Woche 6 vom 05.-11.02.

  • Ich habe bei FB schon kommentiert.

    Der Autor kann also Boulevard: Individualisierung, Emotionalisierung, Skandalisierung. Der Autor kann also Boulevard. Und nun? Wäre eigentlich nur noch langweilig, wenn nicht so ärgerlich, weil meinungsBILDend.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Da man auf SPON nicht mehr kommentieren kann, habe ich den »Feedback«-Button angeklickt:


    Guten Tag,

    Ihrem Autoblogger scheint gar nicht bewusst zu sein, dass er

    1. einen Vorfahrtverstoß begangen hat - er ist abgebogen, ohne den geradeaus fahrenden Radverkehr durchzulassen;

    2. den Schulterblick unterlassen hat - denn er hat den Radfahrer nur »aus dem Augenwinkel« wahrgenommen:

    3. den Schulterblick nicht wegen eines Augenblicksversagens unterlassen - also »vergessen« - hat, sondern dass er ihn für unnötig hielt, denn der Anblick einer roten Fußgängerampel war für ihn offenbar gleichbedeutend damit, dass jetzt kein Radfahrer mehr fahren dürfe.

    Selbst wenn der Radfahrer - Beleuchtung hin oder her - es noch geschafft hätte, an dem im Wortsinne rücksichtslosen Abbieger vorbeizukommen, wären das für Herrn Tanz 70 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg gewesen. (Und ein dringender Anlass für eine Nachschulung, denn dieses »die Fußgängerampel ist rot, also darf ich mit dem Auto einfach um die Ecke brettern« gehört zu den häufigsten Ursachen auch tödlicher Unfälle mit Radfahrern.)


    Schade, dass die Diskussion geschlossen wurde, nachdem einige Foristen auf die Frage, welche Ampel denn gelte, hingewiesen haben.

    Es würde SPON gut zu Gesicht stehen, auf die Rechtslage hinzuweisen, um diese einseitige, falsche Darstellung des Bloggers nicht in alle Ewigkeit im Netz stehen zu haben.

  • Fahrbahnradler Chapeau, dass du es geschafft hast, auf diesen Müll fundiert zu antworten! Ich habe oftmals einfach keine Lust mehr und verharre in Polemik.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Mich überrascht es, dass es solche Meldungen nicht öfter gibt. Die Arbeitsverweigerung des Staates bei der Verfolgung von Falschparkern ist ja auch zum Verzweifeln.

    An anderer Stelle habe ich heute von einem Mietshaus gelesen, dessen Bewohner regelmäßig im Müll ersticken, weil die Zufahrt zugeparkt ist und die Müllabfuhr nicht reinkommt (Link)

  • In Chemnitz wurden bei 840 Pkw die Reifen zerstochen. Hier sollen hauptsächlich Falschparker betroffen sein. Link


    Da gibt es eine einfach Lösung. Parkhäuser mit Benutzungspflicht. Man muss diese zerbrechlichen Autos schützen, die ziehen gegen so einen Reifenstecher immerhin klar den Kürzeren. Für den Schutz davor kann man den Autofahrern dann ja Nachteile wie z.B. längere Wege zumuten.


    Wieso sollte man nur bei Radfahrern immer die Opfer ein schränken statt sich um die Täter zu kümmern?

  • Mich überrascht es, dass es solche Meldungen nicht öfter gibt. Die Arbeitsverweigerung des Staates bei der Verfolgung von Falschparkern ist ja auch zum Verzweifeln.

    An anderer Stelle habe ich heute von einem Mietshaus gelesen, dessen Bewohner regelmäßig im Müll ersticken, weil die Zufahrt zugeparkt ist und die Müllabfuhr nicht reinkommt (Link)

    Wenn ich da Mieter wäre, würde ich die Nachbarn dazu aufrufen, am Abholtag die Tonnen nach vorne zu ziehen und ein paar Müllsäcke mit dazu. Damit sollte man die Falschparker doch dekorieren können, oder?

