Neues aus Stade

  • Allerdings würde ich auf alle Fälle rechtssicher dokumentieren, wo die Schilder genau stehen. So könnte es nämlich sein, dass unter Umständen zumindest abschnittsweise neu angeordnet wird, was sich dann mit einer Anfechtungsklage "behandeln" ließe. Meine Erfahrung ist aber sowieso, dass man bei Aufrechterhaltung der Benutzungspflicht komplett neu anordnet, ohne sich auf eine alte Anordnung zu berufen (welche auffallend häufig nicht mehr aufzufinden ist). Mit dieser "rügelosen Einlassung zur Sache" wird regelmäßig ein neuer Verwaltungsakt geschaffen, welcher binnen Jahresfrist dann auch direkt angefochten werden kann.

  • Ja, so werde ich das machen: Einerseits darauf verweisen, dass die Warnungen vor "Radweg"-Schäden, sowie die an allen Einmündungen vorhandenen [Zeichen 205][Zusazzeichen 1000-32] darauf hindeuten, dass auf der gesamten Strecke beabsichtigt ist, dass Radfahrer in beiden Fahrtrichtungen den Gehweg auf der Westseite nutzen sollen oder zumindest dürfen und dann konkret benennen, an welchen Stellen die [Zeichen 240] in welcher Richtung stehen und es damit vorgeschrieben ist. Ich würde dann auch noch an einigen Stellen die Breite nachmessen und mal eine Zeit lang Autos zählen, um zu belegen, dass dort keine einzige Bedingung zur Anordnung einer Benutzungspflicht erfüllt ist.

  • Was machen eigentlichen die sog. Fahrradbeauftragten? Ihr habt vermutlich auch einen? Die müssten doch eigentlich ständig gegen die illegalen Anordnungen vorgehen...

    "Fahrradbeauftragte" reagieren nach eigener reichlicher Erfahrung genau so wie jeder andere Verkehrsteilnehmer auch, der wohl vornehmlich mit Kraftfahrzeugen unterwegs ist oder zumindest deren Fortkommen nicht behindern will oder soll. Oder aber es liegt eine Radfahr-Rechtsverständnis-Mentalität vor, die man eigentlich nur von bestimmten vereinsorganisierten Sonntags-Schönwetter-Gruppentorkel-Tourenleiten her kennt. Es liegt zumindest bei meiner Landkreis-Kommune teilweise gewaltiges Unwissen bezüglich der Rechtsvorschriften beim Radverkehr vor. Es ist mir mittlerweile mehr als peinlich, die hierfür herangezogenen Mitarbeiter aufzuklären. Da habe ich einfach keine Lust mehr. Mir ist es mittlerweile fast egal, welch geballter Unverstand dort teilweise vorliegt bzw. sich weiterhin im Verkehrsraum wiederfindet. Beispiele:

    - Radwegweiser (grüne Schrift auf weißem Grund), welche auf der linken Straßenseite stehen, erlauben automatisch Geisterradeln.

    - Schlaglöcher und Unebenheiten kann man sich von vornherein sparen, mitzuteilen, da keine Aussicht besteht, dass derartige Mängel in der Radinfrastruktur behoben werden. Man müsse als Führer eines ungefederten Fahrzeugs einfach damit leben, zumal auch auf Fahrbahnen nicht immer alles plan wäre.

    - VZ "vorgeschriebene Fahrtrichtung rechts" gilt nicht für Radfahrer, die nach links auf den linken Gehweg mit [Zusatzzeichen 1022-10] abbiegen wollen.

    - Streuscheiben mit Fußgängersymbol werden nicht gegen Kombistreuscheiben getauscht, obwohl dadurch seit 2017 feindliches Grün besteht.

    - ...

    - ...


    Ich weiß nun nicht, ob das dann wirklich die persönliche Meinung des jeweiligen Radverkehrsbeauftragten ist oder ob dieser die "Antworten" von höherer Stelle eingetrichtert bekommt. Aber ich bin erschüttert, dass das Bekleiden eines solchen Amtes nicht einhergeht mit dem korrekten Verständnis für die StVO und aller weiterer für die Verwaltung relevanter Werke. Selbst nach plausibler Erklärung meinerseits wird sich teilweise stur gestellt und man weigert sich, es wenigstens zu versuchen, zu verstehen, was ich eigentlich meine. Wenn dann im Rahmen der Diskussion noch weitere Ausführungen, Erklärungen, Einwände vom Radverkehrsbeauftragten folgen, widersprechen sich diese nicht nachvollziehbaren Inhalte zudem auch noch ganz klar in sich.


    Andererseits werden Vorschläge bzw. Einwände doch wohl weitergegeben, weil viele meiner Meldungen in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden. Das erfolgt dann aber nicht durch den Radverkehrsbeauftragten, sondern wohl durch die Straßenverkehrsbehörde, die den Fall dann auf den Tisch bekommt. Ich schätze mal, dass in den Fällen, wo versucht wird, sich herauszureden, die Sache überhaupt nicht weitergegeben wird, weil die eigene persönliche Meinung des Beauftragten wohl dazu führt, meine Meldung als unbegründet anzusehen.

