Jetzt schon an nach "Nach-Corona" denken!

  • Mobilität ist das Bedürfnis, Orte zu erreichen: Den Arbeitsplatz, die Familie und Freunde, Geschäfte, den Urlaubsort, oder den Ort, an dem man seine Freizeit verbringt. Das Auto hat uns nicht mobiler gemacht, sondern lediglich ermöglicht, weitere Wege in Kauf zu nehmen, um unser Mobilitätsbedürfnis zu erfüllen.


    Daher ist eine Verkehrswende eigentlich zu kurz gedacht, die nur die Wahl des genutzten Verkehrsmittels betrachtet. Aber genau das meinte ich, dass es nunmal der Realität entspricht, dass viele Menschen nicht mehr in dem Ort arbeiten, in dem sie wohnen oder nicht dort einkaufen können, oder dass ihre Familie oder Freunde an einem anderen Ort leben. Die Strukturen, die durch die Einfachheit, mit dem Auto größere Strecken zurück zu legen, verloren gegangen sind, wird man nicht so einfach wieder aufbauen können.


    Ich habe das Glück, dass mein Arbeitsplatz 5km von zuhause entfernt ist und dass ich alle Geschäfte für den täglichen Bedarf oder den Wochenmarkt in meiner Nähe habe. Dadurch habe ich die Möglichkeit, viele Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erledigen, die für andere mit dem Fahrrad nicht möglich sind oder aber zumindest mit erheblich größerem Aufwand verbunden wären als für mich.

  • Andere wichtige Kriterien wie volkswirtschaftliche Kosten, Generationengerechtigkeit, Überwindung von sozialen Gegensätzen , eine Infrastruktur der kurzen Wege kommen dagegen regelmäßig zu kurz in der Diskussion.

    Du redest im Wesentlichen über externe Effekte der einzelnen Verkehrsmittel. Die Internalisierung selbiger ist Aufgabe der Politik.

    Es hat noch nie im großen Stil und auf Dauer funktioniert, dass Menschen freiwillig etwas aus höheren Motiven machen. Daher muss es der Geldbeutel steuern.

  • Viel mehr als Tankstopps zählt für mich zur Geschwindigkeit, welche Arbeitszeit ich benötige, um die Kosten wieder reinzuholen.

    Wirklich fiktives Beispiel:

    Bei z.B. 12€ pro Stunde netto und 20km:

    Auto: 25 Min Fahrzeit + 30 min Arbeitszeit (für 6€ (20 * 0,3€ pro km)) = 55 min

    Fahrrad: 60 Min Fahrzeit + 5min Arbeitszeit (für 1€ (0,05€ pro km * 20) = 65 min

    ÖPNV: 60 Min Fahrzeit + 15 min Arbeitszeit (für 3€ Ticket) = 75 min

    Bei 30 min Arbeitszeit (mobiles Arbeiten) im ÖPNV: 75 min - 30 min = 45 min


    Real komme ich auf ca. 10€ pro Stunde Ersparnis, wenn ich mit dem Rad statt mit dem Auto zum Bahnhof fahre.

    Irgendwann hatte ich mal ausgerechnet, dass ich die längere Fahrzeit (im ÖPNV) im Vergleich zum Auto mit ca. 40€ pro Stunde vergütet bekomme - und das obwohl ich ca. 25min pro Richtung "schneller" unterwegs wäre.

  • Fahrrad: 60 Min Fahrzeit + 5min Arbeitszeit (für 1€ (0,05€ pro km * 20) = 65 min

    Ich habe nochmal nachgesehen. Diesen Wert erreiche ich nichtmal im Traum:


    2020: 0,198 €/km

    2019: 0,190 €/km


    Hierbei sind natürlich auch Ausgaben enthalten, die nicht zwingend erforderlich gewesen sind (Ausstattungen mit besonderem Sattel oder Scheinwerfer z.B). Das ist aber bei nahezu allen echten Alltagsradlern ähnlich, denke ich. Die 0,05 €/km sind ein im Optimum theoretisch erreichbarer Wert, der aber praktisch fast nie vorkommt.


