13. Juli: Alster-Fahrradachsen

  • Ausgerechnet den Bereich Sierichstraße/Herbert-Weichmann-Straße wollen sie nicht anfassen? Ausgerechnet, da wo es eng wird?

    Wenn die da zuviel machen, müssten sie diese unechte Einbahnstraßenregelung beseitigen, weil man das heutzutage nicht mehr so machen kann.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Der Wortlaut des Antrags:
    „Der Regionalausschuss begrüßt und unterstützt die Haltung der Polizei, auf der Herbert-Weichmann-Straße statt des herrschenden Wechselrichtungsverkehrs einen regulären Zweirichtungsverkehr einzuführen. So wird nicht nur das Ziel, eine attraktive Fahrradverbindung an der Alster auf den Alsterfahrradachsen zu schaffen, unterstützt, sondern es wird auch eine deutliche Verbesserung bei der Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie für den Autoverkehr erzielt.“



    Ich denke, dadurch könnte auch das Rasen in der Straße etwas eingedämmt werden.


    Außerdem wurde beschlossen:
    1.Die Kreuzung Uhlenhorster Weg / Schwanenwik / Schöne Aussicht / Herbert-Weichmann-Straße wird in die Planungen zur Alsterachse III einbezogen. Dabei ist insbesondere dafür Sorge zu tragen, dass

    • die Querungsmöglichkeit für Radfahrende über die Straße Schwanenwik verbessert wird, indem die Haltelinie auf dem Schwanenwik Richtung stadtauswärts so weit zurückversetzt wird, dass eine Ausfahrt aus dem Uhlenhorster Weg möglich ist;
    • für Radfahrende beidseitig eine gute Lösung für die Anforderung von Grün an der Bedarfsampel zur Überquerung der Herbert-Weichmann-Straße gefunden (separater Anforderungstaster, Auslöseschleife im Boden o.ä.);
    • für den Radverkehr ein sicherer und attraktiver – insbesondere erheblich breiterer –Anschluss an die Alsterachse über den als Sackgasse ausgeprägten Arm der Schönen Aussicht ermöglicht wird;
    • eine Verbesserung der Radführung auf dem Schwanenwik zwischen Uhlenhorster Weg und Einmündung Eduard-Rhein-Ufer gefunden wird – ideal wäre ein Radfahrstreifen, der Höhe Hohenfelder Bucht fortgesetzt werden sollte.

    2.Im Kreuzungsbereich Papenhuder Straße, Hofweg und Uhlenhorster Weg werden Hinweisschilder installiert, die Radfahrenden die Möglichkeit aufzeigen, den Uhlenhorster Weg zwischen Hofweg und Herbert-Weichmann-Straße auch entgegen der Einbahnstraße zu befahren.
    3.Die Maßnahmen werden dem zuständigen Regionalausschuss vorgestellt.



    Auch sehr sinnvoll, wie ich finde.

  • 14.000 Autos können locker auf einer normalen zweispurigen Straße abgewickelt werden, sogar die Polizei ist dafür. Hoffen wir, dass die Politiker nicht aufgrund eines von ein paar Medien aufgebauschten Protests doch noch einknicken.


    Ich denke, heute Abend wäre auf der Veranstaltung Gelegenheit seine Meinung für die Abschaffung der Regelung auszudrücken und damit der Forderung der Politik Nachdruck zu verleihen.

  • Ich habe dem Mopo-Chefredakteur gerade eine längere Mail geschrieben.


    Er hetzt in unverantwortlicher Weise Ihre Leser gegen Radfahrer und die als »Alleinschuldigen« benannten Parteien SPD und Grüne auf und lässt dabei entscheidende Informationen weg bzw. verzerrt sie geradezu grotesk.


    1.

    Der Vorschlag, die gegenwärtige Regelung in diesem Straßenzug aufzuheben, stammt von der Polizei.


    2.

    Diesem Vorschlag haben ALLE Parteien zugestimmt (Sie erwähnen sogar »einstimmig«), auch die des sich hier echauffierenden Herrn Ploß.


