Trump oder Biden?

  • Schadenfreude ist manchmal echt geil.

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    Zu lustig 3 Mio $ investiert um 100 und ein paar Stimmen zu verlieren.

  • Habe neulich den passenden Kommentar dazu gelesen.


    Trump ruft ja aktuell weiterhin zu Spenden auf, um seinen "Kampf" gegen die gestohlene Wahl zu finanzieren. Im Kleingedruckten zum Spendenaufruf steht aber, dass ein Großteil der Spenden genutzt wird, um Wahlkampfschulden zu begleichen.


    Vermutlich schaut er einfach regelmäßig, wie viele Spenden eingehen und wie viel ihn die juristische Show kostet. So lange er Gewinn macht, spielt er das Spiel weiter.


    Und bis dahin freut er sich über die Idioten, die ihm seine Schulden bezahlen.


    Das wäre zumindest mal eine rationale Erklärung für diesen Quatsch.

  • Hat jemand von Euch mal OAN, Newsmax und in wesentlichen Teilen auch Fox-News angeschaut?


    Die berichten tatsächlich über Trump und Giuliani als wäre jedes Wort wahr. Alle zusammen stricken ein Netz aus Lügen und Verschwörungstheorien, gegen das man argumentativ überhaupt nicht mehr ankommt. Jetzt gehört das FBI auch schon zur Verschwörung.


    Und laut Umfragen glauben 77 % der Wähler der Republikaner tatsächlich an Wahlbetrug.


    Auf der anderen Seite stehen die "mainstream"-Medien, die auch kein Blatt mehr vor dem Mund nehmen und offen kommentieren, dass Trump lügt, sobald er den Mund aufmacht.


    Ich bin sprachlos, was da in den USA gerade passiert. Wo soll das hinführen?


    Ich habe selber schon einige Diskussionen mit solchen Verschwörungstheoretikern geführt. Da kommt man einfach nicht gegen an. Das Netz von Lügen ist zu dicht.


    Gibt es irgendein Rezept, wie man wieder zu einem zivilisierten, faktenbasierten Umgang zurückfindet?


    Der ganze Mist verschwindet ja nicht einfach wieder. Ganz im Gegenteil. Es wird immer mehr.

  • Immer wenn ich gerade denke: "schlimmer geht es nicht mehr!"


    Die republikanische Partei in Arizona fragt, wer bereit ist, für Trump zu sterben:

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    Was zum Henker ist bei denen los?


    Selbst wenn die AfD sowas posten würde, wäre ich sprachlos. In den USA kommt die Frage von einer Volkspartei.

  • Und jedes mal wenn ich denke, schlimmer geht nimmer, setzt Trump noch einen drauf.

    "Setzt einen drauf" reicht gar nicht, um das zu beschreiben.


    Als BLM auf den Straßen war, hat Trump mindestens 10 Jahre Haft für jeden gefordert, der ein öffentliches Gebäude unrechtmäßig betritt. Und als er nur über die Straße gehen wollte, um vor einer Kirche eine Bibel hochzuhalten, hat er friedliche Demonstranten mit Knüppeln und Tränengas vertreiben lassen.


    Heute haben Demonstranten während einer Sitzung des Senats das Gebäude gestürmt.


    Und was macht Trump?

    Er hat diese Menschen noch vor Ort in einer Rede zum Sturm auf das Capitol angestachelt. Und als sie drin waren, sagt er "We love you, you are very special". Und später bezeichnet er sie als "great patriots" und schreibt "remember this day forever!"


    Jetzt wird die Nationalgarde gerufen und kämpfte gerade praktisch gegen den eigenen Präsidenten.


    Wir sollten das uns allen eine Lehre sein lassen, wie schnell es gehen kann. Noch vor wenigen Jahren waren solche Bilder absolut unvorstellbar.


    Und heute hängt die friedliche Übergabe der Macht an den rechtmäßig gewählten Präsidenten am seidenen Faden: 140 von insgesamt 535 Abgeordneten haben vorher erklärt, dass sie die Wahl ignorieren möchten. Das sind 26 %. Wären es 50 %, wäre es tatsächlich passiert. Das ist keine Kleinigkeit mehr, sondern ein verdammt knapp verhinderter Umsturz.


    In einem Land, das noch vor wenigen Jahren als absolut stabile Demokratie galt.

  • Dieses Tempo, in dem meine Wahrnehmung von "USA!" eine fast(!) vollständige Kehrtwende erfahren hat, ist in der Tat atemberaubend.


    Aber vermutlich begann das alles viel früher und war ein stetiger Prozess, der sich für Kenner oder "Einheimische" viel weniger rasant vollzog als für Außenstehende wie mich, die die USA lediglich aus Perspektive der Nachrichten oder durch die touristische Brille des "ich will mal durch die USA reisen"-Deutschen sieht.

    hm.

  • Aber vermutlich begann das alles viel früher

    Der Prozess der Radikalisierung der Republikaner ist schon seit 8-10 Jahren gut sichtbar.


    Die jetzige Zuspitzung finde ich trotzdem sehr beunruhigend.


