Unterschriftenliste für Radentscheid Hamburg sind da

  • aber ich habe trotzdem unterschrieben :evil:

    Vielleicht kann man ja noch ununterschreiben.


    Ich habe mir die Ziel einmal angesehen:

    "1. Dichtes, barrierefreies Radfahrnetz für alle"

    Das gibt es schon, nennt sich Fahrbahn.

    "Die Radinfrastruktur ..."

    Achso, es war also nicht Radfahrnetz gemeint sondern Radwegenetz. Da kann man sich wieder einmal nicht einmal vorstellen, dass man auf Fahrbahnen fahren kann.


    "2. Sichere Schulradwege für Hamburgs Kinder"

    "Die weiterführenden Schulen ..."

    Damit sind Gymnasien oder son Blödsinn gemeint.

    "... Kfz-verkehrsarme Führung ... maximal Tempo 30 ..."

    Damit Kinder ja nicht erfahren, dass man auf der Fahrbahn fahren kann, nicht einmal in praktisch verkehrstoten Straßen. Das möchte ja nicht einmal der ADFC. Damit erklären sich die weiterführenden Schulen. Grundschüler dürfen auf Gehwegen fahren, aber nicht alle, und müssen müssen deutlich weniger. Oder es wird vermutet, dass Grundschüler nicht fahren, sondern gefahren werden.



    Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

  • im Detail kann ich die Kritik an den *Forderungen* des Rahhdentscheids durchaus nachvollziehen. Allerdings sind die eigentlichen *Ziele* was anderes als die konkreten Forderungen. Das Ziel Förderung des Radverkehrs durch bessere Verkehrsanlagen, Ampelschaltungen und bessere Evaluation der Maßnahmen können wir sicherlich alle unterschreiben. Jeder Radfahrer mehr (und wenn er auf nem Radweg fährt) bedeutet ein Auto weniger und entsprechend mehr Platz für Fahrbahnradler.


    Ob jetzt die judäische Volksfront der Fahrbahnfahrer oder die Volksfront von Judäa mit ihren protected bike lanes oder die Formulierung "Wegenetz" für die populäre Front, daran sollten wir uns nicht auseinanderdividieren.


    Das hat man ja auch in Berlin gesehen: Forderungen müssen vor allem konkret sein und grob in die richtige Richtung gehen. Im politischen Prozess (und dem anschließenden Verwaltungshandeln) wird dann später sowieso was anderes draus, was aber trotzdem in Richtung auf's Ziel hingeht.


    Deswegen mein Appell für den Rahhdentscheid zu unterschreiben: nicht weil alle Forderungen 100% toll sind (wozu Läden verpflichten Stellplätze anzubieten, kann das nicht der Markt regeln?), sondern weil wir vereint sein müssen gegen den gemeinsamen Feind (die Römer).

  • Das Ding wer ich im Leben nicht unterschreiben.

    steht zu viel Unfug drin, den man auch als solchen benennen darf und muss.


    Ginge es um ein erreichbares Ziel, könnte man doch ein solches bitte auch formulieren, oder?
    Stattdessen ist da einfach nur Bullshit³ reingeschrieben worden.


    Und wenn da schon wieder Leute in Verantwortung rumkaspern, deren einzige "Befähigung" angegeben wird mit "ich bin alt und ich habe Enkel" - sorry, geht gar nicht.

  • Ich vermisse das für mich wichtigste Ziel: die über Jahrzehnte anerzogene Fahrbahnparanoia endlich zu bekämpfen. Das Gegenteil wird gemacht: Es wird weiterhin behauptet, man könne grundsätzlich nur auf Radwegen Radfahren. "Sicher und bequem" natürlich...

    Jeder Radfahrer mehr (und wenn er auf nem Radweg fährt) bedeutet ein Auto weniger und entsprechend mehr Platz für Fahrbahnradler.