  • Also da wir ja in diesem Fall alle die gleichen Radverkehrsbeauftragten meinen, da gibts mehrere Ebenen.

    Ein RVB ist ja nicht per se ein begeisterter Radler und StVO-Fachmann mit Radlerbrille auf. Sondern, ehrlich, keine Ahnung was die qualifiziert.


    Zum Beispiel ist der RVB des Landkreises vor seiner Ernennung praktisch gar nicht Rad gefahren und er wollte sich dann fest vornehmen, ab und an mit dem Radl in die Arbeit zu fahren. Ist wahrscheinlich nicht viel drauß gworden.

    In der Kreisstadt sehe ich den RVB schon ab und zu fahren. Aber mit flottem Alltagsradln hat das eher nix zu tun, und da sehr viel Verständnis für Gehwegradler und eher weniger für Ampelschaltungen, zu enge geteilte Verkehrsflächen.

    Zusätzlich macht der RVB ja nur Vorschläge, umgesetzt wird das ja woanders. Beide StVB, Kreis und Stadt, sind seit Jahrzehnten in CSU-Hand.

    Beim Ordungsamt der Stadt ist immerhin inzwischen angekommen, das man Radwegpflichten eigentlich seit 20 Jahren begründen müsste. Aber selbst der Verkehrsforum-Vorsitzende, Stadtrat einer Partei mit viel grün im Pateilogo, sagt zum Beispiel über den Radweg Emmeringer/Roggensteiner, "es sei halt (noch) geduldet". Daraus kann man schließen, allen ist klar der Radweg ist unrechtmäßig, aber Radler gängeln ist besser wie Autofahrer.


    Solange die Stadt und der Kreis nicht mal frische Köpfe an die Spitze bekommt, wird es nur bei Neubauten, wie Sulzbogen zum Beispiel, an die aktuellen Regeln gehalten. Der ist zum Beispiel viel besser geworden als befürchtet und wie es zwischendurch ausgesehen hat.

    Oder durch klagen.


    Nichts desto trotz wird die Stadt FFB demnächst als "Radlfreundliche Kommune" ausgezeichnet. Unter aderem wegen den zwei Radlstaßen (1x 150m, für Autos eine Sackgasse, und 1x in Geh/Radweg zur Radlstraße umgewidmet, damit Autos legal darauf parken können)

    Man kann also davon ausgehen, das diese Titel von Leuten verliehen werden, die nicht versucht haben mal einen Tag durch die Stadt zu fahren.


    Hat aber natürlich nix mit Stade zu tun, wird aber wahrscheinlich nicht so viel anders sein.

  • Zur Abwechslung mal etwas sehr Erfreuliches: Was zieht der Herr mit der Home-Office-Gesichtsfrisur da aus dem Umschlag? Einen symbolischen Scheck über 10.000,- EUR von der Deutschen Postcode Lotterie für den Verein Stade fährt Rad e.V. zur Anschaffung von zwei E-Lastenrädern.



    Weil wir uns ja nicht nur mit der Verkehrsbehörde und dem Tiefbauamt kabbeln, sondern im Juni auch einen Verein für ein Lastenradprojekt gegründet haben.


    Ebenfalls erfreulich: Die Stadt Stade hat uns ein gebrauchtes Bäckerrad zur Verfügung gestellt, das wir eigentlich auch schon verleihen würden, wenn nicht alles gerade im Lockdown wäre. Und demnächst (Februar / März) wird es zumindest in dieser Sache noch mehr Erfreuliches zu berichten geben. :)



    Der Kontakt zur Klimaschutzmanagerin funktioniert jedenfalls deutlich besser als der zur Verkehrsbehörde.

  • Zum Thema Steinkirchen habe ich beim Aufräumen einen Zeitungsausschnitt gefunden. Den Artikel gibt es hier auch noch online: https://www.kreiszeitung-woche…-in-der-ortsmitte_a182370


    Demnach scheint man an dem Thema bereits dran zu sein. Das Symbolfoto aus Buchholz zeigt schonmal, wie man es nicht machen sollte: "Schutzstreifen" bei einer Fahrbahnbreite, bei der das Befahren der Streifen durch Kfz. zum Regelfall wird und dazu eine Gehweg-Geisterradlerin / Geisterradler.


    Da werde ich doch mal versuchen, meinen Teil zur Überzeugungsarbeit beizusteuern :)

  • Herr Dammann vom Wochenblatt feiert, dass nun die Gehwege in der Schölischer Straße zum Gehwegradeln freigegeben wurden und vergisst dabei das wichtige Detail, dass Radfahrer dort nur dann legal fahren, wenn sie das mit Schrittgeschwindigkeit tun.

    https://www.kreiszeitung-woche…-zeitnah-versteht_a188464


    Hinter den ganzen süffisanten Formulierungen über die angeblich höhere Sicherheit steckt in dem Artikel durchgängig die Idee, dass Radfahrer auf jeden Fall auf dem Gehweg besser aufgehoben sind als auf der Fahrbahn.


