Woche 24 vom 08. bis 14. Juni 2026

  • Selbstverständlich kann ein getragener Helm im Falle eines Unfalls Kopfverletzungen verhindern oder reduzieren, da haben die Unfallärzte natürlich Recht.

    Ärzte und Statistik😈

    Die Ärzte übersehen, dass die Helmquote ihrer Unfallopfer nicht groß anders ist als die Helmquote der exponierten Grundgesamtheit auf der Straße - was nicht sein darf, wenn der Helm tut was er angeblich soll. Ebenso ist den Ärzten entgangen, dass die Quote der Todesursache „Kopfverletzung“ an allen Todesursachen bei Radfahrern heute trotz 45% Helmquote noch exakt so ist wie zu Beginn der 90er Jahre, als noch niemand Helm trug. Auch das dürfte nicht sein, wenn man von einem Netto-Nutzen der Helme ausgeht.

    Dass es aber bereits an der für besondere Schutzmaßnahmen erforderlichen besonderen Gefährdung für Radfahrerköpfe mangelt, hatte ich oben ja schon gesagt.

  • Ärzte und Statistik😈

    Die Ärzte übersehen, dass die Helmquote ihrer Unfallopfer nicht groß anders ist als die Helmquote der exponierten Grundgesamtheit auf der Straße - was nicht sein darf, wenn der Helm tut was er angeblich soll. Ebenso ist den Ärzten entgangen, dass die Quote der Todesursache „Kopfverletzung“ an allen Todesursachen bei Radfahrern heute trotz 45% Helmquote noch exakt so ist wie zu Beginn der 90er Jahre, als noch niemand Helm trug. Auch das dürfte nicht sein, wenn man von einem Netto-Nutzen der Helme ausgeht.

    Dass es aber bereits an der für besondere Schutzmaßnahmen erforderlichen besonderen Gefährdung für Radfahrerköpfe mangelt, hatte ich oben ja schon gesagt.

    Vorweg; Ich selber bin auch keiner, der ausserhalb des Rennradeinsatzes einen Helm trägt.
    Aber: Mir ist auch klar, dass der Helm grundsätzlich schützt. Komme aber nicht damit, dass der Helm vor dem Tode schützt, das ist die falsche Statistik: Denn so schnell stirbt man auch bei Fahrradunfällen nicht: Sprich die Verletzungen sind dann schon so erheblich, dass der Helm dann auch nicht mehr viel rettet. Im Duell mit dem LKW gibt es nun einmal wenig Chancen.


    Sicher reduziert der Helm im statistischen Mittel den Schweregrad von Kopfverletzungen und deren Folgen, bei Unfällen, wo der Verunglückte überlebt.

    Ich persönlich habe schon mehrere Situationen erlebt, wo ich froh war, nichts auf dem Kopf zu tragen, aber eben nicht im Rennradeinsatz. Und bei allen Fahrradstürzen konnte ich mich bisher eben auf meine Reflexe und Erfahrungen verlassen. Ich mir alles schon alles mögliche aufgeschlagen habe, aber der Kopf stets ausserhalb der Gefahrenzone blieb. Und ja: entscheidend für die Sicherheit sind nicht die 5 cm oberhalb der Schädeldecke, sondern die 5 cm darunter...

  • Sicher reduziert der Helm im statistischen Mittel den Schweregrad von Kopfverletzungen und deren Folgen, bei Unfällen, wo der Verunglückte überlebt.

    Es gibt bisher keine empirisch valide Statistik, keine wissenschaftlich sattelfeste Evidenz, die das belegt. Keine. Weltweit. Und die Annahme, daß Helme statistisch signifikant die Schwere von Verletzungen reduzieren, die Todesrate aber nicht, ist inkonsistent. Täten sie das eine, täten sie zwingend auch das andere.

    Man mag sich fragen, woran die Wirkungslosigkeit von Fahrradhelmen liegt. Das wurde bisher aber nie untersucht, da man noch beim versuchten Wirkungsnachweis festhängt.

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    Peter Viehrig

    "Glaube ist die Überzeugung, dass etwas wahr ist, weil die Belege zeigen, dass es falsch ist."
    (Andreas Müller)

  • Ärzte und Statistik😈

    [...]

