Fahrradmitnahme in Bussen innerhalb des HVV

  • So. Kapiere ich ja alles wieder nicht.


    Nachdem mein geplanter 150-Kilometer-Gran-Fondo wegen eines defekten Schlauches im Vorderreifen, für den ich sinnvollerweise auch keinen Ersatz dabei hatte und kein Loch feststellen konnte, schon am Itzehoer Bahnhof endete, musste ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause. Und das war gar nicht so ganz einfach.


    In der Nord-Ostsee-Bahn mussten in dem Wagen, in den ich eingestiegen bin, zwei Fahrgäste mit jeweils zwei Sitzen Abstand die noch leere Seite im Fahrradabteil in Beschlag nehmen. Meine (hoffentlich doch recht freundliche) nachfrage, ob die beiden entweder noch weiter auseinander- oder zusammen an eine Seite rücken könnten, wurde abschlägig beschieden: Man tat so, als hätte man mich gar nicht bemerkt. So passierte, was passieren musste: Ich stand eine ganze Weile blöd im Wagen herum, als einer der beiden merkt, dass er ja doch schon in Elmshorn aussteigen wollte, plötzlich aufspringt, mein Fahrrad herumreißt, um zur Tür zu hechten, sich das Hosenbein an der fettigen Fahrradkette beschmiert und dann erstmal das volle #ScheißRadfahrer-Programm abzieht. Dafür ist er dann leider noch weiter bis Hamburg-Altona gefahren.


    So. In Hamburg-Altona wollte ich dann mit dem Bus 183 oder 283 weiter zum Eidelstedter Platz, das ist nämlich quasi direkt vor meiner Haustür. Beide fahren ja ungefähr den gleichen Linienweg und beide haben natürlich die Gemeinsamkeit, dass am Samstagabend nicht mehr so ganz viele Fahrten stattfinden. Jede Linie fährt alle vierzig Minuten, so dass man alle zwanzig Minuten irgendwie von Altona zum Eidelstedter Platz kommt.


    Ein Bus der Linie 183 fährt vor, ich schicke mich an, dort einzusteigen, als sich eine Dame mit Kinderwagen noch reindrängelt. Die hatte ich vorher gar nicht gesehen und ich vermute, dass sie aus dem gegenüberliegenden Fahrstuhl gerade von der S-Bahn hochgefahren kam. Na gut, dachte ich mir, jetzt bloß keinen Ärger machen und schob mein Rad in den hinteren Türraum hinein. Dort ist übrigens tatsächlich massig viel Platz, dort können bestimmt vier Fahrräder oder zwei Fahrräder und zwei Kinderwagen oder zwei Fahrräder und zwei Rollstühle mitfahren.


    Nun war ich aber drin und der Lautsprecher krächzte: [Zusatzzeichen 1012-32] Das hatte ich tatsächlich zuerst verstanden, aber natürlich sagte er eigentlich „Radfahrer aussteigen!“ „Ich?“, fragte ich etwas verwundert nach, „Radfahrer aussteigen!“ krächzte es zum dritten Mal, „Na gut, dann gehe ich halt wieder“, sagte ich und schob mein Rad wieder hinaus. Die Türen schlossen, der Bus fuhr einen halben Meter nach vorne, dann öffnete der Busfahrer die vordere Tür, lief zu mir und erklärte mir, er könne auch nichts dafür, das wären nunmal die Regeln. Ich entgegnete, dass ich erst vor drei Tagen ein leider ebenfalls defektes Rad im Bus transportiert hätte, woraufhin er meinte, es gäbe seit ein paar Tagen neue Sicherheitsregeln: Wenn ein Kinderwagen oder ein Rollstuhlfahrer transportiert werden sollen, dann müssen Fahrräder sofort den Bus verlassen. Bei einem Unfall wäre das Verletzungsrisiko zu groß.


    So ganz verstand ich das nicht, wollte ihn aber auch nicht weiter aufhalten. Im Bus saßen mehrere Gäste des Wacken-Festivals, die offenbar schon am Sonnabend abgereist waren und ausgesprochen viel Gepäck mit sich führen, im Bus gegenüber lud gerade jemand ein Surfbrett ein und vor ein paar Minuten verschwanden gleich drei Kinderwagen in einem Bus der Linie 15. Aber ausgerechnet ein Fahrrad stellt nun so ein erhebliches Verletzungsrisiko dar? Halt: Ausgerechnet ein Fahrrad in Kombination mit einem Rollstuhl oder einem Kinderwagen?


