Woche 35 vom 26. August bis 01. September 2019

  • tagesschau.de - Externe Kosten: "Verschleppte Verkehrswende viel teurer"


    Auch hier spricht der Verkehrsexperte vom DLR von plausiblen Zahlen und Berechnungen. Das Verkehrsbündnis schlüsselt die Bereiche wie folgt auf: Die höchsten gesellschaftlichen Kosten des Verkehrs würden Unfälle verursachen mit einem Anteil von 41 Prozent an der Gesamtlast. Auf Platz zwei liegen mit 21 Prozent die vor- und nachgelagerte Prozesse, was die Herstellung von Fahrzeugen oder auch die Stromproduktion meint. Es folgen Klimakosten mit 18 Prozent und die Kosten für Natur und Landschaft mit neun Prozent.

  • Dazu die Originalquelle: https://www.allianz-pro-schien…folgekosten-des-verkehrs/

    Die Studie (dort verlinkt) wurde von "Allianz pro Schiene" in Auftrag gegeben. Entsprechend muss man die Studie mit Vorsicht genießen. Und diese Pressemitteilung sowieso.


    Externe Kosten für den gesamten Verkehr sind angeblich knapp 150€/Person/Monat; 95% davon durch KFZ verursacht.


    Rad- und Fußverkehr werden in der Studie leider komplett ignoriert.

    Was Unfallzahlen angeht beschränkt sich die Studie beim Schienenverkehr auf den Durchschnitt der letzten 10 Jahre. D.h. "Eschede" ist da nicht drin. Scheinbar werden auch nur die Insassen von Schienenfahrzeugen gezählt, aber nicht die Menschen, die von diesen getötet werden. Kommt ja ab und an mal vor, dass es an Bahnübergängen zu tödlichen Unfällen kommt.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Mit 8 Punkten ist man den Führerschein los. Heißt: Verfolgt man mal einen Paketdienstfahrer eine Stunde lang muss der den Führerschein abgeben?

    Vielleicht gibt's die Punkte erst ab einer bestimmten Parkdauer.

    Jedenfalls muss man für Lieferdienste und ähnliche eine sinnvolle Lösung finden. Obwohl, eigentlich gibt's die schon: MIV zurückdrängen, damit genug Platz ist für andere.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Diese ganze Fakten sind seit jahren bekannt und werden ständig und immer wieder von vielen Publikationsorganen entweder gar nicht erwähnt oder glatt geleugnet. Dabei wäre es deren Aufgaben Diskussionen anzustoßen, die Emotionen schüren.

    Zum Beispiel:

    Arbeitnehmer-anteilige Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung.

    Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, der muss einen Eigenbeitrag von 50 % in die Unfallversicherung einzahlen, so wie auch zum Bespiel bei der Rentenversicherung.

    Wer mit nachhaltigen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommt (ÖPNV. Rad, zu Fuß), für den ändert sich nichts.

    Die gesetzliche Unfallversicherung bleibt für diese Arbeitnehmer weiter beitragsfrei.

  • Irgendwo gibts ja auch die Diskussion mit 1 Urlaubstag mehr für Radfahrer.

    Nur: Wie will man das prüfen und definieren? Ich fahre meist 9km mit dem Rad zum Bahnhof und weiter mit dem Regionalzug. Manchmal aber auch mit dem Bus, manchmal mit dem Auto. Manchmal die gesamte Strecke mit dem Rad, nur 32km je Richtung sind mir fürs tägliche Fahrrad-Pendeln zu weit.

    Bei 5km ist es einfach, aber bei 40km ohne ernsthafte ÖPNV-Möglichkeit?

    Am einfachsten wäre da noch die Rad-Gesamtfahrleistung pro Jahr zu nehmen. Aber wie will man das kontrollieren?

  • Da ist mir der Zusammenhang nicht ganz klar. Schütten sich Radfahrer seltener Säure über den Kittel als Autofahrer?

    Die meisten Unfälle für die die gesetzliche Unfallversicherung aufkommt sind Wegeunfälle für den Weg zum Arbeitsplatz. Und nicht weil sich wer Säure über den Kittel kippt. Die höchste Unfallgefahr besteht bei der Nutzung des Verkehrsmittels Auto! Und damit meine ich nicht die von Autofahrern angefahrenen Radfahrer und Fußgänger, sondern die Autofahrer selber sind es, die am häufigsten verunfallen. (Weil sie ihr "Geschoss" gegen einen Baum krachen lassen usw.)

    Wer mit dem ÖPNV oder dem Rad fährt, der ist sicherer unterwegs, auch wenn immer wieder in der Berichterstattung so getan wird, als sei es das sicherste in einem möglichst dicken Metallpanzer auf vier Rädern mobil zu sein.

    Und weil Radfahrer Fußgänger und ÖPNV-Nutzer außerdem noch was aktiv für ihre Gesundheit und Fitness tun (das reduziert zusätzlich die Unfallgefahr), ist es gerechtfertigt, dass für sie die Unfallversicherung alleine vom Arbeitgeber bezahlt wird! Wer dagegen mit dem Auto zur Arbeit fährt, der zahlt 50% Eigenanteil!

  • Irgendwo gibts ja auch die Diskussion mit 1 Urlaubstag mehr für Radfahrer.

