"Fridays for future" fordert die Verkehrswende

  • Die Zukunft wird aber in der Kernfusion liegen.

    Das erinnert mich an einen Satz Harald Leschs. Dem Sinne nach: Seit den rund 80 Jahren, die man zur Kernfusion forscht, erhalte man auf die Frage, wann es denn mit deren praktischer Nutzung so weit sei: in 20 Jahren.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Liegt denn tatsächlich ein großer Teil der Wirtschaft lahm? Das glaub ich so erst mal nicht. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass sehr viele Betriebe sich einen gegenseitigen Überbietungswettbererb liefern, wer denn nun das am allerschlimmsten getroffene "Corona-Opfer" sei.

    Gut zwischenzeitlich war mal das Klopapier aus den Supermarktregalen verschwunden und das erste Stück Frischhefe habe ich nach mehreren Wochen Wartezeit erst vor ein paar Tagen wieder im Supermarkt kaufen können.

    Das mit dem angeblichen Klopapiermangel hat jedoch nicht unsere Wirtschaft kollabieren lassen. Vielmehr hatten die Produzenten vernünftigerweise es nicht eingesehen, dass sie den aberwitzigen Bevorratungsorgien der Konsumenten in Sachen Klopapier nachkommen sollen. Warum auch. Wirklich gefehlt hatte das Klopapier zu keinem Zeitpunkt.

    Hätten die Hersteller kurzfristig die Produktion gesteigert, dann hätte in Überstunden investiert werden müssen, die in der Regel höher vergütet werden. Hätten die Hersteller deshalb höhere Preise verlangt und die Zwischenhändler die erhöhten Preise an die Kunden weitergereicht, dann hätte es wüste Beschimpfungen gegeben nach dem Schema, die Klopapierhersteller/Supermärkte nutzten die Notlage der Bevölkerung aus. Wohlgemerkt eine Notlage die es in Sachen Klopapier niemals wirklich gab. Außerdem gibt es in diesem Bereich möglicherweise auch langfristige Lieferverträge der Hersteller mit den Supermärkten. Da hatten vermutlich beide Seiten kein Interesse dran zu rütteln. Und was hätten die Betrieb machen sollen, wenn dann irgendwann die Kunden angefangen hätten, ihre mit Klopapier voll bepackten Vorratsräume, Garagen usw. leer zu wischen? Dann hätten die Klopapierhersteller nichts zu tun gehabt und am Ende noch Personal entlassen müssen. Ich glaube erstens nicht, dass ein großer Teil der Wirtschaft lahm liegt. Ich glaube aber auch nicht, dass zu den Hochzeiten der Kontaktsperren, die ja vielerorts bereits in Öffnungsphasen übergehen, nur 5% weniger fossile Energie verbraucht / bzw. 5% weniger CO2 frei gesetzt wurde als üblich.


    Tatsächlich verhält es sich so, dass vor allem Dienstleistungs-Unternehmen und deren Zulieferer mit Industrieprodukten zur Zeit sehr weitgehend betroffen sind von Verdienstausfall. Keine Kreuzfahrten, keine Tourismusflüge, keine Hotelübernachtungen, keine Restaurants usw.

    Für jemand, der für so was ohnehin kein Geld hat und wenn überhaupt sich höchstens mal ein Billigangebot zum Schnäppchenpreis leisten kann, an dem die Branche ohnehin nie wirklich viel verdient hat, ist es nicht so dramatisch schlimm, dass er wie üblich zu hause isst und weite Wochenendtrips hat er ohnehin nie gemacht, es sei denn mal mit dem Wochenendticket, aber selbst das muss man sich erst mal leisten können.


    Die tatsächlich essenziell wirtschaftlich notwendigen Produktionsbereiche sind dagegen längst nicht so dramatisch getroffen, wie man vielleicht meinen könnte, wenn alle vom allgemeinen "Lockdown" reden, den es so nie gab, und jeder noch ein bisschen verzerrter und herzerweichender jammert als sein Nachbar, um eben auch entsprechend mehr Staatsknete abgreifen zu können.


