Woche 6 vom 08.02. bis 14.02. 2021

  • bei Nebenfahrbahnen kann man sehr einfach was tun: Fahrstreifenbreite massiv reduzieren. Da braucht es keine 3,5m, da reichen 2,70m für alle Fahrzeuge. Bei solchen baulichen Breiten wird erfahrungsgemäß auch nicht überholt. Ok, angehupt wird noch. Aber nicht gefährdet...

  • Anstatt dagegen vorzugehen

    Hatte gestern ein schönes Gespräch mit einem Polizisten, zu dem das auch passt.

    Der stand gemütlich neben einem [Zeichen 250]  [Zusatzzeichen 1022-10] und sah zu, wie es im Sekundenabstand von Autofahrern missachtet wird.

    Ich sprach ihn an, warum er das nicht unterbindet. Seine Antwort:

    Er hält das Zeichen für überflüssig und hat Rahmen seines Ermessens entschieden, die Verstöße an dieser Stelle grundsätzlich nicht zu ahnden.


    Na wenigstens hat er sich meinen folgenden Vortrag über die Grenzen seines Ermessens angehört, ohne pampig zu werden.

  • Würde man die StVO schweizartig zur allgemeinen Abstimmung freigeben, schieben Radler das Rad zukünftig auf dem Gehweg und die Fußgängerzonen wären Parkplätze

    Ich bin mir da gar nicht so sicher. Die "Hardcore-Idioten" haben in meiner persönlichen Wahrnehmung zwar ein enormes Gewicht, aber wenn ich mich bemühe, objektiv zu sein, muss ich eingestehen: Sie sind in der Minderheit. Zumindest nicht in der Mehrheit.


    Dafür hab ich heute in Fürstenfeldbruck - der fahrradfreundlichen Stadt - ein neues Verkehrzeichen entdeckt: VZ 240 und drunter: "Radfahrer absteigen". Zumindest bild ich mir ein, dass "Radfahrer absteigen" neu ist. Hier: 48.18795041704717, 11.254089116882932

  • ich ginge aktuell auch nicht davon aus, dass jeder Gehweg und jede Fußgängerzone zum Parkplatz würde.

    Aber das mit den Radwegen befürchte ich auch.


    Und da würde man selbst in urbanen Gebieten mit sehr wenig Platz wieder irgendwelche Schwurbeleien hinklatschen. Und das als "sicheres Radfahren" verkaufen. Da würde ich nicht meine Hand für ins Feuer legen, dass da die techn. Regelwerke und Empfehlungen weiterhin als maßgeblich betrachtet werden.

  • Dafür hab ich heute in Fürstenfeldbruck - der fahrradfreundlichen Stadt - ein neues Verkehrzeichen entdeckt: VZ 240 und drunter: "Radfahrer absteigen". Zumindest bild ich mir ein, dass "Radfahrer absteigen" neu ist. Hier: 48.18795041704717, 11.254089116882932

    Ist in der Stadt eine Kombination die man öfters finden kann. Hier meinst Du die kleine Fußgängerbrücke über die B471?

    Hängt da schon seit Jahren. Traurig, aber wahr.

  • Ist in der Stadt eine Kombination die man öfters finden kann. Hier meinst Du die kleine Fußgängerbrücke über die B471?

    Hängt da schon seit Jahren. Traurig, aber wahr.

    Strange. Ich fahr da seit ein paar Jahren regelmäßig, aber heute ist mir es erstmals aufgefallen (als geborener Untertan hab immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich was Illegales mache - was nicht heißt, dass ich's nicht mache).


    Das Schild sieht auch ziemlich taufrisch aus.

  • Warum in Stendal Radwege nicht geräumt werden?

    Zitat

    Fahrradwege werden dabei nicht berücksichtigt. Sie haben bei der Räumung keine Priorität, sagt Fischbach. „Das Fahrrad ist bei derartigen Witterungsbedingungen kein geeignetes Fortbewegungsmittel, und die Menschen sind angehalten auf das Auto oder den öffentlichen Personennahverkehr auszuweichen, sofern dieser fahren kann.“

    https://www.volksstimme.de/lok…en-schnee-nicht-wegraeumt


    Meine Erfahrung aus Stendal ist allerdings, dass die dortigen Radwege auch im Sommer unbenutzbar sind. Also eigentlich alles wie immer.

  • So furchtbar Nürnberg an manchen Stellen ist - der Winterdienst ist wenigstens geplant.


