Woche 35 vom 24. bis 30. August 2026

  • dooring-Unfall mit Todesfolge in Hamburg.

    https://www.abendblatt.de/hamburg/eimsbu…rankenhaus.html (https://archive.ph/4AQ52)

    Der 59 Jahre alte Radfahrer, der am Donnerstag (20. August) mit einer unerwartet geöffneten Autotür zusammenprallte,

    Klingt wie "der 46 Jahre alte US-Präsident, der am Freitag (22. November) mit mehreren unerwartet abgefeuerten Gewehrkugeln zusammenprallte ..."

  • Zitat

    Kurze Zeit später meldet eine Frau ihren Vater bei der Polizeizentralstation Glückstadt als vermisst. Es konnte dann feststellen werden, dass es sich bei dem Vermissten um den 75-jährigen Vater handelte, der mit dem Fahrrad zum Einkaufen unterwegs war.

    ;(

    das muss so schwer erträglich sein. eine nahestehenden Menschen zu verlieren wegen so einer eigenen Torheit.

  • das muss so schwer erträglich sein. eine nahestehenden Menschen zu verlieren wegen so einer eigenen Torheit.

    Ist es erträglicher, wenn Krebs, Schlaganfall oder Demenz Ursache sind? Ist es erträglicher, wenn jemand anderes Schuld war? Ist es erträglicher, wenn die Teilnahme am Verkehr mit PKW oder zu Fuß erfolgte?

  • Ist es erträglicher, wenn Krebs, Schlaganfall oder Demenz Ursache sind?

    Mir ist vor Jahren mal ein Buch mit einem für mich Kauf verlockenden Titel über den Weg gelaufen, allerdings eines Priors, in dem sich ein Kapitel auch mit dem Tod beschäftigte und nach dem es früher für gläubige Menschen ein Graus gewesen wäre "plötzlich und unerwartet" aus dem Leben gerissen zu werden, wie es sich heute viele "wünschen" ohne langes Leiden, weil sie sich so nicht drauf vorbereiten, sich nicht verabschieden etc. können, habe nicht mehr alle Argumente parat. Er hätte das also bejaht ...

  • Ist es erträglicher, wenn Krebs, Schlaganfall oder Demenz Ursache sind? Ist es erträglicher, wenn jemand anderes Schuld war? Ist es erträglicher, wenn die Teilnahme am Verkehr mit PKW oder zu Fuß erfolgte?

    ja, das eine ist in harten Worten formuliert: Doofheit. Da ist eine Sicherungseinrichtung, deren technische Funktionsfähigkeit feststeht. Und die Entscheidung war: ich setze mich darüber hinweg. Der Verlust auf Grund einer solchen Entscheidung ist für mich etwas völlig anderes als ein Verlust auf Grund einer tödlichen Krankheit.

  • ja, das eine ist in harten Worten formuliert: Doofheit. Da ist eine Sicherungseinrichtung, deren technische Funktionsfähigkeit feststeht. Und die Entscheidung war: ich setze mich darüber hinweg. Der Verlust auf Grund einer solchen Entscheidung ist für mich etwas völlig anderes als ein Verlust auf Grund einer tödlichen Krankheit.

    Alkohol, Übergewicht, Rauchen sind die Killer Nr. 1. Sie töten langsam - ist aber auch alles eher "doof" und eigene Entscheidung, oder?

    Auf die Fragen, ob ein Verkehrstod durch eigenes Verschulden tragischer ist als durch fremdes Zutun, und ob es außerdem darauf ankommt, ob die Person geradelt ist oder zu Fuß/mit eigenem PKW unterwegs war, bist du leider nicht eingegangen.

    Edit:

    Ein weiterer Aspekt: die Bahn hatte eindeutig Vorfahrt. Gleichwohl war sie zu schnell, um bremsen zu können. Bei einem schnellen (aber im Rahmen des erlaubten befindlichen) KFZ würden jetzt alle nach Tempolimit und Entschleunigung schreien, von wegen Visionzero und so. Die Schuldfrage darf gar nicht erst gestellt werden, weil das ja Victimblaming wäre. Bei einer Eisenbahn ist es auf einmal unstreitig doch nur die pure Doofheit des Toten. Seltsam, oder?

    Ich persönlich halte die Betonung, dass Fahrradunfälle (auch mit KFZ oder als Alleinsturz) weitestgehend eigene Doofheit sind, für einen Faktor, der durchaus würdig ist, breiter kommuniziert zu werden. Die meisten Menschen halten sich selber für unfehlbare Superhelden. Wenn man ihnen vermittelt, dass sie dem Straßenverkehr gar nicht machtlos ausgeliefert sind, dann könnte das dazubeitragen, dass mehr Menschen öfter Rad fahren, und das ist doch unser aller Ziel hier, oder?

