LKW-Unfall am 7. Mai

  • Scheiße: Radfahrerin stirbt nach schwerem Unfall


    Das ist diese Ecke hier, die nach dem Umbau der nördlichen Osterstaße allerdings ganz anders aussieht. Von der nördlichen Kreuzung kommt man auf einer Art Schutzstreifen auf der Fahrbahn herunter, fährt dann über die Haltebucht der Bushaltestelle, die nach dem Umbau auf die Fahrbahn verlegt wurde, und muss sich dann mit dem Kraftverkehr einig werden.


    Nebenan verläuft immer noch der alte, aufgelassene Radweg, was andauernd zu Konflikten führt: Ich habe ungefähr ein Dutzend Videos, auf denen mich wütende Kraftfahrer auf den RAAAAADWEEEEG hinweisen, ein paar Experten versuchen Radfahrer dort auch gezielt abzudrängen. Die meisten Radlinge fahren an den im Stau stehenden Kraftfahrzeugen kraft § 5 Abs. 8 StVO nach vorne, andere wechseln schon vorher irgendwie auf den alten Radweg und kommen dann komplett außerhalb jeglicher Sichtfelder an dieser Kreuzung an.


    8 Uhr morgens ist allerdings auch die Zeit, in der ich dort meistens vorbeifahre :cursing:

  • Weiß jemand, ob's dieses Jahr einen Ride of Silence in Hamburg gibt?

    Bislang scheiterte es — zum Glück — an Unfallstellen im Stadtgebiet. Ich denke allerdings, dass der 16. Mai wie letztes Jahr in Hamburg ausfallen wird, allerdings gibt es heute Abend eine Mahnwache geben:



  • Ich schätze den LKW auf ungefähr neun Meter Länge. Diese neun Meter ist er auch nach dem Zusammenstoß gefahren. Wenn man dem Fahrer eine Schrecksekunde Reaktionszeit zugesteht und zwei weitere, bis das Fahrzeug steht, dann war er zum Zeitpunkt des Unfalles 9m/3s=3m/s=10,8 km/h schnell.


    M.E. ein realistischer Wert beim Abbiegen.

  • »Diverse Demonstranten blockieren derzeit die Straße mit einer Liegeblockade, obwohl die Polizei die am Unfallort versammelten Menschen gebeten hatte, die Straße freizuhalten.«


    Das ist also die größte Sorge der Polizei. Der Kraftverkehr muss rollen.

  • Unfug. Das war alles mit der Polizei abgesprochen.

    möglicherweise "konnte" das aber nur mündlich abgesprochen werden (weil eine Sitzblockade als Demo eben nicht ganz legal ist) und um den Arsch zu retten schreiben sie dann eben, dass die Leute was machen was sie nicht dürfen. "Gebeten" ist ja auch ungefähr das schwächste Mittel was die Polizei anwenden kann.

  • Einen wunderschönen guten Abend an die ganzen Herrschaften, die mich aufgrund dieses Retweets vom @ProSieben-Konto auf twitter gerade mit so freundlichen Kommentaren eindecken!


    Was ist nun passiert?


    Eine 33-jährige Radfahrerin wurde am Montagmorgen gegen 8 Uhr von einem rechtsabbiegenden Lastkraftwagen-Fahrer überrollt und tödlich verletzt.


    Laut Polizeiangaben war der Lastkraftwagen-Fahrer im Eppendorfer Weg Richtung Norden unterwegs und wollte an der Kreuzung mit der Osterstraße nach rechts abbiegen. Dort wollte gleichzeitig die 33-Jährige auf der Fahrradfurt die Osterstraße überqueren. Beide fuhren bei grünem Licht.


    Eine Rambo-Radlerin? Eine Kampfradlerin? Eine rücksichtslose Pedalritterin?

    So mag man es in den Medien oder durch die Windschutzscheibe hindurch bezeichnen. Es gibt auch noch andere Begriffe für das Unfallopfer. Beispielsweise: Mutter von zwei Kindern. Oder: Mensch. Oder: Ehefrau. Oder: Nachbarin. Oder: Tante. Oder: Kollegin.


    Sucht euch einen Begriff aus, der sich möglichst weit ab der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener bewegt.


    Die „Radwege auf der Straße“ sind schuld!


    Nein, ganz im Gegenteil.


    Erstens gab und gibt es im Eppendorfer Weg keine „Radwege auf der Straße“.


    Zweitens handelt es sich um den typischen Rechtsabbiegeunfall zwischen Lastkraftwagen und Radfahrern, der sich auch in diesem Fall wieder aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse ereignet hatte. Das Gegenteil der so genannten „Radwege auf der Straße“ sind die alten Hochbordradwege, die sich auf Gehwegniveau befinden. Radfahrer, die dort unterwegs sind, können in der Regel sehr viel schlechter von abbiegenden Kraftfahrern gesehen werden. Diese Rechtsabbiegeunfälle zwischen Lastkraftwagen und Radfahrern ereignen sich beinahe ausschließlich im Umfeld alter, schlecht einsehbarer Hochbord-Radwege.


