US-Wahl 2020: Trump oder Biden?

  • Ich finde den Kommentar im Tagesspiegel zu der Wahl ganz passend. Tenor:

    Auch wenn Biden noch gewinnt, müssen wir wohl mit einem Amerika leben, das zur Hälfte so einen extremen Präsidenten wählt.


    Vor vier Jahren konnte man das noch als "Versehen" weglächeln. Diesmal wussten die Wähler genau, was sie tun.

  • Mit der US-Präsidentschaftswahl ist es eigentlich so wie mit dem Klimaschutz: In den Medien wird in Dauerschleife vorgerechnet, über welche Pfade Biden noch gewinnen kann, so dass das total plausibel klingt, aber in Wirklichkeit wäre eine Reihe hintereinandergeschalteter Wunder notwendig.


    Wie beim Klimaschutz: Das Pariser Weltklimaschutzabkommen wird nicht umgesetzt, wir bekommen unsere Emissionen nicht mal ansatzweise in den Griff, dann kommen solche Sachen wie Kohleausstieg bis 2038 und die EU-Agrarreform, aber, najaaaaa, irgendwie klappt es bestimmt trotzdem noch mit der Klimaneutralität bis 2025.

  • Von den drei möglichen Szenarien

    1. Trump gewinnt deutlich

    2. Biden gewinnt deutlich

    3. Das Ergebnis steht erst später nach Auszählung aller Stimmen fest

    ist das Dritte eingetreten und es ist aus meiner Sicht noch schlimmer als 1.


    Trump hat schon vor der Wahl Zweifel geschürt und seine erste Reaktion war bereits, die Rechtmäßigkeit des Wahlergebnisses infrage zu stellen. In den meisten Staaten, in denen noch gezählt wird, liegt Trump derzeit vorne und wenn das so bleibt, hat er die erforderlichen 270 Wahlleute zusammen. Ein Sieg Bidens ist nur noch möglich, wenn bei der weiteren Auszählung die Mehrheit zu seinen Gunsten kippt und genau das wird Trump mit allen Mitteln verhindern und versuchen, die Auszählung zu stoppen. Er hat in den vergangenen vier Jahren in allen Ebenen der Gerichte Richter installiert.


    Ich sehe schwarz für die Demokratie in den USA und für den ganzen Planeten. Vier weitere Jahre Trump als Präsident werden uns so weit zurückwerfen, dass es zu lange dauern wird, das jemals wieder aufzuholen. Die Spaltung der US-Gesellschaft wird noch weiter vorangetrieben, Lügen werden endgültig zur Normalität. Die Trump-Wähler haben sich bewusst dafür entschieden.

  • ist das Dritte eingetreten und es ist aus meiner Sicht noch schlimmer als 1.

    Ich bin mir da noch nicht so sicher.

    In Variante 1 könnte Trump sofort mit seiner Spaltung des Landes und der Welt vier Jahre lang weitermachen.

    In Variante 3 besteht die Chance, dass es damit im Januar erstmal vorbei ist. Auf der anderen Seite steht das Risiko, dass es zu ernsthaften Unruhen in den USA kommt.


    Wirklich beurteilen kann wohl erst rückblickend, was besser gewesen wäre.

  • Was ich an Variante 3 noch schlimmer finde, als dass Trump tatsächlich von einer Mehrheit demokratisch legitimiert weitere vier Jahre die amerikanische Gesellschaft spalten und die Zerstörung des Planeten vorantreiben wird, ist das Szenario, dass er es trotzdem tut, ohne tatsächlich gewählt worden zu sein.


    Selbst wenn Biden noch eine Mehrheit erreicht und selbst wenn Trump es nicht gelingt, das Ergebnis vor Gericht anzufechten, wird das die Spaltung der Gesellschaft voran treiben, denn Trumps Anhänger werden an der Geschichte festhalten, dass die Demokraten in diesem Fall die Wahl "gestohlen" haben und Biden als Präsidenten nicht anerkennen. Damit hätten die USA eine handfeste Verfassungskrise.

  • Beitrag von Peter Viehrig ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: Wegen verfrühtem Unsinn. ().
  • Mit der US-Präsidentschaftswahl ist es eigentlich so wie mit dem Klimaschutz: In den Medien wird in Dauerschleife vorgerechnet, über welche Pfade Biden noch gewinnen kann, so dass das total plausibel klingt, aber in Wirklichkeit wäre eine Reihe hintereinandergeschalteter Wunder notwendig.


