Beiträge von Malte

    Na gut, dann fahre ich halt anders, vielleicht mit dem ICE bis Karlsruhe, Stuttgart, Mannheim und von dort irgendwie mit der S-Bahn? Ne, auch gar keine Chance, alle Fahrradstellplätze in den ICEs sind längst ausgebucht.

    Ich hatte noch gar nicht die Zeit gefunden zu erwähnen, dass sich doch noch eine Option aufgetan hat, mit dem Rad nach Heilbronn zu kommen. Rückweg, naja, hätte ich mal gucken müssen.

    Das brachte die Bahn natürlich in, hahaha, Zugzwang.

    Weil ich jetzt aber so clever war, meine Verbindung inklusive des Regionalverkehrs zu reservieren, ist ja jetzt erfahrungsgemäß auch meine Reservierung in den vorangehenden ICEs wieder storniert wurden. Da ist jetzt jedenfalls wieder für einen Moment ein Platz frei gewesen.

    Manchmal kann man sich das auch gar nicht anders erklären als dass die einen verarschen wollen.

    Oder Du lässt es samt Tasche auf den SEV ankommen. Der brettert über die Autobahn - und ein gewisser Mensch aus Hannover kann bestimmt erläutern, wie schnell so ein Bus fahren darf, falls nicht alle sitzen. Ergo: so voll, dass Deine Tasche mit Rad nicht mehr reinpasst, kann der gar nicht sein, wenn er nicht riskieren will, mit 60 zu schleichen ...

    Es gab unlängst mal eine Fahrt mit dem Busersatzverkehr von Neumünster nach Rendsburg, bei dem der Busfahrer die Fahrgäste per Lautsprecher informiert hat, dass er leider nicht schneller fahren kann, weil der feine Herr mit dem Faltrad zugestiegen wäre und im Türraum stünde. Sitzplätze waren halt alle belegt :/

    Aber: Die Erfahrung zeigt ja beispielsweise mit dem planmäßigen Ersatzverkehr von Hamburg nach Neumünster, der im Moment angeboten wird, dass man die Busse dermaßen vollprügelt, solange die Tür noch schließt. Dass das in der Theorie nicht geht, wissen wir natürlich auch alle hier im Forum.

    Und mit der Fahrradtasche habe ich ja auch schon recht ungünstige Erfahrungen gemacht, weil das Rad gerade eben so dort reinpasst, ich aber die Schaltung verbiege.

    Was also sind die Alternativen? Du hast das Ticket ja bis Heilbronn gelöst, sonst wäre die Meldung nicht gekommen.

    Nein, das ist bei mir ja komplizierter. Ich habe tatsächlich eine Sitzplatzreservierung von Lüneburg über Würzburg bis Heilbronn gebucht, wobei ich im RegionalExpress zwischen Würzburg und Heilbronn natürlich keinen Sitzplatz habe, aber dennoch die Reservierung bis Heilbronn ausgestellt ist.

    Die Reservierung für mein Fahrrad wurde mir damals im Reisezentrum leider nur bis Würzburg ausgestellt, weil ich für den folgenden Nahverkehr keine Reservierung brauche und mit meiner BahnCard 100 dank der inkludierten Fahrradmitnahme auch keine Fahrradkarte. So kam das Reisezentrum aus dem Schulterzucken auch gar nicht mehr raus, denn ich kann ja mein Fahrrad von Lüneburg bis Würzburg mitnehmen und in der Gegenrichtung auch wieder zurück. Was ich danach mit meinem Fahrrad mache, interessiert die Bahn nicht.

    Es gibt auch keine anderen freien Stellplätze mehr, weder von Hamburg oder Lüneburg nach Mannheim oder Stuttgart oder Frankfurt. Da geht gar nichts mehr. In der Praxis wird natürlich irgendwo was frei sein, aber das ist ja keine gute Basis, um eine Bahnreise mit dem Rad anzutreten

    Wahrscheinlich schreibt man dann noch in das interne Rückmeldesystem der Bahn: Fahrgast kann seine Fahrt wie geplant antreten, Fahrgast ist zufrieden.

    Andererseits scheint es ja so zu sein, dass Du immer der eine unter Dutzenden oder Hunderten bist, bei dem das Personal sich stur stellt oder völlig durchdreht.

    Naja, schau. Gestern ging’s nach Schwerin mit dem Rad. Weil zwei dicke Brummer neben mir parkten, hing ich mein Fahrrad am Hinterrad ein, weil’s anders gar nicht passte:

    In Bergedorf stiegen dann erneut zwei fette Räder ein, deren Reifen kaum in die Halterungen passten und die Lenker fast nicht unter die Gepäckablage, also parkte ich mein Fahrrad auf Platz 101 und zwar wieder falsch herum.

    Dafür gab es ernsthaft eine Ansprache vom Zugpersonal, dass ich das Rad aufgrund der Verletzungsgefahr nur mit dem Vorderrad einhängen dürfte. Sonst könnte das Rad nämlich schwenken und jemanden verletzen.

    Ich sehe ja durchaus den Punkt, dass das Rad instabiler steht, aber dann soll das Personal eben die fetten Räder rausschmeißen oder von vornherein die Mitnahme von Fahrradlenkern breiter als 60 cm und Reifen breiter 3 cm unterbinden. Aber den Anschiss bekomme ich und dann krieg ich auch gerade so noch nachverhandelt, dass ich meine Fahrt in Schwerin abbreche, statt bis Rostock zu fahren, und wir dafür nicht mit drei Leuten versuchen, ein dreitausend Euro teures Rennrad irgendwie noch dazwischen zu prügeln.

    Dass ich dann mit meiner BahnCard 100 lediglich eine Reservierung und keine Fahrkarte für das Rad vorwies, brachte das Fass dann noch ein weiteres Mal zum überlaufen.