    Wie auch immer. Zwanzig Minuten später fuhr ein Wagen der Linie 283 vor, in dem ich schon vor dem Betreten des hinteren Türraumes per Lautsprecher des Wagens verwiesen wurde. Eine kurze Nachfrage beim Fahrer vorne, dass sich ja gar kein Kinderwagen oder Rollstuhl im Bus befände, ergab: Fahrräder dürfen seit ein paar Tagen generell nicht mehr im Bus transportiert werden. In gar keinem Bus. In überhaupt gar keinen Bus des HVV. Aus Sicherheitsgründen und so.


    Ein Fahrgast reklamierte, ich solle nun nicht das Diskutieren anfangen, obwohl ich gar nicht diskutieren wollte, obwohl ich ja eigentlich schon gerne verstehen möchte, was denn nun an Fahrrädern so gefährlich ist, dass sie im Gegensatz zu Rollstühlen, Kinderwagen und Sperrgepäck nicht mehr im Bus transportiert werden dürfen. Meine Idee ist ja, dass Fahrräder in Bussen ohnehin nur geduldet wurden und quasi eher so eine Art Luxus-Gepäckstück darstellten: Mit genügend Luft im Reifen kann ein Radfahrer die Strecke ja selbst in Angriff nehmen, was einem Rollstuhlfahrer oder einem Fahrgast mit Kinderwagen eher schwerfällt. Warum nun allerdings ein relativ unhandliches Surfbrett dann nicht mit dem Taxi transportiert werden muss…?


    Nun gibt es ja vom HVV eine mittlerweile recht übersichtliche Seite, in welchen Buslinien eine Fahrradmitnahme möglich ist. Ich bilde mir ein, dass es bei meinem letzten Besuch auf der Seite noch nicht diese recht komfortable Tabelle dort unten gab oder ich sie einfach nicht gesehen hatte. Nun stelle ich fest, dass ich in den letzten fünf Jahren ungefähr zwölf Mal von der Möglichkeit der Fahrradmitnahme im Bus Gebrauch gemacht habe, aber abgesehen von einer einzigen Fahrt in der Linie 189 bislang nur Buslinien getroffen habe, in denen die Mitnahme überhaupt nicht gestattet war. Das hat ja bislang alles nicht so gut geklappt, obwohl sich bis gestern noch nie ein Fahrer beschwert hatte.


    Was ich dann doch noch nicht verstehe: Was spricht denn dagegen, zum Beispiel jetzt im Nachtverkehr, in dem in den Metrobuslinien 4 und 5 beispielsweise eher weniger los ist, ein Fahrrad mitzunehmen? Dass man tagsüber beim Metrobus 5 Glück haben muss, überhaupt als Fahrgast einsteigen zu können, klar, da versteht es sich von selbst, das man da kein Fahrrad reindrückt, aber nach welchen Kriterien wird denn eine Fahrradmitnahme gestattet oder nicht gestattet?


    Und: Gibt es nun „seit einigen Tagen“ ein generelles Verbot der Fahrradmitnahme in den Buslinien innerhalb des HVV?

  • Die Beförderungsbedingungen behaupten unter § 11 Abs. 3 Nr. 6, dass in Bussen maximal zwei Fahrräder im Türbereich transportiert werden dürfen. Die verlinkten Beförderungsbedingungen gelten ab dem 1. August 2015, also ab gestern, und enthalten noch immer die Bestimmungen zur Fahrradmitnahme, also hat mir der eine Typ da wohl Unfug erzählt, dass generell keine Fahrräder mehr in Bussen transportiert werden dürfen. Ich finde auch keine Regelung, dass die Kombination aus Kinderwagen und Fahrrad unzulässig wäre — ganz im Gegenteil: Wenn zwei Fahrräder im Türbereich kein Problem sind, warum ist dann ein Fahrrad und ein Kinderwagen plötzlich zu gefährlich?


