• Nein, Verkauf und Ausschank ist nicht das selbe.

    Na dann ist Palmers "ab sofort nach 20 Uhr keinen Alkoholausschank to go mehr" ja ein ;) "ganz scharfes Schwert" ;) , das der Oberbürgermeister da blank zieht, um die "Halbstarken von Auswärts" aus Tübingen zu vertreiben.


    Und was macht er mit den "Halbstarken", die nicht von auswärts kommen, oder glaubt er, in seinem Tübingen gäbe es diesen Personenkreis nicht?


    Hier noch mal ein Remake von "Halbstark", von den Toten Hosen:

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    Palmers "Halbstarken"-Rhethorik ist reichlich danebengegriffen, wenn man versucht die Menschen zu einem verantwortungsbewussten Handeln in Pandemiezeiten zu ermutigen.

  • Drosten plädiert für den „Holzhammer“ gegen die Pandemie, Der Tagesspiegel, 31.3.2021:


    „Es ist klar, es müssen die Kontakte reduziert werden.“ Dazu zählten der Privatbereich, der Erziehungs- und Bildungsbereich sowie die Arbeitsstätten. „Da gibt es viele wissenschaftliche Beiträge, die jetzt auch auf Deutschland bezogen sind.“


    https://www.tagesspiegel.de/po…ie-pandemie/27057260.html


    "sowie die Arbeitsstätten", heißt es in dem Zitat. Aber wie passen dann diese ständigen Forderungen nach Öffnungsmodellen für Modegeschäfte, Restaurants, Theater usw. und das auch bei hohen Inzidenzwerten dazu? Wenn Geschäfte wieder geöffnet werden, so glauben einige wohl, dann müsse das zu begeisterter Zustimmung bei der Beschränkung privater Kontakte und der Verhängung von Ausgangssperren führen.

  • "sowie die Arbeitsstätten", heißt es in dem Zitat. Aber wie passen dann diese ständigen Forderungen nach Öffnungsmodellen für Modegeschäfte, Restaurants, Theater usw. und das auch bei hohen Inzidenzwerten dazu? Wenn Geschäfte wieder geöffnet werden, so glauben einige wohl, dann müsse das zu begeisterter Zustimmung bei der Beschränkung privater Kontakte und der Verhängung von Ausgangssperren führen.

    Erstens ist Drosten zwar ein Experte (den ich jetzt auch gar nicht schlechtreden will), aber eben auch nicht der einzige Experte, sondern nur einer unter mehreren. Nur weil er also den „Holzhammer“ fordert ist das noch lange kein Konsens. Es gibt auch Kollegen von ihm, die das deutlich anders sehen.

    Zweitens muss man sich bei Geschäften tatsächlich Fragen, ob diese ein Treiber der Pandemie sind, d.h. ob es bei (mit ordentlichem Hygienekonzept betriebenen) Geschäften überhaupt zu einer signifikanten Anzahl von Ansteckungen kommt. Das ist eine Frage die in der Tat relativ kontrovers diskutiert wird.

    Drittens gehen viele davon aus, dass private Kontakte ohnehin irgendwie stattfinden. Der Punkt ist hier, dass eine Ausgangssperre bzw. Verweilverbote im öffentlichen Raum auch kontraproduktiv sein können, da sie Treffen von der frischen Luft im öffentlichen Raum (laut mehreren Aerosolexperten sehr sicher, wenn man keinen längeren direkten Face to Face Kontakt hat) in private Räume verlagern.

  • Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass die Verbreitung des Virus derzeit vor allem in Schulen und Kindergärten, am Arbeitsplatz und im privaten Bereich stattfindet. So lange es kaum Einschränkungen am Arbeitsplatz gibt, sondern allenfalls Empfehlungen, ist es schwer vermittelbar, warum man im Privaten strengere Regeln gelten sollen. Meine Beobachtung im Bekanntenkreis ist jedenfalls, dass diejenigen, die am Arbeitsplatz kaum Beschränkungen haben, auch privat weniger Bereitschaft zeigen, sich an Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen zu halten. Aus meiner Sicht sollte man versuchen, am Arbeitsplatz mit erweiterten Tests und verbindlichen Homeoffice-Regelungen die Lage in den Griff zu bekommen.


    Den Aufenthalt im Freien sehe ich insbesondere bei den aktuellen Temperaturen unkritisch, so lange die Leute Abstand halten.


    Geschäfte könnte man nach dem Tübinger Modell vermutlich recht sicher machen: Einkaufen mit negativem Test, trotzdem mit Maske und mit begrenzter Kundenanzahl im Laden. Es wäre wirklich interessant, ob private, unkontrollierbare Kontakte dann zurückgehen würden, wenn es dafür eine abgesicherte Möglichkeit gäbe.


