Woche 24 vom 08. bis 14. Juni 2026

  • Das ist so irre. Milliarden versenken für Radwegebau entlang von Straßen versenken, weil statt 1 dann 2 Radfahrer pro Tag da entlangfahren könnten. Aber klar: das ist eine Steigerung um 100%!!! das lohnt doch mal!


    Vor allem, wenn man bedenkt, dass man ja weniger MIV haben will ......




    aber das will man ja gar nicht wirklich.

  • Vor allem, wenn man bedenkt, dass man ja weniger MIV haben will ......

    aber das will man ja gar nicht wirklich.

    Und das trifft nicht nur auf den Fahrradverkehr zu.

    Die "Zauberformel" ist "push and pull".

    "Die Kommunalpolitik konzentriert sich meist auf die sogenannten »Pull«-Maßnahmen, mit denen Menschen zur Nutzung bestimmter Angebote durch deren Verbesserung bewegt werden sollen. »Push«-Maßnahmen, die den Autoverkehr unattraktiv machen, werden dagegen selten geplant. Forschungen haben gezeigt, dass eine Angebotsausweitung des Öffentlichen Verkehrs nicht automatisch zu einer Reduktion des motorisierten Individualverkehrs führt."

    Mit Klimamobilitätsplänen die Paris-Ziele im Verkehr erreichen
    Nur die Kombination Push und Pull führt zur Nachhaltigkeit
    www.isi.fraunhofer.de

    Mit Radwegebau lässt es sich leichter Wahlen gewinnen, als mit dem Fahrbahnrückbau oder Parkplatzrückbau für den Autoverkehr.

    Neue ÖPNV-Linien anbieten ist einfacher als Erfolg verkaufen, als zum Beispiel vorhandene Buslinien dadurch zu ertüchtigen, dass Haltebuchten in Kaps umgebaut werden, und der MIV gezwungen ist, hinter dem Bus zu warten, bis der wieder von der Haltestelle abfährt.

    "Bei Fahrbahnhaltestellen [=Bauform Haltestellenkap] braucht sich der Bus nicht in einen fließenden Verkehrsstrom einzufädeln. Daher kann der Bus jederzeit aus der Haltestelle abfahren, Fahrzeitverluste und Gefährdungen werden vermieden. An Bushaltebuchten wird hingegen von verschiedenen Kraftfahrern der in der StVO seit Jahren enthaltene Vorrang des Busses immer wieder missachtet, so dass es regelmäßig zu Fahrzeitverzögerungen bzw. Verkehrsgefährdungen kommt."

    https://www.braunschweig.de/leben/stadtplan_verkehr/verkehrsplanung/Bauform-von-Bushaltestellen-2019.pdf

    Schnelle ICE Linien zu bauen, die durch ihr hohes Tempo gegenüber dem Flugverkehr Konkurrenz machen sollen, ist weniger anstößig, als Fluggebühren zu erhöhen, Nachtflugverbote zu erteilen und Flüge zu streichen.

    So wird das nichts mit der "Zauberformel" "push and pull". Es wird zwar kräftig durch Angebotsverbesserungen oder scheinbare Angebotsverbesserungen "gepullt", aber es wird nicht "gepusht", zum Beispiel durch die Einrichtung von Bewohner*innen-Parkzonen und gleichzeitiger Verknappung und ständiger Verteuerung der Auto-Abstellflächen.

    Einmal editiert, zuletzt von Ullie (12. Juni 2026 um 16:31) aus folgendem Grund: Anführungsstriche korrigiert

  • Zu Pull würde ja schon einfach nur mal Durchsetzung von StVO zählen. Deshalb heißt es ja auch immer Gängelung, wenn alle vier Schaltjahre mal ein Gehwegparker beknollt wird.

    Revierverhalten führt zu Aggression
    Unfallforscher Siegfried Brockmann von der Björn Steiger Stiftung hat mit dem ADFC über aggressives Verhalten im Straßenverkehr, Sanktionen und soziale…
    www.adfc.de
  • Ich gebe zu, dass ich den Artikel gesehen und hier verlinkt, aber selbst gar nicht gelesen habe. Gibt's den auch in einem Archiv?

