Feinstaub aus Holzöfen

  • Zu spät,

    Ja, es ist zu spät, als dass die Verbrennung fossiler Energieträger keine gravierenden Konsequenzen nach sich zieht, weil der Klimawandel nicht irgendwann kommt, sondern bereits in vollem Gang ist. Das wäre vielleicht 1970 noch der Fall gewesen, weil der globale Temperaturanstieg aufgrund des bis dahin emittierten CO2 für den Planeten verkraftbar war.


    Inzwischen geht es in der Tat nur noch um Schadensbegrenzung und ich fürchte, dass die drohenden Konsequenzen immer noch lange nicht von allen begriffen wurden. Wir haben es jetzt in der Hand, ob die globale Erwärmung auf 1,5°C (inzwischen sehr unwahrscheinlich), auf "deutlich unter 2°C (entsprechend des Pariser Abkommens) oder auf 2°C begrenzt wird, oder ob wir bis zum Ende dieses Jahrhunderts einen Anstieg von 4°C bewirkt haben. Das 4°C-Szenario wäre dabei nicht nur irgendwie etwas unangenehm, sondern das würde den Verlust unserer heutigen Zivilisation bedeuten. Jedes Zehntel Grad wird darüber entscheiden, wie hoch das Risiko des Überschreitens von Kipppunkten ist.


    https://www.scinexx.de/service…t_all.php?dossierID=91548

  • Der Bericht des Club of Rome von 1965 hatte seinen Ursprung in Untersuchungen, die bereits in den 40er Jahren begonnen hatten. In den USA gab es in den 40er und 50er Jahren einen Trend zum Kochen und Heizen mit Solarenergie. Doch die Erdölindustrie war schnell und einflussreich zur Stelle. Insgesamt hat sich nichts Wesentliches geändert....

  • Inzwischen geht es in der Tat nur noch um Schadensbegrenzung und ich fürchte, dass die drohenden Konsequenzen immer noch lange nicht von allen begriffen wurden. Wir haben es jetzt in der Hand, ob die globale Erwärmung auf 1,5°C (inzwischen sehr unwahrscheinlich), auf "deutlich unter 2°C (entsprechend des Pariser Abkommens) oder auf 2°C begrenzt wird, oder ob wir bis zum Ende dieses Jahrhunderts einen Anstieg von 4°C bewirkt haben. Das 4°C-Szenario wäre dabei nicht nur irgendwie etwas unangenehm, sondern das würde den Verlust unserer heutigen Zivilisation bedeuten. Jedes Zehntel Grad wird darüber entscheiden, wie hoch das Risiko des Überschreitens von Kipppunkten ist.

    Die Krux im von mir verlinkten Papier ist doch gerade, dass der Kipppunkt irgendwann 60/70 WAR und die Folgen des Auftauens der Gegenden rund um den Nordpol schon unumkehrbare Folgen hat und die Temperaturen auch dann noch steigen würden, wenn die CO2-Konzentration sofort unverzügich auf 0 gestoppt würde und 2200 ff. rum sogar wieder den vorindustriellen Wert erreicht hätte ...


    Die Unterschiede zwischen div. Szenarien lägen nur noch in Unterschieden bei den Konsequenzen für unseren direkt nachfolgenden Generationen, aber langfristig wäre es so oder so Essig ... Irgendwo im Papier bittet man zwar darum, andere Wissenschaftler mögen sich dieser Thesen annehmen und nachprüfen, aber ob das eher Pfeifen im Walde ist oder tatsächlich denkbare Fehlermöglichkeiten enthält ...

  • ... und handelt gegen besseres eigenes Wissen ... In der Tat, es ändert sich nix, außer dass wir mit immer mehr PS gegen die Wand fahren werden ...

    Als ich vor etwa zwei Jahren von diesem Shell-Bericht aus den 80ern gelesen habe, fand ich das mal wieder das "Krasseste". Und war mal wieder überzeugt, dass das Konsequenzen haben würde.


    Aber mal wieder Nichts, Rien, Niente,....

  • Die Krux im von mir verlinkten Papier ist doch gerade, dass der Kipppunkt irgendwann 60/70 WAR und die Folgen des Auftauens der Gegenden rund um den Nordpol schon unumkehrbare Folgen hat

    Natürlich gibt es bereits unumkehrbare Folgen. Das bedeutet doch aber nicht automatisch, dass es keinen Sinn mehr ergibt, oder dass es bereits völlig unmöglich ist, noch Schlimmeres zu verhindern. Je länger wir aber in die falsche Richtung beschleunigen, desto weiter sinken die Chancen.


