Obike startet in Hannover

  • Hallo timovic, schreibst du da von den oBikes, die in München ausgeliehen werden können? Ist das das selbe Modell wie in Hannover mit ebensolchen Rückleuchten wie auf dem Foto aus meinem vorigen Beitrag?Ich kann ja in gewisser Weise verstehen, dass die Fahrradverleihfirma keine breiten Rückstrahler anschraubt, denn aus eigener leidvoller Erfahrung weiß ich, dass diese scheinbar einen unwiderstehlichen Reiz bei Leuten auslösen, die gerne ein bisschen an Rädern rumrandalieren wollen. Aber der breite Rückstrahler ist nunmal vorgeschrieben. Und es wäre ein schlechter Dienst an den verantwortungsbewussten oBike-Kunden, von ihnen zu verlangen, dass sie auf eigene Rechnung die Beleuchtungsanlagen komplettieren. Grüße Ullie

    Ja, sind exakt identisch. Das Rücklicht oberhalb des Reflektors ist immerhin mit dem Zulassungszeichen ("Welle-K") versehen. Ob zurecht oder illegal weiß ich jedoch nicht.

  • Das Rücklicht ist in Frankreich (ECE-Prüfzeichen E2) zugelassen. Damit ist es nach §21a StVZO auch bei uns zugelassen.

    Vielen Dank für den Hinweis, Julius. Faustformel also "Z" = "E". Die kleine "2"steht für in Frankreich zugelassen. Dann nähert sich die rechtlich einwandfreie Minimalausstattung der Fahrrad-Rücklicht/-reflektoren ja wieder den früheren Beleuchtungsanlagen an, die man manchmal noch an Fahrrad-Oldtimern sieht:
    Rein äußerlich sieht das alte Fahrrad-Rücklicht ähnlich aus wie an einem oBike:
    Ich vermute mal technisch hat sich schon was gebessert und die heutigen Rücklichter strahlen auch nach seitwärts.

  • Auch die Reflektoren sind sicherlich leistungsfähiger. Die insgesamt geringe Fläche finde ich dennoch ungünstig.

    Das sehe ich auch so, die breiten Rückstrahler sind doch bestimmt besser zu sehen, oder sind die neueren kleineren Rückstrahler wirklich genau so effektiv?


    Worauf ich auch gespannt bin: Wie werden wohl die oBikes in zwei drei Jahren aussehen? Wo werden sie Rost ansetzen? Der Gedanke kam mir so, als ich diese Woche bei Neuschnee in der Stadt dieses Foto vor der Clemenskirche machte:


    Bei der Gelegenheit, weil das Bild so schön passt: Frohe Weihnachten allerseits! Maria und Josef wären heutzutage bestimmt mit dem Fahrrad unterwegs!

  • Das sehe ich auch so, die breiten Rückstrahler sind doch bestimmt besser zu sehen, oder sind die neueren kleineren Rückstrahler wirklich genau so effektiv?

    Selbst wenn neuere Reflektoren auf geringerer Fläche die gleiche Lichtmenge zurückwürfen, wäre die Wirkung nicht dieselbe.
    Um ein Objekt auch als solches wahrzunehmen, sollte es für das menschliche Auge auch eine endliche Ausdehnung haben und nicht nur einem Lichtpunkt entsprechen. Deswegen sollen Rücklichter und Reflektoren nicht so klein und hell wie möglich sein, sondern besser ca. 10 cm breit und ausreichend hell.

  • Zwei aktuelle Berichte aus der HAZ über die O-Bikes will ich hier kurz verlinken: „Es fährt sich wie ein Kinderrad“ HAZ vom 88.1.18

    Die Überschrift ist zwar ein bisschen negativ, aber die Berichterstattrung selbst eher positiv: "Sie (eine Nutzerin) wie auch andere Nutzer loben das einfache System, bei dem Kunden die Räder schnell per App finden und entsperren können. Auch der Preis – ein Euro für 30 Minuten – wird als akzeptabel bezeichnet. „Der Preis ist in Ordnung, es gibt sehr häufig Aktionen, wo man gar nichts zahlen muss und kostenfrei fahren kann“, meint Per-Ole Wendt aus der Südstadt."