    Und wenn man das mal kritisch durchdenkt, was manche unter "Hochfahren" verstehen, dann wird man ja wohl mal die Frage stellen dürfen, ob es Sinn macht die "Brutstätte der Seuche" das Après-Ski Lokal in Ischgl wieder hochfahren zu lassen, oder den längst heißgelaufenen Massentourismus wieder voll anzuheizen? Ein Tourismusmodell, das darauf hinausläuft, dass diejenigen, die es sich leisten können die Coronaviren aus aller Welt ins Land holen, von denen dann diejenigen am stärksten betroffen sind, die bei der Einkommensverteilung sowieso schon schlecht wegkommen.

  • Das erinnert mich an einen Satz Harald Leschs. Dem Sinne nach: Seit den rund 80 Jahren, die man zur Kernfusion forscht, erhalte man auf die Frage, wann es denn mit deren praktischer Nutzung so weit sei: in 20 Jahren.

    Und das alles, während ein Fusionsreaktor mit rund 700.000 km Durchmesser uns aus 150 Mio. km Entfernung anlächelt und pro Quadratmeter Erdoberfläche knapp 1,4 kW Energie liefert ...

  • "Bremsen" macht nur dann Sinn wenn wir die "Unfallgeschwindigkeit" signifikant verringern können, also z.B. auf unter 50%. Wie uns Corona gezeigt kommen wir aber nur auf 95% und selbst das hält unsere Wirtschaft nicht dauerhaft durch. Somit sollten wir diese Gelder besser investieren.

    Die Lösung des Klimaproblems liegt aber nicht darin, die Wirtschaft lahmzulegen, sondern unsere Energieversorgung umzustellen. Es geht nicht darum, gar keine Energie mehr zu benötigen, sondern dafür keine fossilen Energieträger mehr zu verbrennen. Das ist technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll und unterscheidet sich daher ganz deutlich von den Corona-Maßnahmen. Die sind zwar auch technisch möglich, aber wirtschaftlich nicht sinnvoll und vor allem haben sie ein anderes Ziel als den Klimawandel zu bremsen.

  • Tatsächlich verhält es sich so, dass vor allem Dienstleistungs-Unternehmen und deren Zulieferer mit Industrieprodukten zur Zeit sehr weitgehend betroffen sind von Verdienstausfall. Keine Kreuzfahrten, keine Tourismusflüge, keine Hotelübernachtungen, keine Restaurants usw.

    Für jemand, der für so was ohnehin kein Geld hat und wenn überhaupt sich höchstens mal ein Billigangebot zum Schnäppchenpreis leisten kann, an dem die Branche ohnehin nie wirklich viel verdient hat, ist es nicht so dramatisch schlimm, dass er wie üblich zu hause isst und weite Wochenendtrips hat er ohnehin nie gemacht, es sei denn mal mit dem Wochenendticket, aber selbst das muss man sich erst mal leisten können.

    Hmm... Hier behauptest du also, für Menschen, die sich diesen ganzen Luxus nicht leisten (können) seien die Folgen der Einschränkungen ohnehin nicht so schlimm. Nun gut, dass sehe ich anders (da gerade viele Geringverdiener in diesem Segment arbeiten... aber nun gut wir lassen das mal so stehen).


    Zitat

    Die tatsächlich essenziell wirtschaftlich notwendigen Produktionsbereiche sind dagegen längst nicht so dramatisch getroffen, wie man vielleicht meinen könnte, wenn alle vom allgemeinen "Lockdown" reden, den es so nie gab, und jeder noch ein bisschen verzerrter und herzerweichender jammert als sein Nachbar, um eben auch entsprechend mehr Staatsknete abgreifen zu können.


    Aha? Was sind denn deiner Meinung nach "wirtschaftlich notwendige Produktionsbereiche"?


    Zitat

    Und wenn man das mal kritisch durchdenkt, was manche unter "Hochfahren" verstehen, dann wird man ja wohl mal die Frage stellen dürfen, ob es Sinn macht die "Brutstätte der Seuche" das Après-Ski Lokal in Ischgl wieder hochfahren zu lassen, oder den längst heißgelaufenen Massentourismus wieder voll anzuheizen? Ein Tourismusmodell, das darauf hinausläuft, dass diejenigen, die es sich leisten können die Coronaviren aus aller Welt ins Land holen, von denen dann diejenigen am stärksten betroffen sind, die bei der Einkommensverteilung sowieso schon schlecht wegkommen.