    Ich halte es ja für vollkommen legitim, dass der Busfahrer das letzte Wort hat, wen er einsteigen lässt und wen nicht. Aber ich fände es trotzdem angenehm, eine Begründung dafür zu bekommen. Dass die Linien 183 und 283 gar nicht für eine Fahrradmitnahme freigegeben sind wäre beispielsweise eine ganz plausible Begründung. Dass der Fahrer mein Fahrrad aufgrund eines Schadens — Speichen sind gebrochen und stehen ab, Rahmen hat eine scharfe Bruchkante — oder ähnlicher Bedenken nicht mitnehmen will, ist auch vollkommen okay. Aber diese blöden Begründungen mit dem Kinderwagen und dem Komplettverbot der Fahrradmitnahme, die verärgern mich ja auch einen Tag später noch.

  • Wenn Du eine gültige Fahrkarte der Buslinie hast und die Beförderungsbedingungen die Mitnahme von Fahrrädern nicht nur nicht verbieten, sondern sogar regulieren und somit vorsehen, ist es Dein gutes Recht, mit dem Fahrrad den Bus zu nutzen. Ohne Wenn und Aber. So lange dafür Platz ist, natürlich. Aber auch eine Person ohne Mitbringsel darf nur zusteigen, solange Platz für sie da ist.


    Ich würde eine Beschwerde schreiben und um Auskunft bitten, ob spezielle Anweisungen existieren, die den Beförderungsbedingungen widersprechen. Und wie das begründet und wo das der Kundschaft kundgetan wird.

  • Wie bist du am Ende nach Hause gekommen? Taxi, geschoben/getragen? Im Beschwerdeschreiben zusätzlich entstandene Kosten / Zeitverluste einfordern. Wenn es bei der Bahn auf einmal kein Radabteil gibt, dann muss diese u.U. am Ende sogar eine Hotelübernachtung zahlen, wenn auch nachfolgende Züge keine Möglichkeit bieten.

  • Wenn Du eine gültige Fahrkarte der Buslinie hast und die Beförderungsbedingungen die Mitnahme von Fahrrädern nicht nur nicht verbieten, sondern sogar regulieren und somit vorsehen, ist es Dein gutes Recht, mit dem Fahrrad den Bus zu nutzen. Ohne Wenn und Aber. So lange dafür Platz ist, natürlich. Aber auch eine Person ohne Mitbringsel darf nur zusteigen, solange Platz für sie da ist.


    Ich würde eine Beschwerde schreiben und um Auskunft bitten, ob spezielle Anweisungen existieren, die den Beförderungsbedingungen widersprechen. Und wie das begründet und wo das der Kundschaft kundgetan wird.

    Ich habe mal auf der facebook-Seite der HOCHBAHN nachgefragt.


    Wie bist du am Ende nach Hause gekommen? Taxi, geschoben/getragen? Im Beschwerdeschreiben zusätzlich entstandene Kosten / Zeitverluste einfordern. Wenn es bei der Bahn auf einmal kein Radabteil gibt, dann muss diese u.U. am Ende sogar eine Hotelübernachtung zahlen, wenn auch nachfolgende Züge keine Möglichkeit bieten.

    Ich bin zurück zur S-Bahn gewatschelt und habe die verbleibenden zwei Kilometer geschoben. Das Problem war einfach, dass ich mir nicht meine brandneue Vorderradfelge ruinieren wollte und man bei einem platten Reifen ja schon mal aufpassen muss, dass die Felge nicht auf dem Boden kratzt. Das wollte ich eigentlich vermeiden, deshalb war ich ja so scharf darauf, dass mich der Bus bis direkt vor die Tür fährt.


    Aber ich glaube nicht, dass ich jetzt irgendwelche Verluste geltend machen sollte. Im Gegensatz zu der Bahn waren die fraglichen Buslinien im Endeffekt ja überhaupt nicht für eine Fahrradmitnahme freigegeben.

  • Ich habe mal auf der facebook-Seite der HOCHBAHN nachgefragt.

    Naja. Die Antwort ist ja eher so-lala. Offenbar legen die einzelnen Verkehrsbetriebe die Regelungen zur Fahrradmitnahme im Busverkehr selbst fest. Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein haben sich offenkundig dazu entschieden, auf ihren Buslinien die Fahrradmitnahme generell zu erlauben, sofern denn genügend Platz im Bus bleibt, die HOCHBAHN hat’s andersherum gemacht und die Fahrradmitnahme generell untersagt — Ausnahmen müssen beim Fahrer erfragt werden.


