Beiträge von Th(oma)s

    In der Gertigstraße findet kein Gehwegradeln statt. Vielmehr steht dort ein Angebotsradweg zur Verfügung, der allerdings viel zu schmal ist, um konfliktfrei mit dem Fußverkehr gut und schnell Fahrrad fahren zu können.

    Bei einem so schmalen Radweg findet unweigerlich Gehwegradeln statt, ebenso wie Radweglaufen. Beides nicht unbedingt als dauerhaft und bewusst durchgezogene Flächenwahl, aber das Kriterium "Vorsatz" muss für einen Regelverstoß nicht erfüllt sein.

    Auch das zeitweise Überstreichen der Gehwegfläche beim Schwanken oder um mehr Abstand zu links stehenden Längsparkern zu haben, das Ausweichen auf die Gehwegfläche zum (Rechts-?)Überholen oder das nach-links-Ausweichen auf die Gehwegfläche durch Geisterradler bei Gegenverkehr ist "Gehwegradeln".

    Der Überholabstand von 1,5m gilt meiner Meinung nach von der Spitze der Poolnudel oder des Abstandshalters an.

    Der Abstand gilt zur mittleren Fahrlinie bzw zur linken Fahrzeugkante bei mittlerer Fahrlinie.

    Wenn der Abstand sich einfach mit dem schwankenden Fahrzeug nach links verlagern würde, wäre nirgendwo mehr legales Überholen möglich, weil man damit vom Überholer verlangen würde, dass er hellsehen kann. Und wenn er es könnte, wären paradoxerweise auch gleich schon keine Zwangsabstände mehr erforderlich, weil der Überholer keine Reserve für Unvorhergesehene Linksschwenks mehr einkalkulieren müsste.

    Wofür der Überholabstand *nicht* gedacht ist/sein kann: dass ein Radfahrer jederzeit wie ein angetippter Bauklotz auf seine linke Schulter kippen können sollen müsste, ohne dass ein KFZ-Überholer ihn dabei berührt. Das ist aus physikalischen Gründen blanker Unsinn.

    Im konkreten Fall (Bild aus dem von Malte verlinkten Artikel aus der Wiener Tageszeitung) Standard handelt es sich offensichtlich um eine Fahrraddemonstration und die Poolnudeln dienen als Transpi-Halter. Forderung: Radweg jetzt!

    Schön, dass das, wofür diese Nudel-Wackelei eigentlich werben soll, mal in aller Offenheit kommuniziert wurde. Diese Leute pfeifen auf größere Abstände. Sie wollen bloß ihre Reservate - gerne auch mit weniger Nettoabstand, Hauptsache „mein Schatttttssss, gollum.“

    Schonmal jemand ohne anzuecken mit einer seitlich 1,5 m überhängenden Poolnudel irgendwelche Radwege benutzt? :evil:

    Wenn der Bericht richtig ist, wollte die Radfahrerin hier auf der Fahrbahn links abbiegen und wurde von hinten von einem Auto erfasst.

    Hier beginnt linksseitig ein [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10][Zusatzzeichen 1000-31] , in die Gegenrichtung einfacher [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] .

    Natürlich Wasser auf die Mühlen der "Fahrbahn = gefährlich" - Fraktion.

    Alles ist Wasser auf deren Mühlen. Selbst mit dem Fakt, dass schwere Unfälle im Längsverkehr extrem seltene Ereignisse sind, kann man die nicht überzeugen → "da fahren ja auch nur die Mutigen" (als ob Traumtänzer, die Radfahrer von hinten abräumen, vorher überlegen würden, ob das Objekt, das sie da gleich übersehen werden, Mut hat oder ein Feigling ist...).

    Jede Wette: Die Subventionen für die tägliche Bewegung von Millionen leeren Beifahrersitzen auf Deutschlands Straßen werden auch weiterhin Bestand haben. Hat schon mal jemand ausgerechnet, wie lange ein Fußgänger täglich unterwegs sein müsste, damit die Pendlerpauschale für ihn überhaupt greift? 7 Stunden, 8 Stunden zu Fuß?