    3.

    Die gegenwärtige Regelung ist nicht nur eine »Hamburgensie«, sondern sie ist wegen der Art der angebrachten Beschilderung unzulässig, weil diese der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (StVO-VwV) widerspricht. Im Abschnitt »Zu den §§ 39 bis 43 ...« heißt es unter III. 14.:


    Sollen Verkehrszeichen nur zu gewissen Zeiten gelten, dürfen sie sonst nicht sichtbar sein. Nur die Geltung der Zeichen 224, 229, 245, 250, 251, 253, 255, 260, 261, 270.1, 274, 276, 277, 283, 286, 290.1, 314, 314.1 und 315 darf stattdessen auf einem Zusatzzeichen, z. B. "8-16 h", zeitlich beschränkt werden. Vorfahrtregelnde Zeichen vertragen keinerlei zeitliche Beschränkungen.

    Das bedeutet: Das Verkehrszeichen 267 »Verbot der Einfahrt« darf von Süden aus nur zwischen 4 und 12 Uhr, von Norden aus nur zwischen 12 und 4 Uhr zu sehen sein.

    Diese Bedingung trifft nur auf das Nordende und Südende sowie auf einige große Kreuzungen und Einmündungen zu, nämlich dort, wo die Schilder in Kästen aus- oder eingeblendet werden.

    An vielen anderen Stellen hängen aber Blechschilder mit VZ 267, auch 209 bis 212 und dem Zusatzschild »nur von 4 bis 12 Uhr« bzw. »nur von 12 bis 4 Uhr«.

    Das ist verboten und wurde seit Jahren nur noch geduldet, warum auch immer. Wenn aber irgendetwas an dieser Straße gemacht wird, und sei es die Sanierung einer Kreuzung, dann ist mit der gegenwärtigen Regelung Schluss.


    4.

    Die Polizei hat also gute Gründe, die Abschaffung dieser Vorschriftswidrigkeit vorzuschlagen.


    Angesichts dessen ist es unverantwortlich, wie die Materie im genannten Artikel dargestellt wird.


    Hinzu kommen noch drei Dinge, die von mangelnder Sachkenntnis zeugen.


    5.

    Der Straßenzug ist KEINE Einbahnstraße. Das hat man mir im Studium schon vor über 30 Jahren beigebracht. Es handelt sich um eine sogenannte »unechte Einbahnstraße«, die dadurch entsteht, indem man von der einen Seite die Einfahrt verbietet.

    Aber - und das ist der entscheidende und beim genannten Straßenzug auch höchst nervige bis gefährliche Punkt - aus jeder Hofeinfahrt, aus jeder Garage an diesem Straßenzug dürfen Sie zu jeder Tageszeit IN BEIDEN RICHTUNGEN fahren, also auch in der von außen nicht freigegebenen Richtung - bis zur nächsten Einmündung, an der Sie das Schild 267 sehen.

    Sie können das wunderbar anhand der am Fahrbahnrand rechtsseitig geparkten Fahrzeuge sehen, die nach dem Richtungswechsel zwangsläufig linksseitig und in der Gegenrichtung stehen. Wer also um 11 Uhr Richtung Süden parkt und um 13 Uhr zu seinem Fahrzeug zurückkommt, sieht sich einer zweispurig anrollenden Fahrzeugmenge gegenüber. Er darf dieser Menge entgegenfahren - obwohl sicherlich 99 % aller Fahrer dieser Autos glauben (und sich darauf verlassen), dass Ihnen niemand entgegenkommen darf.


    6.