    Ich werde den Artikel für eine Einwohnerfrage an den Verkehrsausschuss nutzen: Wenn es in der Schölischer Straße tatsächlich zu solch massiven Regelverstößen durch Autofahrer kommt, würde ich gerne wissen, was dagegen von der Stadt unternommen wird. Meine eigenen Erfahrungen sind zwar ganz anders, aber wenn es in der Zeitung steht, dass sich die wenigsten an das Tempolimit halten, Verkehrsinseln links umfahren (wie ist das überhaupt möglich, wenn dort so viel Verkehr herrscht?) und sich rücksichtslos gegenüber Radfahrern verhalten, muss ja etwas dran sein.


    Ansonsten muss ich wohl Herrn Dammann auch mal stecken, welche Zeiträume in Stade normal sind, wenn es um Anordnungen betreffend des Radverkehrs geht: Über 50 Kreuzungen, an denen im Zuge von Vorfahrtstraßen keine Furtmarkierungen vorhanden sind, haben wir der Stadt bereits vor 3 Jahren genannt. Diese Markierungen fehlen bis heute. Vom kompletten Ignorieren einer ganzen StVO-Novelle seit 23 Jahren mal ganz abgesehen...

  • "Wer jetzt erlaubterweise mit seinem Drahtesel auf dem Fußweg unterwegs ist, muss zwar auf die Fußgänger aufpassen. Denn die haben absoluten Vorrang vor den Radlern. Doch es ist davon auszugehen, dass die Radfahrer mehr Rücksicht auf die Passanten nehmen als die Autofahrer gegenüber den Radlern. Denn von solcher Rücksichtnahme auf die "schwächeren" Verkehrsteilnehmer war in den vergangenen Monaten in der Schölischer Straße herzlich wenig zu spüren." Da die Autofahrer*innen keine Lust haben, auf Fahrradfahrer Rücksicht zu nehmen, sollen jetzt die Radfahrer*innen auf Fußgänger Rücksicht nehmen. Und wenn das die Radfahrer*innen nicht tun, dann sind es böse Agro-Kampf-Radler. Fahren Sie aber weiter auf der Fahrbahn, die FahrradfahrerInnen, dann sind es unbelehrbare Leichtsinnige, die mit ihrem Fahrverhalten die Autofahrer*innen nötigen langsam zu fahren.

    So gesehen, wie es Damman vom Wochenblatt darstellt, sind die Radfahrer*innen jedenfalls in einer No-Win-Situation.

    Link zu dem Wochenblatt-Artikel:

    https://www.kreiszeitung-woche…-zeitnah-versteht_a188464

    In Hannover werden an Straßen mit Angebotsradwegen, also solche Radwege, die nicht mit einem blauen Schild Radweg ausgezeichnet sind, [Zeichen 237] oder mit [Zeichen 241-30], immer mal wieder dieses Schild aufgestellt:


    In Braunschweig werden ähnliche Schilder aufgestellt:


    Gibt es in Stade bereits auch Straßen an denen solche Schilder aufgestellt wurden? Und könnte das eine Verbesserung in der Schölischer Straße bedeuten?


    In Hannover stehen diese Schilder dann ein bis zwei Jahre an der selben Stelle und werden dann abgebaut und in anderen Straßen wieder aufgebaut. Die Fotos dürfen gerne verwendet werden, um entsprechende Vorschläge auch in anderen Kommunen wie in Stade anzuregen. Zum Beispiel auch dann, wenn ein Gehweg für den Radverkehr freigegeben ist, wie in der Schölischer Straße.

  • Alleine schon für diesen Satz

    Zitat

    Auch wenn Studien belegen, dass das Radeln auf der Fahrbahn inmitten der Autos grundsätzlich sicherer als die Nutzung eines Geh- und Radweges sein soll:

    sollte man dem Schreiberling die Lizenz entziehen.

    Wenn er Studien anführt und vorne schreibt, dass diese etwas "belegen", dann darf er hinten nicht "sein soll" schreiben, sondern muss "ist" schreiben.

    Hat was mit Logik und Semantik zu tun.


    Yeti, wenn Du mit ihm kommunizierst, dann frage ihn doch mal, ob beispielsweise eine Waage belegt, dass ein Mercedes der E-Klasse schwerer "ist" oder schwerer "sein soll" als ein Fiat Panda. Oder ob ein Maßband belegt, dass der Benz länger "ist" oder "sein soll" als das Fiatle.

  • Alleine schon für diesen Satz

    sollte man dem Schreiberling die Lizenz entziehen.

    Wenn er Studien anführt und vorne schreibt, dass diese etwas "belegen", dann darf er hinten nicht "sein soll" schreiben, sondern muss "ist" schreiben.

    Hat was mit Logik und Semantik zu tun.

    Logik und Semantik würde der Autor auch dann gerecht werden, wenn er schreibt: "Auch wenn Studien angeblich belegen, dass das Radeln auf der Fahrbahn inmitten der Autos grundsätzlich sicherer als die Nutzung eines Geh- und Radweges sein soll:"

    Das wiederum traut er sich nicht zu schreiben, obwohl es genau das Dilemma umreißt, in dem sich dieser Dammann vom Wochenblatt befindet.

