Insektenparadies auf dem Balkon

  • Was ist nochmal der Thementitel? ;)

    Jaaa, Du hast Recht... einige Raupen habe ich aufgezogen, aber es wäre doch ganz nett, wenn die Tierchen meinen Pflanzen die Möglichkeit ließen, für den Winter genug Kraft zu sammeln. Wenn ich jedes Jahr neue Pflanzen kaufen muss, ist damit echt niemandem gedient :D So gesehen unterscheide auch ich zwischen niedlichen Insekten wie Hummeln, Bienen und Faltern und doofen Krabbeltieren, die ich weghaben will.


    Trotzdem kommt kein Insektenschutzmittel auf den Balkon. Ich werde nur Schachtelhalmsud herstellen, sobald ich die ersten Pflanzen hier habe, das soll wohl die Pflanzen stärken.


    LG
    Anna

  • Ich geb hier jetzt auch mal meinen Senf dazu:

    Ich habe auch gerade vor unseren Balkon aufzupäppeln und ein bisschen was zu pflanzen. Haben schon eine Erdbeerpflanze, Salat, Petersilie und ein paar Zierpflanzen (u.a. Elfenspiegel). Es wird langsam. Wollen unbedingt noch eine Sonnenblume hochziehen!

  • Ich geb hier jetzt auch mal meinen Senf dazu:

    Ich habe auch gerade vor unseren Balkon aufzupäppeln und ein bisschen was zu pflanzen. Haben schon eine Erdbeerpflanze, Salat, Petersilie und ein paar Zierpflanzen (u.a. Elfenspiegel). Es wird langsam. Wollen unbedingt noch eine Sonnenblume hochziehen!

    Petersilie und eine Erdbeerpflanze habe ich auch :)

  • Nun sollen also innerhalb der Europäischen Union… ja, was eigentlich? Heute wurde irgendwas verboten… nein, auch nicht: Heute wurde beschlossen, drei weitere Neonikotinoide künftig zu verbieten.


    Was macht die so genannte Presse daraus? „Die Biene ist gerettet“, „Insektensterben beendet“ und so weiter und so fort. Was für Schwachsinnsmeldungen! Es wird noch Ewigkeiten dauern, bis sich das Verbot von Neonikotinoiden bemerkbar macht. Stattdessen wird jetzt gejubelt und gefeiert, als hätten wir für den Insekten- und Umweltschutz irgendwas bahnbrechendes erreicht.


    Als ob! Es ist noch lange nicht die Zeit gekommen, um sich entspannt zurückzulehnen: Das Verbot ist richtig, retten wird es die Bienen nicht


    Auf dem Weg nach Köln rasselte der InterCity heute teilweise Ewigkeiten durch solche grünen Wüsten:



    Da wächst nichts, was für Insekten interessant wäre. Kilometerweit steht dort keine bunte Pflanze, allenfalls an den Baumreihen der riesigen Felder gibt’s mal ein bisschen Gras und ein paar Löwenzähne. Da wird sich in unserer Landwirtschaft einiges tun müssen, um das Ruder noch rumzureißen — aber eben auch jetzt, mindestens in den nächsten Jahren und nicht erst 2030 oder 2050.

  • Es beginnt gerade die Rapsblüte. Da gibt es für Bienen viel Futter, aber wenn die Rapsblüte durch ist, ist Ende. Auch die Obstblüte im Alten Land hat begonnen und Imker aus ganz Deutschland kommen mit ihren Bienenvölkern, die beim Bestäuben der Millionen Kirsch- und Apfelbäume als "Leiharbeiter" aushelfen. Aber ab Mitte/Ende Mai ist die Obstblüte auch wieder vorbei.


    Die großen Monokulturen führen dazu, dass es kein durchgängiges Futterangebot mehr gibt, während der Bedarf an Insekten in der kurzen Blütezeit nicht mehr gedeckt werden kann. Erst wenn es zu spät ist, wird man erkennen, welch immensen wirtschaftlichen Schaden das auch mit sich bringen wird.


    Dumme Menschheit, die aus Gier und Kurzsichtigkeit ihre eigene Wirtschafts- und Lebensgrundlage zerstört.

  • Ich habe mir jetzt Borretsch-Samen für die Bienen gekauft. Ein Bottich steht jetzt vor der Wohnungstür – mit ordnungsgemäßer Drainage.


    Bei mir sind nämlich alle Pflanzen eingegangen. Selbst die Minze! Am Frost allein hat es nicht gelegen – den Bottich habe ich eben aus- und danach umgeräumt, die Erde war megafeucht. Sehr lehmhaltige Erde aus den Kleinanzeigen sowie eine fehlende Drainage ergibt somit eine Feuchtigkeit, die selbst die widerstandsfähige marrokanische Minze nicht überlebt. Malte hatte ja auf Anraten einiger Leute hier wunderbar Tonkügelchen als Drainage verwendet, die Minze gedieh prächtig und Ableger von ihr dürfen jetzt bei mir ihr Glück versuchen.