    In diesem Straßenzug, den ich zwar nicht täglich, aber häufig befahre, ist man über weite Strecken sowieso nur einspurig unterwegs, weil nämlich das Parken am Fahrbahnrand erlaubt ist. Man muss also gegenwärtig ständig aufpassen, dass sich niemand in die acht Meter Lücke zum Vordermann reindrängelt oder ein LKW nach dem Entladen wieder anfährt und so weiter. Da ist eine Neuregelung nach dem Prinzip »Eine Fahrspur pro Richtung, dazu Fahrradstreifen und irgendwas als Ladezone« besser. In dem Moment, in dem die katastrophalen und völlig unzumutbaren Radwege entfernt werden, ist dafür auch genügend Platz. Das genannte Prinzip mag auf den ersten Blick unwahrscheinlich klingen, aber in Paris hat man genau das gemacht und festgestellt, dass der Verkehr flüssiger läuft als vorher. Grund: Da parkt keiner mehr »in zweiter Reihe«.


    7.

    Wenn der Straßenzug ganztägig in beiden Richtungen befahrbar ist, dann müssen sich nicht mehr die Autofahrer in der »falschen« Richtung irgendwelche Schleichwege durch den Hofweg/Mühlenkamp oder entlang der Alster suchen. Diese Gebiete werden aufatmen.



    Ich bitte Sie also: Setzen Sie jemanden auf das Thema an bzw. befragen Sie jemanden, der die StVO und die VwV kennt, und nehmen Sie die Radfahrer aus der Schusslinie. Die müssen viel zu oft als Sündenböcke herhalten, und zum Dank werden dann noch Baumaßnahmen, bei denen beispielsweise für 5 Millionen Euro die Fahrbahndecke saniert und für 100.000 Euro die Radwege auf dem Hochbord von Asphalt auf 10x20er Betonsteine umgebaut werden, mit 5,1 Millionen Euro aus dem Topf für Radverkehrsförderung finanziert.

    Zeigen Sie Ihren Lesern die verbotenen Blechschilder, zeigen Sie die Linksparker in der Gegenrichtung, zeigen Sie die notwendigen Slalomfahrten und zeigen Sie auch das Verkehrschaos auf den Ausweichstrecken.

  • "Keine gute Idee, findet Christoph Ploß (CDU). Er sagt: „Die Sierichstraße ist eine der Hauptverkehrsadern. Der Vorschlag würde die Verkehrssituation in Hamburg verschlechtern und mehr Staus bedeuten. Die Anwohner der Sierichstraße würden durch den rot-grünen Vorschlag und die damit verbundenen Staus noch mehr Lärm und Umweltbelastung ausgesetzt werden.“ – Quelle: ©2017


    Ich nochmal dazu: Die Anwohner werden von Herrn Ploß nur vorgeschoben. Ich denke, dass sich durch eine Aufhebung und eine Sanierung die Verkehrssituation insgesamt verbessert (zugunsten vor allem der Anwohner). Raser werden eingebremst (weniger Lärm, weniger Gefahr), weil bei Gegenverkehr sicherlich nicht mehr so viel zu schnell gefahren wird. Ansonsten auch Zustimmung zu den Punkten von Fahrbahnradler über mir.

  • Vorsicht, er könnte ab September Bundestagsabgeordneter sein.

    und du glaubst ab dem Moment interessiert er sich noch im geringsten für die Bezirkspolitik?
    Glaubst Du er denkt wegen des Bezirks an die Sierichstraße, oder weil es genug bekloppte Hamburger gibt, die jemanden sympatisch finden, der an der Sierichstraße festhält? Demnächst wird er unterhalb Hafenquerspange sicherlich nichts mehr sagen.

  • Zum einen behält er seinen Wahlkreis ja, in dem er wiedergewählt werden möchte.


    Zum anderen ist Straßenverkehrsrecht Bundesrecht. Und ich gehe davon aus, dass ein "Verkehrsexperte" Mitglied im Bundestagsausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur, sowie in der entsprechenden Arbeitsgruppe seiner Fraktion wird.


    Allerdings war die Warnung auch nicht hundertprozentig ernstgemeint. ;)


  • 18.30 Uhr


    Es wird wohl ziemlich voll heute. Es fehlen mal wieder die eigentlich obligatorischen Diskussionen über Parkplatzvernichtung und Fahrradideologie, obwohl der heutige Termin arbeitnehmerfreundlich erst um 19 Uhr angesetzt wurde.