    "Radfahren im Winter

    Auch bei winterlichen Verhältnissen werden bestimmte Strecken von Radfahrenden stark genutzt. Die Stadt bemüht sich, ihren Kapazitäten entsprechend solche Strecken schnellstmöglich zu räumen und zu streuen. Einige Radwege, die unmittelbar auf Fahrbahnen laufen und markiert sind, können bei größeren Schneehöhen allerdings nicht mehr geräumt werden, weil der von der Fahrbahn weggeschobene Schnee dort abgelagert werden muss.

    Welche Radrouten im Winter in welcher Sicherungsstufe gesichert werden, können Sie dem untenstehenden Link entnehmen.


    In der täglichen Praxis ist der Satz "Radweg als Schneeablagefläche" kein Problem. Ich wurde noch nicht angehupt, das passierte mir bisher nur bei >30°C im Sommer, wenn den Leuten die Hitze aufs Gemüt schlägt. Ich lasse das pdf-link so stehen - der Plan ist nicht allumfassend und leider veraltet - die neu gebauten Fahrradstraßen sind auch als Prio 1 geräumt und gesalzen.

  • In Hannover werden Fahrradwege von Schnee und Eis geräumt. Zumindest im Prinzip und es gibt Beispiele dafür, dass es klappt, wie hier an der Fössestraße:

    Es gibt aber auch Beispiele dafür, dass es nur im Prinzip klappt, wie hier an der Spinnereistraße, wo zwar der Radweg geräumt wurde,

    aber zum Teil auch wieder zugeschüttet wurde mit dem Schnee, der von der Fahrbahn geräumt wurde.


    "Der Räumdienst des kommunalen Unternehmens Aha gerät erneut in die Kritik. Grüne und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) bemängeln, dass viele zentrale Radwege kaum vom Schnee befreit seien."

    HAZ vom 10.2.2021 https://www.haz.de/Hannover/Au…e-kaum-von-Schnee-befreit

    So gut wie auf dem ersten Foto in der Fössestraße hat es offensichtlich nicht immer geklappt.


    Zwei Seelen schlagen da in meiner Brust: Einerseits soll auch im Winter Fahrradfahren möglich sein auf gut geräumten Radwegen. Andererseits ist der dafür notwendige Streusalzeinsatz natürlich Gift für die Umwelt.

    Wenn ich mir jedoch die blank geputzten Autofahrspuren anschaue, dann ist klar, dass dort auch kräftig gesalzen wurde.


    Besonders ärgerlich finde ich, dass an den Bushaltestellen nur so eine Art "Schnee-Noträumung" stattfindet. Corona-bedingt ist es immer noch so, dass die vordere Tür ohnehin geschlossen ist. Aber die nur sehr gering freigeräumte Fläche führt dazu, dass trotzdem an den hinteren Türen nur über Schneeberge hinweg ausgestiegen werden kann:

  • Ich glaube, es wird sich aktuell in jeder Kommune, jedem Landkreis über die Räumung beschwert.


    Mit derartigen Schneemassen hat niemand mehr wirkliche Erfahrung. Also wird das "übliche" Winterprogramm abgespult.

    Eines, das irgendwie ganz gut passt - und Normalbedingungen und wenn es ums Salzen oder Räumen von 5cm Schnee geht.


    Aber bei 20cm+ bringt das eben nichts mehr. Weil die Schneemassen von der Fahrbahn geschoben die Fußwege, Haltestellen, Furten, Schutzstreifen etc. blockieren.


    Ich weiß da auch nicht, was einige Leute erwarten:

    Räumfahrzeuge und Personal für den worst-case vorhalten, das 1x-in-20-Jahren Ereignis?


    Hätte ich in einer Gemeinde was zu sagen, würd ich den aktuellen Zustand dokumentieren lassen (Fotos) und darauf aufbauend einen Räumplan für derartige Schneemassen erstellen lassen. Und im Räumplan wäre enthalten, dass eben Personal/Gerät bei externen Firmen eingekauft wird. Damit mein ich nicht irgendwelche Hausmeisterservices, die selbst genug zu tun haben, sondern Baufirmen etc.


    Beispiel: die Baustelle bei mir gegenüber steht still. Da passiert nix. Dennoch kommen hier jeden Morgen 6 Geräteführer an, schauen nach dem rechten und sitzen die Zeit ab. Montag haben die noch mit Großgerät, Bobcat und Radlader die Rettungswege und Zufahrten zur Baustelle geräumt.