    Meine Lehre habe ich daraus gezogen, in diesem Jahr wird das Balkonprojekt noch einmal ganz neu aufgezogen. Es ist schon echt schade um die schönen Kräuter. Vielleicht bleiben auch dann die ganzen Kleinviecher weg, die mir die Kräuter auffuttern, oder treten zumindest in geminderter Anzahl auf...


    LG
    Anna

  • Am Sonntag ist dann offenbar der erste Weltbienentag: https://www.presseportal.de/pm/41583/3944286


    Ich dachte erst, das wäre ein Witz, aber die Leute meinen das ernst.


    Na gut, dachte ich dann, schadet ja nicht, wenn man das Thema mal wieder in die Medien bringt, vielleicht bleibt ja beim einen oder anderen Konsumenten und Gartenbesitzer was hängen.


    Insgesamt handelt es sich aber um eine reine Greenwashing-Kampagne, in der plötzlich alle ganz doll für den Naturschutz sind, bis am Montag wieder zum üblichen Tagesprogramm übergegangen wird. Und selbst die einschlägigen Bundesministerien, die auf twitter vor lauter Tweets beinahe kollabieren, reiten schön auf der Greenwashing-Welle mit.


    Das Bundesumweltministerium verschenkt 100 Samenkugeln. Vielleicht sind’s auch 100 Tütchen mit jeweils fünf oder zehn Samenkugeln, man weiß es nicht. Der Aufwand dieser Aktion dürfte den ökologischen Nutzen jedenfalls konterkarieren, selbst unter der Annahme, dass sich ein paar Follower animiert sehen, selbst ein paar Kugeln zu verteilen.


    Svenja Schulze kann ich eh nicht leiden, also überspringe ich das Thema einfach noch mal, denn das Bundesumweltministerium verspricht noch mal konkrete Maßnahmen, die leider in Ermangelung eines weiterführenden Links relativ unkonkret bleiben. Das meiste davon sind Vorhaben mit offenem Ergebnis, die teilweise einen Gesetzgebungsprozess, teilweise erhebliche Lobbyarbeit, aber immer immense Geldmittel verschlingen. Und das meiste davon taxiere ich locker auf einen Zeitraum von 2030 bis 2050, aber nichts davon ist irgendwie „konkret“ oder gar eine „Sofortmaßnahme“.


    Es ist ja geradezu beschämend, wie wenig von Naturschutzmaßnahmen übrig bleibt, wenn man sich nur fünf Minuten lang mit der Thematik beschäftigt. Und es ist geradezu unanständig, sich für solche Maßnahmen feiern zu lassen, erst recht für ein bekanntlich vollkommen machtloses Bundesumweltministerium.

  • Und mein Insektenparadies zeigt Wirkung – es haben sich Blattzikaden eingefunden. Hahaha.


    Ich werde mal versuchen, mit Kombucha zu sprühen, das ist ein vergorenes Teegetränk, das essigsauer wird, wenn's zu lange steht. Essigsäure mögen die Zikaden wohl nicht. Wenn'se das überleben, sollen'se doch bleiben...


    LG
    Anna

  • Moin Forengemeinde,


    im Handel (auch in Supermärkten, Discountern) gibt es Samentüten mit Bezeichnungen wie "Bienennahrung", "Insektenwiese" etc.

    Ich habe letztes Jahr erstmalig Samen einer solchen Tüte bei mir auf´m Balkon gesät (ein Tütchen reicht locker für 5+ Hängekästen).
    Ich verteile die Samen mit Handwürfen in den Kästen. Auf Abstände oder so achte ich nicht. Das liegt alles dicht an dicht und funktioniert.


    Die Anzucht ist dann sehr easy, lediglich auf ausreichend Bewässerung ist zu achten.

    Die verschiedenen Pflanzensorten haben von Juni bis September geblüht, sahen ansprechend aus und haben viele Insekten angezogen.

    Hummeln, Bienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge usw.

    Davon haben auch Heidelbeere, Himbeere eund Tomate profitiert, die auf dem selben Balkon gut bestäubt wurden.


    Dieses Jahr habe ich fünf Kästen befüllt (vergangenenes Jahr deren 2). Demnächst dürften die ersten Blüten aufgehen.
    Ich empfehle diese Samen-Tütchen!

    Allein, ich bin mir noch unschlüssig, was ich im Herbst mit den verblühten Pflanzenresten machen soll.
    Habe keine Kompostiermöglichkeit. Ist zu vermuten, dass solche Klein-Biotope von Insekten zum Ablegen von Eiern oder Überwintern genutzt werden?
    Dann wäre es ein Frevel, die Reste im Hausmüll zu entsorgen. Da bin ich noch am Recherchieren.