    Je weiter die Inzidenzwerte ansteigen, desto weniger Spielraum sehe ich für Experimente. Das hätte man vor 6 Wochen versuchen können, aber momentan läuft es immer mehr darauf hinaus, durch einen harten Lockdown die Zahlen erst einmal wieder unter Kontrolle bringen zu müssen.

  • Drosten kann auch für alles mögliche plädieren, weil er die wirtschaftlichen Folgen nicht bedenken muss.


    Der Hamburger Senat hat jetzt übrigens Ausgangsbeschränkung von 21h bis 5h beschlossen, obwohl es letzte Woche noch hieß, dass es diese Maßnahme nicht geben wird. Alleine draußen Sport machen, Spazieren oder Gassi gehen bleibt noch erlaubt, aber halt wirklich nur allein. Nichtmal mit einem weiteren Mitglied des eigenen Haushalts. Weitere Maßnahmen sind Maskenpflicht am Arbeitsplatz wenn mehrere Personen im Raum, Testpflicht für Schüler in den Schulen, Lebensmitteleinzelhandel soll um 21h schließen und auch bestelltes Essen in Restaurants soll nach 21h nicht mehr abgeholt werden dürfen.

  • Hamburg, so wird gerade in den Nachrichten auf NDR-Info vermeldet, will den Schulbesuch nur noch zulassen wenn zweimal wöchentlich ein negatives Corona-Testergebnis nachgewiesen wird.

    Wie dieses Testergebnis zu Stande kommt und wie es zertifiziert wird, wurde leider nicht in der kurzen Meldung deutlich.

    Ich bin neugierig!

  • Drosten kann auch für alles mögliche plädieren, weil er die wirtschaftlichen Folgen nicht bedenken muss.

    Das ist genau diese Art Argumentation, die eine zielgerichtete Diskussion so schwierig macht.
    So eine Art "Ur-Vertrauen" auf die "Selbstheilungskräfte" der Wirtschaft.

    Die Wirtschaft darf unter keinen Umständen zu irgendwas verpflichtet werden. Und wenn ein Mediziner sagt, da gibt es Nachholbedarf, dann wird so getan, als stünde der Untergang unseres Wirtschaftssystemes bevor.


    Dabei haben doch gerade viele Betriebe klar versagt bei der Einführung von verbindlichen Tests für die Mitarbeiter.

    Es war reichlich blauäugig von Scholz anzunehmen:

    "Er gehe davon aus, dass sich die Wirtschaft »auch aus Eigeninteresse« daran halten werde. Sollte dies aber nicht geschehen, kündigte Scholz an, Arbeitgeber Anfang April per Verordnung zu den Tests für Mitarbeiter zu verpflichten."

    Spiegel vom 23.3.2021

    https://www.spiegel.de/wirtsch…4f-4149-b31f-2d8055f7353a


    Und nicht vergessen werden dürfen die negativen wirtschaftlichen Folgen im Falle weiter steigender Fallzahlen. Ich traue Drosten durchaus genügend ökonomischen Sachverstand zu, dass er das nüchtern beurteilen kann.

  • Lebensmitteleinzelhandel soll um 21h schließen und auch bestelltes Essen in Restaurants soll nach 21h nicht mehr abgeholt werden dürfen.

    Das ist natürlich ganz schlau... Da konzentriert man also die stattfindenden Einkäufe dann auf weniger Zeit. In der kürzeren Öffnungszeit wird es dann natürlich voller und es entstehen wohl sogar mehr Kontakte und nicht weniger. Wer denkt sich so einen Blödsinn eigentlich aus?

  • Erstens ist Drosten zwar ein Experte (den ich jetzt auch gar nicht schlechtreden will), aber eben auch nicht der einzige Experte, sondern nur einer unter mehreren.

    Das wundert mich eh schon lange. Ich schätze mal in D gibt es mind. 10.000 Menschen, die als ausgewiesene Experten in Sachen hochansteckende Virus-Krankheiten gelten können. Warum bilden nicht die 100 oder 200 erfahrendsten davon mal eben eine Übergangsbehörde?


    Vorteil nebenbei: Bankkaufmann Spahn könnte dann völlig ungestört seinen Immobiliengeschäftchen nachgehen, bis Corona Geschichte ist.


    Diese preussische Königsmentalität finde ich albern - die einzig ernstzunehmende Intelligenz-Ressource ist das Volk (wenn man es denn ernst nimmt und nicht auf die wenigen Spinner reduziert), aber wir hängen an den Lippen der Kanzlerin. OMG, welche Meinung hat SIE dazu? Wenn wir Pech haben, dieselbe, die sie anno 2005 zum Atomausstieg hatte.