    Sierichstraße! Man betont ausdrücklich, dass ein möglicher Umbau der Sierichstraße nicht die Idee der heute anwesenden Planer gewesen wäre, man habe davon auch erst aus der Zeitung erfahren.



    Eigentlich echt schade, dass diese eigentlich recht hübsche Straße im direkten Zugangsgebiet der Alster eine laute, dreckige, zweistreifige Autobahn ist.


    18.45 Uhr



    Es gibt Schnittchöööön. Eigentlich bin ich nur wegen der Schnittchen hier.


    19 Uhr


    Es geht los!


    Heute ist lediglich eine Ergebnisdiskussion ohne viele Diskussionen angesetzt.


    19.05 Uhr



    Grußwort von Frau Pfaue. Es waren viele der Anwesenden auch schon am 2. März bei der Planungsveranstaltung.


    Für Pfaue wäre Bürgerbeteiligung beim Thema Infrastruktur und Förderung des Radverkehrs etwas ganz zentrales. Wenn man den Radverkehrsanteil auf 25 Prozent steigern möchte, müsse man eben auch auf das Wissen der Radfahrer zugreifen. An der Krugkoppelbrücke habe man zehntausend Radfahrer pro Tag, an der Zählstelle 15.000, am Harvestehuder Weg habe sich der Radverkehrsanteil seit der Einrichtung der Fahrradstraße verdoppelt.


    Es habe sich aber immer wieder herausgestellt, dass östlich der Alster häufig Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern auftreten. Außerdem gäbe es mittlerweile eine Vielzahl von verschiedenen Fahrrädern, seien es Lastenräder oder seien es Pedelecs. Rund um die Alster gäbe es mittlerweile so viel Radverkehr, dass man sich vom Leinpfad kaum in die Krugkoppel einordnen könne.


    Mit einer Förderung des Radverkehrs entlang der Alster ginge aber auch eine Steigerung der Aufenthaltsqualität einher. Man könne am Ausbau des Leinpfads erkennen, dass sich der Radverkehr vom Gehweg auf die Fahrbahn verlagert und sich die Konflikte mit den Fußgängern verringert hätten. (demonstratives Gelächter von den Vertretern einer Bürgerinitiative)


    Pfaue greift noch ein paar Themen vom letzten Mal auf.


    Zu den Touristenbussen: Das Thema wäre bei der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation bekannt, allerdings warte man auf den Gesetzgeber, um die Emissionen der Busse verringern zu können. Man könne die Busse nicht einfach von den Straßen vertreiben, sondern müsse auf den Einsatz emissionsarmer Busse hinwirken. Man wäre bereits im Austausch mit den zuständigen Stellen.


    Zu den Grünflächen: Es gäbe bereits Überlegungen, den Grünbereich im Zuge von Sanierungsmaßnahmen anzuschauen, weil Grünflächen zu der Aufenthaltsqualität einer Straße gehören. Das wäre aber nicht so einfach, weil man in Grünflächen nicht direkt neue Wege anlegen könnte, beziehungsweise man müsse erstmal überprüfen, welche Wege die Fußgänger nehmen.


    Herbert-Weichmann-Straße und Sierichstraße: Es habe einen Beschluss im Regionalausschuss Nord gegeben, das Thema wäre aber kein Bestandteil der Alster-Fahrradachsen. Eine Abkehr vom Zweirichtungsbetrieb an der Sierichstraße wäre ganz klar kein Teil der Planung, es gäbe momentan auch stadtweit keine direkte Planungen zu diesem Thema.


    Radfahren wäre ein bedeutender Standortfaktor, gerade für Großstädte, es wäre wichtig, den Radverkehr weiter auszubauen, gerade hinsichtlich der besagten Aufenthaltsqualität.


    19.15 Uhr


    Frau Wiemer übernimmt.