    Nicht unbedingt. Das Problem ist, dass das Thema Benutzungspflicht bei den ganzen Initiativen überhaupt keine Rolle spielt. Denn wenn "Infrastruktur" angelegt wird, wird sie nun einmal auch benutzungspflichtig gemacht. Daher bedeutet es am Ende mehr exklusiver Platz auf den Fahrbahnen für die, die weiter Auto fahren wollen oder müssen. Solange die "Infrastruktur"-Fans hier nur mit der Schulter zucken, kann ich sie nicht ernst nehmen und auch nicht unterstützen! Zumal bereits das Vorhandenseins einer (auch ausnahmsweise mal nicht benutzungspflichtigen) "Infrastruktur" den Druck auf Fahrbahnradler erhöht, sich dann doch von der Fahrbahn zu verpieseln... Das Forum hier ist ja voll mit Beispielen dieser Art.

    Ob jetzt die judäische Volksfront der Fahrbahnfahrer oder die Volksfront von Judäa mit ihren protected bike lanes oder die Formulierung "Wegenetz" für die populäre Front, daran sollten wir uns nicht auseinanderdividieren.

    Im Grundsatz gebe ich dir Recht, dass die Spaltung nicht sein müsste. Allerdings geht sie ja nicht von den 10 % "strong & fearless"-Fahrbahnfahrern aus - für die interessiert sich weder "Fahrradclub", noch diese ganzen "Radentscheid"-Organisatoren. Die haben dann halt Pech, dabei wollen sie nur einfach wie bisher auf der Fahrbahn fahren... Was sie aber nicht mehr dürfen, wenn andere Radfahrer (überflüssige und gefährlichere) "Infrastruktur" fordern!

    Deswegen mein Appell für den Rahhdentscheid zu unterschreiben: nicht weil alle Forderungen 100% toll sind (wozu Läden verpflichten Stellplätze anzubieten, kann das nicht der Markt regeln?), sondern weil wir vereint sein müssen gegen den gemeinsamen Feind (die Römer).

    Also wie bei der SPD: Man findet es ja eigentlich Sch..., aber stimmt dann doch immer dafür... :evil:


    Es gibt (für mich zumindest) keinen gemeinsamen "Feind" - und ehrlich gesagt widert mich dieses "Freund-Feind-Denken" vieler Radfahrer auch an! Es gibt auch mehr als genügend rücksichtslose und sich idiotisch verhaltende A...öcher auf Fahrrädern; ich habe auch aus diesem Grund nix davon, mit denen auch noch in ein schmales Ghetto gesperrt zu werden! Ich akzeptiere es jedenfalls, dass es für viele Menschen gute und nachvollziehbare Gründe gibt, ein Auto zu nutzen. Im Gegensatz zur organisierten Aktivistenszene sehe ich (als auf dem Land in einer kleinen Stadt Lebender) nämlich das große Ganze; also dass die Verkehrsprobleme (vor allem in Großstädten) in erster Linie nur Symptome eines grundsätzlich kranken Wirtschafts- und Gesellschaftssystems sind (welches von den Aktivisten nicht mal annähernd hinterfragt wird). Ich könnte bspw. nicht in einer Millionenstadt leben - und mich dann regelm. über die logischen Konsequenzen unmenschlicher Bevölkerungsdichten aufregen...


    Der Berliner "Radentscheid" wäre im Übrigen so ziemlich der letzte, den ich unterstützen würde...

  • Allerdings sind die eigentlichen *Ziele* was anderes als die konkreten Forderungen.

    Was sind denn die eigentlichen *Ziele* und warum werden sie nicht genannt?
    Das finde ich sogar recht clever, denn so können die Forderungen nicht als nicht zielführend angegriffen werden. Oder es können so sogar autofreundliche eigentliche *Ziele* versteckt werden.

    Das Ziel Förderung des Radverkehrs durch bessere Verkehrsanlagen, Ampelschaltungen und bessere Evaluation der Maßnahmen können wir sicherlich alle unterschreiben.

    Nein! Mehr Radverkehr hat ja kaum einen Nutzen, wenigstens nicht den, der immer erwartet wird. Ausserdem sind die Maßnehmen dafür nicht zielführend. Wenn man sinnvolle *Ziele* erreicht, bekommt man ganz nebenbei mehr Radverkehr, quasi als Beifang.

    Jeder Radfahrer mehr (und wenn er auf nem Radweg fährt) bedeutet ein Auto weniger und entsprechend mehr Platz für Fahrbahnradler.