    Unter anderem steht drin: "Ich würde mal behaupten, dass ich ganz okay auf dem Rad sitze. Dennoch würde ich nie im Leben auf den Gedanken kommen, auch nur eine Sekunde ohne Helm zu fahren."

    Der ganze Artikel befriedigt vor allem die Emotionen der Autofahrenden für die sowieso schon immer klar war: "Die Radfahrenden sind selber schuld an ihrem Unglück.":(

    Hier noch mal der Link zum Artikel hinter der Bezahlschranke: https://www.faz.net/aktuell/besser…-200830989.html

    Leider sind auch manche Beiträge hier im Forum etwas unsensibel formuliert, so dass man beim Lesen auf die Idee kommen könnte, die Fahradfahrenden sind selber schuld, dass so viele von ihnen verunglücken. Immerhin ist es in der Regel hier im Forum nicht so, dass Fahrradhelm-Propaganda betrieben wird, wie es der in der FAZ zitierte Rad-Weltmeister Mike Kluge tut.

    Ich denke aus Sicht eines Rennrad-Sportlers ist es normal, den Fahrradhelm zu propagieren. Schließlich fahren die 30 bis 40 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit zum Teil über mehrere Stunden. Und bei Abfahrten werden Spitzengeschwindigkeiten nahe an die 100 km/h erreicht.

    Durchschnittliche untrainierte Fahrradfahrer*innen, die das Fahrrad (Bio-Bike) einfach nur benutzen, um damit zum Einkaufen oder ins Kino oder zur Arbeit zu fahren, kommen auf Geschwindigkeiten um die 15-18 km/h. Wer so Fahrrad fährt, muss kein*e fahrtechnisch gut geübte*r Fahrradfahrer*in und Fahrrad-Bremser*in sein, wie es der Rad-Profi in dem FAZ-Artikel propagiert. Wenn jemand im hügeligen Gebiet wohnt und lange steile Abfahrten schnell fährt, sähe das wieder anders aus. Aber normales Flachland-Fahrradfahren von durchschnittlich fitten Menschen findet in einem niedrigen Tempo statt. Und besonders gilt das für die Menschen, die es noch zu begeistern gilt für das Fahrradfahren, oder wieder zu begeistern gilt. Wenn man denen erzählt, mach erst mal ein vernünftiges Fahr- und Bremstraining, du willst doch kein Selbstmordkandidat sein, wie es in dem FAZ-Artikel geschieht, dann schreckt das ab.

    Leider wird in dem Artikel diesbezüglich nicht differenziert.

    Einmal editiert, zuletzt von Ullie (15. Juni 2026 um 12:26)

  • Schließlich fahren die 30 bis 40 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit zum Teil über mehrere Stunden. Und bei Abfahrten werden Spitzengeschwindigkeiten nahe an die 100 km/h erreicht.

    Für den Impact auf den Kopf ist die horizontale Komponente des Kräfteparallelogramms unerheblich. Der Effekt auf den Kopf resultiert aus der vertikalen Komponente, die wiederum bei langsamer Fahrt nicht anders ist als bei Rennradtempo oder bei einem MotoGP-Rennmotorrad. Wenn überhaupt, haben Rennradfahrer aufgrund ihrer gebückten Position bessere Karten beim Sturz, weil die Erdbeschleunigung auch nur entsprechend kürzer auf den Körper einwirken kann.

  • Für den Impact auf den Kopf ist die horizontale Komponente des Kräfteparallelogramms unerheblich. Der Effekt auf den Kopf resultiert aus der vertikalen Komponente, die wiederum bei langsamer Fahrt nicht anders ist als bei Rennradtempo oder bei einem MotoGP-Rennmotorrad. Wenn überhaupt, haben Rennradfahrer aufgrund ihrer gebückten Position bessere Karten beim Sturz, weil die Erdbeschleunigung auch nur entsprechend kürzer auf den Körper einwirken kann.

    Man kann sich's auch schönreden. Dir ist aber schon klar, dass die "horizontale Aufprall-Komponente" um so länger und heftiger ausfällt je schneller die/der Fahrer*in stürzt und je glatter der Untergrund ist, auf dem die/der Fahrer*in rutscht bevor sie/er liegenbleibt? Auch die Flugphase ist je nach Aufprallursache in der Horizontalen länger bei höherem Tempo! Dabei kann dann allerhand im Weg sein, auf das aufzuprallen gefährlichste Verletzungen hervorrufen kann. Und auch in der Rutschphase ist mit Hindernissen zu rechnen.