    An- und Abreise mit der Bahn sind bekanntlich der aufregenste Teil am Radrennen und darum hat mir die Bahn heute morgen um 2 Uhr mitgeteilt, dass sowohl die An- als auch die Abreise mit der Bahn leider nicht stattfinden werden.

    Nun dachte ich heute, oh, in zwei Wochen geht’s ja schon zur Cycling Tour nach Heilbronn, was macht denn eigentlich meine Bahnverbindung und kein Witz: Genau. In. Diesem. Moment. Ploppte eine Mail von der Bahn auf: Ach, übrigens, ihre Reise wird nicht stattfinden, aber probier’s doch mal mit dieser Alternative, tschö!

    Ich wollte mit dem ICE 783 von Lüneburg nach Würzburg, dann mit dem RE 8 nach Heilbronn. Das fand ich sowieso schon aufregend, denn im schönsten Hochsommer das Rad im Regionalverkehr mitnehmen in Richtung eines Ortes, der gerade ein größeres Radrennen beherbergt, das verspricht Spaß und Spannung. Nun fährt aber der RE 8 nur von Würzburg bis Lauda, dort soll ich in einen Bus umsteigen, der gar keine Fahrräder mitnimmt. Von Lauda bis Heilbronn sind’s 86 km, also durchaus machbar mit dem Rad, aber auf dem Rückweg nach einem 100 km langen Radrennen einfach dumm.

    Na gut, dann fahre ich halt anders, vielleicht mit dem ICE bis Karlsruhe, Stuttgart, Mannheim und von dort irgendwie mit der S-Bahn? Ne, auch gar keine Chance, alle Fahrradstellplätze in den ICEs sind längst ausgebucht.

    Tja. Nun fahre ich entweder mit dem Auto hin, schön sieben Stunden Fahrtzeit pro Richtung stumpf am Lenkrad klemmen, oder ich nehme halt nicht teil. Beides maximal dumm.

    Aber vorher gehe ich noch mal ins Reisezentrum. Die dortigen Leute können zwar auch nichts dafür und mir sowieso nicht helfen, aber wenigstens will ich mal gucken, ob sich ein paar Bonuspunkte als Trost herausholen lassen.

    Rad im neuen ComfortJet

    Gestern sollte es eigentlich mit dem Zug von Hamburg nach Dresden zum SZ-Fahrradfest gehen, das glücklicherweise wegen Hitze abgesagt wurde. So kam ich dann auch nicht in die Verlegenheit, in diesen Zug zu steigen:

    https://www.maz-online.de/lokales/prignitz/karstaedt/zug-bleibt-in-der-prignitz-liegen-600-passagiere-stranden-in-karstaedt-sporthalle-als-notunterkunft-LDF77DAVE5HLVKIGXYB2UTILLQ.html

    Der Navigator informierte mich trotzdem ungefragt über den Fahrtverlauf, dass der Zug aus Kopenhagen verspätet in Altona ankam, noch später losfuhr, zwei Stunden am Hamburger Hauptbahnhof wegen einer Weichenstörung herumstand und dann offensichtlich irgendwo zwischen Hamburg und Berlin in Schwierigkeiten geraten war. Zwischenzeitlich hieß es noch, ich solle um 2 Uhr morgens in Dresden ankommen, was mit der anvisierten Startzeit beim Fahrradfest um 7 Uhr schon … eine gewisse Herausforderung hinsichtlich des Schlafpensums geworden wäre.

    Abgesehen davon hätte ich eventuell das Fahrrad gar nicht entladen dürfen auf offener Strecke und hätte das teure Rennrad irgendwo beim Fundbureau in Berlin abholen dürfen. Als ich mal in einem ICE wegen eines Personenschadens auf offener Strecke aussteigen musste, blieben die drei Fahrräder jedenfalls im Zug zurück.

    tschechischen

    Ah, ne. Dort bin ich schon in die Verlegenheit geraten, mein Rad im neuen ComfortJet zu transportieren. Der Zug bietet zehn Fahrradstellplätze, von denen sechs vertikale Vorrichtungen zum Einhängen des Fahrrades sind (71, 72, 73, 81, 82, 83) und vier nebenan mit einem Gurt stehend befestigt werden (84 bis 88).

    Das sieht dann so aus, es gibt sogar wie in den alten Wagen das Problem, dass ein Rad direkt vor der Tür hängt, so dass alle genervt das Rad wegschieben müssen und der Fresswagen auch noch durchpassen muss. Auf den Fotos ist das Rad rechts neben der Tür auch schon unten aus der Halterung gerutscht, weil die Leute ständig daran herumgerissen haben.

    Bei den Plätzen 72, 81 und 83 macht man sich ein Fahrrad mit Scheibenbremsen und Kettenschaltung kaputt: Die Klappsitze links und rechts der Halterung sind so eng angeschraubt, dass beim Beschleunigen und Bremsen des Zuges zwangsläufig bei meinem Fahrrad mit großem Rahmen die Unterseite des Klappsitzes entweder gegen das Schaltwerk oder gegen die Scheibe der Bremse drückt:

    Bei den anderen Halterungen ist immerhin noch genug Platz:

    Und natürlich gibt es auch Fahrgäste, die das nicht so sehr stört wie mich, aber angesichts der schlechten Erfahrungen, die ich in den letzten 17 Jahren mit der Fahrradmitnahme in der Bahn gesammelt habe, mangelt es mir wirklich an der Lust, während einer mehrstündigen Zugfahrt am Schaltwerk herumdrücken zu lassen. Und ob die Bremsscheibe, die ja eigentlich recht stabil sein sollte, das so geil findet, möchte ich auch mal in Frage stellen:

    Nächsten Sonnabend fahre ich, sofern es denn funktioniert, mit diesem Zug von Lüneburg nach Berlin und habe den Stellplatz direkt neben der Tür. Mal gucken, ob der frei sein wird oder ob jemand anderes dort sein Fahrrad eingehängt hat, der am Ziel vielleicht mit dem Rad auch weiter fahren möchte als nur in die nächste Werkstatt.