    Das mit den Ausnahmen ist ja ganz nett, hilft mir aber auch nicht weiter. Wenn ich mich nicht einmal in den späten Abendstunden darauf verlassen kann, in einem beinahe leeren Bus mein kaputtes Rad mitnehmen zu können, dann kann ich auch gleich die S-Bahn nehmen. Ich stelle mich doch nicht eine halbe Stunde an die Bushaltestelle und warte mal ab, ob einer der Busse mich vielleicht mitnimmt.

  • Nachdem ich jetzt ja verletzungsbedingt täglich im Bus sitze, wundere ich mich über die Antworten noch mehr. In der Linie 281 sind drei Kinderwagen kein Problem — stopf, stopf, stopf — im Metrobus 5 konnte man nicht aus dem vorderen Teil in die beiden hinteren Teile gehen, weil dort ein Rollstuhlfahrer, zwei Kinderwagen und eine Familie mit riesigen Gepäckstücken den vorderen Türraum blockierten, im Metrobus 4 pöbelten sich vor ein paar Tagen ein Fahrgast und ein Rollstuhlfahrer an, weil der Fahrgast bei einem Bremsmanöver sich wohl irgendwie am Rollstuhl gestoßen hatte. Und das alles wohlgemerkt bei rappelvollen Bussen.


    Und ausgerechnet bei Fahrrädern ist dann das Verletzungsrisiko so groß, dass ich schon bei einem halbvollen Bus rausgeworfen werde, beziehungsweise bei von der HOCHBAHN betriebenen Linien ohnehin nicht einsteigen darf?


    Gerade die Linie 281 ist da ganz speziell, weil die zum Universitätsklinikum Eppendorf fährt. Da fahren dann also auch mal drei Rollstuhlfahrer auf einmal mit, was auch bei vorsichtiger Fahrweise des Busfahrers immer wieder ganz schön schwierig wird, und die älteren Herrschaften samt Rollator versperren auch häufiger den Durchgang in den hinteren Teil des Busses.


    Mein Verdacht ist ja dann doch, dass es gesellschaftlich schwieriger ist, einen Rollstuhlfahrer oder einen Fahrgast mit Kinderwagen an der Bushaltestelle stehen zu lassen als einen Radfahrer aus dem Bus zu werfen. Denn mal ganz ohne die übliche Radfahrer-Opferrolle überlegt: Wenn da drei Rollstühle verkeilt im Türraum mitfahren und der Bus verunglückt, dann dürften die drei ja vermutlich die schwersten Verletzungen erleiden. Und das sind dann ausgerechnet noch jene drei, die sich selbst kaum festhalten, geschweigedenn selbst aus der Situation befreien können.

  • Mein Verdacht ist ja dann doch, dass es gesellschaftlich schwieriger ist, einen Rollstuhlfahrer oder einen Fahrgast mit Kinderwagen an der Bushaltestelle stehen zu lassen als einen Radfahrer aus dem Bus zu werfen.


    Ja, dem würde ich zum Teil zustimmen. Allerdings hängt da viel auch damit zusammen, was der Busfahrer meint, wie schlimm es ist, wenn er jemanden nicht mitnimmt. Dabei wird davon ausgegegangen, dass ein Fahrradfahrer dann halt mit dem Fahrrad fahren wird und dann noch sein Ziel erreicht während das für Rollstuhlfahrer nicht möglich wäre den ganzen Weg mit dem Rollstuhl zurückzulegen. Also wird beim Fahrradfahrer härter durchgegriffen. Letztens war ich Zeuge, wie ein Busfahrer einem Fahrradfahrer den Zutritt zu einem Bus verwehrte. Er wiederholte nur die ganze Zeit, dass "aus Sicherheitsgründen die Fahrradmitnahme in diesem Bus nicht erlaubt" sei. Dafür hat er dann eine Bandansage mehrfach abgespielt ("Liebe Fahrgäste, bitte beachten Sie, dass aus Sicherheitsgründen die Fahrradmitnahme in diesem Bus nicht erlaubt ist." Was nun? Generell in dieser Linie? Jetzt gerade? Hat das der Busfahrer entschieden? Hat der Betreiber das entschieden?) und er und der Fahrradfahrer sind immer wütender geworden. Ich habe ja auch schon öfter solche Allgemeinplätze gehört, weswegen ich dieses oder jenes nicht mit meinem Fahrrad in öffentlichen Verkehrsmitteln machen darf. Ich wäre auch mächtig sauer gewesen, keine vernünftige Auskunft zu kriegen. Leider erinnere ich mich nicht genau, ob das eine Linie war, in der die Mitnahme generell nicht erlaubt ist. Anschließend (nach dem er weitergefahren war) meinte der Busfahrer noch, dass er ja auch mal Rad führe, aber bei einem bisschen Regen könne man ja auch fahren. Man kann sich ja am Ziel umziehen.