    Danach hätten sie aber - so denn bezahlt - auch einfach damit weitermachen können, die Schneemassen von der Straße zu karren.


    Oder anderes Beispiel: Großes Unternehmen hier bei mir um die Ecke hält eigene Parkplatzflächen für Mitarbeitende vor. Und ein Räumfahrzeug dafür. Am Montag abend waren die Parkplätze quasi schneefrei und geräumt. Kam nur kaum einer drauf, weil die öffentliche Straße dahin unter 40cm Schnee lag.

    Und das ist dann einfach witzlose Ressourcenverschwendung.

  • Die nächste Frage wäre natürlich, warum diejenigen, die bei der Umfrage angegeben haben, sich beim Autofahren einzuschränken, "wenn es dazu beiträgt, Umwelt oder Klima besser zu schützen", das nicht tun. Oder muss man denen noch erklären, dass Zufußgehen, Radfahren, Bus- und Bahnfahren dazu beiträgt, Umwelt und Klima besser zu schützen als Autofahren?

  • Welcher Partei gehörte denn wohl der Verkehrsminister an, der 1966 sagte: „kein Deutscher soll mehr als 20 Kilometer von einer Autobahnauffahrt entfernt leben“?

    Das war Leber-Schorsch von der SPD. 66 - 69 Bundesverkehrsminister in der Großen Koalition und dann noch mal 3 Jahre unter Brandt. Man muss allerdings dazu sagen, dass Leber die von ihm geplante Verlagerung des Transports von Massengütern von der Straße auf die Bahn nicht durchsetzen konnte, weil die CDU dagegen war.

    Und man muss dazu sagen, dass Leber Tempo 100 als Sicherheitstempo außerorts durchsetzte. Bis Anfang der 70er gab es außerorts keine Tempolimits in Westdeutschland.

    Beide Maßnahmen allerdings hatten nicht etwa den Sinn, den Autoverkehr irgendwie zu begrenzen oder einzudämmen. Vielmehr war das Kalkül, auf den Autobahnen Platz zu schaffen für den PKW-Verkehr und das Tempolimit sollte die Unfallzahlen senken, die sich "Systemschädigend" auswirkten auf den Autoverkehr.

    Andererseits hat nach ihm kein Verkehrsminister und schon gar kein Dobrindt oder Scheuer irgendwelche restriktive Maßnahmen ergriffen, die auch nur annähernd vergleichbar wären mit dem von Leber eingeführten Sicherheitstempo 100!

  • 8|

    Im Vergleich zu der Situation, in der es kein generelles Tempolimit außerorts gab, ist Tempo 100 durchaus berechtigt den Titel "Sicherheitstempo" zu tragen. Bis Anfang der 1970er Jahre gab es keine generellen Tempolimits außerorts in Westdeutschland.


    Wenn man dann noch bedenkt, dass Volvo damit vorgeprescht ist, seine PKW bei Tempo 180 abzuriegeln und das so begründet: "Nun gehen wir den nächsten großen Schritt zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr." Und damit die Autolobby erschreckt.


    Aber nicht dass hier wer glaubt, der Ullie würde jetzt plötzlich mit Tempo 100 auf Landstraßen seinen Frieden geschlossen haben. Es ging hier um Leber-Schorsch.


    Tempo 60 max. auf Landstraßen und Tempo 80 auf Autobahnen für alle, nicht nur für LKW, ist eher etwas, dass in Richtung Sicherheitstempo tendiert. Und ein wichtiger Bestandteil einer Verkehrswende, die diesen Namen tatsächlich verdient.

  • Wenn man dann noch bedenkt, dass Volvo damit vorgeprescht ist, seine PKW bei Tempo 180 abzuriegeln und das so begründet: "Nun gehen wir den nächsten großen Schritt zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr." Und damit die Autolobby erschreckt.

    Auch wenn ich Ihre Forderung nach Tempo 60 immer noch nicht akzeptiere - eine einfachere Lösung wären Sitzplätze - bitte akzeptieren Sie, dass die neue Generation von Mercedes' V-Klasse bei Tempo 140 km/h abgeregelt ist, der Smart seit Einführung bei Tempo 135 km/h und, der Citroen Jumpy bei 130 km/h, der Ducato bei 100 km/h, der Vivaro bei 130 km/h, der Kangoo Rapid bei 130 km/h, der Master bei 100 km/h.


    Die Automobilindustrie ist absolut bereit für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Die Politik (und offenbar Sie) sind es nicht.