  • Das ist natürlich ganz schlau... Da konzentriert man also die stattfindenden Einkäufe dann auf weniger Zeit. In der kürzeren Öffnungszeit wird es dann natürlich voller und es entstehen wohl sogar mehr Kontakte und nicht weniger. Wer denkt sich so einen Blödsinn eigentlich aus?

    Ich denke, da die meisten Discounter/Supermärkte in HH ohnehin um 22h manche erst um 23h schließen, spielt das keine so große Rolle mehr.

  • Zwischen 21:00 und 22:00 Uhr wird doch in den Supermärkten ohnehin nur noch Bier verkauft. Ich kenne niemanden, der in dieser Zeit seinen normalen Wocheneinkauf erledigt.

    Boah! In Bayern gibts gar nix nach 20:00 Uhr, da hat die Schwarzkittel/CSU-Connection den Finger drauf. Und dass Leute heutzutage im Supermarkt einen "Wocheneinkauf" erledigen, kommt mir etwas 1950er-Jahre vor.


    Der gemeine Bayer (also ich) würde sich gerne um 23:30 ein paar Weißwürste kaufen, auch wenn diese das "Mittags-Leuten" schon gehört haben und deshalb eigentlich traditionsgemäß gar nicht mehr verspeist werden dürften. Willkommen in der neuen Welt.

  • Zwischen 21:00 und 22:00 Uhr wird doch in den Supermärkten ohnehin nur noch Bier verkauft. Ich kenne niemanden, der in dieser Zeit seinen normalen Wocheneinkauf erledigt.

    Ich habe nie verstanden, warum man die Ladenöffnungszeiten "liberalisiert" hat.

    Früher erledigte man seine Einkäufe bis 19:00 Uhr.

    Und hatte man was vergessen, dann gab es zahlreiche Kioske, da konnte man auch noch ein Brot, eine Tütensuppe, ein Stück Butter etc. bekommen.

    Und wer sich dort ein Bier kaufte, der musste halt etwas mehr bezahlen als tagsüber im Supermarkt, aber dafür etwas weniger als in einer Kneipe. Es ist nach meiner Beobachtung durch die langen Öffnungszeiten der Supermärkte Kiosk-Kultur verloren gegangen.


    Ein anderer Nachteil: Im Stadtteil hat sich das Geschehen stärker auf wenige Treffpunkte in unmittelbarer Supermarktnähe konzentriert. Früher fand eine gleichmäßigere Verteilung im ganzen Stadtteil statt.

  • Das wundert mich eh schon lange. Ich schätze mal in D gibt es mind. 10.000 Menschen, die als ausgewiesene Experten in Sachen hochansteckende Virus-Krankheiten gelten können. Warum bilden nicht die 100 oder 200 erfahrendsten davon mal eben eine Übergangsbehörde?

    10.000 / 80.000.000 wären 1 / 8.000. Im Kreis FFB damit 27 ausgewiesene Experten im Bereich ansteckender Viruserkrankungen? Im Nürnberg deren 62? Ich habe erhebliche Zweifel an dieser Zahl. Jameda sagt FFB hat 98 Allgemeinmediziner, Nürnberg deren 288.


    Echte Experten sind selten.

  • Drosten kann auch für alles mögliche plädieren, weil er die wirtschaftlichen Folgen nicht bedenken muss.

    Richtig, das ist ja auch nicht sein Job. Er betrachtet die Situation aus rein virologischer Sicht.

    Job der regierenden Stellen ist nun, Experten aus verschiedensten Fachbereichen heranzuziehen und daraus den besten Kompromiss herauszuarbeiten.

    Ich denke auch, dass wir bei den echten Experten im Land eher über eine dreistellige Zahl, als über 10.000 sprechen. Nichts desto trotz sind das trotzdem genug und es ist nicht erklärlich, warum sich die Politik immer aus dem Dunstkreis der gleichen ca. 10 Personen beraten lässt.

    Denkst Du das oder weißt Du das? Drosten ist nun mal ein Experte auf dem Gebiet der Coronaviren. Und wie viele gibt es davon?

    Und wenn Du mal Dir den Coronavirus Podcast anhören würdest, wüsstest Du dass das ja nicht nur eine Einzelmeinung ist sondern viele Fakten aus verschiedensten Studien weltweit da mit reinspielen und sehr viele Wissenschaftler weltweit sich zu den einzelnen Themen austauschen. Es wird sich sehr differenziert und gewählt ausgedrückt und so denke ich wird die Beratung da auch stattfinden.