    Das geniale für den Fußgänger: er ist der Einzige, der über die Steuer wirklich Plus machen kann, weil nämlich durch den Arbeitnehmerfreibetrag die Auswirkung der Pendlerpauschale für die ersten 16 Entfernungs-km bis zur Arbeit gekappt ist (Voraussetzung: Standardarbeitnehmer ohne nennenswerte weitere Werbungskosten). Wer nicht pendelt, weil er nur paar Meter Fußweg hat, kann trotzdem die vollen 1.000€ Arbeitnehmerfreibetrag absetzen, obwohl er nicht einen Cent Werbungskosten fürs Pendeln ausgegeben hat. Macht je nach Grenzsteuersatz ungefähr 300-400€ Bonus bar auf die Hand als Belohnung fürs umweltfreundliche Gar-nicht-Pendeln.

    Und ich hab den Tod verdient, keiner hat Mitleid mit mir.

    Wusstest du das noch nicht? :evil:

    Die vier springenden Punkte zu deiner Beruhigung sind:

    • erstens, dass wir die Auswirkung von Geschwindigkeitsübertretungen und Ablenkung speziell auf Radfahrer maßlos überschätzen
    • zweitens, dass wir die Auswirkung von Geschwindigkeitsübertretungen und Ablenkung speziell auf fahrbahnfahrende Radfahrer maßlos überschätzen
    • drittens, dass wir die Auswirkung von Geschwindigkeitsübertretungen und Ablenkung speziell auf fahrbahnfahrende Radfahrer, die die Radwegebenutzungspflicht missachten, maßlos überschätzen
    • und viertens, dass wir die Auswirkung von Geschwindigkeitsübertretungen und Ablenkung speziell auf radwegnutzende Radfahrer maßlos *unter*schätzen.

    Beide Räder sahen nicht aus, als ob die unbeleuchtet durch die Gegend bzw. auf einer Bundes-/Landstraße unterwegs waren. ?(

    Im ersten Fall hat das Rennrad an der Sattelstütze ein ambulantes Mini-Rücklicht montiert. K.A., wie hell das ist und ob es auch an war.

    Im zweiten Fall handelt es sich um ein Cube e-MTB, offenbar nachgrüstet mit Straßenasstattung. Der Frontscheinwerfer ist noch vorhanden, ein Rücklicht zwar nicht zu erkennen, angesichts der Schäden am Heck kann es aber sehr gut auch abgefallen sein. Das Rad hatte zudem ein paar Gepäcktaschen montiert, die womöglich zusätzliche Reflektoren besaßen. Die von der Unfallaufnahme markierten (Brems-)Spuren des rechten Autoreifens befinden sich ca. 1m vom rechten Rand, der Einschlag in die Windschutzscheibe erfolgte links rechten Frontscheinwerfer des Autos. Der Reifenaufstandspunkt muss also beim Crash ca. 1,5m von der rechten Fahrbahnbegrenzung entfernt gewesen sein. Sicher nicht illegal, aber auch eher ungewöhnlich auf der Landstraße. Auffällig ist, dass es offenbar einen als Radverbindung beschilderten straßenbegleitenden (Wald-)Weg wenige Meter links der Straße gibt, der genau auf Höhe des Unfallortes eine Auffahrt zur Straße besitzt. Es ist nicht unplausibel, dass der Radfahrer gerade im Begriff war, auf diesen Weg einzubiegen.

    "Eine Querungshilfe mit einer "Warteinsel" in der Mitte der Fahrbahn wäre für [Olchings Polizeipressesprecher] das "Optimum" :) ja klar... wir warten gerne

    Die Unterstellung, durch einen Unfall sei die besondere Gefährlichkeit einer Straßenstelle nachgewiesen, gleicht der Erwartung, am kommenden Samstag würden wegen der Kombination von der letzten Ausspielung beim Lotto mit erhöhter Wahrscheinlichkeit wieder die selben Zahlen gezogen werden. Das ist aber Abgerglaube bzw. statistischer Unsinn. Es wird nicht an dieser besonderen Stelle zu schnell gefahren, sondern überall gleichmäßig. Also entweder, Tempo überall was runter, oder gar nix machen. So aber sind spezifische Maßnahmen bloß irrationaler Aktivismus.