    Die größte Frage ist aus meiner Sicht, ob es der Menschheit gelingt, den Klimawandel als globale Krise zu begreifen, die man nur gemeinsam bewältigen kann. Dazu zählt nicht nur der gemeinsame WIlle, das Ausmaß zu begrenzen, sondern auch gemeinsam mit den Folgen umzugehen.


    Der Erfolg der Trumps, Bolsonaros, Putins, Erdogans, Orbans und Kaczynskis lässt mich allerdings daran zweifeln.

  • Die größte Frage ist aus meiner Sicht, ob es der Menschheit gelingt, den Klimawandel als globale Krise zu begreifen, die man nur gemeinsam bewältigen kann.

    Am Anfang der Coronakrise hatten viele die Hoffnung, dass das ein Lehrstück sein könnte, wie man gemeinsam eine Krise meistern könnte (und dass Populisten, wo's besonders schlecht funktioniert, entlarvt werden etc.), man denke auch an FCKWs, wo das schon mal klappte. Bei letzterem tat der Kampf aber fast keinem wirklich weh und inzwischen flutscht es bei Corona nicht mehr so gut, s. Covidioten ... Von daher ist m.E. inzwischen fraglich, ob's ein Lehrstück oder ein Leerstück wird ...


    In einem anderen Forum wurde diese Kurve wieder mal geteilt, Verlauf ab Eiszeit, zuerst ansteigend, dann um 5000 BC rum langsam fallend. Ich hatte mal die Ereignisse daneben angeschaut und gefragt, was uns das sagen soll, dass es seitdem fällt. Darauf meinte jemand, wir müssten das einfach wieder neu erfinden. Findet ihr auch was da gemeint ist? ;-)

  • Inzwischen geht es in der Tat nur noch um Schadensbegrenzung und ich fürchte, dass die drohenden Konsequenzen immer noch lange nicht von allen begriffen wurden.

    Es ist doch gar nicht klar, wie **genau** die Konsequenzen aussehen werden. Modelle sind immer ungenau. Und wie die Menschen in den betroffenen Regionen tatsächlich reagieren werden, weiß heute auch noch niemand.

    Ich blicke zumindest sehr negativ in die Zukunft, auch ohne zu verstehen, was denn nun auf uns zukommen wird.


    Was sicherlich kaum möglich sein wird, ist das ganze CO2 wieder einzufangen. Bei der Verbrennung von Kohlenstoff wird Energie frei (darum macht man das ja!). Ergo muss man, um die Reaktion umzukehren, die gesamte freigewordene (und noch mehr, weil Prozesse immer Energieverlust haben) Energie wieder reinstecken. Man müsste dazu gleichzeitig die gesamten fossilen Energiequellen ersetzen, damit man nicht noch mehr CO2 bekommt, und noch weitere Energiequellen aufbauen, um das vorhandene CO2 wieder loszuwerden.


    In Deutschland decken wir gut 80% des Energiebedarfs aus fossilen Quellen (https://www.bmwi.de/Redaktion/…gie-primaerverbrauch.html). Und wir haben immernoch paar Prozente Kernergie, die in 1 bzw. 2 Jahren auch noch wegfallen und durch Erneuerbare ersetzt werden müssen.


    Sicherlich müssen wir (die Menschheit) uns enorm anstrengen, um es nicht noch schlimmer zu machen. Aber wir werden es nicht schaffen. Wir müssen uns jetzt schon Gedanken darüber machen, wie wir uns anpassen können.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Für die Zukunftssicherheit ist aber denke ich eher eine an eine Solaranlage angeschlossene Klimaanlage... (ernsthaft)


    Als Logistiker sage ich, man müsste die Auslastung von allem erhöhen. Alleine wie viele Badezimmer, Werkzeuge und Gärten so ungenutzt rumexistieren geht eigentlich auf gar keine Kuhhaut.

    Dafür ist eine Erdwärmepumpe in Verbindung mit Wand- oder -Fußbodenheizung eine prima Lösung. Der Strom für die Pumpe kommt gerade im Sommer zu wesentlichen Teilen schon ohne Speicher vom Dach.

  • Sicherlich müssen wir (die Menschheit) uns enorm anstrengen, um es nicht noch schlimmer zu machen. Aber wir werden es nicht schaffen. Wir müssen uns jetzt schon Gedanken darüber machen, wie wir uns anpassen können.

    Die Frage ist, an was wir uns anpassen werden müssen und das hängt davon ab, wie schlimm wir es uns selbst machen und wie schnell die Anpassung erfolgen müsste. Bei 1,5°C globaler Erwärmung vermutlich möglich, bei 4°C am Ende des Jahrhunderts nicht mehr. Der steigende Meeresspiegel wird zumindest in diesem Jahrhundert für Deutschland unmittelbar nicht das größte Problem darstellen.