    Moment... Jetzt sind also plötzlich die Geringverdiener besonders betroffen? Zwei Absätze vorher meintest du doch noch, die seien am wenigsten betroffen, weil die sich eh keine touristischen Reisen leisten können. Was denn nun?

  • Na die letzte Frage ist doch mit deiner Anmerkung zu deiner ersten Frage bestens beantwortet. Wie gelangt wohl in vielen Ländern das Virus meist mit einer zeitlichen Verzögerung in die Slums? Durch die Menschen, die bei den Reichen arbeiten. Zum Beispiel als Haushaltshilfe oder in Hotels als Zimmermädchen.


    Unser kapitalitisches Wirtschaftssystem kennt keine Unterscheidung in mehr oder weniger notwendige Produktionsbereiche. Oder solche, die besonders geschützt werden müssten, indem sie in direkter staatlicher Verantwortung produzieren. Das hat sich zum Beispiel bei den verheerenden Nebenwirkungen von Wassernetzen gezeigt.


    Das Wasser fließt (und Klopapier ist auch nicht alle), das sieht also schon mal gut aus.


    Für weniger wichtig halte ich zum Beispiel die Produktion großer Kreuzfahrtschiffe, deren Betreiber in einem beipiellosen Überbietungswettbewerb stehen und dabei wenig Rücksicht auf die Umwelt nehmen. Auch ohne "Aida" und Co können wir alle gut und zufrieden leben.


    Und was ist mit den vielen Beschäftigten? Ich denke sowohl für diejenigen, die Kreuzfahrtschiffe herstellen, gibt es sinnvollere Betätigungsfelder als auch für diejenigen, die auf Kreuzfahrtschiffen zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen schuften. Diese sinnvollen Betätigungsfelder gilt es zu aktivieren, zu fördern und voranzutreiben. Und das kann gelingen. Gerade die aktuelle Krise hat zum Beispiel gezeigt, dass es Defizite im Gesundheitswesen gibt. Anstatt jetzt Steuern und Abgaben zu senken, wie manche es fordern, um den Konsum anzuheizen, wäre es besser Steuern und Abgtaben zu erhöhen, um mit den erzielten Einnahmen das Gesundheitssystem auszubauen.

  • Eine Anpassung unserer Lebensumstände und unserer Umwelt an die Klimakrise wird zwangsläufig erfolgen müssen, da wir ganz erheblich viele so genannter Kipppunkte bereits überschritten haben. Das Eis der Arktis und Grönlands sind nicht mehr zu retten, unsere Regenwälder holzen wir in einem nie dagewesenen Tempo ab, so dass wohl ab 2025 herum die ersten Regenwälder großflächig veröden werden, einen Großteil unserer Insekten und Vögel und Kleinstlebewesen, die überlebenswichtig für unser Ökosystem sind, können wir gar nicht mehr retten.

    Ich schmeiße hier einfach mal ein paar Links rein:



    Das ganze Gleichgewicht der Erde scheint so komplex zu sein, dass wir es tatsächlich mitunter nicht mal in Ansätzen verstanden haben, wie ja auch aus der so genannten klimakritischen Ecke immer wieder bemängelt wird. Allerdings haben wir ebenjenes Gleichgewicht in unserer Unkenntnis wohl eher unter- als überschätzt.

  • Fahrrad-Protest gegen die Autokaufprämie in Hannover

    "Nach der Corona-Zwangspause wollen am Freitag Schüler in mehreren niedersächsischen Städte wieder für den Klimaschutz demonstrieren. In Hannover ist eine Fahrrad-Demo geplant, die auf dem Opernplatz beginnt, teilte die Bewegung "Fridays for Future Hannover" mit."

    (...)

