Woche 21 vom 18. bis 24. Mai 2026

  • Der Unwille, entsprechende Hinweise zur Kenntnis zu nehmen, läßt mich ersteres vermuten bei jenen, die Hinweise zur Kenntnis nehmen müßten. Die NWZ jedenfalls hat sich nicht gerührt, wenn ich ihr was darbieten wollte, ebenso bei anderen Zeitungen, wie ich gelegentlich las. Meine Webseite gibt es seit bald 25 Jahren, keine einzige Reaktion von jenen, die Hinweise zur Kenntnis nehmen müßten.

    Keine Unschuldsvermutung mehr.

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.

  • Zynisch ist es, den ADFC, bzw. die Veranstalter*innen der Senior Mass als ein gewinnorientiertes Unternehmen darzustellen, das etwas "vermarkten" will. Damit werden Menschen verunglimpft, die ehrenamtlich tätig sind, um sich für Umweltschutz und Klimaschutz durch Verbesserungen im Radverkehr einzusetzen. Es ist wichtig und richtig, darüber zu streiten, wie man erfolgreich die Situation für Radfahrer*innen verbessern kann. Und dazu gehört in vielen Fällen, keinen Fahrradweg zu bauen oder zu kleine Fahrradwege zurückzubauen, und auf die Fahrbahnnutzung hinzuweisen. Aber ich sehe da keinen "Königsweg" drin, der immer und überall anwendbar wäre.

    Ich finde es gut, dass es die Senior Mass gibt. Und ich sehe da keine "finsteren Mächte" am Werk, die die Teilnehmer*innen an der Demonstration für irgendwelche vermuteten "Geschäftsmodelle" ausnutzen.

  • Zynisch ist es, den ADFC, bzw. die Veranstalter*innen der Senior Mass als ein gewinnorientiertes Unternehmen darzustellen, das etwas "vermarkten" will.

    Wer hat wann und wo wem eine Gewinnorientierung unterstellt? Dezidierte Belege bitte.

    Und ich sehe da keine "finsteren Mächte" am Werk, die die Teilnehmer*innen an der Demonstration für irgendwelche vermuteten "Geschäftsmodelle" ausnutzen.

    Wer hat wann und wo wem genau eine Ausnutzung der "Teilnehmer*innen" für welches Geschäftsmodell genau unterstellt? Dezidierte Belege bitte.

    Sie schrammen hier ganz knapp an der bewußten Lüge entlang. Also, Belege.

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    Peter Viehrig

    "Glaube ist die Überzeugung, dass etwas wahr ist, weil die Belege zeigen, dass es falsch ist."
    (Andreas Müller)

  • Vielleicht sollte ich das nachholen. Gewiß, an anderer Stelle, denn die Woche ist längst vorbei. Oh, da habe ich mich selbst versehen, merke ich jetzt erst.

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.

  • Wenn ich die teils zynischen Kommentare zur Senior Mass hier lese, dann frage ich mich, ob da nicht so jemand wie der von Dota Kehr beschriebene Rennrad-Typ dahinter steckt. "Und er weiß, er ist heiß. Heiß wie frisch frittiert"8)

    Auf diesen Beitrag von mir, der durchaus humorvoll gedacht war, einen entsprechenden Smiley hatte und ein Link zu einem Dota Kehr Video, in dem sie sich als Hipster auf dem Rennrad verkleidet hat, kam unter anderem diese Antwort im nächsten Zitatkasten.

    Wie ist diese Antwort zu verstehen, die auf meinen Beitrag folgte?

    Zynisch, also menschenverachtend, ist es, Radwege als Sicherheitsgewinn zu vermarkten, denn sie sind das exakte Gegenteil. Und die Vermarkter wissen das auch genau. Senioren bewußt in den Tod zu schicken, das ist menschenverachtend. Sie zu einer Demo zusammenzutrommeln, um das zu tun, ist an Perfidie kaum zu übertreffen.

    Da gibt es wenig Interpretationsspielraum. Die Veranstalter der Senior Mass seien "menschenverachtend", die "Senioren bewusst in den Tod schicken." So ist die Aussage des Satzes. Oder täusche ich mich da?

    Der Veranstalter der Senior Mass ist Changing Cities und die sollen angeblich Radwege als Sicherheitsgewinn "vermarkten", also Geld damit verdienen? So ist doch der Satz im Zitat zu verstehen. Und angeblich schicken die Veranstalter die Senioren dafür "bewusst in den Tod".