    Nur: Wie will man das prüfen und definieren? Ich fahre meist 9km mit dem Rad zum Bahnhof und weiter mit dem Regionalzug. Manchmal aber auch mit dem Bus, manchmal mit dem Auto. Manchmal die gesamte Strecke mit dem Rad, nur 32km je Richtung sind mir fürs tägliche Fahrrad-Pendeln zu weit.

    Bei 5km ist es einfach, aber bei 40km ohne ernsthafte ÖPNV-Möglichkeit?

    Am einfachsten wäre da noch die Rad-Gesamtfahrleistung pro Jahr zu nehmen. Aber wie will man das kontrollieren?

    Die einfachste Form der Kontrolle ist es doch, wenn man nachweisen kann, dass man keinen Führerschein hat! Wer einen hat, der muss sich halt gedulden und so lange Eigenanteile zur Unfallversicherung zahlen, bis es eine brauchbare Nachweismöglichkeit gibt.

  • Wer mit dem ÖPNV oder dem Rad fährt, der ist sicherer unterwegs, auch wenn immer wieder in der Berichterstattung so getan wird, als sei es das sicherste in einem möglichst dicken Metallpanzer auf vier Rädern mobil zu sein.

    Das stimmt nicht so ganz. Mit dem Rad ist man nicht sicherer unterwegs. Man lebt länger aber das hat wenig mit der Sicherheit zu tun.


    Bei dem ganzen Verkehrsmix da draussen stechen zwei Gruppen hervor: Motorradfahrer sind deutlich gefährdeter und im Bus ist man deutlich sicherer. Der Ganze Rest tut sich nicht viel.

  • Der einzige Arbeitsunfall, den ich bisher in meinem ganzen Leben hatte, war ein Wegeunfall mit dem Fahrrad, wo ich bei Glatteis in einer Kurve gestürzt bin. Das war allerdings auch einer von zwei Fällen in den letzten 10 Jahren, wo ich überhaupt mal krankgeschrieben war.


    Die Vorschläge sind sicherlich gut dafür, um eine Diskussion über die gesundheitlichen Vorteile des Radfahrens anzuregen. Aber es ist alles nicht zu Ende gedacht: Wie oft und wie weit muss man mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, um den Bonus zu erhalten? Reicht es, wenn man 500m von der Arbeitsstelle entfernt sein Auto abstellt und den restlichen Weg mit dem Faltrad fährt? Oder reicht es, wenn man nur im Sommer bei Temperaturen zwischen 17°C und 23°C und einer Regenwahrscheinlichkeit <1% mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt? Oder wird der Bonus gestrichen, wenn man 3 mal im Jahr bei Sturm und Gewitter lieber mit dem Bus fährt?

  • Richtig. Daher:

    - kostenfreie, gute Radabstellplätze

    - teure Parkplätze für Pkw

    - Duschen in der Arbeitszeit

    - Jobrad/Dienstfahrrad bezuschusst oder ganz übernommen

    - Fahrkarten von Firma bezahlt

    - kostenloser Reparaturservice

    - Kostenübernahme Monatskarte ÖPNV

    - Politik: Alles Lohnsteuerfrei

  • Leider ist das Gegenteil der Fall, beispielsweise gilt die betriebliche Unfallversicherung gerne mal nicht für Radfahrer bei längeren Strecken, weil die Richter dann Hobbyradeln unterstellen, es geht halt nur zufällig zur Arbeit...

  • Der einzige Arbeitsunfall, den ich bisher in meinem ganzen Leben hatte, war ein Wegeunfall mit dem Fahrrad, wo ich bei Glatteis in einer Kurve gestürzt bin. Das war allerdings auch einer von zwei Fällen in den letzten 10 Jahren, wo ich überhaupt mal krankgeschrieben war.


    Die Vorschläge sind sicherlich gut dafür, um eine Diskussion über die gesundheitlichen Vorteile des Radfahrens anzuregen. Aber es ist alles nicht zu Ende gedacht: Wie oft und wie weit muss man mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, um den Bonus zu erhalten? Reicht es, wenn man 500m von der Arbeitsstelle entfernt sein Auto abstellt und den restlichen Weg mit dem Faltrad fährt? Oder reicht es, wenn man nur im Sommer bei Temperaturen zwischen 17°C und 23°C und einer Regenwahrscheinlichkeit <1% mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt? Oder wird der Bonus gestrichen, wenn man 3 mal im Jahr bei Sturm und Gewitter lieber mit dem Bus fährt?

    Wie schon gesagt: Fangen wir doch mal bei denen an, die keinen Führerschein haben! Es wäre dann attraktiv, keinen Führerschein zu haben. Bei allen anderen unterstellen wir einfachheitshalber mal, dass sie mit dem Auto zur Arbeit fahren, die müssen also einen Unfallversicherungsschutz-Anteil selbst bezahlen. Das darf dann natürlich nicht so laufen, dass der Arbeitgeber selbst den höheren Unfallversicherungs-Beitrag bezahlen muss. Das muss über eine Umlage aller Versicherten finanziert werden. Vielleicht sogar in der Form, dass der gesamte Unfallversicherungsbeitrag über die Allgemeinheit finanziert wird. Dann kann der Unternehmer Geld sparen, wenn er Leute ohne Führerschein einstellt. Und zahlen tun die Unternehmen, die Leute mit Führerschein einstellen.