    Es ist ja nicht so, dass alle Fahrradfahrenden davon überzeugt sind, dass das Fahren auf der Fahrbahn sicherer ist als das Fahrradfahren auf dem Gehweg. Es ist ferner nicht so, dass alle Fahrradfahrer*innen, die lieber auf dem Gehweg fahren als auf der Fahrbahn, das mit dem bedingten Vorsatz tun, wenn mir ein Fußgänger quer kommt, dann klingele ich den zur Seite, wenn er dann nicht springt, dann mangele ich ihn halt um.

    Ich befürchte, mit dem Verweis auf Studien, die belegen, dass es sicherer ist auf der Fahrbahn zu radeln, ist es nicht getan.

    Vielmehr ist vielen Fahrradfahrerinnen die Gefahr durch abbiegende Fahrzeugführer übersehen zu werden , nicht bewusst, oder sie sagen sich, da muss ich halt aufpassen, wenn ich eine Seitenstraße überquere.

    Und ganz viele Radfahrer*innen sind einfach "zu höflich", um die Fahrbahn zu benutzen. Sie wollen den schnelleren Autoverkehr nicht ausbremsen. Nicht zuletzt deshalb, weil sie das selbst von anderen Fahrradfahrer*innen erwarten, wenn sie selbst mal wieder im Auto unterwegs sind. Die "Nur-Radfahrer*innen" sind im ländlichen Stade ganz sicher noch stärker in der Minderzahl als in vielen Großstädten.

    Wenn man mal außen vorlässt, dass Dammann mit seinen Tiraden es möglicherweise vor allem darum geht, bei der autofahrenden Leserschaft zu punkten, wie sollte er denn seine LeserInnen für das Fahrradfahren auf der Fahrbahn gewinnen? Dass Dammann die Studien schlecht redet, die belegen dass es für Fahrradfahrer*innen sicher ist, die Fahrbahn zu benutzen, geht gar nicht. Aber ich fürchte es würde nicht ausreichen, wenn das Wochenblatt und andere Medien diese Studien fair darstellen würden und die daraus abzuleitenden Maßnahmen einfordern und unterstützen würden. Es überwiegt zu stark die starke "Autofixierung" in der Bevölkerung. Diese Fixierung auf das Verkehrssystem MIV muss grundsätzlich in Frage gestellt werden.

  • Es überwiegt zu stark die starke "Autofixierung" in der Bevölkerung. Diese Fixierung auf das Verkehrssystem MIV muss grundsätzlich in Frage gestellt werden.

    Mit einem Pedelec gehöre ich genau genommen auch zum MIV :)


    Mich stören vor allem zwei Dinge:

    1. Dass Verbrenner giftige Abgase produzieren - auch ohne illegale Abgasreinigungs-Abschalteinrichtungen - scheint inzwischen völlig in Vergessenheit geraten zu sein. Dass Auspuffe noch immer nicht zuerst durchs Wageninnere geleitet werden ist der Grund dafür, dass ich an Ampeln ohne zu zögern rechts auf den Gehweg wechsle und ganz nach vorne fahre. Ich stell mich doch nicht freiwillig in die giftige Auspuffwolke mehrer Autos, von denen die Verursacher gar nichts mitkriegen.
    2. Ich vermisse einen Satz in der StVO, der ungefähr besagt: Leere Beifahrersitze haben innerorts keinerlei Platzanspruch. Der Platz gehört denen, die ihn brauchen und auch ausfüllen (Radfahrer, Fußgänger, Rollerfahrer, einspurige Fahrzeuge, etc.)

    Diese Kombination aus lautlos und emissionfrei fahren und dabei möglichst wenig Platz beanspruchen ist "mein persönlicher Anspruch" an den MIV. Davon kann es meinetwegen soviel geben wie die Bürger möchten.

  • Diese Kombination aus lautlos und emissionfrei fahren und dabei möglichst wenig Platz beanspruchen ist "mein persönlicher Anspruch" an den MIV. Davon kann es meinetwegen soviel geben wie die Bürger möchten.

    Lautlos und emissionsfrei fährt auch ein batteriebetriebenes SUV wie zum Beispiel der Mercedes Banz EQC. Der hat übrigens 408 PS. https://www.mercedes-benz.de/p…ions/footnote.module.html

    Und wenn du nach den Emissionen fragst, die bei der Stromherstellung anfallen, dann reden die, die mit dem Mercedes fahren, von Ökostrom.


    Allerdings erfüllt das 408 PS Elektro SUV nicht deinen Anspruch an "Wenig Platz beanspruchen". Das könnte zum Beispiel der Renault Twizzy (12 PS, 80 km/h Spitzengeschwindigkeit) leisten.