    Zu der Senior Mass "zusammentrommeln" tun diese Gruppierungen:

    "Es rufen mit auf:

    adfc Schöneberg

    adfc Tempelhof

    Logo Omas for future
    Omas for Future
    Logo fLotte – Freie Lastenräder für Berlin
    Flotte Berlin
    Logo fLotte sozial
    Flotte Sozial
    Logo des VCD Nordost
    VCD Landesverband Nordost e.V.
    Behinderten- und Rehabilitations- Sportverband Berlin
    Radeln ohne Alter Berlin
    Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade"

    Senior*innen-Fahrradkorso am 20.6.2026 – Netzwerk fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg

    Diese Organisationen sind keine "Vermarkter" von Radwegen, die Senioren "bewusst in den Tod schicken".

    Die Frage ist, ob auf allen Ebenen (örtlicher ADFC-Vorsitzender, Lokalredakteur, Leser der Interviews und Pressemitteilingen) überhaupt klar ist, dass die Phrase „sichere Radwege“ gar kein naiver Pleonasmus ist, sondern dass sie im Gegenteil bedeuten soll: „Uns ist vollkommen klar, dass alles, was wir bis gestern gefordert haben, totaler Bockmist war. Aber wir glauben fest daran, dass es nur genug Geld und guten Willen braucht, dem abzuhelfen.“

    Auch wenn als Frage formuliert, wird mit diesem Zitat der Vorwurf in den Raum gestellt, dass der örtliche ADFC-Vorsitzende genau wüsste, dass es keine sicheren Radwege gäbe, sie aber trotzdem fordert zum Nachteil der Radfahrenden.

    2 Mal editiert, zuletzt von Ullie (23. Juni 2026 um 05:46) aus folgendem Grund: Korrektur: Der Verein heißt Changing Cities, ich hatte die Reihenfolge der Wörter vertauscht. Infos zu Changing Cities: https://www.klima-allianz.de/mitglieder/unsere-mitglieder/mitglied/changing-cities-ev

  • Auch wenn als Frage formuliert, wird mit diesem Zitat der Vorwurf in den Raum gestellt, dass der örtliche ADFC-Vorsitzende genau wüsste, dass es keine sicheren Radwege gäbe, sie aber trotzdem fordert zum Nachteil der Radfahrenden.

    Im Gegenteil: ich räume ein, dass der lokale Fürst womöglich gar nicht weiß, was er da nachplappert. Die Führungsetage auf Bundesebene schon.

  • Im Gegenteil: ich räume ein, dass der lokale Fürst womöglich gar nicht weiß, was er da nachplappert. Die Führungsetage auf Bundesebene schon.

    Genau auf solche Aussagen zielt meine Kritik: Man kann sich über Radverkehrspolitik vortrefflich streiten. Aber dafür muss man doch nicht so weit gehen, den ADFC-Bundesvorsitzenden zu unterstellen, dass sie sich für den Bau von Fahrradwegen in bestimmten Straßen aussprechen, obwohl angeblich längst abschließend geklärt sei, dass es keine "sicheren Radwege" gäbe.

    2 Mal editiert, zuletzt von Ullie (23. Juni 2026 um 08:10) aus folgendem Grund: Mir ist gerade eingefallen, dass es zwei ADFC-Bundesvorsitzende gibt: Sarah Holczer und Frank Masurat https://www.adfc.de/pressemitteilung/adfc-bundeshauptversammlung-holczer-und-masurat-als-neues-fuehrungsduo-gewaehlt

  • Genau auf solche Aussagen zielt meine Kritik: Man kann sich über Radverkehrspolitik vortrefflich streiten. Aber dafür muss man doch nicht so weit gehen, dem ADFC-Bundesvorsitz zu unterstellen, dass er sich für den Bau von Fahrradwegen in bestimmten Straßen ausspricht, obwohl angeblich längst abschließend geklärt sei, dass es keine "sicheren Radwege" gäbe.

    Der Punkt ist, dass die Floskel "sicherer Radweg" genau wie das neuerdings sehr häufig auftauchende "sichere Kreuzungen" von den Erleuchteten als Code für eine neue Generation vermeintlich besserer, weil idiotensi^h^h^h "fehlerverzeihender", Sonderwege verwendet wird. Bislang fehlt allerdings jede Evidenz für die versprochenen Effekte.

    Ich halte die Idee, nach jedem schweren Radwegunfall eine neue Radwegvariante ausprobieren zu wollen, für ähnlich rational wie die Methode, seine Chancen auf Sechs Richtige beim Lotto zu erhöhen, indem man ganz bewusst die Gewinnreihe vom letzten Wochenende nicht mehr ankreuzt.