    Auf die Idee, dass eine Busfahrt nicht einfach eine kurze Fahrradstrecke ersetzt, sondern wichtiger Bestandteil einer Gesamtroute ist, kommen Busfahrer / Betreiber nicht. Es gibt viele Möglichkeiten, wo es der einzige Weg ist (auch mit intaktem Fahrrad) eine längere Teilstrecke mit dem Bus zurücklegen zu müssen, wenn man weder stundenlang zu Fuß gehen möchte oder mit dem Auto fahren möchte. Ich finde es frustrierend, dass es nicht möglich ist, eine Tour mit einem Teilabschnitt Bus zu planen, wo man sich auf die Mitnahme verlassen kann. Ich war vor ein paar Jahren zu einer Beerdigung im Friedwald Buxtehude. Ich hatte lange überlegt, ob ich mir die gesamte Strecke mit dem Fahrrad zutraute. Denn was, wenn ich es nicht schaffte und die Busse mich nicht mitnähmen?


    Der HVV hat eine Liste von Bussen, wo die Mitnahme erlaubt sein könnte. Weiß jemand, wie die zustande kommt? Hängt das nur vom Betreiber ab? Z.B. darf man im 181er sein Fahrrad nie mitnehmen, im 281er möglicherweise (Betreiber habe ich jetzt nicht recherchiert).


    Die Fahrradmitnahme muss sich doch irgendwie schlauer und verlässlicher gestalten lassen?


  • Dabei wird davon ausgegegangen, dass ein Fahrradfahrer dann halt mit dem Fahrrad fahren wird und dann noch sein Ziel erreicht während das für Rollstuhlfahrer nicht möglich wäre den ganzen Weg mit dem Rollstuhl zurückzulegen.

    In den meisten Fällen wird es ja einen Grund geben, warum der Radfahrer eben nicht mit dem Rad fährt, ich denke der wahrscheinlichste ist ein Defekt, der das Fahrrad nicht mehr fahrtauglich macht. Der Rollstuhlfahrer könnte einfach den nächsten Bus nehmen, wohingegen der Radfahrer sicher auch dann nicht mitgenommen wird.

  • In den meisten Fällen wird es ja einen Grund geben, warum der Radfahrer eben nicht mit dem Rad fährt, ich denke der wahrscheinlichste ist ein Defekt, der das Fahrrad nicht mehr fahrtauglich macht. Der Rollstuhlfahrer könnte einfach den nächsten Bus nehmen, wohingegen der Radfahrer sicher auch dann nicht mitgenommen wird.


    Sicherlich gibt es immer einen Grund. Ich denke nur, dass die meisten Busfahrer bzw. die Betreiber davon ausgehen, dass der Grund nicht wichtig ist (Wetter schlecht, zu faul, muss der sein Rad halt reparieren, ...).


    Es wäre schön, wenn die Fahrradmitnahme im Bus immer möglich wäre. Wichtiger wäre mir aber erstmal, dass ich verlässlich planen kann.

  • Mich nervt das genauso. Auch in der DB. Aber die Vergleiche mit Behinderten, denen ohnehin schon der Alltag stark erschwert ist und die dann doch "einfach den nächsten Bus nehmen" könnten, finde ich fragwürdig. Auch Rollstuhlfahrer sollen Termine haben und nicht nur Rentner sein, die zum nächsten Lebensmitteldiscounter fahren. Ich empfehle im Übrigen, einmal nur einen Tag konsequent mit dem Rolli in HH oder anderswo unterwegs zu sein, falls noch nicht geschehen ...