    Momentaner Stand der Planung: Man habe die Ergebnisse der letzten Veranstaltung und der Passantenbefragung berücksichtigt. Heute wolle man diese Ergebnisse vorstellen.


    Vorher aber noch ein Rückblick auf die vergangene Veranstaltung und zur Definition einer Fahrradstraße und so weiter und so fort. Prinzipiell ist das der Kram, der bei jeder Planungspräsentation rezitiert wird.


    Los geht’s im Uhrzeigersinn um die Alster.



    Bereich 1:


    Zwischem dem Harvestehuder Weg und der Krugkoppelbrücke wird die lichtzeichengeregelte Kreuzung gegen einen Kreisverkehr ersetzt. Für den Radverkehr wird es einen Bypass für den Radverkehr vom Harvestehuder Weg nach rechts zur Krugkoppel geht.


    Der „große, schöne Baum“ wäre leider krank und hätte noch eine Lebenserwartung von zwei Jahren und müsse ohnehin gefällt werden. Man könne diesen Baum nicht mehr erhalten. Man konnte dadurch aber den Kreisverkehr so positionieren, dass die anderen Bäume alle erhalten bleiben.


    Für Sehbehinderte habe man die Querungsbereiche mit Schutzinseln und Fußgängerüberwege ausgestattet. Außerdem werde man taktile Elemente einsetzen.


    Gewisse Aufregung bei der Visualisierung des Kreisverkehrs bei Vertretern einer Bürgerinitiative.


    Bereich 2:


    Die Krugkoppelbrücke wird ohnehin saniert werden müssen. In diesem Zuge werde man die Oberfläche neu gestalten und beidseitige Radfahrstreifen in einer Breite von 2,25 Meter anlegen. Das wäre relativ breit, aber bei zehntausend Radfahrern pro Tag brauche man diese Breiten. Gerade für den Fußverkehr wäre das eine erhebliche Verbesserung, da die Konflikte mit Fußgängern ausblieben.


    Zur Zeit wären aber nicht die Voraussetzungen gegeben, um Tempo 30 oder eine Fahrradstraße einrichten zu können, da hier 14.000 Kraftfahrzeuge 10.000 Radfahrern gegenüberstünden.


    Bereich 3:


    Der Leinpfad wäre fertig. Es kämen viele Radfahrer vom Leinpfad und führen über die Krugkoppelbrücke weiter in den Harvestehuder Weg.


    Man habe die Sprunginsel für Fußgänger verschoben, um den Strömungen des Fußverkehrs gerecht zu werden.


    Zusätzliche Querungsmöglichkeiten im Beriech 3 habe man allerdings nicht eingerichtet, da bereits jetzt maximal alle hundert Meter eine Querungsmöglichkeit angeboten würde. Bei weiteren Querungsmöglichkeiten gerate der Fahrzeugverkehr ins Stocken.


    Bereich 4:


    Den Bereich der Brücke habe man nicht angefasst, da man ohnehin in ein paar Jahren die Brücke sanieren werde. Bis dahin werde man sie mit einer unschönen Lösung arbeiten, um später „eine richtig gute Lösung“ anzubieten.


    Bereich 5:


    Im Bereich Bellevue und Scheffelstraße wird eine 5,5 Meter Breite Fahrradstraße eingerichtet. Die parkenden Kraftfahrzeuge würden in Parkbuchten zwischen die Bäume verschoben. Der bisherige Radweg wäre in seiner Form kaum befahrbar. „Da fahr ich seit 30 Jahren drauf, das geht wunderbar!“


    Bereich 5:


    Auch in der Scheffelstraße werden die Parkplätze zwischen die Bäume verschoben.


    Bereich 6:


    Wieder Parken zwischen den Bäumen. Der Radweg wird entfernt, der Gehweg verbreitert, es gäbe dort keine Konflikte mehr zwischen Radfahrern und Fußgängern.


    Parkplatzbilanz:


    ¡Es werden von 457 Parkplätzen 152 vernichtet!