  • Ja, komisch, auch ich messe die Bahn mit einem anderen Maßstab. Schnell umprogrammieren. Wenn ich dran denke, das wir damals bei Oma einfach so vom Garten aufs Gleis laufen konnten… Ist nie passiert.

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.

  • die Bahn hatte eindeutig Vorfahrt. Gleichwohl war sie zu schnell, um bremsen zu können.

    Straßenverkehr wird auf Sicht durchgeführt.Deswegen gibt es das Sichtfahrgebot, das fordert innerhalb der Sichtweite bremsen zu können.

    Bahnverkehr wird aufgrund der Physik (längere Bremswege da geringere Reibung) nicht auf Sicht durchgeführt. Wenn man ihn auf Sicht durchführen wollte ,könnte man ihn gleich einstellen, da nicht konkurrenzfähig. Deswegen sind die Vorfahrtsregeln zugunsten der Bahn. Und in vielen Fällen gibt es zusätzliche technische Sicherungen bei ebenerdigen Kreuzungen. Mit dem Ergebnis das der Bahnverkehr deutlich näher an der Vision Zero liegt wie der Straßenverkehr.

    Und ein System, das versucht Rotlichtverstöße zu eliminieren ( wie die PZB bei der Bahn) wird im Straßenverkehr (unabhängig vom vollautonomen Fahren) wohl nicht eingeführt werden

  • Mir ist vor Jahren mal ein Buch mit einem für mich Kauf verlockenden Titel über den Weg gelaufen, allerdings eines Priors, in dem sich ein Kapitel auch mit dem Tod beschäftigte und nach dem es früher für gläubige Menschen ein Graus gewesen wäre "plötzlich und unerwartet" aus dem Leben gerissen zu werden, wie es sich heute viele "wünschen" ohne langes Leiden, weil sie sich so nicht drauf vorbereiten, sich nicht verabschieden etc. können, habe nicht mehr alle Argumente parat. Er hätte das also bejaht ...

    Ja, die Kirchen haben damals die Auffassung verbreitet, man könne nur dann in den Himmel kommen, wenn man sich lang und breit mit den eigenen Sünden auseinandergesetzt und um Vergebung gebeten hätte - natürlich nicht die eventuell Geschädigten, sondern dieses grundgütige, allmächtige und rachsüchtige Fabelwesen über den Wolken.

  • Ein weiterer Aspekt: die Bahn hatte eindeutig Vorfahrt. Gleichwohl war sie zu schnell, um bremsen zu können. Bei einem schnellen (aber im Rahmen des erlaubten befindlichen) KFZ würden jetzt alle nach Tempolimit und Entschleunigung schreien, von wegen Visionzero und so. Die Schuldfrage darf gar nicht erst gestellt werden, weil das ja Victimblaming wäre. Bei einer Eisenbahn ist es auf einmal unstreitig doch nur die pure Doofheit des Toten. Seltsam, oder?

    Hmm ... Kann es sein, dass Du Dich deutlich mehr mit Radunfällen als mit Eisenbahnunfällen beschäftigst?

    Also ich bin ja multimodal unterwegs, Fuß, Rad, Bahn und Auto (ok, vor 10 Jahren zuletzt ...), nur Fluchverkehr fehlt mir (wenn man von einem Rundfluch über die alte Heimatstadt mal absieht in einem kleinen Motorflucher ...) und wegen zwei Bundesbahnern unter den direkten Vorfahren (Vater und Opi) schon immer an der Bahn interessiert. Von daher, weiß ich, dass bei Bahnunfällen immer welche um's Eck kommen mit ...

    Wenn ich dran denke, das wir damals bei Oma einfach so vom Garten aufs Gleis laufen konnten…

    ... Wünschen ums Einzäunen des ganzen Netzes, überall Vollschranken und/oder Umlaufsperren (wo dann manchmal auch Spezialradfhrerinnen beim VERLASSEN des Bahnübergangs hängen bleiben mit Todesfolge ...) mit Verweis darauf, dass ja in Frankreich alle TGV-Strecken eingezäunt wären (es war in der Tat schwieirg, einen Eingang zu diesem wunderschönen Radweg zu finden und später einen Ausgang ...) So eindeutig klar ist das also nicht ...


    Ich persönlich halte die Betonung, dass Fahrradunfälle (auch mit KFZ oder als Alleinsturz) weitestgehend eigene Doofheit sind, für einen Faktor, der durchaus würdig ist, breiter kommuniziert zu werden. Die meisten Menschen halten sich selber für unfehlbare Superhelden. Wenn man ihnen vermittelt, dass sie dem Straßenverkehr gar nicht machtlos ausgeliefert sind, dann könnte das dazubeitragen, dass mehr Menschen öfter Rad fahren, und das ist doch unser aller Ziel hier, oder?

    Also eher Unfallursachenaufklärung und Tipps a la Bernd Slukas 10 Gebote?