    "Schüler fordern autofreie Innenstadt

    Die Teilnehmer der Demonstration wollen gemeinsam mit dem Rad durch die Stadt fahren, um ihre Forderung nach mehr nachhaltiger Mobilität zu unterstreichen. "Die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, wirken lange nach", sagte Mitinitiatorin Lou Töllner. Eine Kaufprämie für Verbrenner sei daher eindeutig der falsche Weg. Die Jugendlichen riefen zudem Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) dazu auf, erste Schritte in Richtung einer autofreien Innenstadt zu gehen."

    Quelle: NDR.de https://www.ndr.de/nachrichten…anzen,klimaschutz304.html

    In ihrer heutigen Print-Ausgabe berichtet die HAZ, dass die Fahrrad-Demo um 16:30 Uhr auf dem Opernplatz beginnt und sich über den City-Ring bewegen wird. Die Polizei rät allen Verkehrsteilnehmer*innen, ebenfalls auf das Rad umzusteigen oder den ÖPNV zu benutzen.

    Ich habe zwar keine Hinweise darauf gefunden, aber ich vermute, dass eine der Demoauflagen sein wird, dass die Teilnehmer*innen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Bitte dran denken und zahlreich kommen!


    Als "Appetit-Anreger" zwei Demo-Plakate von zurückliegenden Demonstrationen:

  • In dem bereits weiter oben zitierten NDR-Beitrag ist ein Video zu sehen, ein Interview mit Claudia Kemfert. Sie ist eine deutsche Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie ist Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). https://de.wikipedia.org/wiki/Claudia_Kemfert

    In Minute 4:17 des Interviews lobt sie die breiten Fahrradstraßen, die auf Kosten des MIV unter anderem in New York und Mexiko City eröffnet wurden.

    Das DIW hat bereits 2009 die damalige Abwrackprämie kritisiert.

    Süddeutsche Zeitung, 7. Mai 2010, DIW-Chef zur Abwrackprämie

    "Das war ein Strohfeuer"

    Die Autobranche hat trotz Staatshilfe ihre eigentlichen Probleme nicht gelöst, sagt DIW-Chef Zimmermann - einer der größten Kritiker der Abwrackprämie.

    https://www.sueddeutsche.de/wi…r-ein-strohfeuer-1.174221

    Ebenso 2020:

    Handelsblatt vom 13.5.2020: Ökonomen lehnen Autokaufprämie ab

    Die Regierung sollte in einem Konjunkturpaket keine Extras für einzelne Branchen schaffen, fordern Wirtschaftsforscher. Sie sollten die Lage für alle Unternehmen verbessern.

    https://www.handelsblatt.com/p…-TkYd7ha5KhYnr9NlUFGv-ap4

    Auch in dem NDR Interview spricht sich Claudia Kemfert gegen die "Corona-Abwrackprämie" aus und zwar in Minute 8:10.

    Allerdings und das nehme ich ihr, bzw. dem NDR übel:

    Kemfert fordert statt der Abwrackprämie Investitionen in zukunftsfähige Technologien. Unter anderem nennt sie Elektromobilität. Und an dieser Stelle blendet der NDR ein Foto ein, dass ein Schild "Elektrotankstelle" zeigt.

    Siehe Minute 8:18. In einer Elektromobilität, die dem Klima und der Umwelt hilft, können KFZ jedoch nur für ganz wenige Anwendungszwecke in frage kommen, keinesfalls kann an der Massenmotorisierung festgehalten werden. Schon überhaupt gar nicht dann, wenn es eine Massenmotorisierung mit E-Autos ist, die immer größer, schwerer, und schneller gebaut werden und die immer mehr PS haben.

    Außerdem fordert Kemfert staatliche Investitionen in den Flugbetrieb mit dem Ziel klimafreundliche Treibstoffe zu fördern. So weit ich das erkennen kann und ich mich damit beschäftigt habe gibt es keine wirklich klimafreundlichen Treibstoffe für Flugzeuge.

    Elektromobilität in Form von Oberleitungsbussen, Straßenbahnen und anderen Fahrzeugen, die mit Strom aus einem Fahrdraht versorgt werden okay. Massenmotorisierung mit Elektroautos - Nein Danke!