    Dass es aber bereits an der für besondere Schutzmaßnahmen erforderlichen besonderen Gefährdung für Radfahrerköpfe mangelt, hatte ich oben ja schon gesagt.

    Hier mal ein Ausschnitt aus der amtlichen Todesursachenstatistik 2015 für Deutschland. Dass Radfahrerköpfe ganz besonders gefährdet sind, seht ihr doch auch alle, oder? ODER??

    Beachtet dazu die Anzahl an Kopf-Toten durch Unfallereignisse insgesamt außerhalb des Straßenverkehrs (wozu auch Stürze zu Fuß auf der Straße zählen, soweit Fußgänger stolpern/Treppen herunterfallen etc., ohne dass Fahrzeuge daran beteiligt sind; gelbe Umrandung).

    Es gibt genau 2 Motive, die verantwortlich dafür sind, dass Helme ausgerechnet beim Fahrrad empfohlen werden:

    1) Innerhalb der verschiedenen Verkehrsarten stellt der Radverkehr den höchsten Prozentsatz (nicht aber: die höchste Absolutzahl!) an Opfern, die isoliert an Kopfverletzungen sterben. Bei Fußgängern und KFZ-Nutzern spielt allerdings der Bereich "Polytrauma" eine wesentlich größere Rolle (wo dann neben dem in aller Regel geschädigten Kopf auch noch andere Regionen lebensbedrohlich verletzt werden). Beim Radverkehr ist im Ergebnis also gar nicht der Kopf in besonders großem Maße gefährdet, sondern die anderen Körperregionen sind nur in der Regeln viel weniger schlimm betroffen als bei anderen Verkehrsarten - ein Grund mehr, das Radfahren als besonders sichere Tätigkeit herauszustellen, anstatt mit unsinnigen Helmkampagnen den gegenteiligen Eindruck zu promoten. Von der viel weniger schädlichen externen Wirkung des Verkehrsmittels auf andere Verkehrsteilnehmer als bei KFZ-Nutzern mal ganz abgesehen.

    2) Fahrradhelme sind Bestandteil der ewigen psychologischen Kriegführung zwischen Autofahrern und Radlern. Ohne den Antrieb seitens der um ihre Haftung besorgten Kraftfahrerschaft und ohne das "Autos? Gefääährlich!!!"-Kesseltreiben der Verkehrswendeagitation wären Fahrradhelme unineressant bzw. bestenfalls Privatvergnügen ohne Erwägungen für eine gesetzliche Regelung.

  • Es gibt bisher keine empirisch valide Statistik, keine wissenschaftlich sattelfeste Evidenz, die das belegt. Keine. Weltweit. Und die Annahme, daß Helme statistisch signifikant die Schwere von Verletzungen reduzieren, die Todesrate aber nicht, ist inkonsistent. Täten sie das eine, täten sie zwingend auch das andere.

    Man mag sich fragen, woran die Wirkungslosigkeit von Fahrradhelmen liegt. Das wurde bisher aber nie untersucht, da man noch beim versuchten Wirkungsnachweis festhängt.


    Hat es denn überhaupt jemand jemals versucht?

  • Dann einmal neugierig gefragt:

    Lassen wir einmal die Toten weg: Wie sieht es bei Verletzungen aufgrund von Stürzen aus? Wie oft verhindert der Helm da schlimmeres?


    Ich wiederhole mich:

    Es gibt bisher keine empirisch valide Statistik, keine wissenschaftlich sattelfeste Evidenz, die das belegt. Keine. Weltweit.

    Das ist halt der Punkt. Wenn es überhaupt eine Wirkung eines Fahrradhelmes gibt, ist sie derart gering, daß sie im statistischen Rauschen verschwindet.

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    Peter Viehrig

    "Glaube ist die Überzeugung, dass etwas wahr ist, weil die Belege zeigen, dass es falsch ist."
    (Andreas Müller)

    Einmal editiert, zuletzt von Peter Viehrig (16. Juni 2026 um 14:20)

  • Hat es denn überhaupt jemand jemals versucht?