    Wie sieht das denn eigentlich rechtlich aus, wenn ich einen Stellplatz buche, den ich aber nicht nutzen kann, ohne mein Fahrrad zu beschädigen — ist das wieder so ein Ding von wegen Pech gehabt mit Ausstieg beim nächsten Bahnhof oder kann ich die Kosten für Fahrkarte und Reservierung erstatten lassen?

    Dass bei der Fahrradmitnahme insbesondere im Nahverkehr (oder auch hier bei den Stellplätzen mit Gurt) bei Rädern mit Beschädigungen zu rechnen ist, okay, ja, sind halt keine Autos, sondern Gebrauchsgegenstände. Aber eine Fahrradhalterung, die mir zwangsläufig das Schaltwerk verstellt, möchte ich doch mal in Frage stellen.

    Joa, dann gehe ich wohl morgen mal wieder ins Reisezentrum und frage mal nach, wie man sich meine Fahrt nach Leipzig mit Fahrrad denn vorstellt oder ob den Leuten da auch mal wieder alles egal ist. Vielleicht nehme ich eine entzündungshemmende Creme mit, damit meine Ansprechpersonen nach dem vielen Schulterzucken noch weiterarbeiten können.

    Mein Ansprechpartner im Reisezentrum hat das tatsächlich ganz schön ernst genommen, das habe ich so nicht kommen sehen. Er kann wohl irgendwie „im System“ nachsehen, dass mit meiner Auftragsnummer weiterhin eine Sitzplatzreservierung und eine Fahrradreservierung verknüpft sind.

    Och, ach so: Bei den Reservierungen der tschechischen Züge gibt’s zur Fahrradreservierung auch immer automatisch eine Sitzplatzreservierung dazu; der Fahrradstellplatz hat die gleiche Nummer wie der dazugehörige Sitzplatz.

    Sooooooooo.

    Am 7. Juni möchte ich gerne in Leipzig bei den PŸUR neuseen classics mitfahren. An- und Abreise mit der Bahn sind bekanntlich der aufregenste Teil am Radrennen und darum hat mir die Bahn heute morgen um 2 Uhr mitgeteilt, dass sowohl die An- als auch die Abreise mit der Bahn leider nicht stattfinden werden. Im Navigator tauchen beide Fahrten noch auf, aber ohne die Anzeige meiner reservierten Sitzplätze. Daraus schließe ich wie immer messerscharf: Sowohl meine reservierten Sitzplätze als auch meine Fahrradreservierung sind heute Nacht in den Mülleimer gewandert.

    Der Witz ist ja, dass ich beide Fahrten schon einmal neu gebucht hatte, nachdem klar wurde, dass bis zum 14. Juni aufgrund der Baumaßnahmen die Züge von Hamburg nach Berlin über die Amerikalinie umgeleitet werden und locker doppelt so lange unterwegs sind, weil damals meine Fahrten bereits ersatzlos gestrichen wurden. Darüber habe ich mich damals allerdings nicht so richtig aufregen wollen, denn wenn sich die Baumaßnahmen verzögern und den halben Fahrplan durcheinanderwirbeln, dann ist das halt komplett dumm, dann habe ich auch nicht den Anspruch, dass meine Fahrt automatisch auf irgendeinen anderen Zug umgebucht wird, der entweder früher losfährt oder später ankommt.

    Nun ist aber interessant, was jetzt zur Eskalation beigetragen hat: Das hier ist der aktuelle Fahrplan.

    Und das hier die Verbindung aus meiner E-Mail, die ich nicht mehr nutzen kann:

    Ich vermute, das Detail ist jetzt „RJ 385“ statt „ECE 385“. Die Züge von Prag nach Kopenhagen fuhren bislang als RailJet, in der Gegenrichtung allerdings als EuroCity Express. Nun wollte man das wohl mal vereinheitlichen und das bedeutet: Zack, neue Zugnummer, alle Reservierungen sind weg. Oh, und eine Minute früher fährt er auch noch ab, der RailJet.

    Man beachte auch die großzügige Umstiegszeit von zwei Stunden (!) in Berlin. Eine andere Verbindung war damals, als der an die Baumaßnahmen angepasste Fahrplan rauskam, nicht mehr frei.

    Joa, dann gehe ich wohl morgen mal wieder ins Reisezentrum und frage mal nach, wie man sich meine Fahrt nach Leipzig mit Fahrrad denn vorstellt oder ob den Leuten da auch mal wieder alles egal ist. Vielleicht nehme ich eine entzündungshemmende Creme mit, damit meine Ansprechpersonen nach dem vielen Schulterzucken noch weiterarbeiten können.

    Mit der Umbuchung auf den ICE 617 habe ich natürlich wieder meine Fahrrad- und meine Sitzplatzreservierung verloren, im Reisezentrum ließ sich für den ICE 617 auch nichts mehr buchen, dafür fahre ich jetzt eine Stunde früher, nämlich um 16:23 Uhr nach Köln. Eigentlich ist mir das auch ganz recht, dann habe ich noch was vom Abend dort.

    Einfach mal so eine Stunde früher zu fahren hat dann doch nicht geklappt, denn auch als Software-Entwickler mit gänzlich flexiblen Arbeitszeiten hat man manchmal Termine, die sich nicht verschieben lassen. Die Abfahrt um 17:23 Uhr hätte easy funktioniert, aber nicht eine Stunde früher.