    Bei einem Baumarkt-Rad für sagenhafte 350 € (einschließlich Schloß, Luftpumpe und anteiliger Haftpflicht) dürften auf 7.000 km keine Reparaturen anfallen (kein Platten, kein Lichtausfall, keine Bremszughüllen, keine Kette, kein Kettenöl, nix), um bei diesem Wert zu landen. Das kommt bei einem Radler, der solche oder eher höhere Kilometerleistungen abspult, schlicht nicht vor. Bereits die Anschaffungskosten spielen dann in einer anderen Liga, entweder sofort oder als quasi nachträgliche AK wie bei mir.

  • Du redest im Wesentlichen über externe Effekte der einzelnen Verkehrsmittel. Die Internalisierung selbiger ist Aufgabe der Politik.

    Es hat noch nie im großen Stil und auf Dauer funktioniert, dass Menschen freiwillig etwas aus höheren Motiven machen. Daher muss es der Geldbeutel steuern.

    Mit "Internalisierung" der externen Effekte der einzelnen Verkehrsmittel meinst du vermutlich, dass die Politik dafür sorgen müsse, dass Umweltschäden und sonstige volkswirtschaftliche Belastungen möglichst von den Verursachern aufgebracht werden sollen? Also zum Beispiel eine streckenbezogene Maut, um die Kosten für den Straßenbau und -erhalt abzudecken.

    Da hat freilich die Autolobby bereits ganze Arbeit geleistet, um dem vorzubeugen. Der deutsche Autofahrer ist die Melkkuh der Nation tönt es immer wieder laut aus der Autofahrerecke, wenn z.B. das Thema Erhöhung der Mineralölsteuer oder KFZ-Steuer angesprochen wird. Und gerade jetzt in einer Phase, in der einmal mehr das Wiederankurbeln (diesmal der unter Corona "notleidenden") Wirtschaft in den Mittelpunkt gestellt wird, steht es schlecht darum, das Autofahren teurer zu machen.

    Vielleicht muss das auch gar nicht sein, wenn Infrastrukturmaßnahmen ergriffen werden, die die Autoverkehrsflächen reduzieren und gleichzeitig dem ÖPNV, sowie dem Rad- und Fußverkehr Vorrang einräumen. Noch besser ist es, Maßnahmen die den Autoverkehr verteuern mit Maßnahmen zu begleiten, die die ÖPNV-Nutzung vergünstigen. Und auch die Schaffung bezahlbaren Wohnraums in den Städten kann den Verkehr reduzieren. Und diese preisgünstigen Wohnungen sind in autofreien Wohngebieten zu errichten. Durchmischt mit hochpreisigen Wohnungen, jeweils ohne Autostellplatz vor der Haustür.

  • Die 0,05 €/km sind ein im Optimum theoretisch erreichbarer Wert, der aber praktisch fast nie vorkommt.

    Hey, wenn Autofahrer sich das schönrechnen dürfen, warum darf man das als Radfahrer jetzt auf einmal nicht?

    Du hast natürlich recht. Ich war von 200€ Wertverlust je 10.000 km und 150€ je 5.000km Wartungskosten ausgegangen. Versicherung, Klamotten, Zubehör kommt natürlich noch dazu. Radfahren ist eigentlich nur dann wirklich günstig, wenn man viel selber macht und hohe Laufleistungen erreicht.

  • Hey, wenn Autofahrer sich das schönrechnen dürfen, warum darf man das als Radfahrer jetzt auf einmal nicht?

    Ganz einfach: Lügenpropaganda begegnet man besser mit der Wahrheit, statt weiterer, diesmal lediglich anderer Lügenpropaganda. Der von KAcyc verlinkte Artikel ist ein schönes Beispiel. Auch dieser krankt daran, zu niedrige Kosten des Fahradsfahrens zu unterstellen, was er zwar später einräumt, die falschen Kosten aber dennoch als Berechnungsgrundlage für einen Vergleich hernimmt.


    Das ist argumentativ zumindest unsauber, wenn nicht unredlich. So wird das nix.