  • Herr Lobo schießt dort ein wenig übers Ziel hinaus, wenn er die Benennung eines Täters fordert und diesen dämonisiert. Es ist nicht Aufgabe der Polizei diesen bei der Unfallaufnahme zu ermitteln. Besser wäre es, vom Tatverdächtigen zu schreiben. So wie bei jedem anderen Delikt auch.


    Volle Zustimmung bekommt er natürlich für die Formulierungsproblematik, dass schwächere Verkehrsteilnehmer subjektlos verletzt werden oder sich sogar "selbst verletzen".

  • Mal was kleineres aus einer Lokalzeitung, der Artikel ist aber selbst nach diesem Maßstab schon sehr niveaulos:


    http://www.kreiszeitung-wochen…-radfusswege-d104023.html

    bzw.

    http://www.kreiszeitung-wochen…und-eckel-an-d103997.html

    Zitat

    Diese Fanatiker vertreten die Verbandsinteressen. aber sicher nicht „die Radfahrer“

    Auf Betreiben von Kreis-Radfahrer-Chef-Lobbyistin Karin Sager und dem ADFC werden überall die seit Jahrzehnten bestehenden Fuß-Radwege für Radfahrer gesperrt, weil sie zu schmal sind. Radfahrer ab elf Jahren werden so, der ADFC-Doktrien folgend, auf die Straße gezwungen. Das ist nämlich sicher, sagen zumindest Studien und natürlich Karin Sager! Sicherer sogar, wenn es sich um eine viel befahrene Ortsdurchfahrt mit Bundesstraßencharakter handelt. Die Vorschrift dazu gibt es übrigens seit 1997, nur fehlte es bisher an Entscheidungsträgern, die diesen Schwachsinn mitmachen und sich die Dogmen einiger elitärer Berufsradfahrer aufzwingen lassen.

  • Kann ein Zeitungsartikel nicht mal ohne "Radfahren ist gefährlich" auskommen? Statt über die länsgt überfällige Anpassung an die aktuelle Rechtslage, die man ja nicht gut finden muss, zu jammern sollte man als Bürgermeister, dann lieber Geld in die Hand nemen und den Radweg so umbauen das er den aktuellen Anforderungen an eine Benutzungspflicht enspricht!


    Haben die da wirklich das Blauschild abgebaut und nicht [Zeichen 239]+ [Zusatzzeichen 1022-10] aufgestellt, in diesem Fall und im besonderen nach diesem Artikel ändert sich dort nämlich garnichts, es werden sich also wieder nur die Alltagsradfahrer auf die Straße trauen.

  • Städte und Gemeinden, die vor der StVO-Novelle die StVO nicht begriffen haben, haben auch danach Probleme. Beispiel Norderstedt: Dort gibt es bei erkennbarer Teilung der Verkehrsflächen auf der Nebenfläche mal das [Zeichen 240], an anderen Stellen das [Zeichen 241-30]. Ich frage mich in Norderstedt immer wieder, für welchen Teil der Nebenfläche das [Zeichen 240]gelten soll. Für den grauen Gehwegteil? Dann ist die Benutzung des roten Radwegs freigestellt, oder wie?

    Die Hamburger VD sagt jedoch, dass bei geteilten Verkehrsflächen das [Zeichen 240] nicht verwendet werden kann. Hier sind Behörden bemüht, bauliche Radwege zu entfernen, wie z.B. entlang der Langenhorner Chaussee oder demnächst der Habichtstraße - wenn auch viel zu spät.

    Ein anderer Fehler, der in kleineren Städten immer wieder vorkommt, ist die Auffassung, dass mit Entfernung der [Zeichen 237] oder [Zeichen 241-30] die Benutzung der weiterhin vorhandenen baulichen "Radwege" verboten sei.

  • Die Straße in dem Käseblatt sieht aus wie »außerorts«. Das scheint mir auch ein Fehler zu sein: aus 1997 nichts gelernt zu haben. War der gemischte Weg etwa für beide Richtungen gedacht?


    Ich frage mich ja auch, warum nicht gegen die Raser vorgegangen wird. Wenn alle wissen, dass sich keiner an Tempo 50 hält - ein Starenkasten pro Richtung ...