    Man bekommt eher weniger Fussgänger und ÖPNVler als weniger Autofahrer. Auch hast Du einen Punkt angesprochen, warum Radverkehrsförderung durch mehr Radwege es sehr schwer hat. Radwege sollen eine Sogwirkung durch bessere Bedingungen schaffen - wenn es denn klappt - , schaffen aber gleichzeitig auch eine Sogwirkung durch hindernisfreie Fahrbahnen, bessere Bedingungen für Autofahrer.

    MAn muss sich zuerst Fragen, was man wirklich erreichen möchte. Meistens ist es nicht mehr Radverkehr sondern weniger Autoverkehr. Das durch Radwege erreichen zu wollen, ist an zwei Stellen Wunschdenken:
    1) Dass Radwege mehr Radverkehr schaffen, ist fraglich.
    2) Dass mehr Radfahrer weniger Autofahrer bedeuten, ist ebenso fraglich.

    Um es ganz deutlich zu sagen: Als Automobillobbyist würde ich auf diese beiden Irrtümer setzen, um so bessere Bedingungen für Autofahrer zu erreichen.

  • Da sieht man man wie unterschiedlich die Meinungen auch unter den Radfahrern sind.


    Ich bin naturgemäß eher selten in Hamburg mit dem Auto unterwegs. Wenn dann fühle ich mich aber derzeit noch nicht durch Radfahrer "gestört" oder aufgehalten. Klar habe ich eine andere Einstellung dazu als wahrscheinlich die meisten anderen Autofahrer, dennoch sind selten vor mir Radfahrer auf der Fahrbahn unterwegs. (Weil ich sie mit 10cm Abstand trotz Gegenverkehr überhole, hehe!!!. Nicht.).

    Ich denke nicht, dass ein paar Radfahrer mehr oder weniger den Autoverkehr groß beeinflussen.

    Warum ist es so schlecht, die Radfahrer separat zu führen? Ist ein schnelleres Vorankommen des Autoverkehrs wirklich negativ? Für mich wäre ein kontrolliertes Tempo 30 und Reduzierung der Fahrspuren zielführender als Radfahrer als "natürliche" Bremse.


    Ziel sollte meiner Meinung nach sein, die Anzahl und die Fahrten der Kfz zu reduzieren. Ob die Menschen dann im ÖPNV, zu Fuß oder mit dem E-Scooter unterwegs sind ist mir im ersten Schritt echt egal.


    Ich persönlich fahre inzwischen auch viel auf der Fahrbahn, auch da wo sonst kaum jemand auf die Idee kommt. Dennoch empfinde ich das Fahren auf der Fahrbahn von Hauptverkehrsstraßen weitaus unangenehmer als auf vernünftig ausgebauten Radwegen. Zumal man dann nicht mit im Stau steht sondern elegant dran vorbei radeln kann.


    Von daher finde ich persönlich die Forderungen nach besserer Radinfrastruktur an Hauptverkehrsstraßen für nicht verkehrt. Wo bei ich persönlich lieber auf geeigneten Nebenstraßen und "Radschnellwegen" unterwegs bin, deren Ausbau ich ebenfalls ausdrücklich unterstützen kann.


    Den einzigen Punkt, dem ich wirklich nicht zustimmen kann sind diese unsäglichen "geschützten Kreuzungen", aber das Thema hatten wir woanders schon. Da bin ich eher für eine komplett separate Ampelphase für "alle außer Kfz".


    Das ist ein bisschen wie an der Wahlurne. Es gibt keine Partei die 100% die eigene Meinung trifft, es geht grob um die "richtige" Richtung.

  • Von daher finde ich persönlich die Forderungen nach besserer Radinfrastruktur an Hauptverkehrsstraßen für nicht verkehrt. Wo bei ich persönlich lieber auf geeigneten Nebenstraßen und "Radschnellwegen" unterwegs bin, deren Ausbau ich ebenfalls ausdrücklich unterstützen kann.


    In Hamburg sind Hauptstraßen häufig deutlich kürzer als Alternativrouten und die Ampeln sind vorteilhafter geschaltet. Man kommt einfach schneller voran und spart Zeit.

    Wenn es die Wahl gibt zwischen einer Hauptstraße und einer guten autofreien Alternative die etwa gleich lang ist, meide ich natürlich auch die Hauptstraße. So zum Beispiel die 2.5km lange "Oberhafenconnection". Komplett autofrei, breit, bestens ausgebaut.