    Breite Mercedes Benz EQC: 1,88 m, Länge: 4,76 m

    Breite Renault Twizzy: 1,19 m, Länge: 2,34 m

    https://efahrer.chip.de/elektr…nault-twizy-2-sitzer_2073


    Trotz der deutlich kleineren Maße und der deutlich geringeren PS-Zahl braucht der Twizzy im Fahrbetrieb aber fast den selben Platz wie das deutlich größere und deutlich schwerere Mercedes Benz SUV.

    Die Fahrzeuglänge im Fahrbetrieb wird zunehmend vernachlässigbar, je schneller die Fahrzeuge fahren. Der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug sollte laut ADAC-Faustformel halbe Tachoanzeige in Meter betragen. Bei Tempo 10 km/h wären das 5 m. Bei Tempo 80 km/h wären das 40 m.

    Bei 40 m ist es relativ unbedeutend, ob die Fahrzeuglänge, die noch dazugerechnet werden muss 2,34 m beträgt (Twizzy) oder 4,76 m (Mercedes SUV).


    Die Fahrzeugbreite spielt eine vernachlässigbare Rolle, wenn man an den bestehenden Fahrbahnbreiten festhält, erhält man keinen Platzgewinn dadurch dass die Fahrzeuge schmaler sind. Große LKW beispielsweise sind in der Regel 2,55 m breit. Selbst große PKW sind in der Regel etwa 60 cm schmaler (jeweils ohne Außenspiegel).


    Trotzdem sind die beiden rechten Fahrstreifen (viel LKW-Verkehr) einer vierstreifigen Autobahn nur 25 cm breiter als die beiden linken Fahrspuren (PKW-Verkehr). Würden alle Fahrzeuge auf der Autobahn maximal 80 km/h fahren, dann könnten die linken Autobahn-Fahrstreifen vermutlich auch mit 3,25 m ausreichend breit sein.

    https://de.wikipedia.org/wiki/…die_Anlage_von_Autobahnen


    Das alles ließe sich herunterdeklinieren bis zu Straßen innerorts, und führt zu der Erkenntnis, dass die gefahrene Geschwindigkeit eine erhebliche Rolle spielt beim Platzbedarf eines Fahrzeuges. Nicht zuletzt deshalb sind manche Fußwege für den Radverkehr freigegeben mit der Maßgabe, dass die Radfahrenden Schrittgeschwindigkeit einhalten, um Zusammenstöße mit Fußgängern zu vermeiden.


    Eigentlich müsste sinnentsprechend für Autobahnen gelten, dass dort von allen Verkehrsteilnehmern nur max. 80 km/h gefahren werden darf, um Zusammenstöße mit LKW zu vermeiden. Immerhin auf den der Renault Twizzy mit seinen 80 km/h Höchstgeschwindigkeit trifft das zu.


    Quintessenz: Nicht die schiere Fahrzeuggröße ist zu reduzieren, sondern auch das Tempo! Und die geringste Verkehrsfläche beanspruchen ohnehin die Menschen, die den ÖPNV benutzen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Ullie () aus folgendem Grund: Link zu Twizzy ergänzt, Link zu Autobahnquerschnitt ergänzt

  • Ich hab das Thema hier zufällig gefunden und muss auch mal ein bißchen was dazu sagen. Erst einmal natürlich: Yeti und alle Anderen, vielen Dank für die Bemühungen, die Radverkehrsinfrastruktur in Stade zu verbessern! Ich freue mich ehrlich, dass jemand sich dann auch noch ehrenamtlich bemüht.


    Zur Einordnung, was meine Erfahrung im Radverkehr angeht: Ich wohne seit ein paar Jahren in Stade. Vorher habe ich 15+ Jahre in Kiel gewohnt. Ich habe nie ein Auto besessen und pendele täglich mit dem Fahrrad, bei Fahrstrecken von 5-10 km je Stück.


    In Kiel ist zwar auch nicht alles super, aber dass die Radinfrastruktur in Kiel deutlich besser ausgebaut ist, brauche ich hier, glaube ich, nicht zu diskutieren. Dort habe ich mich auf der Straße auch recht wohl gefühlt. Ich finde aber persönlich, dass es in Stade, stand heute, falsch und gefährlich ist, den Radverkehr auf die Straße zu bringen. Das hat zwei Gründe: Du (Yeti) hast häufig genug richtig argumentiert, dass Radfahrende auf die Fahrbahn gehören. Der Meinung bin ich eigentlich auch. Das Problem ist aber zweierlei: Erstens fährt hier kaum jemand auf der Straße Fahrrad, was dazu führt, dass die Autofahrenden das auch nicht gewohnt sind. Zweitens sind "die Autofahrenden", soweit man sie denn alle in einen Topf werfen kann, hier sehr rücksichtslos. Das kann man schon erleben, wenn man mit einem Auto auf den Straßen der Umgebung fährt und sich einigermaßen an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, aber das ist ein anderes Thema.


