sollte man Pedelecs verbieten?

  • Butter bei die Fische: Ich lade jeden von euch ein, bei mir mein Lasten-S-Pedelec über eine ebene Strecke von 1, 2 Kilometern auf echten 45 km/h, mein Pedeleclastenrad auf echten 27 km/h zu halten.

    Wer das ohne größere Anstrengung - wenn überhaupt - schafft, darf sich gleich einen Kasten Bier mit der Marke seiner Wahl mitnehmen. Alles andere ist theoretisches - pardon! - Gelaber.

    Wann schaffen wir beide es mal zur Critical Mass nach Norderstedt? Im Juni ist es bei mir schlecht, vielleicht im Juli?

  • P. S.: Wenn ein Pedelec bei 27 km/h noch unterstützt, ist es illegal, da bereits vor Abschalten der Unterstützung bei 25 (!) km/h selbige progressiv abnehmen muss.

    Das habe ich auch so empfunden. Man merkt deutlich den Moment, bei dem der Motor eines Pedelec ganz abschaltet, wenn man die 25 km/h erreicht hat. Weniger deutlich merkt man, dass die Unterstützung durch den Motor schon vor Erreichen der 25 km/h zurückgeht. Auch darüber klärt der Artikel, über den ich mich geärgert habe nicht auf. Vielmehr wird der falsche Eindruck erweckt, auf Pedelec wird grundsätzlich immer viel zu schnell gefahren.

  • Das mit der reduzierten Motorleistung und Abschaltung bei 25 km/h kann gut und schlecht gemacht sein - ich merke den Unterschied fast nicht, das "Ausschleichen" der Unterstützung funktioniert in meiner Wahrnehmung also gut. Allenfalls am Motorgeräusch stellt man es fest, dass sich im Grenzbereich der Motor immer wieder an- und abschaltet. (es ist ein Bosch Performance Line CX)

    Was lästig ist, dass der Tacho eine zu hohe Geschwindigkeit anzeigt - wie beim Auto.

    Lt. Anzeige hört die Motorunterstützung bei 27,2 km/h auf. Mit GPS gemessen sind es genau 25 km/h.

  • Den CX bin ich noch nicht gefahren, ist ja der drehmomentsstärkste von Bosch.

    Du kannst im Display den Radumfang anpassen, damit der Tachometer stimmt.


    Mein S-Pedelec unterstützt nur bis zu echten 42-43, ab 40 ist die Unterstützung bereits erheblich zurückgefahren. Die S-Pedelecs haben ohnehin weniger Drehmoment und bei mir ist noch der Classic verbaut.


    Bei einem Hinterradnabenmotor bspw. im "Stromer" sieht das Ganze schon anders aus, da nähert man sich schon eher einem Mofa Mofagefühl. Aber wer fährt den schon! Das neueste Topmodell kostet um die 10k EURO.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Mein S-Pedelec unterstützt nur bis zu echten 42-43, ab 40 ist die Unterstützung bereits erheblich zurückgefahren. Die S-Pedelecs haben ohnehin weniger Drehmoment und bei mir ist noch der Classic verbaut.


    Bei einem Hinterradnabenmotor bspw. im "Stromer" sieht das Ganze schon anders aus, da nähert man sich schon eher einem Mofa Mofagefühl. Aber wer fährt den schon! Das neueste Topmodell kostet um die 10k EURO.

    Ist das denn nicht einheitlich vorgeschrieben wie sich das zu verhalten hat mit dem "Auslaufen" der Motorunterstützung kurz vor Erreichen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit bis die der Motor unterstützen darf? Ich erinnere da noch mal an den von mir vorgestellten Zeitungsartikel, der solche Details unerwähnt lässt, so dass man den Eindruck bekommen kann, Pedelecfahrer fahren grundsätzlich 25 km/h schnell.

    https://www.neuepresse.de/Hann…acht-fit-fuer-das-Pedelec

    Dadrin heißt es: "Allerdings sind die E-Bikes aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeiten von bis zu 25 Kilometer die Stunde auch nicht ganz ungefährlich."