  • schon, Warmwasser ist ein nicht unerheblicher Teil des Wärmebedarfs, den sich menschliche Luxusschnecken so leisten.

    Davon abgesehen ist Sonne auch im Winter manchmal da, leider ist der Energiegewinn dann wegen des niedrigen Sonnenstandes nicht besonders.

    Die schlechteste Zeit für Solar ist November bis Februar, also etwa 4 Monate von 12.

  • Persönlich empfinde ich zum Beispiel die Luft bei meinen Eltern, die am Rande eines Wohngebietes aus den 1980er Jahren leben, im Winter als deutlich unangenehmer als in einer Großstadt an einer vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße, wo die Luft mit Sicherheit auch sehr ungesund ist. Aber wenn ich nach einem nicht einmal besonders langen Spaziergang wie vor zwei Wochen während dieser Inversionswetterlage rieche, als hätte ich einen ganzen Abend am Lagerfeuer verbracht, dann ist das mutmaßlich nichts, was wir hinsichtlich unserer Gesundheit für die nächsten Jahrzehnte anstreben sollten.

    Ich bin am Wochenende wieder mal mit dem Rad draußen unterwegs gewesen und möchte noch mal bekräftigen, dass ab dem früheren Nachmittag der Geruch vom verbrannten Holz in der Luft liegt. Das tritt nach meinen Beobachtungen primär in Wohngebieten mit Reihen- oder Einfamilienhausbebauung auf, so dass ich messerscharf schließe: Da stecken Menschen in der Gegenwart eines gemütlichen Abends im Wohnzimmer schon mal den Kamin an.


    Nach den Ausführungen von Autogenix wundere ich mich aber schon: Rieche ich jetzt nur den Anteil jener Öfen, die nicht ordentlich betrieben werden oder ist der Anteil jener, die ihren Ofen nicht ordentlich betreiben, relativ groß oder riecht man doch grundsätzlich jeden Holzofen und jede Pelletheizung?


    In St. Michaelisdonn, wo ja auch dieses Foto entstand, roch es dann wieder so extrem, dass ich es als wirklich unangenehm empfand, dort draußen mit dem Rad zu fahren. Es wäre nun übertrieben zu behaupten, ich hätte Atemnot bekommen oder mir wäre schwindelig geworden oder ich hätte schwarze Brocken ins Taschentuch gehustet, nein, aber es roch einfach nach einer undefinierbaren Mischung aus verbranntem Holz und brennenden Mülltonnen. Und das bekräftigt mich wieder in meiner Vermutung, dass in einem Dorf, in dem es meinetwegen 100 Holzöfen gibt, sicherlich fünf Öfen dabei sind, in denen regelmäßig etwas verbrannt wird, was nicht für die Verbrennung im heimischen Ofen geeignet ist.


    Zu Hause bei meinen Eltern, wo im Wohngebiet bekanntlich auch intensiv mit Holz geheizt wird, lag der gleiche Geruch in der Luft. Ich habe dort jetzt einen meiner Feinstaub-Sensoren angebracht und musste feststellen, dass sich die Messwerte doch recht in Grenzen halten und abgesehen von einer Spitze am Sonnabendabend noch im grünen Bereich liegen. Mal gucken, wie sich das über die nächsten Tage entwickelt. (Und ja, die Messwerte sind mit Vorsicht zu genießen, weil weder der Sensor noch die Aufstellung des Sensors noch das Messverfahren in irgendeiner Weise kalibriert ist. Aber es gibt ja immerhin einen groben Anhaltspunkt.)


    Nun ist es ja keinesfalls so, dass ich das Heizen mit Gas oder Öl für die unbedingt bessere Variante halte, die Auswirkung der Verbrennung fossiler Energieträger ist ja hinreichend bekannt und wurde auch hier im Thread noch einmal herausgearbeitet. Trotzdem halte ich es für den falschen Weg, munter Holz im heimischen Ofen zu verbrennen. Neben der Alternative einer Wärmepumpe gäbe es ja auch immer noch Fernwärme, wo dann an einer zentralen Stelle etwas verbrannt wird, um daraus Wärme zu gewinnen. Das würde einerseits eine gewisse Technologieoffenheit ermöglichen, weil sich mehr oder weniger einfach die Wärmequelle austauschen ließe (okay, das klingt wohl wirklich nur auf dem Papier einfach), andererseits verschiebt es aber die Holzverbrennung aus den Wohngebieten heraus in eine Anlage, die erstens nicht im Wohngebiet steht und zweitens mit entsprechenden Filtern ausgerüstet werden kann — und nebenbei verhindert es auch noch, dass durch Fehlbedienung oder Müllverbrennung zu hohe Schadstoffwerte entstehen.