    Nee, Bauern und Kartoffeln ...

    Apropos Bauern: die haben ja immer was zu klagen: im ersten Jahr ist es viel zu trocken. Im zweiten Jahr ist es viel zu nass. Und im dritten Jahr? Da hat Mercedes immer diese fuuurchtbaren Lieferzeiten. :evil:

    Zurück on topic: das korrekte Sprichwort für die Verkehrsmittelwahl lautet natürlich "was Hänschen (als Student) nicht lernt, lernt Hans (als Berufspendler etc.) nimmermehr.

    https://taz.de/Anne-Hidalgo-u…Paris/!5826592/

    „Im Zentrum der einstigen Autostadt“

    Hüstel. Paris war noch nie eine „Autostadt“. Der Modalsplit des MIV dümpelte auch vor 20 Jahren schon bei nur 10%. Folgerichtig sind die Radfahrer, die neuerdings stolz im Netz rumgezeigt werden, auch keine ehemaligen Autofahrer, sondern beräderte Exfußgänger und Exmetrofahrgäste. Die Vertreibung des ruhenden Autoverkehrs ist demnach auch eher Konsequenz als Ursache des Umstandes, dass Paris keine Autostadt ist/war.

    Abgesehen davon bleibt abzuwarten, ob die Fahrradbegeisterung die Nach-Pandemie-Zeiten überstehen wird, und ob sie bis in die Banlieus hinaus tragfähig sein wird. Das Quartier um Louvre und Champs Elysées noch weiter in ein Freilichtmuseum für Touristen zu verwandeln, war das eine…

    Interessant wird die Frage, ob es irgendwann ein Verbot von Fahrzeugen gibt, die zu sehr von Fahrzeugen aus der "Musterdatenbank" abweichen (im Spezialradbereich tummelt sich da ja einiges), weil diese nicht als Verkehrsteilnehmer erkannt werden, sich aber trotzdem bewegen und daher eine "Gefahr" für den autonomen Betrieb darstellen ...

    Das Problem an Radfahrern und Fußgängern ist die stets drohende Möglichkeit der spontanen Fahrbahnquerung außerhalb von dafür vorgesehenen Stellen. Hätten autonome Fahrzeuge dagegen Probleme mit Zweirädern im Längsverkehr, wären sie gar nicht erst verkehrsfähig, da nicht Motorrad-kompatibel (über Probleme mit Motorrädern war noch nie was zu lesen, und Motorradverbote zugunsten autonomer Autos werden auch nirgendwo in Betracht gezogen).

    Ich stimme dir zu: Die Datenbasis ist in der Tat zu gering - ein Grund mehr, nicht eine Unsicherheit dieser Systeme suggerieren zu wollen, wie du es in deinem Beitrag tust.

    Es geht mir um die IMO noch ausstehende Antwort auf die Frage "wirkt das Zeug wie versprochen?". Das ist erstmal noch nicht gleichzusetzen mit "das Zeug wirkt kontraprodutkiv und erhöht das Risiko." Selbst die Nullwirkung wäre allerdings eine absolute Katastrophe, weil die Einführung der Assistenten ja alles andere als kostenlos ist.

    Der Assistent kostet zwar im Einzelfall nicht soooo arg viel, aber die gerne gebrauchte Argumentation "was sind schon 1.000 Euro gegen ein Menschenleben" ist eine unredliche Milchmädchenrechnung. Da man nicht vorher weiß, wer den nächsten Unfall verursachen wird, muss man schon den gesamten Bestandsfuhrpark und alle Neufahrzeuge nachrüsten, um die 20-30 Todesfälle p.a. zu verhindern. Am Ende macht die Masse der nachzurüstenden Fahrzeuge, dass wir angesichts der knapp 2 Millionen nachzurüstender deutscher Schwer-LKW über rund 2 Milliarden Euro allein für den Bestandsfuhrpark sprechen.

    Geld kann man erstens nur einmal ausgeben (so dass es dann womöglich woanders fehlt, wo es nützlicher wäre), und zweitens wird die Ausrüstung über Steuer-finanzierte Zuschüsse und Endverbraucherpreise (auch) auf mich umgelegt werden. Ist es da verwunderlich, dass ich möchte, dass mein Geld nicht einfach sinnlos verbrannt wird?