    Mit der Aufhebung dieser Parkplätze werde man allerdings eine erheblich bessere Aufenthaltsqualität erreichen und die Konflikte im Straßenverkehr deutlich verringern.


    Bei der heutigen Besichtigung mit interessierten Bürgern habe sich herausgestellt, dass die Parkplätze nicht im großen Interesse der Besucher stünden. Kurzes Gelächter, „Das liegt daran, dass Sie eine Fahrradstraße planen und keine Autofahrer kommen!“, „Wer hat denn nachmittags Zeit für einen Spaziergang?“


    Bereich 5 und 6:


    Man habe überlegt, die Einbahnstraße in der Bellevue zu drehen. Dann müsste allerdings der komplette Verkehr durch die Scheffelstraße mit einer neuen Kreuzung in die Sierichstraße geleitet werden. Die Vorteile, die jetzige Einbahnstraße beizubehalten, überwögen.


    Bereich 7 und 8:


    Nicht Teil der Planung.


    Bereich 9:


    In der Schönen Aussicht müsse man ohnehin eine Grundsanierung durchführen.


    Bereich 10:


    Schwanenwik. Dort endet die Fahrradstraße und wird auf den buckeligen Radweg An der Alster geführt.


    Noch weitere Randbemerkungen:


    Warum nicht überall Fahrradstraßen mit „Anlieger frei“?


    Das ginge nicht, weil man im momentan vorhandenen Straßennetz die Zufahrt zu anderen Straßen verbaue. Wegen der Einbahnstraßen wären einige Straßen plötzlich abgeschnitten. Man werde aber einige Bereiche mit „Anlieger frei“ beschildern, wo keine Einbahnstraßen abzweigten.


    Man werde außerdem noch „Tempo 30“-Schilder in der Fahrradstraße aufstellen. Die Erfahrungen aus dem Harvestehuder Weg zeigten, dass nur die wenigsten Verkehrsteilnehmer mit den aktuellen Verkehrsregeln vertraut sind.


    Zeitplan:


    Los ginge es im nächsten Sommer zu den Sommerferien mit der Krugkoppelbrücke, man wollte dort im November 2018 fertig sein. Fußgänger und Radfahrer werden die Brücke während der Bauzeit benutzen können.


    19.45 Uhr


    Beginn der li-la-lustigen Fragestunde.


    Frage 1: Wie sieht denn der Zeitplan für die anderen Bauabschnitte aus?


    Nördlich des Harvestehuder Wegs werde man bereits in diesem Jahr südlich der Alten Rabenstraße bis zum US-Konsulat beginnen. Wenn im nächsten Jahr das Konsulat ausgezogen wäre, werde man dort bauen. Bellevue werde man im Jahr 2019 in Angriff nehmen, die Schöne Aussicht auch.


    Frage 2: Warum keine asymetrischen Fahrbahnen auf der Brücke? Die Fahrtrichtungen würden doch auf der Alsterseite stärker frequentiert als auf der Nordseite.


    Das ginge nicht, weil man nicht nur die Brücke plane, sondern auch die Anschlüsse westlich und östliche, so dass man ständig Schlenker fahren müsste.


    Frage 3: Wie sieht’s mit Fahrradparkplätzen aus?


    Fahrradbügel wird es sicherlich zu geben, das wird noch geplant.


    Frage 4: Was veranlasst Sie zu der Bezeichnung „Fahrradachsen“? Die Radfahrer werden die Fahrradachsen nicht benutzen, sondern weiter mit hoher Geschwindigkeit auf dem Gehweg der Herbert-Weichmann-Straße fahren. Man hätte lieber eine Spielstraße einrichten sollen. Das habe man aber gar nicht in Erwägung gezogen, weil man nur ideologisch verbrähmt geplant habe. „BINGO!“


    Auf solche Fragen gibt’s offenbar keine Antwort.


    Frage 5: Warum kein Tempo 30 auf der Krugkoppelbrücke?


    Die Einrichtung von Tempo 30 wäre an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die auf der Brücke nicht erfüllt werden.