    "Es ist eindeutig erwiesen, daß - seit Motorradfahrer Helmpflicht haben - die tödlichen Unfälle deutlich zurückgegangen sind", erklärte der Präsident der italienischen Neurochirurgen, Franco Chiappetta." Das sagten 1995 Ärzte in Bezug auf eine Helmtragepflicht für Rennradsportler in einem WELT-Artikel vom 20.7.1995.

    https://www.welt.de/print-welt/article660460/Helm-tragen-das-ist-keinem-zuzumuten.html

    Bei deinem Beitrag bleibt unklar: Sprichst du dich für eine Helmtragepflicht für alle Fahrradfahrer*innen aus, oder forderst du die Rücknahme der Helmtragepflicht bei der Tour de France und anderen Fahrradrennen? Und möchtest du auch für Motorradfahrer*innen die Helmtragepflicht aufheben?

    Wo wir gerade dabei sind: Die Einführung der Helmpflicht bei der Tour de France zog sich über mehrere Jahre hin. Mit ausschlaggebend waren zwei tödliche Unfälle, der von Fabio Casartelli 1995 und der von Andrey Kivilev 2003. (Velomotion vom 18. Juli 2019) Findet denn heute immer noch eine Diskussion über die Helmtragepflicht bei der Tour de France statt?

    Heute vor 24 Jahren: Fabio Casartelli stürzt und stirbt in den Pyrenäen
    Tour de France Geschichte: Der 18. Juli 1995 war ein trauriger Tag im Radsport. Fabio Casartelli stürzt in einer Abfahrt und stirbt.
    velomotion.de

    2 Mal editiert, zuletzt von Ullie (15. Juni 2026 um 12:34) aus folgendem Grund: Link zu Velomotion

  • Bei deinem Beitrag bleibt unklar: Sprichst du dich für eine Helmtragepflicht für alle Fahrradfahrer*innen aus, oder forderst du die Rücknahme der Helmtragepflicht bei der Tour de France und anderen Fahrradrennen? Und möchtest du auch für Motorradfahrer*innen die Helmtragepflicht aufheben?

    Ich fordere in erster Linie den Ausstieg aus dem Angstkampaigning.

    Radfahren ist als aktive Tätigkeit viel zu gesund, als dass man Menschen mit dem zur Helmwerbung zwingend erforderlichen Grusel-Kopfkino-Theater vergraulen dürfte. Es ist außerdem als Tätigkeit für den Kopf (und nebenbei gesagt: auch für die restlichen Verkehrsteilnehmer!) viel zu ungefährlich, als dass man Radfahrern ein lästiges Utensil überhelfen sollte, das man bei anderen Alltagstätigkeiten gleichen Risikos auch nicht zu brauchen glaubt. Zumal dessen Nettowirkung nach Verrechnung von Schutzeffekt und Risikokompensation so dünne ist, dass am Ende auf der Bevölkerungsebene nicht mehr als ein Nulleffekt verbleibt.

    Es ist übrigens eindeutig erwiesen, dass -seit Motorradfahrer Helmpflicht haben- die tödlichen Fahrradunfälle deutlich zurückgegangen sind. Vorsicht mit Korrelation und Kausalität.:evil:

  • Für den Impact auf den Kopf ist die horizontale Komponente des Kräfteparallelogramms unerheblich

    Das gilt allerdings nur dann, wenn die horizontale Bewegung nicht abrupt gestoppt wird, z.B. durch eine Mauer, eine Bordsteinkante oder was auch sonst. Schaut man sich Stürze bei Radrennen an, bleibt es oft bei Schürfwunden, wenn die Fahrer über den Asphalt rutschen.

    Bei einer Fallhöhe von 1,5m beträgt die vertikale Aufprallgeschwindigkeit 5,4 m/s, also 19,5 km/h. Das ist weniger als die Horizontalgeschwindigkeit beim Radrennen.

