Ohne die zweifelsfreie Schuld dieses Mannes großartig "relativieren" zu wollen: Man könnte sich ja auch einfach mal die Zustände im Transportgewerbe aus Sicht eines Lohnabhängigen betrachten. Da gilt: wer da keine Leistung bringt, fliegt raus. Und diese "Leistung" setzt voraus, permanent gegen elementarste Verkehrsregeln zu verstoßen. Weil es alle anderen (also die Konkurrenten) auch so machen...
Randbemerkung: im Transportgewerbe arbeiten angeblich auch knapp 2% Frauen als LKW-Fahrer. Seltsamerweise ist mir trotz aller ungünstigen Umstände, die ja vermutlich Männer und Frauen ähnlich stark betreffen, bislang noch nie eine Frau als Täter beim Rechtsabbieger-Crash aufgefallen. Weder bei den mittlerweile deutlich über 200 Todesfällen, die ich mit rechtsabbiegenden LKW erfasst und analysiert habe, noch bei den zahllosen Unfällen diesen Typs mit "nur" schwerverletzten, die ich im Laufe der Beobachtung zwar überflogen, aber nicht systematisch erfasst habe, wurde jemals erwähnt, dass eine Frau am Steuer saß. Der statistische Erwartungswert bei Gleichverteilung wäre ca. 4 bei den Todesfällen. Zufall, oder doch Zeichen dafür, dass gewissenloses Abbiegen doch keine notwendige Begleiterscheinung von Schwerlastverkehr sein muss?