    Nach den Details über die du da berichtest haben ich jedoch mehr den Eindruck, dass durch die Steuerung der Unterstützungsleistung letztlich auch das Tempo gesteuert werden kann. Mit der Zeit bekommt man doch sicher ein Gefühl dafür, ab welchem Punkt stärker reintreten sich nicht mehr lohnt? Das ist doch so ähnlich wie bei dem Suchen nach dem richtigen Gang, wenn mal etwas stärker Rückenwind weht. Da schaltet man einen etwas höheren Gang rein als üblich. Aber ein sehr viel höherer Gang bringt es dann auch nicht, weil die Rückenwind-Unterstützung auch nur begrenzt wirkt.

    Jedenfalls kann man wohl davon ausgehen, dass Pedelec-Fahrer in der Regel unter 25 km/h schnell unterwegs sind. Eher über oder eher unter 20 km/h?

  • Ist das denn nicht einheitlich vorgeschrieben wie sich das zu verhalten hat mit dem "Auslaufen" der Motorunterstützung kurz vor Erreichen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit bis die der Motor unterstützen darf?

    Soweit ich weiß nicht. Ich habe mich da vor einiger Zeit mal etwas reingelesen. Und nach meiner Interpretation der Vorschrift wäre es zulässig, dass die Motorunterstützung zwischen 24,9 und 25 km/h "gleichmäßig" von "Maximum" auf "Null" reduziert wird. Ob sich das dann gut fährt, ist natürlich eine andere Frage.

    Als Käufer wäre aber zumindest meine erste Erwartung, dass das Teil so einen Modus hat.


    Quasi wie beim Toaster: Die haben auch alle einen Modus, der Toasts hoffnungslos verbrennt. Einfach nur, damit sie sich nicht vorwerfen lassen müssten, zu schwach zu sein.

  • in der Regel unter 25 km/h

    Die Bandbreite an Pedelec-Fahrern ist wahrscheinlich ebenso groß wie die Bandbreite an Radfahrern - alles dabei von 12 km/h bis 30 km/h Reisegeschwindigkeit.


    Um nochmal auf den von Dir ursprünglich verlinkten Artikel zu kommen: Ja, der ist mies weil er Angst macht und "Senioren" als nicht besonders schlau darstellt.

    Der wahre Kern im Artikel ist, dass Leute, die wenig Fahrrad-Erfahrung haben, gut beraten werden sollten, wenn sie sich ein Pedelec anschaffen; ein Training mit dem neuen Gerät ist dann ratsam - unabhängig vom Alter.


    Das Fahrgefühl ist, wenn man zügig unterwegs ist, übrigens so als ob hinter dir immer ein Traktor fährt, der Geschwindigkeiten unter 25 km/h durch Anschieben verhindert. Und wenn man auf einen Hügel zufährt, muss man nicht wie sonst volle Kanne reinfahren um noch ein bisschen Schwung mitzunehmen, sondern eher Last rausnehmen damit man sich schön raufschieben lassen kann. Insgesamt fallen also die Lastspitzen weg, und an müden Tagen mit schlechtem Wetter ist es deutlich weniger anstrengend.

  • Ich habe bisher nur wenige Probefahrten gemacht, aber deine Beschreibung trifft es ganz gut. Nur bei der Geschwindigkeit bin ich nicht einverstanden. Ich habe tatsächlich eher das Gefühl, dass der "schiebende Traktor" schon bei einer Geschwindigkeit deutlich unter 25 km/h einfach nachlässt beim Schieben, so dass es sich in ein Gefühl verwandelt, ich müsste den Traktor ziehen. Das Gefühl dominiert dann total, wenn der Motor bei 25 km/h dann tatsächlich abschaltet. Aber wie zuverlääsig ist das mit den Geschwindigkeiten? Wenn ich zum Beispiel die von dünnen Reifen auf dicke Ballonreifen wechsle, dann verändert das doch auch die Geschwindigkeit und die eingebauten Messfühler können das nicht wissen, welche reifen auf dem Rad sind.

  • Es ist im Gesetzestext (Art. 5) geregelt,


    ... dass die Nenndauerleistung 0.25 kW nicht überschreiten darf

    ... dass die Motorunterstützung sofort aufhören muss, wenn nicht pedaliert wird

    ...dass ohne Pedalieren ein Pedelec max. 6 km/h fahren darf

    ... dass mit zunehmender Geschwindigkeit die Unterstützung progressiv vermindert werden und bei 25 km/h Null sein muss


    Das bietet eine gewisse Bandbreite, sodass sich jeder Pedelecmotor anders fährt.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

    Einmal editiert, zuletzt von cubernaut ()

  • Moin,

    auf einer Messe sagte man mir, dass 27km/h wohl die Toleranz ist und bis dahin die Pedelecs auch unterstützen.

