Woche 45 vom 05. bis 11. November 2018

  • Die Einfädelung von Südost, also aus dem Harvestehude weg, dürfte spannend werden. Das Ende der Radspur und die Verengung fallen zusammen. Da ist damit zu rechnen, dass Autofahrer rabiat nach rechts ziehen.

    Mit Fehlverhalten ist immer und überall zu rechnen. Letztlich muss an Verengungen ein Reißverschluss zugemacht werden, die Verkehrsteilnehmer müssen damit klarkommen.


    Ich seh das hier nicht so wild, aber wird sich dann in der Praxis zeigen. Grundsätzliche begrüße ich die Planung. Die Ampel hat, aus Südosten kommend, fast immer rot. Das stört :-)

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Meistens geht es. Nur die unangenehmen Situationen fallen auf.

    Außerdem: Wie willst du's sonst machen? Ampel lassen? Radweg außen um Kreisel rumbauen? Ist auch beides nicht so toll.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Hallo,

    Reißverschluss ist gut... hier werden in Richtung Kreisel die Autofahrer noch gerade knapp die Radfahrer überholen, um nicht hinter denen im Kreisverkehr zu sein. Platz für ausreichend Abstand ist fürs Überholen gar nicht vorhanden durch die Grünfläche in der Mitte. Die müsste eigentlich weg damit mehr Abstand beim Überholen gelassen werden kann. Und den Radfahrstreifen kurz vorm Kreisel in die Mitte der Fahrspur verschwenken. Und rot markieren damit auch jeder sieht dass Radfahrer vorgelassen werden müssen.

    Aus dem Kreisel raus in Richtung Alster beginnt auch rechts der Radfahrstreifen obwohl Autos und Lkw zunächst nicht mit ausreichend Abstand überholen können und durch den Rechtsknick der Gegenverkehr wahrscheinlich auch nicht so gut eingesehen werden kann.

    Schwierig zu lösen hier. Evtl. statt des Radfahrstreifens ein "Kopenhagener Modell" mit halb hohen Hochbordradweg. Und vorm Einfädeln des Radwegs vorm Kreisverkehr eine "Stufe" für die Fahrzeuge auf der Fahrbahn

  • In Berlin ist gerade Weltuntergang für Autofahrer:


    http://www.spiegel.de/auto/akt…-eroeffnet-a-1237657.html

    Ich weiß nicht so recht, was ich von der Art (Poller) und vor allem der Höhe der Trennbarriere halten soll. Etwas niedriger, und Radfahrer kämen nicht in Gefahr, mit dem Lenker daran hängenzubleiben. Eine glatte Fläche (z.B. Betonwand) würde im Unfalle ein Abgleiten ermöglichen.


    An den Pollern hingegen bleibt Radfahrer hängen und wird abrupt beschleunigt - quer und längs.

  • Die sehen sehr biegsam aus. Vermutlich dauert es nicht lange und die stehen alle nicht mehr in einer Flucht.


    Ich finde es schwierig, dass die Spur an der Kreuzung scheinbar einfach aufhört. Bis dorthin ergibt sich im rechten Rückspiegel eine durchgehende Sichtbarriere, hinter der genau die Fahrradlichter verschwinden...

  • Bin da bisher einmal langgefahren, und war vom Ersteindruck begeistert. War allerdings auch wenig Verkehr, und kein Bus im Weg. Da ich schneller als viele Radfahrer bin, ist das problemlose Überholen ein großer Vorteil für mich.


    Auf der parallelen Köpenicker Straße ist zwar auch ein breiter Radstreifen aber da fahren viele weit links wegen der parkenden Autos rechts, was ja vernünftig ist aber das Überholen schwierig macht.


    Und der Schutz vor Kampfparkern ist auf jeden Fall ein Plus.


    Da das auf meinem Arbeitsweg liegt werde ich denke ich da noch öfter langfahren, mal sehen welchen Eindruck ich nach längerer Zeit hab...