    Also ging’s wieder ins Reisezentrum. Eine halbe Stunde stehe ich in der Schlange vor der Reception, bekomme dann trotz Platin-Status eine normale Wartenummer und warte noch mal zwanzig Minuten. Naja.

    Weil mittlerweile die Direktverbindungen von Hamburg nach Köln natürlich alle ausgebucht waren, wollte ich am heutigen Sonnabend über Hannover fahren, wo ich mit einer Stunde Umstiegszeit eine passende Verbindung ausgesucht hatte: Um 14:19 Uhr mit dem ICE 681 nach Hannover, dann 68 Minuten Pause, um 17:31 Uhr mit ICE 846 nach Köln.

    Mein Gesprächspartner im Reisezentrum scheiterte allerdings an seinem eigenen Buchungsprogramm. Er zeigte mir mehrfach auf seinem Bildschirm die ausgebuchten Direktverbindungen, sah sich aber auch außerstande, Hannover als Umstiegsbahnhof mit einer Stunde Wartezeit einzutragen. Hat er einfach nicht hinbekommen. Habe ihm dann gezeigt, was er auswählen muss, ich kenne das Programm der Bahn mittlerweile ganz gut, um dann festzustellen: Auch die Verbindung, die mir der Navigator als frei anzeigte, war bei der Bahn bereits ausgebucht.

    Das ging dann noch ein paar Minuten so weiter, im Endeffekt habe ich mir dann die Fahrradkarte, die für mich mit BahnCard 100 eigentlich kostenlos ist, dann für 14,99 € selbst gekauft, weil in diesem Laden das nicht funktionierte.

    Und dann guck ich gestern einfach mal spaßeshalber nach Direktverbindungen für heute von Hamburg nach Köln: Um 13:23 Uhr ist noch was frei, um 15:23 Uhr ist noch was frei, um 18:23 Uhr ist noch was frei. Definitiv waren diese Verbindungen vor ein paar Tagen noch ausgebucht. Haben die Leute ihre Fahrkarte samt Fahrradreservierung storniert?

    Ich geh also wieder ins Reisezentrum, mal wieder eine lange Schlange, weil an der Reception jeder direkt verarztet wird — ich allerdings auch: Ich bekomme keine Wartenummer ausgehändigt, sondern direkt die gewünschte Fahrradreservierung. Das hat mich bei meinem ganzen Gemaule über den Laden doch positiv überrascht.

    Okay, Abfahrt: Hier in Lüneburg wird ja momentan gebaut, es fährt pro Stunde ein Regionalzug nach Hamburg sowie bis Mitte Juni ein Pendelzug bis Uelzen und ungefähr alle zwei Stunden ein Fernverkehrszug nach Hamburg (und einer nach Berlin). Die Züge haben so gut wie immer Verspätung, weil sie durch das Nadelöhr am Westbahnhof rollen müssen. Der Bahnhof ist immer voll, sowohl für Züge als auch für Fahrgäste, man kommt auf dem schmalen Bahnsteig, der in der nördlichen Hälfte keine Zuwegung hat, kaum vorbei.

    Es ist also 12:30 Uhr, um 12:36 Uhr fährt der RegionalExpress nach Hamburg, um 12:38 Uhr der RailJet von Prag nach Kopenhagen, den ich gebucht habe.

    Und weil es so eng ist, komme ich kaum mit dem Rad an den Menschen vorbei.

    Und dann hüpft weiter hinten schon ein Fahrgast einfach runter ins Gleis und läuft weiter nach vorn. Von vorne nähert sich im langsamen Tempo ein ICE, der zwar noch locker bremsen kann, aber glücklicherweise ohnehin aufs Nebengleis geleitet wird, denn eigentlich sollte am Bahnsteig ja gerade der RegionalExpress stehen, der aber offenkundig nicht dort ist, sonst hätte der Typ ja nicht ins Gleis hüpfen können.

    Weiter geht’s, RegionalExpress kommt, RailJet hat plötzlich 20 Minuten Verspätung. Der RegionalExpress endet wegen Baumaßnahmen in Harburg, der RailJet hält nicht in Harburg, der Zug nach Köln aber schon. Die sichere Wahl ist also der Bummelzug mit anschließendem Umstieg in Harburg. War dann auch alles recht voll, aber naja, kenne ich ja nicht anders. Der Umstieg mit dem RailJet in Hamburg Hbf hätte dann auch gar nicht mehr funktioniert.

    Weiter mit dem ICE in Harburg. Der Zug kommt schon knackevoll an, obwohl „mittlere Auslastung“ prognostiziert wurde, beim Einsteigen macht mich ein Bundesbahner direkt an, ob ich denn mit dem Rad jetzt ernsthaft in den Zug steigen wollte. „Oh, wie haben Sie das erraten?“, frage ich. Und weil ich auf dumme Sprüche gerne mit dummen Sprüchen reagiere und meine Zunge nicht im Griff habe, rutscht mir noch raus: „Aber vielleicht bleiben Sie einfach draußen, dann ist drinnen mehr Platz für gute Laune.“

    Die Messlatte für das Eskalationsniveau war also schon mal recht niedrig. Ungünstigerweise waren die Stellplätze 107 und 108 von einem Kinderwagen belegt, der nach Auskunft der ganz besonders freundlichen Bahnmitarbeiter gemäß der heiligen Beförderungsbedingungen Vorrang vor Fahrrädern habe; schließlich könne ich ja mit dem Rad nach Köln fahren, mit dem Kinderwagen ginge das nicht.