    Aber ich habe jetzt mal gesehen, wie vermutlich Hitler funktioniert hat. Dem sind seine Anhänger auch blind gefolgt und haben jeden Mist geglaubt.

    Und vor knapp 100 Jahren war es noch viel schwieriger als heute, an unabhängige Informationen zu kommen. Da wirkte Propaganda noch viel stärker als heute.


    Und trotzdem hat Trump es geschafft, seine Anhänger zum Sturm gegen die Regierung zu bewegen. Ohne auch nur die Spur eines Beweises von Wahlbetrug zu haben.


    Ganz wichtig: Hitler hat weitaus schlimmere und unvorstellbarere Verbrechen begangen als Trump.

  • Mike Pence sagte gestern, dass diejenigen, die am Sturm auf das Capitol beteiligt waren, die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen sollen. Das gilt aus meiner Sicht an erster Stelle für denjenigen, der dazu aufgestachelt hat: Donald Trump, den noch zwei Wochen lang amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten. Es ist wirklich unfassbar.

  • Wir sollten das uns allen eine Lehre sein lassen, wie schnell es gehen kann. Noch vor wenigen Jahren waren solche Bilder absolut unvorstellbar.

    Nicht wirklich. Es ist einfach der aktuelle Höhepunkt einer jahrelangen Entwicklung. Die Spaltung der USA gibt es ja nicht erst seit 4 Jahren. Gefühlt geht das schon seit 20 Jahren so. Vielleicht seit 9/11 was dieses Jahr den 20. feiern wird.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Gefühlt geht das schon seit 20 Jahren so. Vielleicht seit 9/11 was dieses Jahr den 20. feiern wird.

    Das ist auch mein Gefühl. Der Auftritt der USA hat sich seit dem 11.09.2001 schwer verändert. Der Aufruf der USA in den Irak einzufallen, die deutschfranzösische Ablehnung ( daraus folgten "Koalition der Willigen", "freedom fries"), die Gründung von Guantanamo, viele weitere Anschläge in den USA, Obamas Versprechen Guantanamo aufzulösen (dies aber auch nicht tat. Wikileaks Veröffentlichungen von US Greueltaten usw usf bis hin zu Trump, dem kein Mittel zu schade ist um für Unruhen zu sorgen als Präsident im eignen Land.


    In den 80ern waren die USA mein heißgeliebtes Traumland, davon ist nicht mehr viel nach :(

  • Es gibt seit Jahrzehnten den bitteren Witz in Lateinamerika, warum es in den USA eigentlich keinen Putsch gäbe. Antwort: »Weil es in Washington keine US-Botschaft gibt.« Der Witz ist jetzt überholt, okay.


    Aber überrascht? Und erst seit 2001 oder der Tea Party? "It can't happen here" erschien 1935 ...

    https://de.wikipedia.org/wiki/Das_ist_bei_uns_nicht_möglich


    Traumland? Das Land des Völkermords an den Ureinwohnern, des Vietnamkrieges, des institutionalisierten Rassismus, des Union-Busting ...

    Dass der 1. Mai arbeitsfrei ist, liegt an Polizei- und Justizterror in den USA:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Haymarket_Riot


    Muss ich weitermachen? Joe Hill? Angela Davis? Leonard Peltier?

    Und in den Achtzigern waren die "Bilder aus Amerika" von Jacob Holdt schon eine ganze Weile auf dem Buchmarkt.


    Disclaimer: Ich bin in der US-Besatzungszone aufgewachsen. Das hieß: 250 Meter von meiner Schule entfernt zog sich ein Zaun durch die Stadt. Dahinter: Kaserne. Dazwischen: Car Sale und Western Store. 4,5 km weiter östlich standen die Pershings. Als eine Feuer fing, riefen die Amis einfach 112 an.

  • Neuseeland, zumindest im Traum. Nachdem ich dort vor 25+ Jahren mal nur drei Monate im "Urlaubsmodus" war, eben um mir das Land genau anzusehen, denke ich heute manchmal noch, wir hätten damals auswandern sollen.

    Aber, hätte, hätte, Fahrradkette....


    Ich glaub, ich fahr nicht noch mal hin, so bleibt NZ ein Traum.


    Amerika ist vielschichtig, schön (wie fast alle Länder dieser Erde), aber zu viel Probleme, schon immer. Republikaner und Demokraten waren auch schon immer zwei mehr oder weniger unversöhnliche Seiten, bissl wie Religion, aber die Tea-Party war der Start zu dem heutigen bedauerlichen Status.

  • Die Traumländerei ändert sich vermutlich mit stetiger Lebenserfahrung bzw. den eigenen Wertvorstellungen ähnlich wie die "Vorliebe" für Großstädte/Mittelstädte/Kleinstädte/Land.


    :)


    Je nachdem, was einem gerade wichtig ist.

  • Ich bin 1972 geboren und in Karlsruhe mit den Amis in der Nachbarschaft aufgewachsen. Das erklärt meine Vorstellung von den USA in den 80ern. Die erste und deutliche Abkühlung erfolgte 1990 mit dem Golf Krieg 1 unter George Bush. Bis dato war Krieg für mich nicht (oder noch nicht) vorstellbar. Das Bild heute ist ein gänzlich anderes (leider).