Nachdem ich nun diese ganzen Nebelkerzen abgehandelt habe: Wo ist denn nun der evidenzbasierte Beleg, der eine unterschiedliche Sicherheitsbetrachtung des Fahrradhelmes im Rennradsport bzw. Straßenverkehr rechtfertigt?
Naja, was heißt hier "Nebelkerzen" und "abgehandelt". Zumindest scheinen wir uns ja darin einig zu sein, dass beim Mountainbike-Rennsport die Helme einen gewissen Unfallschutz gewährleisten. Darüber hinaus sind beim Mountainbike-Rennsport allerlei Protektoren für Rücken, Brust, Ellbogen, Knie, Handgelenk usw. im Einsatz. Da kann man ja nur hoffen, dass wir nicht eines Tags uns mit all dem Kram behängen müssen, um ordnungsgemäß im Alltag Fahrrad fahren zu können.
Mountainbike-Helme sind anders gebaut als gewöhnliche Fahrrad-Helme. Sie haben häufig einen zusätzlichen Kinnschutz und sehen eher aus wie Integralhelme von Motorradfahrer*innen. Ist das der Grund dafür, dass du die Mountainbike-Fahrradhelme für sinnvoll hältst?
Oder ist die höhere Sturzgefahr auf sehr unebenem Boden, mit Steinen, Ästen usw, der Grund? Beim Rennradfahren stürzt man möglicherweise mit einer weniger großen Wahrscheinlichkeit auf Steine, Baumwurzeln usw. als beim Mountainbike-Fahren. Andererseits auch glatter Asphalt ist hart und es gibt auch bei Fahrradrennen immer wieder mal unfreiwillige Ausflüge in die "Botanik". Und bei manchen Straßen-Radrennen ist es sogar eine Spezial-Disziplin auf sehr unebenen Strecken zu fahren, wie bei dem berüchtigten Fahrradrennen Paris-Roubaix mit zahlreichen Pflasterstein-Abschnitten. Dann müsste doch von der Fahrbahnbeschaffenheit her auch da der Helm Sinn machen.
Ich habe den Eindruck, du unterstellst den Rennveranstaltern, dass sie wider besseren Wissens die Helmpflicht bei Straßenradrennen eingeführt hätten, und dass die von ihnen in Auftrag gegebenen Gutachten nicht genügend belegen, dass Fahrradhelme Straßenradrennen sicherer machen. Ich sehe keinen Grund den Sicherheitsgewinn durch Helmtragen im Rennradsport in Frage zu stellen. Am 20.7.1995 schrieb Die Welt: "Schon vor vier Jahren [also 1991] hatte die medizinische Kommission des Internationalen Radsport-Verbandes (UCI) die Helmpflicht beschlossen. [Dann aber wieder ein Stück weit zurückgenommen.] Grundlage des UCI-Beschlusses waren mehrere Gutachten, darunter eines des italienischen Bio-Mechanikers Antonio dal Monte." So richtig rechtskräftig umgesetzt wurde de Helmpflicht erst 2003. Da stimmten dann auch die Fahrer zu.
Radrennfahrer sehe ich tempomäßig näher an Motorradfahrern als an Flachland-Alltagsradlern. Deshalb macht der Helm wie beim Motorradfahren Sinn. Es sei denn es wäre wirklich so, dass nur Motorradintegralhelme Sinn machten oder Mountainbike-Helme mit Kinnschutz.