    http://www.haz.de/Hannover/Aus…gen-mit-Obike-in-Hannover

    Die Fotogalerie zum Artikel mit 9 Bildern, die zeigen, wie sich inzwischen die Räder in der Stadt ausgebreitet haben, gibts hier: http://www.haz.de/Mehr/Bilder/…n-mit-Obikes#n27707621-p1


    Und ein HAZ-Artikel von Dezember, in dem sich Stadtbaurat Bodemann postiv über das oBike-Verleihsystem äußert und in dem er begründet, warum die Stadt auf ein stadteigenes Fahrrad-Verleihsystem verzichtet: "Stadt hält sich mit eigenem Fahrradverleih zurück", http://www.haz.de/Hannover/Aus…radverleihsystem-aufbauen


    Diese oBikes hab' ich übrigens zum Jahreswechsel in Frankfurt auf dem Bahnhofsvorplatz bei einer kleinen Umstiegspause fotografiert. In Frankfurt ist offensichtlich noch mindestens ein weiterer Mitbewerber am Start, wie man an den Rädern im Hintergrund sieht:




  • Ja, habe ich auch bereits gelesen. Schade, wenn die Räder tatsächlich dermaßen unterirdisch sind.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Lischen-Radieschen und ich haben am Karfreitag die Dinger mal besichtig und, puh, das ist schon echt ein Haufen Schrott. Dieses Exemplar haben wir vor dem Hauptbahnhof gesehen.


    Erste Probe: Einmal anheben. Sauschwer. Keine Ahnung: 20 Kilogramm? Oder schon 25? Das Ding muss man erstmal auf Touren bringen, dann muss dieser Koloss wieder abgebremst werden. Allein vom Kampfgewicht könnte er es womöglich mit einem Lastkraftwagen aufnehmen.


    Dann diese komischen Schutzbleche. Das vordere hält Schmutz davon ab direkt an die Hose zu spritzen, das passt noch so einigermaßen, und das hintere? Das schützt weder den eigenen Bürzel noch das Gesicht des nachfolgenden Radlings.


    Dann der Sattel: Schnellspanner kaputt. Und diese Neigung: Will ich nach zehn Metern impotent werden? Bremse? Die Hinterradbremse ließ sich nicht testen, das Hinterrad war schließlich abgeschlossen, die Vorderradbremse bremst… nicht.


    Und die Beleuchtung? Keine Ahnung, wahrscheinlich auch kaputt.



    Ich kann schon verstehen, warum die Leute die Teile in den Baum hängen. Viel mehr kann man damit ja nicht anfangen.

  • Ich hab die o-bike-Räder bislang noch nicht ausprobiert, aber euer Sitztest hat mich veranlasst, dass auch mal "auszusitzen". Bei mir klappte es mit dem Schnellspanner die richtige Sitzhöhe einzustellen. Für Zweimeter-Menschen mit langen Beinen dürfte es allerdings knapp werden. Allerdings stellt sich da auch die Frage was technisch machbar ist, schließlich gibt es auch Menschen mit kurzen Beinen. Und möglicherweise haben die o-bike-Verleiher auch an Familienausflügen mit Kindern gedacht? Stange maximqal rein und maximal raus, da gibt es sicher bauarttechnisch bedingte Grenzen in beider Richtungen. Das würde ich jetzt mal nicht überbewerten.

    Bremse vorne? Na ja. Die Gefahr unfreiwillig über den Lenker abzusteigen ist wohl nicht gegeben (Um das mal positiv zu formulieren). Eine merkbare Verzögerungswirkung gibt es, aber das habe ich nicht in Fahrt ausprobiert. Und an den Einstellungen rumfuzmmeln, das wollte ich dann doch lieber nicht ausprobieren, obwohl es so aussah. als sei da was möglich. Übrigens auch bei der Sattelneigung, aber in beiden Fällen wohl nur mit Werkzeug (vermutlich dürfte Standard-Werkzeug ausreichen).

    Die vielen Kilo auf Fahrt zu bringen ist vermutlich kraftaufwendig, aber immerhin gibt es in Hannover kaum Berge.