    Da mich die Änderungen dort persönlich betroffen haben, mal die Salztorcontrescarpe als Beispiel: Dort ist jetzt der Gehweg jetzt StVO-konform nicht mehr auch als benutzungspflichter Radweg ausgezeichnet. Gleichzeitig gilt dort aber noch Tempo 50, soweit ich das beurteilen kann, jedenfalls ist aus der Altländer Straße heraus nichts zu erkennen, das auf Tempo 30 hindeutet, auch wenn das immer mal im Thread erwähnt wurde. Dort wird aber eher deutlich mehr als 50 gefahren, ist ja eine schicke kleine Verbindungsstraße auf der man schnell an der Wallstraße vorbeikommt. Und Radfahrende werden dort mit deutlich unter den vorgeschriebenen 1,50 m Mindestabstand überholt, selbst wenn vom Autofahrenden dazu eine durchgezogene Mittellinie überfahren werden muß und nicht zu sehen ist, ob in der Kurve Gegenverkehr kommt. Ich bin mehr als einmal dort geschnitten worden, weil Autofahrende einscheren mußten, um nicht mit dem Gegenverkehr zusammenzustoßen. Dort ist es zwar jetzt StVO-konform, wird aber meiner Einschätzung nach noch zu Unfällen führen. Nebenbei ignoriert ungefähr die Hälfte der Radfahrenden dort die StVO und fährt weiter auf dem Gehweg. Persönlich meide ich die Straße inzwischen komplett und fahre lieber den kleinen Weg auf dem anderen Schwingeufer.


    Kurz gesagt: So richtig das Ziel eigentlich ist, Fahrradfahrende als gleichberechtigten Verkehr auf die Fahrbahn zu bekommen, so wenig bin ich mir sicher, dass ein pauschales Aufheben solcher vorhandenen "Radwege", so wenig sie eventuell auch den Vorschriften entsprechen, zielführend ist. Ich weiß auch nicht, was wirklich hilft, denke aber, dass das Grundproblem ist, dass in Stade nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in den Köpfen der Autofahrenden der einzige echte Verkehr aus Blech besteht.

  • Kurz gesagt: So richtig das Ziel eigentlich ist, Fahrradfahrende als gleichberechtigten Verkehr auf die Fahrbahn zu bekommen, so wenig bin ich mir sicher, dass ein pauschales Aufheben solcher vorhandenen "Radwege", so wenig sie eventuell auch den Vorschriften entsprechen, zielführend ist.

    Eine Behörde könnte - spätestens dann, wenn sie eine illegale Benutzungspflicht aufheben muss - darüber nachdenken, wie man den Radfahrern jetzt endlich eine sichere Verkehrsteilnahme bieten könnte. Niemand zwingt sie dazu, den Radfahrern das Fahren plötzlich dort zu verbieten, wo es vorher verpflichtend war. Lediglich die Verpflichtung fällt weg.


    Dass die Behörden nichts draus machen, ist eigentlich gleich die nächste Klage wert. Soweit ich weiß, stubsen die Richter die Nasenbohrer etwas an, indem sie gleich T30 auf der Fahrbahn nebenan zwingend machen.

  • Das ist ein Henne-Ei Problem, das man nur löst, wenn man die Spirale durchbricht. Mir passiert es sehr selten, dass ich zu eng überholt werde. Tipp: Fahre nicht zu weit am Fahrbahnrand, dann wirst du auch mit mehr Abstand überholt.


    Ich wundere mich auch, warum die Stadt in den Straßen Am Bahnhof und Am Güterbahnhof eine Tempo-30 Zone eingerichtet hat, dort aber noch keine Geschwindigkeitskontrolle veranlasst hat. Eigentlich sollte auch in der Salztorscontrescarpe Tempo 30 angeordnet werden. Keine Ahnung, warum sie das nicht getan haben.


    Was das Problem definitiv NICHT löst: Alles so lassen wie bisher und Radfahrer weiterhin in beiden Fahrtrichtungen auf einen 2m breiten Gehweg zwingen, weil sich Autofahrer nicht an die Verkehrsregeln halten wollen.


    Mir ist es auch klar, dass man die Gewohnheiten in einer Stadt wie Stade nicht von einem Tag auf den anderen umkrempeln kann. Wenn Radfahrer es gewohnt sind, auf jeder Kack-Piste im Slalom um die Fußgänger zu fahren, braucht es seine Zeit, bis die sich daran gewöhnen, dass es auf der Fahrbahn besser klappt. Und auch bei den Autofahrern, die es von jeher gewohnt waren, dass die Fahrbahn ihnen alleine gehört, wird es eine Zeit dauern, bis es allgemein akzeptiert ist, dass sie mal hinter einem Radfahrer herfahren müssen, bis Platz zum Überholen ist. Dass es dabei immer mal wieder Konflikte geben wird, gehört für mich dazu. Ich lasse mich allerdings lieber auf der Fahrbahn anhupen als auf dem Radweg über den Haufen fahren. Keine Ahnung, ob ich einfach abgebrühter bin oder ob ich irgendwas anders mache, aber die Probleme, die viele Radfahrer auf der Fahrbahn schildern, habe ich nicht, bzw. nur selten.