    Also wenn Biden noch AZ,NV,WI,ME und PA gewinnen sollte, passt es. Bis auf PA hat er wohl bei derzeitigem Zählstand einen Vorsprung. Und in PA reißen's evt. die Briefwähler raus. Aber wirklich glauben tu ich's auch nicht mehr.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Mit der US-Präsidentschaftswahl ist es eigentlich so wie mit dem Klimaschutz: In den Medien wird in Dauerschleife vorgerechnet, über welche Pfade Biden noch gewinnen kann, so dass das total plausibel klingt, aber in Wirklichkeit wäre eine Reihe hintereinandergeschalteter Wunder notwendig.


    Wie beim Klimaschutz: Das Pariser Weltklimaschutzabkommen wird nicht umgesetzt, wir bekommen unsere Emissionen nicht mal ansatzweise in den Griff, dann kommen solche Sachen wie Kohleausstieg bis 2038 und die EU-Agrarreform, aber, najaaaaa, irgendwie klappt es bestimmt trotzdem noch mit der Klimaneutralität bis 2025.

    Wir (die ganze Welt) haben das FCKW-Ozonloch-Problem gelöst (paar illegale chinesische Betriebe, da gab's mal eine Bericht auf Grundlage von Satellitenbildauswertungen, sind zum Glück irrelevant), aber vermutlich nur deshalb, weil es kaum jemand wirklich weh getan hat, auf FCKWs zu verzichten.

    Bei Klimawandel und anderen Umweltproblemen müsste man viel stärker Verzicht üben und wie die Lernfähigkeit bei der Mehrheit der Bevölkerung aussieht, sieht man ja nicht nur in den USA heute, sondern auch anderswo wie in Russland, Türkei, Ungarn, ... wo auch alles selbstgewähltes Elend ist ... Schon bei Corona klappte das mit dem Verzicht ja auch nur kurz bei der 1. Welle im Frühjahr, inzwischen sind die Widerstände ja größer ...

    Allerdings ...

    Das mit "Homo sapien" geht nicht so schnell vorbei ... Der Mensch ist anpassungsfähig genug, um in irgendeiner Nische zu überleben und wird dann weiter machen wie bisher, weil die künftigen Archäologen das Backup der Wikipedia noch nicht ausgegraben haben ...

  • Und man braucht am besten ein Auto oder wenigstens einen Führerschein, um an der Wahl teilzunehmen, beziehungsweise das Wahllokal zu erreichen: Kein Auto, keine Stimme

    Eigentlich ist ja das Wahlsystem traditionell auf gute Erreichbarkeit ausgerichtet:

    Nachdem im Oktober die letzte Ernte eingebracht ist, ritt man nach dem sonntäglichen Gottesdienst einen Tagesritt zum Wahllokal und gab am Dienstag die Stimme ab ...

  • Meine Mitschüler kannten in weiten Teilen nichtmal die Namen der Parteien. Von Inhalten und einer fundierten Meinung dazu mal ganz zu schwiegen.

    So wie viele Wähler mit 30, 40, ... 70 ... Jahren.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Keine Ahnung, was dann passiert. Vermutlich wird der Supreme Court diese Situation von vornherein verhindern.


    Zumindest hat er das vor 20 Jahren getan. Da wurde ja noch eine ganze Weile in Florida gezählt und diskutiert. Der SC hat das dann beendet. Begründung war, dass 6 Tage vor dem Zusammentreffen der Wahlmänner jegliche Diskussion zu enden hat.

  • Dieses Argument ist peinlich, sorry. Mit dieser Art der "Argumentation" kann man absolut jede unliebige Diskussion direkt abtöten.

    Wenn du deine persönliche Erfahrung mit politisch desinformierten Mitschülerinnen und Mitschülern (von vor Jahrzehnten?) als geeigneteren Beleg ansiehst, so sei dir das unbenommen.


    Ich will meinen kurzen Einwurf aber nochmals gern explizieren, der meiner bescheidenen Meinung nach das Gegenteil eines Totschlagarguments darstellt - auch wenn ich damit Gefahr laufe, dass du dich wieder fremdschämen musst:

    Wenn ich mich wegen der angeblichen, aus persönlichen Erfahrungen gespeisten scheinbaren Desinformiertheit junger Wähler indirekt gegen ein Wahlrecht ab 16 Jahren ausspreche und dabei zugleich außer Acht lasse, dass dies bei viel älteren ebenso der Fall ist, muss ich mir durchaus gefallen lassen, dass die Schwäche dieser anekdotischen Beweisführung herausgestellt wird - erst recht, wenn dies dein "Hauptargument gegen Wählen mit 16" ist.


    Meine tagtägliche Erfahrung mit jungen Menschen zwischen 10 und 20 ist eine ganz andere: Viele sind politisch bewegt und durch die entsprechenden Unterrichtsfächer teils besser informiert als ältere. Allerdings zeigt sich das eben auch jenseits des überkommenen politischen Zirkus im Kontext erstarrter Parteistrukturen.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

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