  • Mal angenommen ich gebe 50€/Monat für's Rad aus und fahre pro Woche gut 100km. Dann hab ich nach 4 Jahren 20.000 km runter und 2400€ ausgegeben. Anschaffung ca. 1500€, 900€ für Ersatzteile/Reparaturen. Ich glaube das ist bei mir noch etwas zu hoch, aber hab da keine belastbaren Zahlen.

    Ich komm dann auf 12ct/km. Ist zwar viel höher als diese 5ct/km, aber deutlich unter den Kosten für'n Auto.


    Bei mir kommt dann noch die Zeitersparnis dazu, die ich durch das Rad habe. 20min bequem mit dem Rad zur Arbeit, mit dem Auto bräuchte ich etwa dasselbe (wenn kein Stau), plus Parkplatzsuche. Und ich hab frische Luft und kein Stress durch irgendwelche Staus.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Dass mit dem "frische Luft, kein Stress und keine Staus" kann ja ein sehr subjektives Empfinden sein. Ein Autopendler würde möglicherweise geltend machen, dass er ja in Ruhe Radio hören könne, während er fährt. Und dass er gerne im Trockenen sitzt auch wenn es draußen regnet.

    Aber ein anderer Gesichtspunkt scheint mir wichtig: Wer mit dem Fahrrad pendelt hat in der Regel kürzere Wege zur Arbeit und er hat vermutlich häufiger Kompromisse gemacht, um das hinzukriegen. Zum Beispiel durch Umzüge oder durch die Arbeitsplatzwahl.

    Wer mit dem Auto fährt, der wohnt oft abseits der Ballungszentren im "Grünen", wie es so schön heißt, und hat deshalb einen längere Wegedistanz zur Arbeit.

    Trotz der größeren Distanz zur Arbeitstätte hat er oft keinen längeren (zeitlich bertrachtet) Weg zur Arbeit. Und die Straßen sind nicht über den ganzen Weg zur Arbeit hin verstopft.

    Aber die höhere Kilometerzahl lässt im Vergleich zum Fahrrad noch mal zusätzlich die Kosten ansteigen. Man müsste also für einen echten Vergleich nicht das Kilometergeld berechnen, sondern das Minutengeld.

    Man darf nicht rechnen, wieviele Kilometer lege ich mit dem Verkehrsmittel für die Arbeitsstättenanfahrt zurück und was kostet mich dementsprechend ein Kilometer. Sondern wieviele Minute verwende ich für die Arbeitsstättenanfahrt und wieviel kostet mich dann eine Minute Verkehrsmittelbenutzung. Vermutlich stellt das einen korrekteren Vergleich bei der Verkehrsmittelwahl dar.

    Richtig schwer wird der Preisvergleich beim ÖPNV. Dort gibt es oft Zonengrenzen, die sehr engräumig geschnitten sind in den Ballungszentren, aber sehr weiträumig im Umland. Wenn zum Beispiel jemand dicht vor einer Tarifzonengrenze wohnt und seine Arbeitsstätte dicht hinter der Tarifzonengrenze liegt, dann zahlt er für eine kurze Distanz und eine nur wenige Minuten Fahrtzeit dauernde Fahrt einen hohen Preis.

    Je nach Zuschnitt der Tarifzone kann es aber auch sein, dass jemand nur innerhalb einer Umland-Tarifzone unterwegs ist auf dem Weg zur Arbeit, eine große Distanz zurücklegt und trotzdem nur den Preis für eine Zone zahlt.

  • Mein Alltagsrad ist jetzt 18 Jahre alt, hat damals 1.100,- EUR gekostet. Damit komme ich auf einen Wertverlust von 61,- EUR / Jahr, wenn ich das Fahrrad als komplett abgeschrieben ansehe.


    Seitdem ich durch das regelmäßige Fahren etwas kräftiger in die Pedale trete, ist ca. alle zwei Jahre für 150,- EUR ein neuer Antriebsstrang fällig, vor zwei Jahren wurden zum ersten Mal komplett die Bowdenzüge erneuert. Einmal im Jahr gibt es einen Satz neuer Bremsbeläge (35,- EUR) und die Reifen fahre ich schon länger als 5 Jahre, aber die könnten demnächst mal ersetzt werden. Vor drei Jahren habe ich mir für den Winter Spikereifen gekauft, die ich sicherlich auch noch im kommenden Winter fahren kann, bevor ich runtergefahrene Spikes austausche oder die Reifen komplett erneuere.