    Aber selbst dann, wenn die Methode wider Erwarten doch funktioniert, wäre es angesichts des gigantischen Altbestandes dringend geboten, von dessen Benutzung aktiv abzuraten und insbesondere gegen die Benutzungspflicht dafür vorzugehen. Und genau das wird durch die semantische Doppelbödigkeit der Floskel "sicherer Radweg" verhindert.

    Einmal editiert, zuletzt von Th(oma)s (23. Juni 2026 um 08:59)

  • Aber dafür muss man doch nicht so weit gehen, den ADFC-Bundesvorsitzenden zu unterstellen, dass sie sich für den Bau von Fahrradwegen in bestimmten Straßen aussprechen, obwohl angeblich längst abschließend geklärt sei, dass es keine "sicheren Radwege" gäbe.

    Ich habe mehrfach versucht, mit dem ADFC Bundesverband ins Gespräch zu kommen: Keine Reaktion auf Mails, auf Briefe (ganz oldschool) und auch am Telefon wurde ich immer abgewimmelt. Ich wollte über die ständig wiederholten Falschbehauptungen sprechen, dass das deutsche Verkehrsrecht angeblich die Flüssigkeit des Autoverkehrs über die Sicherheit des Radverkehrs stellen würde. Der ADFC hat selbst ein Rechtsgutachten beauftragt, in dem steht, dass nicht das Verkehrsrecht das Problem ist, sondern die Tatsache, dass es von den Behörden nicht im Interesse des Radverkehrs (oder gar nicht) umgesetzt wird.

    Wenn sowas trotzdem immer weiter behauptet wird, ist das kein Versehen, sondern Absicht. Man möchte Stimmung machen für das Ziel "mehr Radwege", weil man sich davon verspricht, dass mehr Leute Fahrrad fahren, wenn sie überall das flauschige Gefühl haben, dabei dem Autoverkehr nicht im Weg zu sein.

    Dabei stehen Fakten natürlich im Weg. Man kann nicht zugeben, dass die gefühlte Sicherheit auf Radwegen trügerisch ist und Radwege neue Gefahren schaffen. Man kämpft gegen das Verkehrsrecht, weil es darin Regeln gibt, wann es Radwege geben soll und vor allem: Wann die benutzungspflichtig sein dürfen. Weil auch der ADFC weiß, dass keine Kommune Angebotsradwege baut, die nicht benutzt werden müssen, stört sich der ADFC auch nicht an der Benutzungspflicht, die im ganzen Land mit der Gießkanne verteilt wird. Der ADFC hat ernsthaft gefordert, §45 (9) S. 3 zu streichen, weil das die Anordnung von T30 erschwere. Natürlich weiß der ADFC ganz genau, dass dieser Absatz alle Verkehrsteilnehmer, also auch Radfahrer vor willkürlichen Beschränkungen durch die Verkehrsbehörden schützen soll. Aber wer überall "Radwege" fordert, stört sich natürlich nicht daran, dass eine Radwegebenutzungspflicht auch eine Beschränkung ist.

    Wenn der ADFC wirklich ein Interesse daran hätte, die Sicherheit des Radverkehrs zu erhöhen, ergo die Zahl der getöteten Radfahrer zu senken, müsste er sich vor allem für die Abschaffung von Radwegen einsetzen. Stattdessen erzählt der ADFC immer wieder, dass man zum sicheren Radfahren auf jeden Fall ein durchgehendes Radwegenetz braucht und dass Radfahren ohne Radweg lebensgefährlich ist. Damit verhindert er, dass Leute auf das Fahrrad steigen, wo es keinen Radweg gibt und liefert eine Grundlage für die Aggressionen gegen Radfahrer. Nein, ich behaupte nicht, dass der ADFC daran alleine Schuld ist, aber damit verstärkt man das Problem, anstatt es zu lösen.

    Der ADFC fordert schönere Käfige, anstatt sich dafür einzusetzen, dass Radfahrer nicht weggesperrt werden.

    *edit: Zu den Aussagen auf den Screenshots:

    1. Es war noch nie erforderlich, dass erst Unfälle passieren mussten, bevor Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit getroffen werden. Eine Maßnahme muss aber geeignet sein, um die Gefahr zu mindern.

    2. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer steht schon seit langem über der Flüssigkeit des Verkehrs. Nach der letzten Überarbeitung der VwV-StVO wurde lediglich nochmals betont, dass mit "Flüssigkeit des Verkehrs" tatsächlich alle Verkehrsarten und nicht nur der Autoverkehr gemeint ist.

    3. Die Behauptung, dass Vision Zero nicht im Verkehrsrecht verankert sei, ist falsch: Das steht gleich im allerersten Satz der VwV-StVO.