    Bis Münster war noch ein anderer Stellplatz frei, den ich frech nutzte, danach wurd’s aber eng. Mittlerweile hatte sich allerdings auch der Zugchef durch seinen Zug gekämpft, der mittlerweile mit einer „außergewöhnlich hohen Auslastung“ ausgewiesen wurde, und fand das, was er da sah, nicht ganz so lustig. Der Kinderwagen ließ sich entgegen voriger Beteuerungen der Besitzer nach einer deutlichen Ansprache plötzlich doch zusammenklappen, die Gepäckstücke passten in die Ablage, Rucksäcke verschwanden von den Sitzplätzen und der Typ, der von München bis Hamburg geradelt war und im Fahrradabteil schlafen wollte, musste sein Nickerchen auf einem Sitzplatz fortsetzen.

    Joa. Mal gucken, wie das Radrennen morgen hier in Köln wird. Das Anstrengenste am Radrennen ist aber immer die Anreise mit der Bahn.

    Oder die Abreise: Nach Eschborn–Frankfurt wollte ich zurück nach Hause, aber mein Zug fuhr als ICE 1, Fahrradmitnahme-Blabla in Wagen 1, aber dann halt doch irgendwie nicht. Stattdessen bin ich dann kurz vor Mitternacht mit einem ICE nach Berlin gefahren und von dort mit einem ICE-L nach Lüneburg. Das war auch nicht ganz so geil, aber ich war erstaunlich fit am nächsten Tag.

    Ochso, und andere Fahrten mit dem Rad haben auch nicht stattgefunden, weil mal der Zug ausfiel oder mit anderem Rollmaterial ohne Fahrradmitnahme fuhr — oder, mal ganz was neues, weil eine Doppeltraktion ICE-T in Lüneburg-West nicht an den Bahnsteig passt, so dass die Tür von Wagen 24 mit den Fahrrädern leider nicht zugänglich war.

    Irgendwas ist ja immer. Am Montag geht’s um 5:11 Uhr mit dem ICE 208 wieder zurück nach Hamburg. Letztes Jahr am 19. Mai war der Zug … Moment mal, was war denn am 19. Mai … Hmm, ah! Da haben in Hamburg 150.000 Menschen den Aufstieg des HSV in die Fußball-Bundesliga gefeiert. Und selbst in Köln gab es genügend HSV-Fans, so dass der Zug schon um 6 Uhr mit absolut besoffenen Fußballfans überfüllt war und ich die Fahrt vier Stunden lang stehend im Gang verbracht habe, anstatt mich mit absolut besoffenen Fußballfans über meine Sitzplatzreservierung zu unterhalten.

    Heute bin ich unfreiwillig in die Verlegenheit geraten, mit dem neuen Qualitätsprodukt der DB Fernverkehr AG zu fahren.

    In Wagen 1 des kilometerlangen Gliederzuges werden acht Fahrradstellplätze angeboten, in Räder vertikal eingehängt werden. Waagerechte Stellplätze, in denen das Hinterrad auf dem Boden verbleibt, die im ICE 4, ICE-T oder alten InterCity-Zügen, gibt es hier nicht mehr. Dafür gibt es aber immerhin Platz ohne Ende: Obwohl die Wagen nur 4,8 cm breiter sind als beim ICE 4, wirkt das Fahrradabteil geradezu gigantisch — auch wenn der Eindruck sicherlich der Leere am heutigen Sonnabendmorgen geschuldet ist:

    Auch mit dem Fahrrad gerät man in den Genuss eines ebenerdigen Einstiegs bei 76 cm hohen Bahnsteigen und man muss das Rad nicht wie im ICE 4 so seltsam um die Ecke wuchten. Mit der komischen Aufhängen hingegen habe ich so meine Probleme. Einerseits sind die Halterungen endlich auch für fette E-Bikes ausgelegt, die in den bisherigen Halterungen allein aufgrund der dicken Reifen ihre liebe Not hatten, andererseits rutscht mein Rad dort ständig zur Seite raus:

    Und das ist auch der Grund, warum ich schon nach der allerersten Fahrt Bedenken habe, mein Rad hier noch mal zu transportieren: Der Gliederzug läuft unruhig genug und schleudert bei jeder Weiche, so dass es nur wenige Minuten dauert, bis mein Rennrad-Reifen aus der Halterung rutscht und das Rad mit dem Lenker gegen die Innenwand schlägt. Mag sein, dass breitere Reifen dort besser halten, aber ich stelle es mir schon unangenehm vor, wenn dort vier Räder hängen und deren Lenker und Pedale fröhlich hin und her knallen wie in einer Glocke. Klar, das sind Gebrauchsgegenstände, da gehören Kratzer und Macken im Lack nunmal dazu, aber ich habe ja gleich wieder Schiss davor, dass mir irgendjemand mit seinem Lenker eine Speiche oder das Schaltwerk rausreißt.

    Die Bahn hat den ICE 4 gegen einen ICE-T getauscht, statt acht Fahrradstellplätzen gibt es jetzt nur noch drei

    Hmm, entweder habe ich mich vorhin vertan oder der Plan hat sich jetzt wieder geändert — statt eines langen ICE 4 kommt nun ein kurzer ICE 4, der immer noch acht Fahrradstellplätze bietet :/

    Nach Eschborn am 1. Mai fahre ich tatsächlich bockig mit dem Auto. Wir sind zu dritt, der Fahrradträger kann drei Fahrräder transportieren, das ist günstiger als mit der Bahn und irgendwelchen Ersatzzügen dorthin zu gurken. Jetzt mal ganz ohne Übertreibung: Ich bin in den vergangenen Wochen zwei Mal mit dem geplanten ICE 4 gefahren (8 Fahrradstellplätze), ansonsten kamen immer ICE-T (3 Fahrradstellplätze) oder umgebaute ICE 1 (keine Fahrradstellplätze) als Ersatzzüge angetuckert. Gestern Abend war’s immerhin ein siebenteiliger ICE 4. Wenn ich mit zwei Freunden zum Radrennen fahre, habe ich absolut kein Interesse an derartigen Albernheiten.