    Von der Erneuerung der Verschleißteile abgesehen, waren bei diesem Rad noch nie Reparaturen fällig, da hatte ich sicherlich auch Glück. Selbst wenn ich alle 5 Jahre die Anschaffung von Zubehör wie einer Lenkertasche oder Satteltaschen mit einrechne und annehme, dass morgen das Licht ersetzt werden müsste, komme ich tatsächlich nur auf 5,3 Ct/km bei 4000km, die ich mit diesem Rad normalerweise im Jahr fahre.


    Jetzt könnte man vielleicht noch einrechnen, dass ich mehr esse oder dass sich die Hosen schneller durchscheuern oder T-Shirts häufiger gewaschen werden müssen...


    Das Rennrad sehe ich als Hobby und nicht als Verkehrsmittel, so dass sich der Kostenvergleich mit dem Auto eigentlich nicht stellt. In den letzten beiden Monaten bin ich damit ca. 2000km gefahren (wegen Corona-bedingter fehlender Alternativen so viel wie sonst im ganzen Jahr), im Winter fahre ich damit eher gar nicht. Die einzigen Wartungskosten sind bislang für Kettenöl, Flickzeug und neue Schläuche angefallen, insgesamt keine 100,- EUR seit der Anschaffung vor drei Jahren.


    Unter Annahme eines Wertverlustes von 500,- EUR in den letzten drei Jahren und wenn ich davon ausgehe, dass ich auch bei diesem Rad im kommenden Jahr den Antriebsstrang erneuere (was sich wegen sorgsamerer Pflege und der Tatsache, dass das Rad vor allem bei schönem Wetter gefahren wird, derzeit eher nicht abzeichnet), wenn ich mir noch in diesem Jahr neue Reifen kaufe und jährlich Pflegemittel für 25,- EUR verbrauche, komme ich auf 11,5 Ct./km bei 2500 km/Jahr, wovon der größte Anteil auf den recht hoch angesetzten Wertverlust zurück zu führen ist. Ich gehe auch davon aus, dass dieses Rad nicht so lange halten wird wie mein Alltagsrad.


    Das Brompton ist auf die gefahrenen Kilometer gerechnet sicherlich mein teuerstes Fahrrad. Außer der Anschaffung und etwas Kettenöl hat das aber bislang keine Kosten verursacht, sondern eher Geld und Nerven gespart, ein großes Fahrrad in der Bahn mitzunehmen.


    Und dann ist da noch der Fahrradanhänger, der auch nur vergleichsweise wenige Kilometer fährt, weil er vor allem für Einkäufe beim nahen Supermarkt oder Getränkemarkt oder für die Fahrt zur Deponie eingesetzt wird. Da muss sich auch noch zeigen, wie lange der hält und wie häufig mal was kaputt geht. Auf der anderen Seite werde ich demnächst mein Auto abschaffen, das ich auch wegen dieses Anhängers nicht mehr brauche.

  • Hallo,

    ich muss zugeben, die 0,05€ pro km basierten jetzt auf keiner wirklichen Grundlage und der Kommentar dazu war eher ironisch gemeint.


    Beim Fahrrad können die Kosten ja sowieso sehr viel Unterschiedlicher sein als beim Auto.

    Das viel gefahrene und gebraucht gekaufte solide-aber günstig-Rad hat sicher um ein vielfaches an geringeren km-Kosten als das wenig gefahrene, neue Pedelec.

    Beim Auto hängt der Wert ja sehr viel mehr vom alter und der km-Leistung ab als beim Rad, wo eher der Zustand zählt. Ein generalüberholtes 200.000km gefahrenes Fahrrad kann durchaus einen höheren Wert haben wie ein runtergerocktes - gleichartiges - Rad mit 5.000km Laufleistung, beim Auto ist der Wert vielleicht noch 1/10.


