Unfall­ri­siko Pede­lec - Bericht der UDV

  • Aber das geht sicherlich bei 24km/h nicht so oft gut wie bei 16km/h.

    Und viele können gar nicht mit 2 Scheibenbremsen umgehen, sprich vorn die maximale Bremsleistung abrufen. Diese kommen nicht selten noch von der "sicheren" Rückstrittbremse.

    Dazu kommt, dass Pedelecs durchschnittlich erheblich schwerer sind als normale Fahrräder, was den Bremsweg deutlich verlängert.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Und viele können gar nicht mit 2 Scheibenbremsen umgehen, sprich vorn die maximale Bremsleistung abrufen. Diese kommen nicht selten noch von der "sicheren" Rückstrittbremse.

    Dazu kommt, dass Pedelecs durchschnittlich erheblich schwerer sind als normale Fahrräder, was den Bremsweg deutlich verlängert.

    Der Bremsweg hängt nicht vom Gewicht ab. Durch das hohe Gewicht einiger Pedelecs liegt der Schwerpunkt auch tiefer als bei normalen Fahrrädern, so dass man unbekümmerter in die Bremse langen kann.


    Dass viele Leute nicht ordentlich bremsen können stimmt zwar, ist jetzt aber nicht wirklich anders als bei Rädern ohne Unterstützung.

  • Der Bremsweg hängt nicht vom Gewicht ab.

    Stimmt auffallend. Das kommt, weil sich bei E_kin = 1/2 m v0 ^ 2 - 1/2 m (a t) ^ 2 = 0 wie üblich die Masse rauskürzt. Daraus kann man die Bremszeit berechnen und daraus dann den Bremsweg. Und der ist s = v_0 ^ 2 / a. Beide "Probanten" müssen halt nur gleichfest die Bemsen anziehen (gleiche Bremsverzögerung a).


    Ich glaube, US-Astronauten haben auf dem Mond der staunenden Erdbevölkerung das Experiment demonstriert, dass eine Feder im luftleeren Raum genauso schell fällt wie eine Bleikugel. Im Prinzip das gleiche Phänomen wider den gesunden Menschenverstand :)


    <Schlaumeiermodus off />

  • Der Bremsweg hängt nicht vom Gewicht ab. Durch das hohe Gewicht einiger Pedelecs liegt der Schwerpunkt auch tiefer als bei normalen Fahrrädern, so dass man unbekümmerter in die Bremse langen kann.


    Dass viele Leute nicht ordentlich bremsen können stimmt zwar, ist jetzt aber nicht wirklich anders als bei Rädern ohne Unterstützung.

    Pepschmier

    Ihr habt Recht. Schade, dass Physikkenntnisse so "schnell" verblassen. Ich war zu voreilig.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Hier in der Gegend begegne ich in letzter Zeit vermehrt e-Bikern die mit den 25km/h vmax nicht klarkommen und an ihren Kisten rumfrickeln. Erst heute morgen wieder so ein Patient. Auf ebener Strecke war er mit 36km/h (GPS) unterwegs. Ich habe ihn dann kurz angesprochen, "Hey bist ganz schön fix unterwegs - was machst Du eigentlich, wenn Du mit Deinem KFZ mal einen Unfall hast und Deine Privathaftpflicht sagt, dass sie damit nix zu tun hat?" "Ach ich fahr so viel, hab das voll im Griff blablah. Und 25km/h sind ja viel zu langsam, das macht keinen Spaß." Als es dann leicht bergab ging, kam er auf knapp 40km/h und wollte überholen. Schafft er dann vielleicht in der nächsten Tuningstufe - falls er nicht vorher eingefangen wird oder verunfallt.

  • Der Bremsweg hängt nicht vom Gewicht ab. Durch das hohe Gewicht einiger Pedelecs liegt der Schwerpunkt auch tiefer als bei normalen Fahrrädern, so dass man unbekümmerter in die Bremse langen kann.


    Dass viele Leute nicht ordentlich bremsen können stimmt zwar, ist jetzt aber nicht wirklich anders als bei Rädern ohne Unterstützung.

    Würde ich in einer bergigen Gegend oder Stadt wohnen, z. B. Stuttgart, dann würde ich gerne ein Pedelec mit Energierückgewinnung durch Rekuperation fahren wollen, weil mir die schnellen Abfahrten zu sportlich sind. Und ein Pedelec mit Energierückgewinnung würde schonend gebremst werden und außerdem noch Energie speichern.

    Wann alle Pedelecs so gebaut wären (mit Rekuperation) und die Fahrer*innen dann bergab langsamer fahren würden als mit einem "normalen" Fahrrad, dann müssten doch eigentlich in diesem Unfallsegment (schnelle Bergabfahrten) die Unfallzahlen rückläufig sein.

    Oder fantasiere ich hier zu sehr? :/

    Noch eine Idee: Wenn das Bremsen beim Pedelec ein Problem ist, warum wird dann nicht wie beim Motorrad ein Antiblockiersystem vorgeschrieben? Ich kann mir schon vorstellen, dass Pedelec-Fahrer häufiger Berge hochfahren und dann mit "Schmackes" ins Tal sausen. Dabei erreicht man auf einem Rad schnell um die 50 bis 60 km/h. Das ist ein Tempo, das ein ABS sicher rechtfertigt. Würde das in hohen Stückzahlen produziert, dann wäre das auch zu einem moderaten Preis zu haben.

    Und dann hätte das Pedelec einen Sicherheitsgewinn-Faktor, wenn ein solches Pedelec-ABS Vorschrift wäre. Bei Motorrädern ist das ABS ab 125 ccm Vorschrift.

  • Dass viele Leute nicht ordentlich bremsen können stimmt zwar, ist jetzt aber nicht wirklich anders als bei Rädern ohne Unterstützung.

    Na ja, was heißt das schon, dass es viele Leute gäbe, die nicht ordentlich bremsen können. Ich vermute, dass auch Leute mit Erfahrung und Training noch besser bremsen könnten, wenn das Fahrrad mit einem zuverlässigen ABS-System ausgerüstet ist. Hat so was wer schon ausprobiert? Oder hat wer Erfahrungen vom Motorradfahren, zum Beispiel mit einem älteren Motorrad ohne ABS im Vergleich zu einem neueren Motorrad?