    Am vorigen Sonnabend sollte es eigentlich mittags zur Tour d’Energie nach Göttingen gehen. Seit Tagen hatte ich die Bahnverbindung kontrolliert, kurz vor Mitternacht kam es endlich raus:

    Ich mache meine Teilnahme bei diesem Radrennen sicherlich nicht davon abhängig, ob die Bahn mich mit dem Rad einsteigen lässt oder ob da wieder Fahrgäste in den komischen Abteilen in Wagen 1 sitzen. Ich hab’s erst gar nicht versucht und gleich eine neue Fahrradreservierung für den ICE eine Stunde später gebucht.

    In den letzten Wochen wollte ich hin und wieder mein Fahrrad mit im ICE transportieren, weil ich keine Lust auf den überfüllten Nahverkehr hatte, aber von sechs geplanten Fahrten fanden dann vier nicht statt, weil statt eines ICE 4 ein modernisierter ICE 1 ohne Fahrradmitnahme anrollte und in dem für Fahrräder vorgesehenen Abteilen in Wagen 1 schon Fahrgäste saßen. Ist halt wieder das übliche Spielchen, das man als Fahrgast mit Fahrrad selbst sehen kann, warum andere Fahrgäste ein Abteil aufgeben sollten, damit ein Fahrrad dort rein kommt, das ganz offensichtlich in einem Abteil nichts zu sehen hat.

    Darüber konnte ich mich an dem Abend aber nur mäßig lange ägern, denn für mich gab’s gleich noch mal eine Stunde Verspätung oben drauf:

    Lustiges Detail, dass hier der eine Metronom-Zug ohne Fahrradwagen kommen sollte, das war mir aber egal, weil ich mein Faltrad dabei hatte.

    Und morgen soll’s nun eigentlich am frühen Morgen nach Frankfurt zum Radrennen gehen. Die Bahn hat den ICE 4 gegen einen ICE-T getauscht, statt acht Fahrradstellplätzen gibt es jetzt nur noch drei, aber weil der Zug vorher für Fahrräder schon ausgebucht war — das kontrolliere ich ja regelmäßig — würde ich wohl mit meinem Rad am Bahnhof zurückbleiben. Das sieht dann so aus:

    Und was ich ja noch blöder finde: Das kriege ich raus, weil ich weiß, was es bedeutet, wenn man statt einem Sitzplatz in Wagen 1 plötzlich in Wagen 21 sitzt, weil ich in der Reservierungsbuchung die Baureihe erkenne und weiß, wie viele Fahrradstellplätze es geben wird. Aber morgen früh werden irgendwo vier Radfahrer in Hamburg oder Lüneburg stehen und ein dickes Gesicht machen, anstatt die Fahrt Richtung Süden anzutreten, weil der Zug leider nur drei Stellplätze hat und das Personal auch nur mit den Schultern zucken kann.

    Um mal wieder was lustiges zu schreiben: Sofern nicht ein Wunder passiert, werde ich im nächsten Jahr mit dem Auto zu diversen Radrennen quer durch Deutschland fahren.

    Nach Eschborn am 1. Mai fahre ich tatsächlich bockig mit dem Auto. Wir sind zu dritt, der Fahrradträger kann drei Fahrräder transportieren, das ist günstiger als mit der Bahn und irgendwelchen Ersatzzügen dorthin zu gurken. Jetzt mal ganz ohne Übertreibung: Ich bin in den vergangenen Wochen zwei Mal mit dem geplanten ICE 4 gefahren (8 Fahrradstellplätze), ansonsten kamen immer ICE-T (3 Fahrradstellplätze) oder umgebaute ICE 1 (keine Fahrradstellplätze) als Ersatzzüge angetuckert. Gestern Abend war’s immerhin ein siebenteiliger ICE 4. Wenn ich mit zwei Freunden zum Radrennen fahre, habe ich absolut kein Interesse an derartigen Albernheiten.

    Nach Köln möchte ich von Hamburg aus aber gerne mit der Bahn fahren, weil meine Frau das Auto braucht und ich auch nicht so wild darauf bin, in Köln mit dem Auto herumzufahren. Unser Hotel in Eschborn liegt direkt am Startpunkt und der wiederum direkt an der Autobahn, da fahre ich quasi von der Autobahn direkt in die Tiefgarage, in Köln… naja. Muss nicht sein.

    Gestern poppte eine Meldung auf meinem Smartphone auf, dass mir der DB-Navigator eine Mitteilung zu machen hätte:

    Erinnert sich noch jemand an meine Erfahrungen aus den Vorjahren, als ich für die Anreise nach Köln tatsächlich zwei Mal eine neue Reservierung buchen musste, weil sich etwas geändert hatte? Die Bahn spielt das Spielchen auch dieses Jahr wieder: Mein ICE 207 nach Köln endet am 15. Mai bereits in Düsseldorf. Steht auch so im Fahrplan drin, als wäre niemals geplant gewesen, den weiter nach Köln fahren zu lassen.

    Mit der Umbuchung auf den ICE 617 habe ich natürlich wieder meine Fahrrad- und meine Sitzplatzreservierung verloren, im Reisezentrum ließ sich für den ICE 617 auch nichts mehr buchen, dafür fahre ich jetzt eine Stunde früher, nämlich um 16:23 Uhr nach Köln. Eigentlich ist mir das auch ganz recht, dann habe ich noch was vom Abend dort.

