Schilderkombi überfordert mich

  • Warum interessiert es dich denn so sehr was das irgendwann mal zu bedeuten hat? Hast du einen LKW? Oder leiht dir dein Chef seinen? Wenn nicht dann ist das hier nur künstlich Aufruhr..typisch deutscher Strassenverkeh..

    An der Max-Brauer-Allee werden ja ähnliche Schilder aufgehängt, die auch für Personenkraftwagen gelten. Die werden aber ähnlich vergeigt werden.


    Die Beschilderung zur Umleitung sieht momentan beispielsweise so aus, die Dinger stehen an jeder Ecke herum. Mit einem beiläufigen Blick im Sinne der Straßenverkehrs-Ordnung ist hier eher nichts zu machen:




    Das eigentliche Verkehrsverbot sieht dann so aus:




    Ich bin gespannt, wie viele Lastkraftwagen-Fahrer die Dinger tatsächlich gar nicht wahrnehmen.

  • muss aber nicht weniger interessant oder unterhaltsam sein..

    Kann aber ...

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Sorry das sich da meine Begeisterung jetzt in Grenzen hält, aber ist halt mal wieder typisch für das Autoland Deutschland. Nur zwei mal ein kleines Stück Straße gesperrt <X. Verteilt die Abgase doch nur um in der Stadt.


    Konsequent wäre es, wenn dann die ganze Stadt weiträumig zu sperren und die Fahrzeuge gar nicht erst reinzulassen, aber das kriegt man halt politisch leider noch nicht umgestezt bei uns.

  • Gesperrt ist ja auch sehr relativ. Selbst in der Theorie betrifft es ja erst einmal nur LKW schlechter Euro6. Das alleine ist nur mittels allgemeiner Verkehrskontrollen überprüfbar, weil man einem LKW ja die Schadstoffklasse nicht ansieht. Und dann hängt da noch "Anlieger frei" drunter. Somit kann man sich die ganze Nummer schenken, weil das quasi ein Blankoscheck ist.


    /ich korrigiere: Auf einer der zwei Straßen betrifft es auch PKW schlechter Euro 6.

  • Der erste erwischte Überforderte ist ein Niederländer:


    »Keine fünf Minuten später erwischte es an derselben Stelle einen Niederländer. Der 35-Jährige hatte das Verbotsschild offenbar missverstanden. "Ich dachte, damit sei gemeint, dass Laster bis Euro 5 verboten, aber ab Euro 5 erlaubt sind", sagte der 35-Jährige.«


    Der Litauer fünf Minuten zuvor gab an: »Ich habe das Schild zu spät gesehen, und auf der Straße wenden konnte ich mit meinem 17 Meter langen Lkw auch nicht.«


    https://www.abendblatt.de/hamb…en-Lkw-Dieselsuender.html


    Tja, das war ja meine Frage: Wo fährt man längs, wenn man erst am Schild merkt, was da los ist?


  • Abendblatt schrieb:

    Wer gegen das Fahrverbot verstößt, wird aktuell von den Beamten nur mündlich verwarnt.

    Warum eigentlich? Inwiefern ist das Nichtahnden von festgestellten Verstößen bei einer Schwerpunktkontrolle mit dem Opportunitätsprinzip vereinbar? Wenn man ankündigt, keinen einzigen Verstoß ahnden zu wollen, ist das so, als würde die Polizei nur grüßen. In keinster Weise geeigent (erste Stufe im behördlichen Ermessen), die Rechtsverstöße zu verhindern.

  • Das erinnert mich an das Verkehrsverbot für LKW auf der Leverkusener Brücke. In teilweise 50 km Entfernung die ersten Hinweise, aber bis zur Einführung der Schrankenanlage massenhaft und selbst danach noch vereinzelt Verstöße, weil das Verkehrsverbot so überraschend da steht. Für das, was ich dazu denke, gibt es keinen Smilie, zumindest keinen jugendfreien.

  • Es passt ein bisschen zum Thema: Wie leben wir morgen? Gute Luft für die Stadt


    Ich find’s echt irre — vor zwei Tagen war ich noch in Norwegen, bummelte zwischen Natur und Elektroautos herum, und dann kommt man wieder nach Hamburg zurück und atmet erstmal tief den ganzen Scheiß ein, den wir hier in der Luft haben. Ich bin ja echt gespannt, wie lange es bei mir dauert, diesen Gestank wieder als normal wahrzunehmen.

  • Bei mir sehr ähnlich: Eigentlich ist mir erst ex negativo aufgefallen, wie schlecht HHs Luft ist, seit ich dort nicht mehr wohne, aber noch ab uns zu dort bin.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Die Rheinische Post ist dann doch ganz erleichtert, dass Fahrverbote wenigstens an Düsseldorf vorerst vorbeigehen: Vom Fahrverbote-Spuk bleibt nicht viel übrig


    Unabhängig von der rechtlichen Würdigung der Sache wundere ich mich aber immer wieder über folgendes:


    Zitat

    Und er hat auch inhaltlich recht: Fahrverbote wären nicht nur übertrieben, sondern auch ungerecht. Die Politik hat den Kauf von Diesel-Fahrzeugen jahrelang empfohlen, weil Diesel weniger Klimagase ausstoßen. Nun kann sie die Verbraucher nicht dafür bestrafen, dass sie diesem Rat gefolgt sind.


    Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass man als Dieselfahrzeug-Halter momentan echt ziemlich gekniffen ist, auch wenn die von einem zu erwartenden Fahrverbot betroffenen Straßen und Bereiche eher überschaubar ausfallen, die Strafen in Ermangelung eines Kontrollrisikos geradezu putzig sind und die Politik in einigen Städten ankündigt, Gerichtsurteile unter Umständen einfach zu ignorieren.


    Dennoch halte ich die einseitige Bevorzugung des Kraftverkehrs für problematisch: Dass Stickoxide, Feinstaub und Ozon für den menschlichen Organismus nicht gerade förderlich sind, dürfte wohl niemand ernsthaft bestreiten, auch wenn wir uns vielleicht uneins bleiben, in welchem Dosen der Kram einigermaßen unbedenklich ist.


    Aber das Recht jener Wähler, die aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage sind, einfach auf dem sauberen Land zu wohnen und mit dem Auto in die Stadt zu pendeln, auf eine einigermaßen gesunde Außenluft ist überhaupt nichts wert, beziehungsweise tritt in dieser Diskussion überhaupt nicht auf? Es geht vollkommen einseitig nur um den Kraftverkehr, dem mal wieder etwas weggenommen werden soll.