    Leider lässt sich sowas nicht überall einrichten, die Stadt ist schließlich schon zugebaut.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • In Hamburg sind Hauptstraßen häufig deutlich kürzer als Alternativrouten und die Ampeln sind vorteilhafter geschaltet. Man kommt einfach schneller voran und spart Zeit.

    Wenn es die Wahl gibt zwischen einer Hauptstraße und einer guten autofreien Alternative die etwa gleich lang ist, meide ich natürlich auch die Hauptstraße. So zum Beispiel die 2.5km lange "Oberhafenconnection". Komplett autofrei, breit, bestens ausgebaut.

    Leider lässt sich sowas nicht überall einrichten, die Stadt ist schließlich schon zugebaut.

    https://geoportal-hamburg.de/g…037.524246403&zoomlevel=2

    Bei einem Blick auf das Vetorouten-Netz (sic! Genau das macht die Autokorrektur aus »Velorouten« ...!!) stelle ich fest, dass die Route 4 einen Steinwurf von meinem Wohnort entfernt vorbeiführt und fast direkt an meinem Arbeitsplatz entlangführt. Würde ich sie also für einen Weg zur oder von der Arbeit nutzen? Im nördlichen Bereich ein klares Nein, im südlichen Bereich ein klares Ja. Aus genau dem von Gerhart angegebenen Grund. Von der Rabenstraße bis zur Sengelmannstraße ist es schön geradlinig (und teilweise Fahrradstraße), danach geht es im Zickzack auf Schleichwegen, wo ich beinahe ein Navi brauche. Nebenan laufen Alsterkrugchaussee und Langenhorner Chaussee fast schnurgerade durch ...

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  • Auch wenns' nicht ganz das Thema trifft.

    Ich bin in Hamburg schon einige Male Strecken gefahren, die auf der Karte (OSM) nach toller Abkürzung und schneller Radwegeverbindung aussahen, in der Praxis sich dann aber als ne einspurige Schlaglochpiste mit Pfützenslalom entpuppten. Ich denke mit einiger Phantasie und Mut ließen sich schon so einige Schnellverbindungen abseits der "großen" Straßen schaffen.

    Ich stelle auch immer wieder fest, dass ich z.B. auf dem Wandseradweg trotz Schlangenlinienführung nicht deutlich langsamer als an der parallelen Ahrensburger Straße bin, da man viele Straßen ohne Ampel quert.

    Die Velorouten sind ein guter Ansatz, einige Stellen lassen sich aber bestimmt noch optimieren.

    "Schnell oder schön" ist leider zu oft die Frage.

    Z.B. Veloroute 6 zwischen Farmsen und Volksdorf ist halt schon ein ziemliches Zickzack obwohl es auch geradeaus ginge.

    Oder die geplanten "Alster-Fahrradachsen" östlich der Alster. Riesenschlenker "Schöne Aussicht" und "Bellevue" obwohl es über die Sierichstraße/Herbert-Weichmann-Str. viel kürzer ist, aber besch****en zu fahren. (Von der Einbahnstraßenregelung ganz zu schweigen)

  • Strecken gefahren, die auf der Karte (OSM) nach toller Abkürzung und schneller Radwegeverbindung aussahen, in der Praxis sich dann aber als ne einspurige Schlaglochpiste mit Pfützenslalom entpuppten.

    Ich hoffe doch, dass du die entsprechenden Attribute in OSM hinzugefügt hast, damit der nächste nicht in dieselbe Falle tappt? ;-)

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Das Meiste ist ja tatsächlich schon richtig.

    Ich hoffe halt nur manchmal - vergeblich - dass sich die ganzen als Trampelpfade eingezeichneten Wege als asphaltierte 3m-Piste entpuppen. :whistling:

    Manchmal geht es halt auch einfach um eine vernünftige Führung in Kreuzungsbereichen, Umlaufsperren, fehlende Straßenquerungsmöglichkeiten usw. Das lässt sich auf OSM nur schwerlich herauslesen. Muss es auch nicht, eine vernünftige Radverkehrsführung in der Praxis würde ja schon reichen.