Woche 24 vom 08. bis 14. Juni 2026

  • Nachdem ich nun diese ganzen Nebelkerzen abgehandelt habe: Wo ist denn nun der evidenzbasierte Beleg, der eine unterschiedliche Sicherheitsbetrachtung des Fahrradhelmes im Rennradsport bzw. Straßenverkehr rechtfertigt?

    Naja, was heißt hier "Nebelkerzen" und "abgehandelt". Zumindest scheinen wir uns ja darin einig zu sein, dass beim Mountainbike-Rennsport die Helme einen gewissen Unfallschutz gewährleisten. Darüber hinaus sind beim Mountainbike-Rennsport allerlei Protektoren für Rücken, Brust, Ellbogen, Knie, Handgelenk usw. im Einsatz. Da kann man ja nur hoffen, dass wir nicht eines Tags uns mit all dem Kram behängen müssen, um ordnungsgemäß im Alltag Fahrrad fahren zu können.

    Mountainbike-Helme sind anders gebaut als gewöhnliche Fahrrad-Helme. Sie haben häufig einen zusätzlichen Kinnschutz und sehen eher aus wie Integralhelme von Motorradfahrer*innen. Ist das der Grund dafür, dass du die Mountainbike-Fahrradhelme für sinnvoll hältst?

    Oder ist die höhere Sturzgefahr auf sehr unebenem Boden, mit Steinen, Ästen usw, der Grund? Beim Rennradfahren stürzt man möglicherweise mit einer weniger großen Wahrscheinlichkeit auf Steine, Baumwurzeln usw. als beim Mountainbike-Fahren. Andererseits auch glatter Asphalt ist hart und es gibt auch bei Fahrradrennen immer wieder mal unfreiwillige Ausflüge in die "Botanik". Und bei manchen Straßen-Radrennen ist es sogar eine Spezial-Disziplin auf sehr unebenen Strecken zu fahren, wie bei dem berüchtigten Fahrradrennen Paris-Roubaix mit zahlreichen Pflasterstein-Abschnitten. Dann müsste doch von der Fahrbahnbeschaffenheit her auch da der Helm Sinn machen.

    Ich habe den Eindruck, du unterstellst den Rennveranstaltern, dass sie wider besseren Wissens die Helmpflicht bei Straßenradrennen eingeführt hätten, und dass die von ihnen in Auftrag gegebenen Gutachten nicht genügend belegen, dass Fahrradhelme Straßenradrennen sicherer machen. Ich sehe keinen Grund den Sicherheitsgewinn durch Helmtragen im Rennradsport in Frage zu stellen. Am 20.7.1995 schrieb Die Welt: "Schon vor vier Jahren [also 1991] hatte die medizinische Kommission des Internationalen Radsport-Verbandes (UCI) die Helmpflicht beschlossen. [Dann aber wieder ein Stück weit zurückgenommen.] Grundlage des UCI-Beschlusses waren mehrere Gutachten, darunter eines des italienischen Bio-Mechanikers Antonio dal Monte." So richtig rechtskräftig umgesetzt wurde de Helmpflicht erst 2003. Da stimmten dann auch die Fahrer zu.

    Radrennfahrer sehe ich tempomäßig näher an Motorradfahrern als an Flachland-Alltagsradlern. Deshalb macht der Helm wie beim Motorradfahren Sinn. Es sei denn es wäre wirklich so, dass nur Motorradintegralhelme Sinn machten oder Mountainbike-Helme mit Kinnschutz.

  • Naja, was heißt hier "Nebelkerzen" und "abgehandelt". Zumindest scheinen wir uns ja darin einig zu sein, dass beim Mountainbike-Rennsport die Helme einen gewissen Unfallschutz gewährleisten.

    Nein, denn auch dafür fehlt der evidenzbasierte Beleg. Ich habe lediglich der leider typischen Erweiterung des Themas widersprochen, denn es ging und geht um Fahrradhelme. Dafür ist die Beleglage ausreichend schlecht, im Gegensatz zum Helm für Mountainbiker. Womit für mich das Thema Mountainbikehelme bis zum evidenzbasierten Beleg beendet ist.

    Ich habe den Eindruck, du unterstellst den Rennveranstaltern, dass sie wider besseren Wissens die Helmpflicht bei Straßenradrennen eingeführt hätten, und dass die von ihnen in Auftrag gegebenen Gutachten nicht genügend belegen, dass Fahrradhelme Straßenradrennen sicherer machen.

    Ich unterstelle nicht. Sie haben das schlicht so getan. Es gibt halt bis heute keine Evidenz, daran ändern Gutachten gar nichts.

    Radrennfahrer sehe ich tempomäßig näher an Motorradfahrern als an Flachland-Alltagsradlern. Deshalb macht der Helm wie beim Motorradfahren Sinn.

    Integralhelme möglicherweise. Fahrradhelme: Evidenz bitte, keine Anekdoten.

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    Peter Viehrig

    "Glaube ist die Überzeugung, dass etwas wahr ist, weil die Belege zeigen, dass es falsch ist."
    (Andreas Müller)

  • Wie oben schon erwähnt· fehlt für Evidenz simpel die Fallzahl. Wenn in 10 Jahren im Profisport unter 30 Leute tödlich verunfallen, davon dann über 2/3 wohl jenseits des Wirkbereichs einens Fahrradhelms, dann lässt sich daraus sowieso keine Aussage für irgendetwas stellen, weder dafür, noch dagegen.


    Was mich ernsthaft erstaunt ist, wie viele der Profis von einem Auto erlegt werden.

