Hamburg: Todesfalle an der Kieler Straße

  • Wir spulen das ganze Programm nun rückwärts ab, hier waren wir vorhin ja schon. Was mir auffällt: Im letzten Jahr musste der falsch fahrende Radverkehr jeweils die von der Fahrbahn abgewandte Seite des Zweirichtungsradweges befahren, damit sollten wohl im Falle eines Unfalls wenigstens Frontalkollisionen mit dem Fahrbahnverkehr vermieden werden. Dieses Mal hat man sich offenkundig gegen diese Falschfahrerei entschieden:



    Über diese lustigen Schlenker bin ich noch immer nicht hinweg. Wenn hier ein Bus ankommt, kann man echt nur noch auf den anderen Streifen ausweichen oder am besten absteigen und schieben, um nicht gleichzeitig mit ausstiegenden Fahrgästen und Kraftfahrern aus der Parkplatzeinfahrt aneinander zu geraten:



    Hier kann man schön erkennen, was schon eine Handvoll Fußgänger auf der Nebenfläche an Beeinträchtigungen mit sich bringen. Eine rücksichtsvolle Fahrweise ist auf dieser Infrastruktur unmöglich, hier hilft im Sinne von § 1 StVO nur noch absteigen und schieben:



    Zur Belustigung der wartenden Fahrgäste kann man sich an dieser Buckelpiste ertüchtigen:



    Und, naja:



    Sagen wir mal so: Man hat sich Gedanken gemacht und versucht, eine Lösung für den Radverkehr zu finden. Wie im letzten Jahr muss ich aber feststellen, dass gut gemeint nunmal nicht gut gemacht ist: Das geht los bei der minimalen Breite der Fahrstreifen für den Zweirichtungsverkehr und endet bei den fehlenden Anrampungen bei der Auf- und Abfahrt auf und vom Hochbord. Das geht einfach nicht. Das beste an der Sache ist nach wie vor diese Protected Bike Lane, ansonsten ist das aber wohl das Maximum, was ich an der Hauptverkehrsroute des Radverkehrs entlang einer Hauptverkehrsstraße des Kraftverkehrs rausholen lässt.


    Bloß gut, dass ich da nicht mehr täglich langfahren muss.

  • Hallo Malte, ich bin kein großer Freund der Berliner Verwaltung und deren Verkehrsleitung. Aber man muss die Kirche auch mal im Dorf lassen - und die Verwaltung ihre Arbeit machen bzw. korrigieren lassen. Ich bin da gestern gegen 19 Uhr langgefahren - da hatte man schon ummarkiert (ein viel zu schmaler 2-Richtungsradweg + einen ebenfalls viel zu schmalen Gehweg - je etwa 1,2 Meter - mehr Platz gibt es dort im Augenblick einfach nicht).

    Auch das Argument: Hier denkt man (die Verwaltung) nicht an die Radfahrer zieht nicht. Das ist nämlich eine Sackgasse - zumindest für den Kraftfahrzeugverkehr schon lange. Und die schmale Restfahrbahn ist jetzt komplett Baustelle. Die Verwaltung hat sich einen Plan gemacht, wie Radfahrer hier weiter (legal) diesen Schleichweg fahren können. Das darf man schon mal anerkennen. Die "Leidtragenden" sind hier die Fussgänger. Ein reiner Gehweg wäre hier durchaus angemessen gewesen. Und viele Radfahrer zum Gehwegradeln animiert.

    Mein Fazit: (wirklich!) Gut gemeint - aber schlecht gemacht - nach Korrektur zumindest bestmöglich.