  • Die Bild, die CDU und die Radfahrer:


    https://www.bild.de/regional/h…telweg-58329758.bild.html


    Auf der Sitzung des Kerngebietsausschusses der BV Eimsbüttel war ich als Bürger dabei und durfte eine gelungene Präsentation der Ingenieurin des zuständigen Planungsbüros der sehr guten Planungen für den Abschnitt des Harvestehuder Wegs erleben.


    Haarsträubend allerdings die nachfolgende Diskussion der Mitglieder des Kerngebietsausschusses. Es fehlt den dortigen Autofahrenden schlicht an Kenntnis der StVo und dem Hamburger Regelwerk für Planung und Entwurf von Stadtstraßen.


    So wünschte man sich den Kreisverkehr zweispurig oder zum Teufel, denn dort fährt schließlich die Innovationsbuslinie 109, das Vorzeigeprojekt des Hamburger Senats und natürlich ganz viel Autoverkehr. Natürlich fehlte auch nicht die Diskussion wegen der 4 wegfallenden Parkplätze. Die Fraktion von Herrn Westenberger wollte natürlich auch Ersatz für die wegfallenden illegalen Parkplätze, aber die Ingenieurin kam da einfach mit dem Argument Baumschutz.


    Während die Hauptachse des Autoverkehrs auf Mittelweg/Frauenthal verläuft, sind Radfahrer hauptsächlich auf dem Harvestehuder Weg unterwegs.


    Für mich erstmalig in Hamburg sind die bis kurz vor dem Kreisel in gleichbleibender Breite verlaufenden Schutzstreifenmarkierungen. Bisher enden die immer schon irgendwo vor einer Engstelle und der Schutzstreifen wird schmaler. Die Autofahrer sind dann der Meinung, Radfahrer müssten sich einordnen und müssten Rücksicht auch nachfolgende Kfz nehmen. Das ist hier endlich mal gut geplant.

  • ERA 2010, S. 55 oben, Bild 59 "Kreisverkehrzufahrt mit Schutzstreifen".

    Zitat von ERA 2010

    Schutzstreifen in den Kreisverkehrszufahrten werden bei einer Breite der Kreisverkehrszufahrt von 3,25m etwa zum Beginn des Fahrbahnteilers aufgelöst. Damit soll das Nebeneinanderfahren von Kraftfahrzeug- und Radverkehr neben dem Fahrbahnteiler verhindert werden. In der Kreisverkehrsausfahrt kann der Schutzstreifen bei einer Fahrbahnbreite von mindestens 3,75m unmittelbar hinter dem Fußgängerüberweg beginnen.

  • Gut, dann kann man dort immerhin die Fahrbahn queren. Überholen dürfte aber schwierig werden. Bei solchen Verkehrsmassen wie in Kopenhagen fände ich Überholmöglichkeiten aber wünschenswert.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • So wie das ausgeführt wurde, ist der "Schutz" vor Schwarzparkern aber auch eher Einbildung. So kann ich z.B. entweder gleich zu Beginn hinter der Kreuzung mit einem Kfz auf den Radweg einfahren oder dann an der Bushaltestelle, wo die Breite ein noch komfortableres Einschwenken zulässt. In Gegenrichtung gibt es Grundstückszufahrten und auch da kann man in den Radweg einfahren.

    Überhaupt finde ich die Systematik der Planung etwas seltsam. Man hat sich für dieses "Vorzeigeprojekt" nun eine Stelle ausgesucht, die in deutschen Städten eher unüblich ist. Eine sehr breite Straße, größtenteils keine direkten Anlieger (insb. Fahrtrichtung West), schnurgerade, usw., und trotzdem hat man es geschafft, die einzigen beiden "Komplikationen" (Haltestelle, Kreuzung) zu vermurksen. Sollte man nicht erst einmal die schwierigen Standardsituationen planerisch lösen? Der einfache Radweg dazwischen ist ja nun wahrlich keine Herausforderung (wenn man sich grundsätzlich für diese Art der Radverkehrsführung entschieden hat).