine staatliche Maßnahme zur Reduktion des Unfallrisikos im Mittelpunkt. Es sollte nur noch Tempo 80 auf Landstraßen gefahren werden dürfen.

    Und von vielen Protestlern in gelben Westen wurde diese sinnvolle Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, die keine oder nur sehr kleine Wegezeit-Verlängerungen mit sich bringen, in manchen Fällen sogar positive Auswirkungen also Wegezeit-Verkürzungen bedeuten, bekämpft mit einer Heftigkeit, die in Anbetracht der oben genannten nackten Zahlen nur als völlig irrer Protest bezeichnet werden kann.

    Meines Erachtens mischt sich jemand eine krude Protest-Rechtfertigungsmixtur, wer die Benachteiligung von Menschen daran festmachen will, dass Autofahrern nicht gestattet wird, mit unbegrenzter Geschwindigkeit über die Autobahnen zu brettern oder mit hohen Geschwindigkeiten die Landstraßen unsicher zu machen.