"Lustige" Fahrradständer

  • Diese Form von Fahrradbügel hatten wir ja schon einmal weiter vorne im Thread, aber stets nur als Einzelexemplare. In so einer großen Menge wie hier vor dem Freibad in Hochspeyer (Pfalz), habe ich diese Fahrradständer vorher noch nie gesehen:



    Gibt es eigentlich einen gängigen Begriff für diese Art Fahrradständer? "Spiralbügel" oder "Tauchsieder" vielleicht?

  • "Murks" wäre eine gute Bezeichnung

    Jetzt sei mal nicht so gnadenlos hart. Die Funktionalität dieser "Riesentauchsieder" will ich keinesfalls verteidigen! Es sind halt typische "Felgenkiller". Aber als Einzelexemplare haben sie einen gewissen gestalterischen Charme und können - je nach Umgebung - durchaus als ansehnliches Außenmobiliar durchgehen. In der Häufung wie hier auf dem Fahrradparkplatz vor einem Schwimmbad sehen sie jedoch gar nicht gut aus.

  • Doch, da bin ich hart. Denn diese unnützen Dinger nehmen Platz weg, den man dort für Fahrradständer gut gebrauchen könnte. Ich finde es durchaus faszinierend, wenn man es schafft, nützlichen Dingen auch eine ansprechende Form zu geben und nicht alles nur ausschließlich pragmatisch nach der Devise "form follows function" gestaltet ist. Es muss mir nicht alles gefallen, aber wenn die eigentliche Funktion aufgrund des Designs nicht mehr gegeben ist, geht es zu weit.


    /Offtopic

    Hier hat man zum Beispiel vor zwei Jahren an der Bushaltestelle dieses "Wartehäuschen" aufgestellt. Es ist aus CFK! Kein technischer Grund spricht dafür, diesen Leichtbau-Werkstoff zu nutzen. Man könnte dieses Teil genauso gut aus Beton, Holz oder Stahl bauen. Es ist aus CFK, damit es aus CFK ist (es steht vor einem CFK-Forschungszentrum).


    Aber es erfüllt als Wartehäuschen keine Funktion: Man kann sich nicht hinsetzen, es spendet im Sommer Schatten nur auf der dahinter liegenden Wiese, schützt weder vor Wind noch Regen. Im Gegenteil: An jedem schönen Sommermorgen sammelt sich Tauwasser am Dach und tropft auf die darunter wartenden Fahrgäste. Es ist nicht einmal eine Möglichkeit vorhanden, einen Fahrplan anzubringen.


    Da wir hier nebenan an der effizienten Nutzung von CFK arbeiten, empfinde ich dieses Ding als Beleidigung und Materialverschwendung. Ob es schön ist oder nicht, interessiert mich gar nicht: Es ist nutzlos, weil das Design über die Funktion gestellt wurde. Es richtet mehr Schaden an als es nutzt und das ist bei diesen Spiral-Dingern genauso, weil die Leute auf die dumme Idee kommen könnten, darin ihr Fahrrad abzustellen und dabei das Vorderrad zu verbiegen.


  • Die Spiralen verleiten nicht nur dazu, sich die Felgen zu ruinieren, sondern auch dazu, das Fahrrad lediglich abzuschließen, aber nicht anzuschließen. Mit Transporter vorfahren, interessante Fahrräder pflücken und einladen, abhauen. Danke auch.

  • Hier ein recht unscheinbares Exemplar aus Sonthofen, das auch unbelegt einen guten Eindruck machte:



    Ein paar dieses Typs waren dort in der City zu finden. In der Nähe gab’s eine Dero Fixit-Station sowie nebendran eine Karte und Ladestationen für E-Bikes. Es fehlte nur noch ein Schlauchautomat.

    So richtig erschließt sie sich mir nicht, diese ausklappbare Öse mit Doppelhaken. Und die Konstruktion ist sehr kantig an den Ecken, das kann nicht gut sein für den Rahmen, wenn er unglücklich dagegen stößt.