    Ein NDR-Beitrag vom 17.11.21: Was dürfen Radfahrer - und was müssen sie?

    Wer hat recht im Straßenverkehr? Die wichtigsten Regeln für Radfahrer, die auch Autofahrer kennen sollten. Ein Überblick.

    Das Problem bei Regelübertretungen ist ja eigentlich nicht Regelunkenntnis, sondern schlicht und ergreifend der Unwille (auf allen Seiten), sich um die durchaus bekannten Grundregeln zu scheren. Im Kern geht es beim vorliegenden Beitrag also wie immer einfach nur um die große Kernfrage "Wer darf im Konflikt um seinen Anteil an der gemeinsamen Straßenfläche von wem zu Recht genervt sein und kann deshalb zu Recht die Interessen des Anderen ignorieren bzw. ihn gar durch Belästigung oder Gefährdung per Revanchefoul maßregeln?". Und weil die Antwort auf die zweite Teilfrage wie immer "Niemand!" lautet, sind solche als "Aufklärung" daherkommende Zündeleien einfach nur kontraproduktiv.

    Warum erinnert mich diese "Logik" nur hieran: "Ich weiß jetzt schon von drei Covid 19-Erkrankten mit allesamt schweren Verläufen, wo irgendein Impfstoff im Spiel war ..."

    Warte, bis ich die Frage aufwerfe, ab die Opfer an oder mit Abbiegeassistenten starben. :evil:

    Im Ernst: wie ist wohl momentan die Verbreitungsquote der Abbiegeassistenten? Sind ernsthaft schon deutlich mehr als 20% der LKW damit ausgerüstet?

    Aber es ist etwas dran. Auf der Karte des ADFC sind die beiden Radfahrer die Ziffern 4 und 10. Das sind sogar verschiedene Kreuzungen.

    Man müsste konsequenterweise die gesamte Greifswalder Straße/B2 für alles über 7,5t sperren. In meiner "radunfaelle"-Karte kannst du den Straßenzug selbst bei ausgeblendeter Underlay-Karte recht gut nachverfolgen (Marken 21-047 bis 19-043; Sterne = LKW als Gegner; der aktuelle Unfall wird noch nicht angezeigt, da die Karte nur jeweils am Monatsende aktualisiert wird).

    Fahr hin und schau es dir vor Ort an.

    Witzbold.

    Anstatt meiner eigenen Formulierung ein Zitat aus einem Beitrag eines Berliners im Tagesspiegel-Forum.


    Die drei tödlichen Unfälle haben relativ wenig miteinander zu tun, der erste Unfall war ein klassischer Abbiegunfall bei vorhandenem Radweg. Der zweite Unfall mit dem Motorrad fand gut 100 Meter hinter der Kreuzung statt und war durch den Fussgänger, der vor die BMW gelaufen war, verursacht worden, das hat absolut nichts mit der Kreuzung zu tun. Und beim letzten Unfall sollte man erstmal auf die Auswertung warten.

    Ergänzung, da auch beim TS-Forum mehrfach die Forderung nach verpflichtendem Einbau von Abbiegeassistenten erhoben wird. Am 3. Dezember starb ein 17-jähriger Radfahrer bei einem LKW-Rechtsabbieger-Unfall in Alfeld. Heute berichtet der NDR, dass der LKW mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet war. Das ist AFAICS bereits der dritte Rechtsabbiegertote (von bislang 18 solcher Fälle ingesamt) in diesem Jahr, wo irgendeine Form von elektronischer Abbiegehilfe im Spiel war...

    Sehr selten lasse ich mich zu emotionalen Antworten hinreißen, aber hier kann ich nicht anders: diesen Quatsch angesichts eines durch Infrastruktur mitverursachten tragischen Unfalls zu schreiben finde ich zum Kotzen. Die geistige Haltung, die man haben muss, um so eine Scheiße abzusondern, finde ich nur noch armselig.

    Welche Infrastruktur hat denn den Tod des fahrbahnquerenden Joggers (mit)verursacht?