E-Scooter rollen heran

  • Rudel-Rasen auf Elektro-Tretrollern mit lautem Geklingel:

    Das Rudolf-von-Bennigsen-Ufer am Maschsee ist eine beliebte Fahrradstrecke für Ausflugsradler*innen (und Fahrrad-Berufspendler*innen) und hat eine breiten Fahrradweg. Hier fand vergangenen Sonntag die Auftaktveranstaltung zum Stadtradeln statt mit zahlreichen Info-Ständen.

    Und ausgerechnet auf dieser beliebten Ausflug-Fahrradstrecke tobte sich eine wildgewordene Horde Jugendlicher beim Rudelfahren auf Elektro-Tretrollern aus.

    Jetzt bin ich ja selbst schon bei einigen Critical-Mass-Fahrten mitgefahren, auch bei organisierten Großgruppen-Fahrradausfahrten wie der Velo-City-Night. Aber das war auf der Fahrbahn und dabei ging es höchst gesittet zu. Was der durchweg männliche Nachwuchs hier auf dem Fahrradweg trieb, das war ein wildes "Rudel-Rasen" von rund 30 Akteuren (auf dem Foto ist nur ein Teil davon abgelichtet) mit dem maximalen Tempo, das der Elektro-Tretroller hergibt und mit lautem Geklingel und Gejohle, so dass alle anderen auf dem Fahrradweg zur Seite fuhren, um nicht mit der wilden Horde zu kollidieren.

    Kein schöner "Beitrag" zum Stadtradeln-Auftakt.

    Gibt es solches wildes "Rudel-Rasen" auf Elektro-Tretrollern auch in anderen Städten? Wer hat so was schon mal erlebt?

  • Wie rücksichtslos sind E-Scooter-Fahrer? Ein Check in Stade und Buxtehude

    Zitat

    Das ist dreifach verboten. Die beiden Mädchen fahren zu zweit auf einem Roller, sind auf der falschen Straßenseite als Geisterfahrerinnen unterwegs und benutzen den Fußweg statt des Radwegs.

    So ist die Stelle, die das Artikelbild zeigt, aktuell beschildert. :S

    Ich würde mal so sagen: Zwei der bemängelten Verstöße hat die fahrradfreundliche Hansestadt Stade selbst angeordnet.

  • joa, laut VZ ist der grau gepflasterte Teil Radweg? okeeee :/

    Zumindest in der Richtung. In der anderen Richtung ist alles beides.

    Man hat sogar aus der Richtung eine Umleitung für gewohnheitsmäßige Geisterfahrer eingerichtet, damit klar wird, dass man dort nur ausnahmsweise mal auf der richtigen Seite fahren soll.

    Und im Kreisverkehr davor findet man diese Fantasie-Beschilderung

    Sonst gibt es eine Benutzungspflicht in der Glückstädter Straße nur Richtung Süden, aber nicht nach Norden. Wenn das die Stader Verkehrsbehörde wüsste...

    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
    maps.app.goo.gl

    Der Grund für diese aktuelle kreative Verkehrsführung ist übrigens eine 10m lange Baustelle auf dem westlichen "Radweg" vor dem Haupteingang der BBS. Man könnte jetzt Radfahrer auf der Fahrbahn daran vorbeifahren lassen, oder man ordnet auf 550m Länge Geisterradeln an.

    Vielleicht ist das Geisterradeln aber auch nur angeordnet, damit man hier Platz für das temporäre Verkehrszeichen schaffen kann.

    Warum auch Fußgänger auf die andere Straßenseite wechseln sollen, weiß vermutlich nur die nobelpreisverdächtige Stader Verkehrsbehörde.

  • Immer mehr E-Scooter-Unfälle in Thüringen: Helmpflicht ja oder nein? (Mit Abstimmung)
    In Thüringen verunglücken immer mehr Menschen mit E-Scootern. Die Entwicklung sorgt für Kritik an fehlender Helmpflicht.
    www.otz.de
    Immer mehr E-Scooter-Unfälle in Thüringen: Helmpflicht ja oder nein? (Mit Abstimmung)
    In Thüringen verunglücken immer mehr Menschen mit E-Scootern. Die Entwicklung sorgt für Kritik an fehlender Helmpflicht.
    www.otz.de
    Zitat

    Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei in Thüringen 133 Unfälle mit E-Scootern. Dabei gab es einen Todesfall und 98 Verletzte

  • Ja, ist klar: Eine gefährliche und unzureichende Infrastruktur, auf die man am besten gleichzeitig Radfahrer-E-Scooter und Fußgänger zwingt und MoFas erlaubt. Alle fahren darauf, wie sie wollen und niemanden stört es, solange kein Auto deswegen bremsen muss.

    Und das Einzige, worüber man diskutiert, ist: "Helmpflicht" (hier fehlt wirklich seit Langem ein Facepalm-Smiley)

  • Ich halte es für eine Mischung aus Ignoranz, Inkompetenz und vollständiger Beratungsresistenz.

    Und das wird so bleiben, solange es keine persönlichen Konsequenzen zumindest für die Amtsleiter hat. Da müssten wir eben hinkommen. Die Gründerväter dieser Republik waren halt leider fälschlicherweise davon ausgegangen, dass sich Behörden(mitarbeiter) stets verfassungskonform verhalten und nicht - zum Teil vorsätzlich - dagegen verstoßen. Der Hauptgrund, warum es bis heute quasi keine effizienten Sanktionen gegen dieses Fehlverhalten gibt.

  • Was man hier vorfindet, ist mit einfacher Fahrlässigkeit nicht mehr zu erklären. Das ist grob fahrlässig oder Vorsatz. Die Stadt Stade hat unter anderem die RSA für unbeachtlich erklärt. Dabei haben sie selbst Urteile zitiert, die zeigen, dass die Missachtung zivilrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Wenn dadurch jemand stirbt, interessiert sich auch die Staatsanwaltschaft dafür.

  • Ich halte es für eine Mischung aus Ignoranz, Inkompetenz und vollständiger Beratungsresistenz.

    Klar, das wissen wir alle, Vorsatz. Frage doch einfach mal, warum bei ihnen nie solche Überschriften wie die genannten erscheinen. Paar Sätze Erläuterung dazu, damit sie sich nicht unwissend stellen können… und schon erfährst du, wo die Mischung aus Ignoranz, Inkompetenz und vollständiger Beratungsresistenz angesiedelt ist. Oder du erhälst die Möglichkeit, einen passenden Artikel zu veröffentlichen (der natürlich dennoch recht harmlos sein muß). Aber wahrscheinlich haste das schon paar mal versucht == dort sitzt die Mischung, in der Behörde sitzt der Vorsatz.

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.

  • Klar, das wissen wir alle, Vorsatz. Frage doch einfach mal, warum bei ihnen nie solche Überschriften wie die genannten erscheinen.

    Weil Lokaljournalismus stets auf Kontakte in die politische Landschaft und Verwaltung angewiesen ist? Da packst du nicht die vorwurfsvollen, zuweisenden Überschriften aus.

    das höchste der Gefühle sind dann vorgeschickte "Strohmänner": "Vorwurf der Untätigkeit - Bürger sagen ihre Meinung"

  • Klar, logisch. Das ist eine Frage der Verpackung. Verpackt: Warum liest man bei euch niemals, das etwas anderes die Ursache setzen könnte bzw. setzt. Nämlich x, y, z. Hier hier und hier.

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.