    Man kann natürlich auch die Kosten pro Fahrt oder pro Minute angeben, allerdings bringt mir das doch nichts wenn ich entscheiden möchte, mit welchem Verkehrsmittel ich die 10km zur Arbeit am günstigsten zurücklegen kann. Mich stören daher z.B. die Statistiken mit Unfallhäufigkeiten pro Fahrt.

    Achtung Klischee: Frauen sind beim Shoppen ja auch günstiger als Männer - pro Minute gerechnet.

  • Rechne doch einfach mal so Yeti:

    Was hat dich deine Fahrradfahrerei gekostet in sagen wir mal den letzten 15 Jahren mit allem inklusive. Und was hätte dich stattdessen ein Auto gekostet?

    Wobei bei dieser Rechnung manche Autofahrer gerne die Nebenrechnung aufmachen, dass man als Autofahrer ja auch keine zusätzlichen ÖPNV-Kosten (z. B. wegen Schlechtwetter) oder Fernreisekosten gehabt habe, da man das ja auch mit dem Auto in den Urlaub fahre.

    Je nach Radfahrer- bzw. Reisetyp kann man dann mit Fahrradreise kontern.

  • Dass mit dem "frische Luft, kein Stress und keine Staus" kann ja ein sehr subjektives Empfinden sein. Ein Autopendler würde möglicherweise geltend machen, dass er ja in Ruhe Radio hören könne, während er fährt. Und dass er gerne im Trockenen sitzt auch wenn es draußen regnet.

    Aber ein anderer Gesichtspunkt scheint mir wichtig: Wer mit dem Fahrrad pendelt hat in der Regel kürzere Wege zur Arbeit und er hat vermutlich häufiger Kompromisse gemacht, um das hinzukriegen. Zum Beispiel durch Umzüge oder durch die Arbeitsplatzwahl.

    Ich hab mir den Arbeitsplatz ausgewählt. Was als Informatiker in der Großstadt aber durchaus möglich ist.

    Ansonsten hast du Recht, dass der Vergleich hinkt.


    Ich hätte auch gerne ein eigenes Haus, aber dafür müsste ich auch raus ins Grüne ziehen, was ich nicht will, oder ich müsste mich so verschulden, dass ich das evt. nie zurückzahlen könnte.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Ich hab mir den Arbeitsplatz ausgewählt. Was als Informatiker in der Großstadt aber durchaus möglich ist.

    Ansonsten hast du Recht, dass der Vergleich hinkt.


    Ich hätte auch gerne ein eigenes Haus, aber dafür müsste ich auch raus ins Grüne ziehen, was ich nicht will, oder ich müsste mich so verschulden, dass ich das evt. nie zurückzahlen könnte.

    Mir fällt noch ein, dass die Nahversorgung auch ein Thema ist, dass bei einem Vergleich von Bedeutung ist. Ich hatte das mal in einem Gespräch in der Form: "Ich benutze ja auch das Auto um im Supermarkt einkaufen zu gehen, den hast du in der Stadt natürlich in der Nähe deiner Haustür, bei mir auf dem Land sind es fast 10 km dahin. Ohne Auto geht da nichts." Tatsächlich gibt es auch heute noch in ländlichen Regionen oft keinen oder nur einen sehr eingeschränkten Lieferdienst. Und 10 km hin und 10 zurück dauern mit dem Rad deutlich länger als mit dem Auto, zumal man dann oft auf Verbindungen fährt, auf denen es keine Staus gibt. Und viele Landstraßen haben Abschnitte, auf denen bis zu Tempo 100 gefahren werden kann. Außerdem haben die Supermärkte im ländlichen Raum in der Regel riesige Parkplätze. Parkplatzsuche ist da jedenfalls kein Problem.

    Jedenfalls gibt es bei der Berechnung von Fahrtkosten immer wieder externe Beeinflussungsfaktoren, die zum Teil tatsächlich eine Rolle spielen oder auch manchmal nur aufgebauscht werden, um den Eindruck zu erwecken: "Ein Auto braucht sowieso jeder grundsätzlich, das ist nun mal so." Und oft und gerne wird dann direkt hinterher geschoben: "Wie willst du denn sonst eine Kiste Mineralwasser nach hause bringen?";)

  • Rechne doch einfach mal so Yeti:

    Was hat dich deine Fahrradfahrerei gekostet in sagen wir mal den letzten 15 Jahren mit allem inklusive. Und was hätte dich stattdessen ein Auto gekostet?