  • Zumindest scheinen wir uns ja darin einig zu sein, dass beim Mountainbike-Rennsport die Helme einen gewissen Unfallschutz gewährleisten. Darüber hinaus sind beim Mountainbike-Rennsport allerlei Protektoren für Rücken, Brust, Ellbogen, Knie, Handgelenk usw. im Einsatz.

    Der MTB-Sport ist ein Kind des Fahrradhelms. Die vielen Opfer dabei sind folglich zu 100% Schuld des Helms. Musterbeispiel für Risikokompensation.

  • Wie oben schon erwähnt· fehlt für Evidenz simpel die Fallzahl. Wenn in 10 Jahren im Profisport unter 30 Leute tödlich verunfallen, davon dann über 2/3 wohl jenseits des Wirkbereichs einens Fahrradhelms, dann lässt sich daraus sowieso keine Aussage für irgendetwas stellen, weder dafür, noch dagegen.

    Wenn ein Personenkreis, der zusammen sicher mehrere hundert Millionen km im Jahr radelt, am Ende so wenige Opfer aufweist, dass mögliche Helmeffekte im Grundrauschen untergehen, dann kann man ruhigen Gewissens sagen, dass die betriebene Tätigkeit inhärent sicher ist, und darum auch keine besonderen Schutzmaßnahmen erfordert, die man bei anderen Alltagstätigkeiten gleich geringen Risikos zu recht für vollkommen absurd halten würde.

  • Eigentlich gibt es ja bereits einen Thread, in dem über Fahrradhelme diskutiert wird. Dort habe ich jetzt einen neuen Beitrag geschrieben mit einem Vergleich zum Reitsport. Deshalb das Foto von behelmter Reiterpolizei. Und hier der Link zum neuen Beitrag im Thread: RE: Die Gretchenfrage: Wie habt ihr’s mit dem Helm?

    Dass hier die Helmdiskussion hochkochte, hatte unter anderem mit dem FAZ-Artikel zu tun, in dem ein Radprofi kritisierte, dass die meisten Radfahrer*innen nicht richtig bremsen könnten. Und der in dem Artikel zum Thema Fahrradhelm empfohlen hatte: "Ich appelliere an den gesunden Menschenverstand. Ich würde mal behaupten, dass ich ganz okay auf dem Rad sitze. Dennoch würde ich nie im Leben auf den Gedanken kommen, auch nur eine Sekunde ohne Helm zu fahren."

  • die Polizei wieder...

    Polizei in Franken mahnt Radfahrer und Autofahrer auf Landstraßen - wichtiger Appell
    Landstraßen gelten für viele als der schönere Weg. Zugleich sind sie aber besonders gefährlich. Das zeigt die Statistik der Polizei Oberfranken. Von insgesamt…
    www.nordbayern.de

    so gefährlich, diese Landstraßen. 2 tödliche Unfälle. 1x Alkohol, 1x Alleinunfall

    fürchterbar gefährlich, diese Landstraßen!

  • so gefährlich, diese Landstraßen. 2 tödliche Unfälle. 1x Alkohol, 1x Alleinunfall

    fürchterbar gefährlich, diese Landstraßen!

    "Die Polizei Oberfranken verbindet ihre Bilanz deshalb mit einem klaren Appell: Nicht jeder Unfall lässt sich verhindern - schwere Kopfverletzungen aber oft schon. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte deshalb konsequent einen Helm tragen.", so steht es in dem von DMHH verlinkten Artikel.

    Leider verzichtet die Polizei auf einen Appell an die Autofahrer*innen, die geltenden Tempolimits einzuhalten und zu bedenken, dass trotz generellem Tempolimit von 100 km/h auf vielen Landstraßenabschnitten deutlich langsamer gefahren werden muss, um Unfälle zu vermeiden. Auch dann wenn dort nicht ausdrücklich ein niedrigeres Tempolimit angeordnet ist.

    Es bleibt der fade Beigeschmack, dass die Polizei hier die Opfer von Verkehrsunfällen blamieren will, nach dem Motto selbst Schuld, wenn dir was passiert. Du hättest ja einfach nur einen Helm tragen müssen. :(

    Das Helmtragen aber verhindert keine Unfälle. Ein Tempo zu fahren, das an die Straßenverhältnisse, das Wetter und die Streckenführung angepasst ist, dagegen schon.

    Ebenso würde ein deutlich niedrigeres generelles Tempolimit auf Landstraßen helfen, Unfälle zu vermeiden. In Frankreich beispielsweise gilt Tempo 80 max. auf Landstraßen.

  • Zitat

    Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hat einen Antrag auf die Tagesordnung setzen lassen, in dem es vor allem um eine Überarbeitung des aktuellen Bußgeldkatalogs geht. Die Vorlage "Anpassung der deutschen Bußgelder für Verkehrsverstöße an das europäische Sanktionsniveau" liegt LTO vor.

    :*

    aber kacke:

    Zitat

    Bei geringfügigen Verkehrsverstößen soll die Verwarnungsgrenze nach dem Vorschlag Hamburgs von derzeit 55 Euro (§ 1 Absatz 1 BKatV, § 56 Absatz 1 Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG)) künftig auf 70 Euro erhöht werden. Um, wie es heißt, "die Bußgeldsachbearbeitung statt im gegenwärtig erforderlichen manuellen Verfahren wieder im automatisierten Verwarnungsverfahren abwickeln zu können".

    damit ist das gehwegparken wieder ein einfacher Fall, bei dem keine Ermittlungen geführt werden müssen zum Fahrer/in

    aber immerhin soll die Einstellung gegen Kostentragung von läppischen 20,- + Port/Verpackung auf 45,- steigen.

    dann also Gehwegparken wieder regelhaft mit "keine Ahnung, wer gefahren ist", aber dann immerhin direkt 45,- zahlen.