    Die gute Nachricht ist, dass sich Dinge verändern können. Ich habe vorher 18 Jahre in Braunschweig gelebt, bevor ich nach Stade gezogen bin. In den vergangenen 12 Jahren ist dort viel passiert und es hat sich aus meiner Sicht viel zum Positiven verändert. Es ist auch nicht alles perfekt, aber man sieht jetzt auch 75-Jährige mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn, wo man erkannt hat, dass der vormals bestehende gemeinsame Geh- und Radweg nicht tragbar war. Und vor allem sieht man insgesamt viel mehr Leute auf dem Fahrrad. Wenn eine 250.000 Einwohner-Stadt wie Braunschweig das in 12 Jahren schafft, dann sollte das in einer 50.000-EW-Stadt wie Stade doch auch möglich sein.


    Mein Ziel ist es auch nicht, dass hier Radfahrer überall die Fahrbahn benutzen müssen. An den Hauptverkehrsstraßen sollte es eine Wahlmöglichkeit geben, was bei getrennten Geh- und Radwegen nach Aufhebung der Benutzungspflicht überhaupt kein Problem wäre. Dann kann jeder selbst entscheiden, auf der Schlaglochpiste zu fahren oder auf der Fahrbahn. Die Planungen für die Harsefelder Straße finde ich auch OK. Da wird man niemanden zum Radfahren bringen, wenn der Radverkehr dort komplett auf die Fahrbahn verlegt wird. Der komplette Ausbau regelkonformer Radwege wird alleine an dieser Straße aber seine Zeit brauchen und auch einen 7-stelligen Betrag kosten. Das muss nicht überall so sein und teilweise haben wir ja bereits die Wahlmöglichkeit sogar an Hauptstraßen (auch wenn es vermutlich von der Verkehrsbehörde gar nicht beabsichtigt war).


    An anderen Stellen ist es aber aus Gründen der Verkehrssicherheit absolut inakzeptabel, dass Radfahrer auf dem Gehweg fahren. Auch dort wird es viele geben, die sich nicht daran halten und dann weiter auf dem Gehweg fahren. Auch auf den benutzungspflichtigen "Radwegen" fährt etwa die Hälfte aller Radfahrer auf der falschen Straßenseite. Das interessiert ja auch niemanden.


    Warum also sollte man bei der Anordnung von Verkehrsregeln auf diejenigen Rücksicht nehmen, die sich sowieso nicht daran halten? Die Straßenverkehrsordnung ist doch kein Wunschkonzert.


    Ansonsten haben wir vor knapp einem Jahr ein eigenes Radverkehrskonzept abgeliefert, in dem wir auch ein Netz aus möglichen Velorouten beschrieben haben, wo man abseits der Hauptstraßen mit dem Fahrrad fahren kann. Dafür gäbe es auch noch einiges zu tun, insbesondere dort, wo diese Routen über Straßen mit Kopfsteinpflaster verlaufen, oder wo es noch kurze Lücken gibt. An anderen Stellen wäre es mit der Einrichtung weiterer Fahrradstraßen getan (z.B. Am Schwarzen Berg, An den Fischteichen), um die Bedeutung der Straße für den Radverkehr hervorzuheben. Wenn die Stadt es ernsthaft wollte, könnte man hier in kurzer Zeit und mit überschaubarem Aufwand viel verbessern.


    Es wird sicherlich noch einige hitzige Debatten geben, aber ich bin eigentlich schon froh, dass das Thema mittlerweile überhaupt in Stade angekommen ist. Da ich in der komfortablen Situation bin, mich bei niemandem beliebt machen zu müssen, ziehe ich das einfach weiter durch wie bisher, OK? :)

  • Nur falls das falsch angekommen ist: Im Beispiel der Salztorcontrescarpe halte ich auch eine Tempo 30-Zone für angebracht. Ohne Mittellinie, mit viel Überwachung, bis es in den Köpfen angekommen ist, und zusätzlichen baulichen Maßnahmen um das Tempo zu reduzieren.


    Meine Sicht ist da wahrscheinlich auch dadurch geprägt, dass ich täglich die Altländer Straße entlang fahre, um in Richtung Hollern zu kommen. Für Nicht-Ortsansässige: Die Straße ist eine der Hauptausfallstraßen aus der Stadt, geprägt durch viel Gewerbe und abgesetzte Einfahrten, durch die Autofahrer mit wenig Rücksicht ein- und ausfahren. Dann geht die Straße in Richtung Hollern in einen linksseitigen, benutzungspflichtigen Zweirichtungs-Rad- und Gehweg über, der maximal 1,50 m Breit und teilweise unter 1 m ist...


    Ich bin einfach nicht der Typ, der sich im "echten Leben" engagiert, das mache ich nur im Internet. Deswegen habe ich auch meinen täglichen Weg jetzt so gelegt, dass ich möglichst wenig auf der Straße fahre, und möglichst viel auf Wegen abseits davon, was aber nicht zu 100 % geht. Von daher bin ich doppelt froh, dass Leute wie Du sich einsetzen und will Dir das auch gar nicht ausreden. Von diesem Thread her bekam ich einfach den Eindruck, dass es hauptsächlich darum geht, Benutzungspflichten aufzuheben.