    Das ist doch klar, dass mich meine Fahrräder weniger gekostet haben als das Auto. Fahrrad-Neuanschaffungen in den letzten 15 Jahren ca. 3000,- EUR + ca. 1000,- EUR für Wartung, Zubehör. Im selben Zeitraum zwei Gebrauchtwagen für 5500,- EUR und 7000,- EUR, Restwert jeweils 1000,- EUR, dazu Steuer + Versicherung jährlich ca. 700,- EUR + Reparaturen, Wartung, Sprit, ...


    Aber mit dem Auto bin ich in den letzten 15 Jahren auch mehr Kilometer gefahren als mit dem Fahrrad. In diesem Jahr ist es, auch wegen Corona, zum ersten Mal anders und ich habe bislang mehr Kilometer auf dem Fahrrad als mit dem Auto zurückgelegt. Seit fünf Jahren habe ich das Auto nur noch für Fahrten genutzt, auf denen das Fahrrad tatsächlich (für mich) nicht in Frage kam: Meistens auf Strecken > 200km und/oder wenn ich einen 1,2 Tonnen schweren Anhänger zu ziehen hatte.

  • "Wie willst du denn sonst eine Kiste Mineralwasser nach hause bringen?"

    Ich trinke meistens Wasser ohne Kohlensäure. Dafür muss ich einfach nur den Wasserhahn aufdrehen.

    Ansonsten passt auch 6x1.5 Liter in den Rucksack oder Fahrradkorb. Zur Not geht auch ne Kiste Bier auf den Gepäckträger, mit Spanngurten gesichert.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Zu wenig an nach Corona gedacht findet der ehemalige SPD-Chef Sigmar Gabriel: "Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat seinen Nachfolgern Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans vorgeworfen, die Beschäftigten der Automobilindustrie im Stich zu lasen. Mit Blick auf die kategorische Ablehnung einer Kaufprämie für Diesel- und Benzinautos in den Verhandlungen mit der Union über ein Konjunkturpaket verprelle die SPD ihre frühere Stammklientel." FR vom 6.6.2020: "Sigmar Gabriel kritisiert SPD-Spitze wegen Kaufprämien-Blockade scharf: „Grün-Populistische Politik“" https://www.fr.de/politik/coro…kpraemie-zr-13784271.html

    "Grün-populitische Kritik"? Geht`s noch?

    Hatte wir nicht neulich hier im Forum nach Belegen dafür gesucht, dass in der SPD immer noch viele daran festhalten, die Autofahrerei massiv zu propagieren und zu protegieren?

    Daran ändert auch der Umstand nichts, dass klassische Verbrenner nicht "prämiert" werden, also für diese "Dreckschleudern" keine Verkaufsprämien beschlossen worden sind. Zumal ja auch für den Kauf der klassischen "Dreckschleudern" die temporäre MWSt-Absenkung gilt. Macht je nach Kaufpreis immerhin mehrere hundert bis über 1000 Euro aus.


    Die Autoindustrie ist bemüht, das als so eine Art "Sündenfall" der Regierung zu deklarieren, dass es nun keine Kaufprämie für klassische verbrenner geben wird. Und Gabriel sekundiert dabei. Der Mann war mal Umweltminister von 2004 bis 2009. X/ (Na gut, danach war er Wirtschaftsminster;))


    Fakt ist, dass es die Autokaufprämie auch für Hybridfahrzeuge gibt, Fahrzeuge die zum Beispiel in tagesschau.de vom 7.11.2019 als "Mogelpackung" bezeichnet werden: "Pkw mit Verbrennungsmotor und Elektroantrieb werden als Beitrag zum Klimaschutz gefördert. Wissenschaftler und Umweltverbände sprechen jedoch von einer "Mogelpackung". Bei der Förderung gehe es um etwas ganz anderes." https://www.tagesschau.de/inve…r/plugin-hybride-101.html