  • Diese Bügel hier dürften Yetis Vorstellungen entegegenkommen:

    Die haben nicht nur eine ansprechende Form, sondern die Bügel erfüllen außerdem den Anspruch "form follows function". So sollte modernes Design doch eigentlich auch sein. Gesehen in Kaiserslautern vor dem Japanischen Garten. Aber sie stehen auch an vielen anderen Stellen in Kaiserslautern.

  • Die "Heizspiralen" könnten gar eine pfälzische Erfindung sein, ich hab schon vor Urzeiten welche davon in Pirmasens stehen sehen. Und in Pirmasens gibt und gab es mangels Radfahrern seit eh und je kaum (auch nur annähernd brauchbaren) Fahrradständer.

    Hochspeyer / Gesehen in Kaiserslautern

    Biste grade auf Pfalz-Expedition? ;)

  • Die "Heizspiralen" könnten gar eine pfälzische Erfindung sein, ich hab schon vor Urzeiten welche davon in Pirmasens stehen sehen. Und in Pirmasens gibt und gab es mangels Radfahrern seit eh und je kaum (auch nur annähernd brauchbaren) Fahrradständer.

    Biste grade auf Pfalz-Expedition? ;)

    Kurzurlaub. Aber vorsicht, bei den vielen Weinfesten hier besser nur den ÖPNV benutzen. Den Wein trinkt man hier wie andernorts Wasser - so scheint es mir. Aber es gibt ja für Feriengäste die Pfalzcard, d. h. freie Fahrt im ÖPNV im Verkehrsverbund Rhein-Neckar! Link zur Pfalzcard: https://www.pfalzcard.de/de

  • Den Wein trinkt man hier wie andernorts Wasser - so scheint es mir.

    Gilt zumindest für die Vorderpfalz, ansonsten trinkt man jenseits des Hardtrandes eher Bier.


    Zur Pfalzcard - an und für sich eine gute Sache. Die aber halt auch Nachteile hat; alles, was an und in dem Programm nicht beteiligt ist, gerät schnell außer Interesse. Das dürfte grade kleinere Gastronomiebetriebe, FeWo, Pensionen usw. sowie Freizeitanbieter betreffen. Außerdem ist der S- und ÖPNV in der Südwestpfalz meines Erachtens insgesamt ziemlich unterirdisch. Etwa vergleichbar mit dem Angebot an Fahrradständern. ;)

  • Gilt zumindest für die Vorderpfalz, ansonsten trinkt man jenseits des Hardtrandes eher Bier.


    Zur Pfalzcard - an und für sich eine gute Sache. Die aber halt auch Nachteile hat; alles, was an und in dem Programm nicht beteiligt ist, gerät schnell außer Interesse. Das dürfte grade kleinere Gastronomiebetriebe, FeWo, Pensionen usw. sowie Freizeitanbieter betreffen. Außerdem ist der S- und ÖPNV in der Südwestpfalz meines Erachtens insgesamt ziemlich unterirdisch. Etwa vergleichbar mit dem Angebot an Fahrradständern. ;)

    Wenn ich das Prinzip der Pfalzcard richtig verstanden habe, dann darf sich jeder Betrieb daran beteiligen. Allerdings kenne ich nicht die genauen Konditionen. Ich vermute jedoch, dass ein kleiner Übernachtungsbetrieb deutlich weniger dazu beitragen muss, die Pfalzcard zu finanzieren als ein großes Hotel. Oder gilt die Anzahl der ausgegebenen Karten? Letztlich rechnet sich das Ganze doch nicht so, dass der Hotelier seinen Gästen den Eintritt in jedes Museum etc. finanziert, dass der Kartenbesitzer besuchen kann. Sehr viele Gäste nutzen doch ganz viele Möglichkeiten der Pfalzcard gar nicht. Dadurch wird die Pfalzcard doch erst erschwinglich für den Hotelier, der sie ausgibt. Diejenigen jedoch, die sie nutzen, um damit im ÖPNV mobil zu sein, anstatt mit dem Auto die schöne Pfalz zu vergiften, profitieren jedoch sehr von der Pfalzcard. Und das ist doch erfreulich.