    Sowas hilft nicht weiter (auf jeden Fall dann nicht, wenn es wieder ein Massenphänomen wird):


    So was dagegen schon:


    Heute, Freitag, 29.5.2020, 16:30 Uhr

    fridays for future Fahrraddemo

    ab Opernplatz Hannover

  • An der friday for future Fahrraddemo gegen die Abwrackprämie beteiligten sich laut NDR heute bis zu 1000 Demonstrierende. "Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, gab es keine Zwischenfälle. Die Protestler hätten sich auch im Sinne der Abstandsregeln vorbildlich verhalten, sagte der dortige Einsatzleiter. Nur der Autoverkehr sei durch den Korso erheblich beeinflusst worden." Hier der Link zum NDR-Beitrag, der auch einen kurzen Filmbeitrag enthält! https://www.ndr.de/nachrichten…aemie,klimaschutz304.html

    Und hier der Link zu einem Foto auf der Internetseite des Göttinger Tageblattes mit diesem Plakatmotiv:


    Abfckprämie

    stoppen


    https://www.goettinger-tagebla…fb5aa8_gallery_detail.jpg

    Und der Link zur einer Fotogalerie im Göttinger Tageblatt:

    https://www.goettinger-tagebla…-von-Fridays-for-Future/1

  • Dieses kleine Plakat auf dem Rücken einer Demo-Teilnehmerin bringt wohl recht zutreffend zum Ausdruck, was derzeit manche grübeln lässt. Es ist anscheinend gelungen, schnelle und teils auch drastische Maßnahmen zu ergreifen, die das Ausbreiten des Corona-Virus eingedämmt haben. Warum sollte es da nicht möglich sein, ebenso konsequent den CO2-Ausstoß zu reduzieren? Das fragen sich derzeit viele, nicht nur die Teilnehmer*innen an der Fahrraddemo am Freitag, 29.5.2020, in Hannover, wo dieses Bild entstand:

  • Dieses kleine Plakat auf dem Rücken einer Demo-Teilnehmerin bringt wohl recht zutreffend zum Ausdruck, was derzeit manche grübeln lässt. Es ist anscheinend gelungen, schnelle und teils auch drastische Maßnahmen zu ergreifen, die das Ausbreiten des Corona-Virus eingedämmt haben. Warum sollte es da nicht möglich sein, ebenso konsequent den CO2-Ausstoß zu reduzieren? Das fragen sich derzeit viele, nicht nur die Teilnehmer*innen an der Fahrraddemo am Freitag, 29.5.2020, in Hannover, wo dieses Bild entstand


    Weil die Leute, die darüber entscheiden jetzt an Corona sterben können, aber den Klimawandel (nicht den kleinen Anfang, den wir jetzt bereits haben) eh nicht mehr erleben werden?


    Oder leicht andere Theorie: Weil das eigentlich schlimme Virus Geld (schneller Profit) heißt und in den Köpfen der Menschen sitzt? Und Corona kann jetzt viel Geld vernichten aber den Klimawandel zu ignorieren kann jetzt schnellen Profit bringen. Die richtigen finanziellen Folgen haben ja spätere Generationen. Es ist leider im Moment noch so, das klimaschädliches Verhalten lukrativ ist, weil es wesentlich mehr Geld bringt, als jeder einzelne jetzt gerade dadurch verliert.

    Die Menschheit hat es geschafft zum Mond zu fliegen, ein weltumspannendes Datennetzwerk aufzubauen aber ist zu blöde einem simplen Virus keine Verbreitungswege zu geben?

    Einmal editiert, zuletzt von KleverRadfahrer ()

  • "IG-Metall-Chef Jörg Hofmann fand deutliche Worte: Dass die SPD sich im Koalitionsausschuss gegen eine Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotor ausgesprochen und mit Slogans wie „Kein Cent für Benziner und Diesel“ Stimmung gemacht habe, führe „zu einem massiven Vertrauensverlust der Beschäftigten der Autoindustrie und angrenzender Branchen gegenüber der Sozialdemokratie“, sagte der Gewerkschafter der „Augsburger Allgemeinen“. „Hier herrscht Enttäuschung, dass nicht industriepolitische Verantwortung, sondern die Demoskopie das Handeln der SPD-Spitze bestimmt hat.“"

    aus Handelsblatt vom 5.6.2020 https://www.handelsblatt.com/p…mit-der-spd/25889606.html

    Vielleicht sollte der IG-Metallchef mal auf die Leute an der Basis hören. Die demonstrieren nämlich mit, wenn fridays for future zur Fahrraddemo gegen die Abwrackprämie aufruft. Und die sind stinkesauer, über ihren Gewerkschaftschef, der sich einer Verkehrswende verweigert.