    Bei einem „Radweg auf der Straße“ ist ein solcher Unfall aufgrund der viel besseren Sichtverhältnisse deutlich unwahrscheinlicher.


    „Würden Radrambos rote Ampeln und andere Verkehrsregeln beachten, so wie alle anderen auch, gäbe es einige Tote weniger!


    Interessanterweise machen Rotlichtfahrten von Radfahrern in der Unfallstatistik einen eher schmalen Anteil aus. Der klassische Rechtsabbiegeunfall wie heute morgen ist da deutlich präsenter.


    Die Radfahrerin ist selbst schuld, sie hat nicht auf ihre eingebaute Vorfahrt verzichtet!“


    Sagen wir mal so: Hätte sie auf ihre Vorfahrt verzichtet, wäre sie eventuell noch am Leben. Andererseits: Niemand erzwingt als Radfahrer seine Vorfahrt gegenüber einem Lastkraftwagen-Fahrer. Sowas macht niemand bewusst.


    Was in der Theorie einfach klingt, erweist sich in der Praxis als deutlich komplizierter. Nicht immer lässt sich auf dem Rad rechtzeitig wahrnehmen, dass nebenan auf der Fahrbahn gleich jemand nach rechts abbiegen möchte.


    Mir passiert es regelmäßig, dass mich Kraftfahrer überholen, gleich danach rechts abbiegen und binnen Sekunden vergessen haben, dass sie mich gerade überholt haben. Da ich heute hier sitze und diesen Beitrag schreiben kann, ist es mir offenbar bislang gelungen, rechtzeitig an der Bremse zu ziehen, bevor ich in das abbiegende Auto einschlage.


    Auch bei Lastkraftwagen ist es nicht immer leicht zu beurteilen, ob da gleich jemand rechts abbiegen wird. Manche Fahrer lenken erst nach links, um großzügig zum Rechtsabbiegen ausholen zu können, sind aber ab diesem Zeitpunkt gar nicht mehr in der Lage, den rechts verlaufenden Radweg durch Fenster oder Spiegel einzusehen. Wer auf dem Rad zu diesem Zeitpunkt nicht registriert, dass der Lastkraftwagen gar nicht geradeaus oder nach links fahren möchte, begibt sich in Lebensgefahr. Oder: Der Lastkraftwagen fährt an einer Einmündung erst einmal recht weit geradeaus, um dann wiederum rechts abzubiegen. Das bekommt man im Ernstfall ebenfalls eher spät mit.


    Im Endeffekt lässt sich aber den Radfahrern kaum vorwerfen, sie setzten regelmäßig gegenüber Lastkraftwagen-Fahrern ihre Vorfahrt durch — sonst hätten wir nicht zwei oder drei überfahrene Radfahrer pro Woche zu beklagen, sondern hunderte pro Tag. Auch wenn es draußen im Straßenverkehr einen gegenteiligen Eindruck machen mag: Die allermeisten Radfahrer, beinahe hundert Prozent, verzichten gegenüber einem abbiegenden Lastkraftwagen-Fahrer rechtzeitig auf ihre Vorfahrt.

  • Noch mehr Hass:


    Mal ganz ehrlich: Ein Medium, das so angelegt ist, dass man dort liest "Getötete Radfahrerin hinterlässt zwei kleine Kinder - gefällt 33 Mal" möchte ich mir nicht freiwillig antun.

  • "Radfahrer töten nicht - sie werden getötet."

    Abgewandelt von einem Aufnäher aus den 80ern aus dem Motorradbereich.

    Nun kann ich auf Gesichtbuch nicht lesen, kenne aber die typischen Hasskommentare

    von anderen Medien. Die Thematik "Teilnahme am Verkehr" ist ja nicht unkomplex,

    aber was soll man von Personen erwarten die die Aufmerksamkeitsspanne eines Eichhörnchens,

    mit adhs, auf Koks haben.

    Wenn man am Verkehr teilnimmt, egal wie, muß man sich bewußt sein das das eigene Verhalten

    positives auslösen kann oder eben negatives, wie solche entsetzlichen Katastrophen.

    Letzteres sollte eigentlich jeder vermeiden, stattdessen wird über die Opfer hergezogen.

    Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen könnte...

  • Trotz allem halte ich es aber für eine gute Entscheidung, dass gleich am Montagabend dort ein Ghostbike aufgestellt und eine Mahnwache abgehalten wurde. So bleibt dieser Vorfall nicht nur eine Randnotiz, der schon nach drei Stunden wieder vergessen wurde, stattdessen wird darüber gesprochen und das alte Schneeweißchen ist immerhin zu einem Mahnmal geworden, an dem die Menschen innehalten und gedenken: Tote Radfahrerin: Was tun gegen Abbiegeunfälle?