    Ob bei einem Einschlag gegen eine Mauer mit 40 km/h oder schneller ein Helm noch etwas hilft, steht auf einem anderen Blatt.

  • Ich fordere in erster Linie den Ausstieg aus dem Angstkampaigning.

    Angstkampaigning ist Mist, da stimme ich dir zu. Darauf zu verzichten alleine reicht aber nicht aus. Es geht nicht nur um ein Aussteigen aus dem Angstkampaigning. Es ist wichtig, dass das Fahrradfahren positiv beworben wird.

    Der weiter oben verlinkte FAZ-Artikel mit dem Titel „Beim Bremsen bereiten Radfahrer ihre Hinrichtung vor“ ist ja auch teil einer "Angstkampagne". Ist die Zielrichtung vielleicht das?

    "Moderne Fahrräder und E-Bikes werden nicht nur leistungsstärker, sondern auch deutlich sicherer. Ein zentrales Beispiel dafür ist das ABS-System am Fahrrad, also eine elektronische Bremshilfe, die das Blockieren der Räder verhindert."

    MYVelo com 23.2.2026 https://myvelo.de/blogs/e-bike-b…einfach-erklart

    Es geht um das Geld verdienen mit Fahrrädern und Fahrrad-Komponenten, die im Grunde niemand braucht, wenn man das Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel im Flachland ohne sportliche Ambitionen benutzt. Und genau diese Nutzergruppe gilt es zu vergrößern: Menschen ohne besondere sportliche Ambitionen, die aber Spaß haben an Bewegung ohne besonderen sportlichen Ehrgeiz. Die eigentlich nur das tun wollen, was ihnen ihre Ärzt*innen ohnehin bei jedem Besuch anraten: Bewegen Sie sich mehr. Und dafür reicht ein Fahrrad ohne Gangschaltung oder eines mit einer wartungsarmen Dreigangnabenschaltung oder einer Zweigang-Fliehkraftschaltung. Fahrräder, die in guter Qualität hergestellt werden können, für einen Verkaufspreis an den Endkunden von rund 400,- Euro. Aber damit lässt sich natürlich nicht so leicht Geld verdienen. Und die potenziellen Nutzer*innen finden's nicht so cool8), wie zum Beispiel ein Elektro-Tretroller oder ein Pedelec mit großem Drehmoment.

    Immerhin: Der Fahrrad-Dauerverleih Swap-Fiets verleiht auch brauchbare Alltagsräder, auch solche ohne Gangschaltung. Und da kann man auch an den Preisen sehen, dass Fahrradfahren ohne "Firlefanz" wie Gangschaltung oder gar Hilfsmotor ein preiswertes Mobilitätssystem darstellt: Leihgebühr: 14,90 Euro pro Monat.

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    Ein kraftvolles E-Bike kostet 64,95 Euro pro Monat.

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    Wichtig ist, es zu benutzen. Und leider ist es so, ganz ohne Angst-Kampagne, dass Fahrradfahrer auf einem langsamen "Bio-Bike", sich mitunter so vorkommen, als hätten sie nicht genügend "hochgerüstet". Und die Fahrradhändler und Fahrradwerbung bestärken sie darin.

  • Ob bei einem Einschlag gegen eine Mauer mit 40 km/h oder schneller ein Helm noch etwas hilft, steht auf einem anderen Blatt.

    Zwischen vertikal stürzen und horizontalem Frontalaufprall gibt es aber auch noch einige Zwischenstufen. Zum Beispiel seitliches Berühren, einen Gegenstand streifen. Ich will keine Angstkampagne, im Gegenteil. Das Problem sehe ich eher darin, dass Rennradfahren-Verhalten in dem von dir verlinkten FAZ-Artikel auf das Alltagsfahrradfahren übertragen wird. Und das trifft nur auf einen kleinen Teil der Radfahrenden zu, die mit einen hohen Tempo auch im Alltag Fahrrad fahren und zwar Fahrräder mit einer Ausstattung zum schnellen Fahren. Im Bekanntenkreis habe ich schon zweimal von Absteigen über das Vorderrad beim starken Bremsen Berichte bekommen. (Jedes mal nach Kauf eines neuen Fahrrades.) Und dazu muss man nicht einmal besonders schnell fahren.