    Hier ein Bild von der Fahrraddemo gegen die Abwrackprämie am 29.5.2020 in Hannover mit einem Vertreter der IG-Metall, der die ganze Tour mitgefahren ist! Es ist nämlich keineswegs so, dass alle IG-Metaller so ein Brett vor'm Kopf haben wie ihr Chef Jörg Hofmann.

    Bei vielen Menschen an der Basis nicht nur der IG-Metall, sondern auch an der SPD-Basis herrscht nämlich eine ganz andere Enttäuschung, als die von Hofmann angenommene.

    Da herrscht Enttäuschung darüber, dass sich der niedersächsische SPD-Ministerpräsident für eine klimapolitisch völlig verantwortungslose "Abfckprämie" ins Zeug legte. Und es herrscht jetzt große Genugtuung, dass es zumindest nicht ganz so krass gekommen ist wie Söder, Kretschmann und Weil das gewollt hatten.


  • Die Wiesbadener Aktivist*innen für Fridays for Future haben am bis dahin heißesten Tag des Jahres, am Freitag, 31.7.2020, zur Kundgebung auf das Dernsche Gelände in Wiesbaden eingeladen.

    Und trotz des heißen Wetters und der Sommerferien sind viele gekommen.

    Unter anderem die "Radfahrerinnen pro City-Bahn". Denn in den Redebeiträgen bei der Kundgebung ging es unter anderem um den längst überfälligen Ausbau des ÖPNV.

    Der wurde in Wiesbaden, anders als in vielen anderen westdeutschen Städten nicht erst nach dem Krieg, empfindlich geschwächt durch den Abbau der Straßenbahn. Schon in den 30ern verschrottete Wiesbaden seine Straßenbahn. Was durchaus konform ging mit den Wünschen der braunen Machthaber, die sich ja als eine "moderne" Partei betrachteten und deshalb verkehrspolitisch sehr stark auf's Auto setzte. Und Wiesbaden war bekannt für seine braunen Umtriebe. Und selbst bei den letzten Kommunalwahlen in 2016 verzeichnete die AfD dort ein Ergebnis über 10%, während in vielen anderen hessischen Städten die AfD unter 10% blieb.

    Auf meiner Fahrt von Mainz nach Wiesbaden konnte ich auf der Biebricher Allee viele Protestplakate gegen den Bau der City-Bahn fotografieren. Befestigt an Zäunen im Villenformat, oft mit viel Stuck und riesigen Vorgärten.

    Häuser von Leuten also, bei denen man vermuten darf, dass sie auf einen guten ÖPNV nicht angewiesen sind. Die sich aber "gestört" fühlen in ihrer "Villenherrlichkeit", denn durch die Biebricher Straße soll die City-Bahn-Strecke führen.

    https://www.google.de/maps/@50…,35y,39.47t/data=!3m1!1e3

    Da tut das Fahrradplakat gut, mit dem sich Fahrradaktivisten für die City-Bahn stark machen:

  • Nachdem, was bisher bekannt ist, planen die "Fridays" eine Sitzdemo auf dem City-Ring. Der Cityring in Hannover ist eine zwei- bis dreispurig ausgebaute Innenstadtumfahrung, die sehr stark unter dem unsinnigen Arbeitsstätten- und Einkaufsstätten- und Freizeitstättenzubringerverkehr per Auto leidet.