  • Ich hab da wenig Hoffnung, denn "Aktivität" gibts doch immer erst dann, wenns gar nicht mehr anders geht?

    Siehe unsere "Klimakanzlerin", die den Atomausstieg erst mal rückgängig gemacht hat und dann wg. Fukushima doch den "Ausstieg vom Ausstieg" veranlasst hat, wodurch den AKW-Betreibern Milliarden an Schadensersatz-Ansprüchen entstanden sind. Oder immer wieder aktiv gegen niedrigere CO2-Grenzwerte vorgegangen ist.

    Wenn die Welt laut darüber lachen würde, und die Verantwortlichen selbstverständlich beschämt zurücktreten würden, dabei irgendwelche Entschuldigungen murmelnd, dann wär das zwar doof, aber immerhin.


    Fazit: Homo Sapiens-Sapiens ist komplett Balla-Balla und akzeptiert noch nicht mal einfachste Tatsachen. Das sollte m.M.n. in die Präambel jeder Verfassung.

  • Ok, das war mir nicht so bewusst, dass man damit auch kühlen kann.

    Wenn die Wärme wieder in die Erde gepumpt wird, dann hilft das ja auch etwas gegen die Erderwärmung der Erwärmung der Atmosphäre.


    Weil sonst hätte ich gesagt für die Warmwasserversorgung gibt es ja auch Solarkollektoren. Wobei Warmwasser ja auch "nur" ca. 15% des Energiebedarfs ausmacht. Und wenn die Sonne scheint braucht man ja eher weniger Warmwasser oder Heizung. Daher bin ich bei den Wasser-Solarkollektoren immer etwas ob des Nutzungsgrades skeptisch. Mit Photovoltaikstrom könnte man schon eher heizen. Erst recht wenn es irgendwann mal wirklich effiziente Akkus gibt.

  • Mir fällt bei sowas immer ein Professor ein, der sich fürchterlich echauffieren musste, als wir irgendwann in den 80ern die Funktion der Wärmepumpe lernten. Der Ärmste musste sich dermaßen darüber aufregen, dass alle staatlichen Subventionen in die Kernenergie gehen und die private Anschaffung von Wärmepumpen und sonstigen regenerativen, "sinnvollen und zukunftsorientierten" Energieversorgungen das reine Privat-Engagement des einzelnen Bürgers ist.


    Ich gehe davon, dass es heute nicht anders ist. Zeitnahe Weichenstellung findet nicht statt, der Erhalt des Status Quo ist das Wichtigste, und der hinkt dummerweise der Aktualität Jahrzehnte hinterher. Andernfalls wären die Innenstädte längst autofrei.

  • Ok, das war mir nicht so bewusst, dass man damit auch kühlen kann.

    Ein Kühlschrank oder eine Klimaanlage ist ja technisch gesehen auch nichts anderes als eine Wärmepumpe. Der Kühlschrank "pumpt" Wärme aus seinem Inneren nach außen, eine Wärmepumpe von draußen ins Gebäude. Mit einem Wärmetauscher im Gebäude kann man natürlich auch Wärme von drinnen nach draußen pumpen.


    In Kombination zu Erdwärmepumpen kann ungenutzte Abwärme, z.B. auch aus der Solarthermieanlage im Boden gespeichert werden.

    https://www.ethlife.ethz.ch/ar…dwaerme_Science_city_sch/

  • Daher bin ich bei den Wasser-Solarkollektoren immer etwas ob des Nutzungsgrades skeptisch. Mit Photovoltaikstrom könnte man schon eher heizen. Erst recht wenn es irgendwann mal wirklich effiziente Akkus gibt.

    Also unsere Röhren-Kollektoren decken etwa 70% unseres Wärmebedarfs.


    Zitat

    Rieche ich jetzt nur den Anteil jener Öfen, die nicht ordentlich betrieben werden oder ist der Anteil jener, die ihren Ofen nicht ordentlich betreiben, relativ groß oder riecht man doch grundsätzlich jeden Holzofen und jede Pelletheizung?


    Jeder Holzofen wird nach dem anzünden bissl riechen und auch grau aus dem Kamin rauchen. Bei den Pelletheizungen dürfte das wiederum kaum auffallen.

    Die laufen mit Gebläse und Lambda-Sonden-Steuerung.

    Wenn ein Ofen richtig brennt wird der Rauch weiß und es riecht auch nicht mehr, zumindest kaum.