    Wie gesagt, ich freue mich ehrlich, dass sich überhaupt jemand einsetzt. Und vielleicht muß ich einfach über meinen Schatten springen und auch hier wieder hauptsächlich auf die Straße, wie ich es auch in Kiel gemacht habe. Und wenn mich dann mal ein Autofahrender "übersieht", nachdem er mich überholt hat, oder an Engstellen die Vorfahrt nimmt, muss das dann halt mal sein.

  • Es dreht sich in der Tat recht oft um das Thema Benutzungspflicht, weil man damit einen Hebel hat, über den man ansetzen kann, dass Dinge verändert werden müssen. Die Aufhebung der Benutzungspflicht ist der erste Schritt, aber das macht auch den Bedarf deutlich, dass sich noch andere Dinge ändern müssen. Vor allem stellt die Aufhebung der Benutzungspflicht das Selbstverständnis in Frage, dass Verkehrsplanung sich ausschließlich am Autoverkehr orientiert und Radfahrer und Fußgänger irgendwo am Rand untergebracht werden, wo sie nicht stören und sich dort mit den desolaten Restflächen zufrieden geben sollen, die man ihnen übrig gelassen hat.


    Das geht dann halt viel zu oft auf Kosten der Sicherheit der Radfahrer selbst und leider auch auf Kosten der Sicherheit der Fußgänger.


    Es gibt keinen Rechtsanspruch auf ausreichende Abstellbügel für Fahrräder oder auf eine durchgehende Wegweisung, oder darauf, als Radfahrer ernst genommen zu werden. Aber es gibt eine Verwaltungsvorschrift, in der die Voraussetzungen genannt sind, die ein Radweg erfüllen muss, damit er benutzungspflichtig sein darf (lustigerweise würden solche Radwege vermutlich von 99% der Radfahrenden sowieso freiwillig benutzt werden). Wenn das nicht der Fall ist, kann man dagegen vor dem Verwaltungsgericht klagen und dann muss die Stadt handeln. Wenn sie darauf besteht, dass es eine außergewöhnliche Gefahrenlage gibt, aber der "Radweg" die baulichen Voraussetzungen nicht erfüllt, dann muss sie dafür sorgen, diese außergewöhnliche Gefahrenlage zu beseitigen, z.B. durch ein Tempolimit. Oder es führt wenigstens dazu, dass attraktive Alternativrouten ausgebaut werden.


    An diesen Punkt kommt man aber nicht, wenn man sich damit abfindet und lieber alles so lassen will, wie es ist, weil viele Radfahrer sich nicht auf die Fahrbahn trauen, weil es hier niemand gewohnt ist. Das richtet sich nicht gegen dich, sondern das ist aus meiner Sicht der einzige Weg, eine Veränderung zu erzwingen. Schöner wäre es natürlich, wenn die Politik und Verwaltung aus ernsthaftem Interesse von sich aus daran arbeiten würden, diese Stadt fahrradfreundlicher zu machen. Davon sind wir hier aber leider weit entfernt und darauf möchte ich nicht warten, weil ich das vermutlich nicht mehr erleben würde.


    Die besten Radwege sind für mich asphaltierte Fahrbahnen in einer Tempo 30 Zone.


  • Die besten Radwege sind für mich asphaltierte Fahrbahnen in einer Tempo 30 Zone.


    Das Problem dabei ist: Das sehen Autofahrer oft genau so. In Wiesbaden diskutierte ich einmal mit einem Autofahrer darüber: Er beklagte sich über die vielen Radfahrer auf den Hauptstraßen der Stadt. In Wiesbaden gibt es fast nirgends Radwege, weder an Haupt- noch an Nebenstraßen und bis vor wenigen Jahren hat es die übergroße Mehrheit der Bevölkerung einfach als gegeben hingenommen, dass man in Wiesbaden eben nicht mit dem Fahrrad fährt.

    Seit rund zwanzig Jahren arbeiten die Verkehrsplaner in Wiesbaden daran, den Fahrradverkehr zu etablieren.

    Viele Autofahrer aber meinen, dass der Radverkehr ausschließlich nur auf Nebenstrecken in den Wohnstraßen stattfinden dürfe. Ich sehe da die Gefahr einer Verdrängung des Radverkehrs von Hauptstraßen in Nebenstraßen. Und die wäre auch nicht besser als die Verdrängung des Radverkehrs von den Fahrbahnen der Hauptstraßen auf die Radwege an den Hauptstraßen.

    Ein gut ausgebauter sicherer Radweg an einer Hauptstraße, bei dem auch die Kreuzungssituationen so gelöst sind, dass der Radverkehr nicht aus dem Blickfeld des Autofahrers verschwindet, ist mir lieber als in Wohngebietsstraßen abgedrängt zu werden.

    Wohngebietsstraßen aber, die durch Einrichten einer Fahrradstraße für den Radverkehr aufgewertet werden, und die Querverbindungen schaffen, die für den Autoverkehr nicht zur Verfügung stehen, benutze ich gerne.