    Auf ihrer Internetseite schreibt Fridays for Future: " Es ist für uns nicht möglich den Stand der Pandemie am 25.09. vorauszusagen. Wie wir in den vergangenen Monaten lernen mussten, kann sich das Infektionsgeschehen innerhalb weniger Tage drastisch verändern. Unsere Demoorganisation wird die Pandemie weiterhin beobachten und hat für verschiedene Szenarios einen Umgang damit entwickelt. Diese richten sich nach den Auflagen für die Schulen in Niedersachsen, den Geboten für den Aufenthalt im öffentlichen Raum sowie den Empfehlungen des RKI und weiterer Wissenschaftler.

    Die konkreten Maßnahmen werden in der Woche vor der Demo verkündet. Wir behalten uns vor auch am Tag vorher oder gar am Demotag selbst weitere Maßnahmen zu ergreifen, um die Gesundheit der Menschen zu schützen."

    https://cityring.fridaysforfuture-hannover.de/corona/

    Wie bereits auf den Plakaten erkennbar, ist beabsichtigt das Corona-Schutzmaßnahmenkonforme Demokonzept so durchzuführen, dass an den angegebenen Orten des City-Rings Sitzdemos stattfinden.

    Dort sollen kleine Sitzgruppen mit max. 4 Personen aus einer Familie zusammensitzen.

    Oder Sitzgruppen mit max. 2 Personen.

    Oder Einzelpersonen.

    Die Gruppen / Einzelpersonen halten während der Sitzdemo jeweils eine Sicherheitsabstand von mindestens 2 m nach allen Seiten zu den Nachbargruppen ein.

    Mehr Infos und mehrere Links:

    https://fridaysforfuture-hannover.de/

  • Besonders erfreulich und erwähnenswert ist das Engagement der Wiesbadener Fridays for Future Aktivisten für die Bürgerabstimmung über die City-Bahn, die heute stattfindet:

    Dieses Bodenplakat habe ich im Wiesbadener Hauptbahnhof fotografiert:


    Sehr gut gefallen hat mir auch dieses Plakat mit einem Straßenbahn-Motiv aus der Zeit des spanischen Bürgerkrieges. An der Fahrzeugvorderseite prangt das Emblem der spanischen anarchistischen Gewerkschaft, die besonders in Barcelona vehement gegen den Franco-Faschismus ankämpfte.

    Hier ein Link zu dem Foto, das m. E. als Vorbild für das Plakatmotiv diente:

    https://www.anarchismus.at/bil…-barcelona?tmpl=component

    Und hier das Plakat vom Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden (AKU):


    Man könnte es für etwas übertrieben halten, aber wenn man sieht mit welch harten Bandagen die Gegner der City-Bahn arbeiten, dann ist das AKU-Plakat nicht zu beanstanden.


    Siehe zum Beispiel diesen Bericht in Merkurist Wiesbaden:

    https://merkurist.de/wiesbaden…l-plakat-zur-citybahn_LO9

    Darin wird berichtet, dass die Citybahn-Gegner Schmähplakate gegen den Wiesbadener Verkehrsdezernenten aufhängten auf denen er als "Ideologe und Stauplaner" bezeichnet wird.

    https://merkurist.de/wiesbaden…kat-zur-citybahn_LO9?zoom

  • In Bielefeld verhinderten 2015 "besorgte Bürger" einen Stadtbahnausbau. Und leider haben auch in Wiesbaden die Blockierer einer Verkehrswende eine Mehrheit errungen, wie gerade aus der Auszählung ersichtlich ist.

    Dabei ist jedoch auffällig, dass in den Stadtteilen mit relativ geringem Autobestand deutliche Mehrheiten für die Citybahn zustande kamen.

    Hier der Artikel aus Bielefeld:

    https://www.nw.de/lokal/bielef…gen-Stadtbahnlinie-5.html

  • 2. Klimaschutz-Demonstration für Fahrradkultur in Limmer

    am 5.12.2020, Treffpunkt: Brunnenstraße

    Man könnte in einer von Corona-Themen dominierten Berichterstattung auf allen Kanälen glatt meinen, die Fridays for future Aktivist*innen hätten aufgegeben. Dem ist nicht so:

    Limmer ist ein Stadtteil von Hannover

    Hier die Veranstalter:


    Das Treffen ist um 14:30 Uhr in der Brunnenstraße, in der Nähe der gleichnamigen Stadtbahnhaltestelle der Linie 10.