    Frage 6: Auf Fahrradstraßen dürften grundsätzlich keine Kraftfahrzeuge fahren. Könne man die Ausnahme „Linienverkehr frei“ nicht lassen und auf diese Weise die Busse aussperren?


    Die Buslinien wären an Konzessionen gebunden, die Touristen wollten die Alster sehen, da könne man wenig machen. Man müsse ansonsten die Buslinien anders planen, das wäre recht kompliziert.


    Frage 7: Zum Hochbordradweg an der Fernsicht, wie soll dort das Linksabbiegen funktionieren?


    Auf der Skizze fehlten einige gestrichelte Linien, man werde eine entsprechende Aufstellfläche einrichten.


    Frage 8: Zur Krugkoppel. Warum hat man da in der Mitte beim Park noch eine Ampel stehen, wenn vorne und hinten der Straßen Fußgängerüberwege genügen?


    Die Ampel wird bleiben. Oder vielleicht auch nicht: Geht nicht doch ein Fußgängerüberweg? Nichts genaues weiß man nicht.


    Frage 9: Zur Parkplatzvernichtung. Es stünden dort ganz viele abgestellte Fahrzeuge zum Verkauf oder mit Reklame herum. Könne man die maximale Parkzeit nicht auf vier Stunden begrenzen?


    Die Anregung werde man mitnehmen und bei der Polizei erfragen.


    Frage 10: Radfahrer kontra Auto. Warum brauche man beidseitige Parkstreifen, wenn man doch Tiefgaragen habe? Man könnte einen viel schöneren Blick auf die Alster haben Rest undeutlich wegen Applaus!


    Man müsse verschiedenen Interessen gerecht werden. Man vernichte bereits 140 Parkplätze, mit dieser Idee vernichte man 130 Parkplätze. BINGO!


    Frage 11: An der schönen Aussicht, gibt es da noch Parkplätze alsterseitig?


    „Nein, deshalb heißt es ja schöne Aussicht.“


    Frage 12: Zur Krugkoppel. Man könne dort nicht von der Krugkoppel nach links in den Leinpfad einbiegen. Dort müsse eine Aufstellfläche eingebaut werden, da stünden teilweise mehrere Fahrräder hintereinander. Autos würden dann mit Sicherheit über den Radfahrstreifen ausweichen, Gefährdungen wären programmiert.


    Man werde die Anregung mitnehmen.


    Frage 13: Zu den Parkplätzen an der Alsterseite. Könne man dort nicht Parkraumbewirtschaftung einführen? Dann könne man ja sehen, wie viele Autofahrer dort noch parken wollen.


    Frage 14: Undeutlich.


    Frage 15: Zum selben Thema.


    Frage 16: Zum Kreisverkehr. Könne man bitte den Kreisverkehr so auslegen, dass keine Kraftfahrzeuge die Mittelinsel schnitten? Außerdem: Könne man zwischen Leinpfad und Krugkoppelbrücke nicht auch einen Kreisverkehr einrichten?


    Man werde den Kreisverkehr entsprechend ausführen. Am Leinpfad wäre aber für einen Kreisverkehr keinen Platz. Die Einfahrt in den Leinpfad müsse man sich aber ohnehin noch einmal genau anschauen.


    Frage 17: Wie wird man verhindern, dass Radfahrer falsch herum durch den Bypass fahren?


    Bei Radfahrstreifen wären deutlich weniger Geisterradler als bei Hochbordradwegen zu erwarten. Lautes Gelächter!


    Frage 18: Fährhausstraße. Dort werden bei Veranstaltungen fünfzig bis sechzig Kraftfahrzeuge abgestellt, das wird sich auch bei einer Fahrradstraße nicht ändern. Könne man nicht das Parken auf dem Gehweg erlauben und statt der Fahrradstraße Schutzstreifen anlegen?


    Das wäre eine ganz neue Idee. Es spräche hier aber sehr viel für eine Fahrradstraße. Bei Schutzstreifen habe man automatisch Tempo 50, das man rund um die Alster nicht haben wolle.