    Wenn ich mal Pedelec-Pendler vor mir hab, fahren die das auch aus, Überholen ist da meist nicht drin :whistling:

    Neulich wurde ich an einer langen Steigung überholt mit den Worten "nicht ärgern, ich hab da ne kleine Hilfe"


    Ich liebäugele ja eher gerade mit einem add-e NEXT, das baut man einfach an sein vorhandenes Fahrrad und scheint das beste Preis-Leistungsverhältnis auf dem Markt der Nachrüstmotoren zu haben. :-)

  • Das mit der Toleranz hört man immer wieder.

    Nur konnte mir bislang niemand eine belastbare Quelle nennen. Die offizielle oben zitierte gesetzliche Regelung sieht diese zumindest nicht vor.

    Ferner ist mir kein Gerichtsurteil bekannt, das diese Toleranz eingeräumt hätte. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

    Alles andere ist Hörensagen. Im Falle eines Unfalls und einer findigen gegnerischen Seite möchte ich mich darauf nicht verlassen.

    Da kommt bei mir aber auch der preußische Beamte durch, der ruhig schlafen möchte.


    Zum Add-e: Lies dich gut im Pedelecforum.de ein. Dort gibt es auch hervorragenden Support vom sympathischen Entwickler.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Ja, den Diskussionensstrang kenne ich, bin dort auch aktiv. Und er zeigt, wie umstritten und schwammig die Lage ist.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Was ich unverständlich finde, dass lediglich die Dauerleistung gesetzlich begrenzt ist. So kann ein 250 W Bosch Performance Line CX Motor eine Spitzenleistung von 850W abgeben. Insbesondere diese Beschleunigung kann für ungeübte Fahrer überfordernd sein. Mit so einer Leistung erreicht man die 25km/h natürlich wesentlich schneller, was zur Folge hat, dass die Grenze deutlich stärker wahrnehmbar ist. Natürlich auch abhängig davon, wie die Abregelungskurve der Unterstützung aussieht.

  • Was ich unverständlich finde, dass lediglich die Dauerleistung gesetzlich begrenzt ist. So kann ein 250 W Bosch Performance Line CX Motor eine Spitzenleistung von 850W abgeben. Insbesondere diese Beschleunigung kann für ungeübte Fahrer überfordernd sein. Mit so einer Leistung erreicht man die 25km/h natürlich wesentlich schneller, was zur Folge hat, dass die Grenze deutlich stärker wahrnehmbar ist. Natürlich auch abhängig davon, wie die Abregelungskurve der Unterstützung aussieht.

    Wenn ein Motor mit starken Beschleunigungskräften an einem Transportrad verbaut ist, dann macht es sicher einen ganz erheblichen Unterschied, ob eine schwere, leichte oder keine Zuladung mit beschleunigt werden muss. Bei einem gewöhnlichen Fahrrad dürfte es auch sehr stark auf das Gewicht der Fahrerin oder des Fahrers ankommen. Oder sind die Motoren so konstruiert, bzw. konfiguriert, dass ständig die zunehmende Geschwindigkeit gemessen wird und abhängig davon die Beschleunigung gesteuert wird?

  • Als Vielfahrer bin ich bei meinem letzten Werkstattbesuch mit dem Chef ins Gespräch über seine selbstgebauten Pedelecs gekommen, während an meinem Rad gearbeitet wurde. Daraufhin ließ er mich mal ein 25er und ein 45er Probe fahren.


    Das 25er war ganz ok, aber das 45, meine Güte. Die Beschleunigung, die das Ding auf die Fahrbahn legt ist einfach zu stark. In kürzester Strecke war ich auf 40 km/h laut Borddisplay.

    An das, was das 25er geholfen hat, sollte sich auch der unerfahrenste Senior gewöhnt haben, wenn er die ersten 20km überlebt hat. Aber die 45 schafft man nicht mehr. Sind allerdings auch sehr selten, die meisten Ebikes die ich sehe sind 25er (und überholen mich dementsprechend nicht)