    Spätestens heute hättest Du Dich mehr über den Westwind als über die Bahn geärgert...

    Ne. Bin nun mit dem großen Rad nach Hamburg mit dem Bummelzug gefahren. Die Rückfahrt sollte mit dem Fernverkehr stattfinden, aber heute fährt nur ein kurzer ICE-T. Es ist doch zum Haareraufen:

    Aber für nicht-ICE ist Lüneburg halt auch echt doof. wo kommt man da noch hin? Uelzen, Hamburg, Dannenberg?

    Naja, theoretisch auch mit der Bahn hoch über Lübeck bis Kiel, allerdings wird da erstmal bis 30. April in Büchen gebaut und ab dem 1. Mai in Lüneburg, insofern fährt der erste Zug bis Kiel frühestens am 10. Juli.

    „FROHES NEUES!“

    Heute wollte ich eigentlich mit dem großen Trekking-Rad zum Anradeln nach Potsdam fahren und dann von dort 235 km zurück nach Lüneburg. Einfach mal machen, auch bei dieser Wettervorhersage, auch bei diesem Wind, bei diesen Temperaturen. Das Dümmste an diesem Plan war aber die Anreise mit der Bahn, denn heute ist natürlich mal wieder Ersatzzug-Tag; bis zum frühen Nachmittag fahren olle ICE-1-Ersatzzüge von Hamburg über Lüneburg nach Berlin und für heute ist mal wieder keine Fahrradmitnahme in Wagen 1 vorgesehen.

    Nach welchem Prinzip die Fahrradmitnahme in Ersatzzügen eingeplant wird oder nicht erschließt sich mir überhaupt nicht, abgesehen davon, dass auch bei eingekündigter Fahrradmitnahme kein Verlass darauf ist, dass das Zugpersonal das auch so sieht.

    Und ich hab so die Nase voll, dass das Zugpersonal mir einer nach dem anderen ein frohes neues Jahr entgegenträllert, aber andererseits mit einem Schulterzucken einen Teil der Leistungen nicht erbringt und es auch einfach allen hier komplett egal ist.

    Nun fahre ich mit dem Faltrad nach Potsdam und heute Abend wieder nach Hause. Auf kleinen Rädern traue ich mir 235 km bei dem Wetter dann doch nicht zu.

    aber du kannst hier auch übernachten, wenn du magst.

    Danke für das Angebot, aber ich habe schon ein Zimmer im Novotel direkt an der Startlinie :) Da geht’s dann direkt vom Bett durchs Frühstücksbuffet auf den Sattel und dann wundere ich mich wieder, warum ich nicht so richtig in Schwung komme.

    Um mal wieder was lustiges zu schreiben: Sofern nicht ein Wunder passiert, werde ich im nächsten Jahr mit dem Auto zu diversen Radrennen quer durch Deutschland fahren.

    Ich find’s auch nicht geil, mir graut geradezu davor, als Kilometerfresser auf der Autobahn durch die Windschutzscheibe zu starren, aber sofern die Leistungen des ganzen Bahn-Universums nicht deutlich besser werden, sehe ich nicht, wie ich mit Bahn und Fahrrad einigermaßen pünktlich an der Startlinie stehen soll.

    Mittlerweile sind die Bahn und ich in unserer Fehde im freien Fall angelangt und ich könnte jetzt einen ganz schön langen Beitrag über Verspätungen, kaputte Weichen, kaputte Züge und so weiter schreiben. Zur Schonung der Nerven fasse ich das kurz in einer allgemeingültigen Anekdote zusammen:

    Mittlerweile fahre ich bei gut 40 % meiner Fahrten im Fernverkehr mit einem Ersatzzug. Das heißt, statt eines zwölfteiligen ICE 4 kommt plötzlich ein modernisierter ICE 1 angerollt, der aber nur die halbe Kapazität anbietet. Kann man sich ja vorstellen, wie geil das insbesondere freitags und sonntags wird, also just an jenen Tagen, in denen ich zum Radrennen an- und abreise. Der Navigator gibt an, es gäbe Ersatzstellplätze in Wagen 1, was dann die übliche Lösung mit den Fahrrädern in den dortigen Abteilen darstellt. Nur: Die Abteile sind nicht für den Fahrradtransport vorbereitet: Dort saßen Fahrgäste, es gab auch keine Hinweisschilder an den Türen und das Zugpersonal informierte mich, dass diese Prozedur in den modernisierten ICE 1 wenigstens im nachfrageschwachen Winter nicht angeboten wird — statt acht Fahrrädern kann man nämlich auch 24 Fahrgäste transportieren und muss eben Prioritäten setzen.

    Manchmal kommt sogar nur der fünfteilige ICE T angesaust, der gar nicht für eine Fahrradmitnahme vorbereitet ist, dort steht dann wenigstens dran, dass man Pech gehabt hat.

    Das heißt: Ich buche mir eine Bahnfahrt mit Fahrradmitnahme von Lüneburg nach Frankfurt und habe jeweils für Hin- und Rückfahrt eine hinreichend hohe Wahrscheinlichkeit, dass ich mein Fahrrad gar nicht mehr transportieren kann, sondern dann in der Hauptreisezeit sehen kann, wie ich mit Nah- und Fernverkehr nach Hause juckeln kann — weitere Verspätungen im regulären Fahrbetrieb noch nicht einmal mit einkalkuliert.

    Als ich heute Nacht gemerkt habe, dass Schnee fällt, habe ich meine Fahrt ins Bureau gleich abgesagt. Zu meiner Überraschung sind aber (fast) alle Züge pünktlich unterwegs, halt mit den üblichen Späßen als Ersatzzug oder mit nur einem Zugteil. Aber dann kommen eben auch solche Geschichten, dass ich von Augsburg bis Lüneburg insgesamt vier Stunden Verspätung angesammelt habe und von insgesamt zehn Stunden Fahrt in überfüllten Zügen gerade mal zwei Stunden lang einen Sitzplatz hatte. Es ist mittlerweile einfach nur noch absurd, was wir hier schulterzuckend zur Kenntnis nehmen.