    Frage 19: „Kfz frei“ an der Scheffelstraße wäre eine unglückliche Lösung. Man führe dann in die Straße hinein und ignoriere das „Anwohner frei“ hundert Meter weiter, das müsse rechtzeitig an der Bellevue angezeigt werden.


    Frage 20: Zu den Hecken an der Hebert-Weichmann-Straße. Man müsse die Hecke dort stutzen, Hecken gehörten auf das eigene Grundstück und nicht auf den Gehweg nebenan.


    Frage 21: Wie geht’s eigentlich unten An der Alster weiter? Was ist dort der Zeitplan?


    Es gäbe dort erste Vorbesprechungen bei den zuständigen Behörden. Der Bereich wäre allerdings äußerst kompliziert, das werde noch dauern.


    Frage 22: Die Alster wäre der qualitätsvollste Stadtraum, den es in Europa gibt. BINGO! Am Harvestehuder Weg habe man aber keine Fahrradstraße eingerichtet, sondern einen Radweg mit vielen Autos gebaut. Von der Alster habe man dort nichts mehr. Das wäre ein Stadtraum, den man für die Allgemeinheit wieder beleben müsste.


    Frage 23: Zur Einbahnstraße in der Bellevue. Das wurde abgelehnt mit dem Argument, dass die Verkehrsströme dann über den Mühlenkamp flössen. Bei einer Anlieger-Straße fließe der Verkehr aber doch auch über den Mühlenkamp?


    Nochmal werden die Aspekte einer Anlieger- und Einbahnstraße erklärt.


    Frage 24: Undeutlich, aber zum selben Thema.


    Frage 25: Undeutlich. Könne man die Krugkoppelbrücke nicht als Fahrradstraße ausweisen, wenn doch nach dem Umbauten eine deutliche Steigerung des Radverkehrs zu erwarten wäre? Applaus!


    Man müsse erstmal die Steierung des Radverkehrs abwarten, dann könne man anschließend immer noch eine Fahrradstraße einrichten. Wenn man gleich mit der Maximalforderung begönne, machte man sich selbst keinen Gefallen. Man könne aber anschließend leicht die Radfahrstreifen entfernen und eine Fahrradstraße einrichten.


    20.22 Uhr



    Schlusswort. Das übliche halt.

  • Hm, da könnte was dran sein. Als Direktkandidat duelliert sich das Bürschchen mit der SPD-Novizin Dorothee Martin (in meinem Wahlkreis <X ), nachdem der Platzhirsch Dirk Fischer (Verkehrsausschuss!) nicht mehr kandidiert (aber auf Plakaten durchaus noch präsent ist). Er steht auf Platz 4 der Landesliste, dürfte also tatsächlich reinkommen.
    Wenn ich mir die anderen CDU-ler im Verkehrsausschuss so anschaue, dann dürfte er sich erstmal hinten anstellen, denn mein spezieller Freund Michael Donth kandidiert wieder, und der Obmann, Ulrich Lange aus Nördlingen, auch. Falls die CDU/CSU kein spezielles Trainee-Programm auf ihn zuschneidet, dürfte er zunächst nicht viel zu melden haben.
    Andererseits mag es sein, dass er deswegen um so lauter kräht.

  • Wenn ich mir die anderen CDU-ler im Verkehrsausschuss so anschaue, dann dürfte er sich erstmal hinten anstellen, denn mein spezieller Freund Michael Donth kandidiert wieder, und der Obmann, Ulrich Lange aus Nördlingen, auch. Falls die CDU/CSU kein spezielles Trainee-Programm auf ihn zuschneidet, dürfte er zunächst nicht viel zu melden haben.

    Vor allem ist das Thema Straßenverkehr auf Bundesebene ungleich komplexer als in Hamburg-Nord. Ploß wird sich wundern, wenn er dort seine Nummer mit der Parkplatzvernichtung durchziehen möchte.