    Massenhaft. Naja, fast. Es gibt immer wieder Versuche, die entweder auf einer unzureichenden Datenlage beruhen oder einem wissenschaftlichen Anspruch auf Evidenz schlicht nicht standhalten.

    Eine der berühmtesten "Studien" dürfte wohl die aus Seattle sein, bei deren genauerer Betrachtung die "festgestellten" Daten sich ebenso heranziehen ließen, weißen Tennissocken eine signifikante Präventionswirkung gegen schwere Kopfverletzungen "nachzuweisen". Die Autoren hatten schlicht "vergessen", daß die USA ein zutiefst rassistisches und sozialdarwinistisches Gesundheitssystem haben. Weiße Kids in Vorstädten tragen häufiger Fahrradhelme (und weiße Tennissocken) als schwarze in den Slums der Großstädte. Erstere werden bei Unfällen aber auch bei geringeren Verletzungen eher, schneller und besser medizinisch versorgt, weshalb Verletzungen, also auch Kopfverletzungen während einer Radfahrt, natürlich weniger gravierende Langzeitfolgen zeigen, und die leichten Verletzungen der Kids aus den Slums oft erst gar nicht erfaßt werden, Helm hin oder her.

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    Peter Viehrig

    "Glaube ist die Überzeugung, dass etwas wahr ist, weil die Belege zeigen, dass es falsch ist."
    (Andreas Müller)

  • Ich wiederhole mich:

    Das ist halt der Punkt. Wenn es überhaupt eine Wirkung eines Fahrradhelmes gibt, ist sie derart gering, daß sie im statistischen Rauschen verschwindet.

    Beziehst du deine Aussage auf das Alltagsfahrradfahren oder auf den Wettkampfsport?

    Meines Erachtens gilt es, dass zu unterscheiden.

    Was in dem weiter oben von Yeti verlinkten Zeit-Artikel mit einem Interview mit Radweltmeister Mike Kluge leider nicht geschieht. Im Gegenteil.

    Da wird ein Rennradfahrer danach gefragt, ob es sinnvoll sei, beim Fahrradfahren einen Helm zu tragen. Dazu muss man sagen, dass sich die Rennradfahrer anfangs vehement gegen eine Helmtragepflicht bei Wettkämpfen wie der Tour de France ausgesprochen haben.

    Zu einer Wende kam es nicht zuletzt durch zwei tödliche Fahrradunfälle bei der Tour de France. Heute ist im Rennradsport das Helmtragen der Normalfall und wird auch nicht mehr in Frage gestellt. Aber muss man es deshalb auf alle Fahrradfahrer*innen übertragen?

    Gibt es eigentlich Erkenntnisse darüber, ob die Einführung der Helmpflicht bei der Tour de France von einem "Rebound-Effekt" begleitet war? Wurde durch das Helmtragen möglicherweise ein höheres Risikoverhalten begünstigt, dass dann möglicherweise zu mehr und schwereren Unfällen geführt hat, sodass die Verletzungsgefahrletztlich nicht abgenommen hat?

    Ich vermute, dass das Vermarkten von Radsportereignissen wesentlich dazu beiträgt, dass im Alltagsradeln Merkmale sichtbar werden, die eigentlich dem Rennradsport zuzuordnen sind.

    Dazu gehört schon seit vielen, vielen Jahren die Gangschaltung, schmale Rennradfahrsitze und schmale Reifen, die für den Alltagsgebrauch eigentlich nicht benötigt werden oder sogar von Nachteil sind. Neuere Trends sind zum Beispiel elektronische Gangschaltungen, Carbonrahmen, Scheibenbremsen oder Stecklampen.

    Und beim Helmtragen ist es genau so. Fahrradfahrer*innen mit Rennradfahrer*innen als Vorbild sind bereit, hohe Summen zu investieren für ihr Equipment. Und dazu gehört mittlerweile selbstverständlich eine elektronische Schaltung oder ein Fahrradhelm. Und weil die Kaufbereitschaft in diesem Segment hoch ist, wird dafür kräftig die Werbetrommel gerührt. Und nach und nach entsteht bei vielen Menschen das Gefühl, dies und das und jenes auch noch habe zu müssen, um eine "richtige Radfahrerin"/ein "richtiger Radfahrer" zu sein.