    Zum Radrennen nach Rostock am 19. April muss ich ohnehin mit dem Auto fahren, weil ich aufgrund der Baumaßnahmen zwischen Hamburg und Berlin mit der Bahn einen absurden Umweg über Berlin fahren oder mit überfüllten Nahverkehrszügen über Lübeck rumpeln müsste. Nach Göttingen am 26. April käme ich gerade noch eben so mit der Bahn, aber ob mein Fahrrad auch mitkommt, steht ja in den Sternen. Nach Eschborn am 1. Mai und Köln am 17. Mai komme ich nicht mit der Bahn, weil die Strecke zwischen Hamburg und Hannover zehn Wochen lang ein bisschen saniert wird.

    Ja, Moment, was ist eigentlich mit dem Fahrradtransportkoffer, den ich mir angeschafft habe?

    Joa, mein Fahrrad ist zu groß. Ich kriege den Koffer zwar grade eben noch so geschlossen, aber das Schaltwerk drückt unten gegen den Boden. Ich habe mich schon am Feldberg gewundert, dass zwei Gänge nicht mehr funktionierten, und musste dann in Köln vor dem Radrennen noch schnell mein Schaltwerk neu ausrichten lassen. Natürlich könnte ich das Schaltwerk auch jedes Mal wieder ab- und anschrauben, aber mal ehrlich, hält das hier jemand für eine gute Idee?

    Die Hinfahrt nach Frankfurt im komplett leeren ICE 4 war noch okay, abgesehen davon, dass ich natürlich aufgrund kurzfristig anberaumter Baumaßnahmen nicht bis Frankfurt gefahren bin, sondern schon in Frankfurt-Mitte umsteigen musste, wo die S-Bahn in ungefähr 300 Meter Höhe, aber ohne Aufzug hält. Das war mit so einem riesigen Koffer auch nicht ganz so geil.

    Auf der Rückfahrt fuhr dann der berühmte ICE-1-Ersatzzug, der aber zu meiner Überraschung einen ganz schön großen Bereich für Koffer in der 1. Klasse bereithielt:

    Ganz schön überrascht waren auch die übrigen Fahrgäste, die sich flugs beim ebenfalls überraschten Zugpersonal beschwerten, denn das ginge so ja gar nicht, das mit seinem legendären Röntgenblick feststellen konnte, dass sich hier wohl ein Fahrrad im Koffer befindet und hier nun ein Missbrauch dieser dem Gepäck gewidmeten Fläche vorliege. Ich habe dann mit Duldung des Zugpersonals die Fahrt immerhin noch ganz hinten im Türbereich am Triebwagen verbringen können, musste dann aber in Kassel den Zug verlassen. Von dort aus fuhr immerhin noch ein InterCity mit dem riesigen Fahrradwagen nach Lüneburg.

    Und ich ärgere mich ein bisschen, dass ich nicht die riesigen Schrankkoffer fotografiert habe, die anschließend dort anstelle meines Fahrradtransportkoffers standen, aber immerhin der Widmung des Bereiches entsprachen. Alberner wird es wohl wirklich nicht mehr.

    Übrigens: Damit das nicht noch mal passiert, wurden mittlerweile diese Gepäckregale montiert:

    Auch wenn’s nicht mehr so häufig passiert, fahren die Leute hier immer noch einigermaßen regelmäßig über rotes Licht nach rechts. Ich behaupte, einen pro Woche sehe ich da sicherlich.

    Und dann passieren manchmal ganz komische Sachen. Vor zwei Wochen hielt ein Kraftfahrer an, wurde vom Hintermann angehupt, beugte sich nach rechts und schaute sich die Signalgeber noch mal ganz genau an, so dass ich vermute, er hat das rote Licht gesehen — wurde dann noch mal angehupt und ließ sich dann doch zum Rotlichtverstoß überreden; natürlich mit Gefährdung des Fuß- und Radverkehrs.

    Und ich rollte vor ein paar Tagen mit dem Rad dort entlang, als neben mir ein Taxi zum Stehen kam. „Der ist ortskundig“, dachte ich mir, „da wird nichts passieren“, aber der Taxifahrer machte dann auch Anstalten, bei rotem Licht mit Handy in der Hand und einem Fahrgast nach rechts abzubiegen. Ich hielt an, er hielt an, ließ wütend das Fenster runter, was denn mein Problem wäre. „Sie haben rot“, sagte ich. „Nein, hab ich nicht!“, rief er und fuhr weiter, wieder unter Gefährdung einer Fußgängerin.

    Man kann sich nur wundern. Irgendwas muss diese Kreuzung ja an sich haben, dass hier regelmäßig so etwas passiert.

    Pünktlichkeitsquoten von DB Fernverkehr

    Ich habe in den letzten drei Wochen im Fernverkehr übrigens tatsächlich eine einzige Fahrt sitzend verbracht. Bei allen anderen Fahrten waren die Züge überfüllt, es stand sogar Gepäck in den Gängen herum. Und wenn ich auf die Idee komme, einen Sitzplatz zu reservieren, dann taucht plötzlich die Meldung im Navigator auf, Reservierungen wären für diesen Zug nicht möglich oder, wenn ich es bis zur Reservierung tatsächlich schaffe, es kommt ein Ersatzzug angeschnauft und meine Reservierung ist futsch.

    Insofern: Niemals ohne Falthocker in den Zug steigen.