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Verlässlich ist die Fahrradmitnahme mehr oder weniger nur in den Fernzügen, in denen ich einen Platz reservieren muss.


    Im Vergleich zu Amsterdam ist die Fahrradmitnahmeregelung des HVV recht großzügig. Im Großraum Amsterdam gibt es keine vergleichbaren S-Bahnen, jedoch U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse. In diesen Verkehrsmitteln ist Fahrradmitnahme nicht gestattet.

  • Aber die Vergleiche mit Behinderten, denen ohnehin schon der Alltag stark erschwert ist und die dann doch "einfach den nächsten Bus nehmen" könnten, finde ich fragwürdig. Auch Rollstuhlfahrer sollen Termine haben und nicht nur Rentner sein, die zum nächsten Lebensmitteldiscounter fahren.

    ich finde, dass Rollstuhlfahrer nicht gegen Radfahrer ausgespielt werden sollten, auch wenn man meinen Beitrag weiter oben so interpretieren könnte. Selbst wenn es nur eine Fahrt zur nächsten Einkaufsmöglichkeit ist: Das geht den Busfahrer gar nichts an und sollte nicht die Entscheidungsgrundlage sein.

  • Da die Bahn ja sehr differenzierte Beförderungsbedingungen für die Fahrradmitnahme pflegt, frage ich einfach mal auf gut Glück nach: Ist in den Bussen innerhalb des HVV ein zusammengeklapptes Faltrad eigentlich eher ein Gepäckstück oder ein Fahrrad?


    Hintergrund: Brompti hat einen defekten Antrieb und ist momentan nur mäßig fahrbereit, musste heute also zwangsläufig Bus und Bahn fahren. Ein Fahrer des Metrobus 5 fand das wohl nicht so gut und schloss die Tür am Mehrzweckbereich direkt vor meiner Nase. Ich versuchte es gleich darauf eine Tür weiter vorne, die ebenso eilig geschlossen wurde. Das war auch kein Versehen, er schüttelte anschließend beim Anfahren den Kopf.


    Die HVV-Webseite sagt, im Metrobus 5 dürfe man ohnehin keine Räder mitnehmen:



    Bevor ich nun wertvolle Lebenszeit verschwende und mich mit der Hochbahn auseinandersetzen muss: Ist für die Hochbahn ein Faltrad ein Fahrrad? Oder bin ich nur mal wieder an einen ganz speziellen Fahrer geraten?


    Falls ich noch mal in die Verlegenheit geraten sollte, ein defektes Faltrad im Bus zu transportieren, packe ich es einfach in die Transporttasche. Dann darf es sogar auf dem Sitz neben mir hocken, das stört nämlich leider niemanden.

  • Bevor ich nun wertvolle Lebenszeit verschwende und mich mit der Hochbahn auseinandersetzen muss: Ist für die Hochbahn ein Faltrad ein Fahrrad? Oder bin ich nur mal wieder an einen ganz speziellen Fahrer geraten?

    Gute Frage. Ich bin bis vor ca. 5 Jahren regelmäßig mit Faltrad im Bus gewesen (nicht 5er, aber auch in sehr vollen Bussen) und hatte mit den Fahrern nie Probleme.


    Edit: Eher mit den Fahrgästen.

  • Ein Faltrad ist immer als Gepäckstück anzusehen.Ich hatte in der Vergangenheit nie ein Problem mit meinem Birdy. Wenn allerdings Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer Platz brauchen, dann sollte man den Platz räumen.Das Brompton ist ja klein genug um ein Plätzchen zu finden.

  • Das, was du in deinem 1. Satz schreibst, ist m. W. nicht korrekt.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • https://www.hvv.de/de/gemeinschaftstarif

    https://www.hvv.de/resource/bl…meinschaftstarif-data.pdf



    Dein Brompti ist also eine Sache und kein Fahrrad. Auf dem Sitz neben dir darf es nicht liegen.

    Ob es überhaupt mitgenommen wird, entscheidet der Busfahrer. Er hat sich dagegen entschieden, hätte euch aber auch mitnehmen können.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Malte War der Bus besonders voll? Hätte er dich auch mit einer Reisetasche nicht mitgenommen?

    Genau solche Umstände machen den ÖPNV doch unattraktiv, wenn die Mitnahme an der Gnade des Busfahrers hängt.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)