Radfahrstreifen Dammtor und Edmund-Siemers-Allee in Hamburg

  • Würdet Ihr eigentlich vor der roten Ampel anhalten? Es ist keine Fahrradampel zu sehen

    Nein. Ich fahre bis zu einer Haltelinie vor. Da diese erst sichtbar wird hinter dem Haus, halte ich erst dort. Da wo dann auch die Fahrradampel steht.



    Jetzt wird es kniffelig. An dieser Haltelinie des Fahrradstreifens befindet sich keine Fahrradampel.

    Da ist eine Haltelinie. Eine Radfahrerampel (geradeaus) ist noch durch einen Müllsack verdeckt. Also gilt das Lichtzeichen des Kfz-Verkehrs.


    War interessant am Sonntag zu beobachten. Während der Alltagsradler die Haltelinie und damit auch die Farbe der Lichtzeichen des Kfz-Verkehrs mangels querender Fußgänger sowieso nicht beachtete, waren die Sonntagsradler, also die vielleicht sonst Autofahrenden, verunsichert und haben dann einfach ein paar Ampelphasen gewartet. Tja, so eine konfuse Lichtzeichenregelung ist man als Autofahrer einfach nicht gewohnt.

  • Stadtauswärts wurde eine Fahrspur gesperrt, damit der Fuß-und Radverkehr stadtauswärts an der Baustelle vorbei kommt.

    Wer viel meckert sollte auch loben!


    Nachdem ich letzte Woche Kritik gegenüber Verantwortlichen geübt hatte, wurde doch relativ schnell nachgebessert.


    Der Bauzaun vor dem Uni-Hauptgebäude wurde anders aufgestellt (geht doch), was zu einem breiteren gemeinsamen Fuß- und Radweg führt.




    Die Schilder stadteinwärts Durchfahrt für Radfahrer verboten und Durchgang verboten wurden besser positioniert und durch Hinweisschilder ergänzt.

       


    Dass der Bauzaun geöffent wurde und das Volk durch die Baustelle wanderte und fuhr, dafür können die ausführenden nun nichts.

    Also Lob für die Verbesserungen!


    Das Durchgangsverbot für Fußgänger stadteinwärts vor dem Uni-Hauptgebäude halte ich allerdings nach RSA (Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen) immer noch für regelwidrig.

  • Dass der Radfahrstreifen auch von Fußgängern und Geisterradlern rege genutzt wird, überrascht mich auch nicht mehr so richtig. Ich weiß zwar nicht, wie man ernsthaft auf die Idee kommen kann, in so einer Situation auf der falschen Seite zu fahren und das auch noch für eine gute Idee zu halten, aber naja: Bei Begegnungsverkehr müssen diese Experten dann immer halb auf den rechten Fahrstreifen ausweichen. Boah.


    Gestern wurd’s dann aber kurios, weil ein Geisterradler einen Fußgänger beiseite bitten musste. Ich finde, das beschreibt die Nutzung dieses Weges ganz gut:

  • Mattimat und mir sind quasi zeitgleich so eine Art feindliches Grün vor dem Bahnhof Dammtor aufgefallen:


    Vom Signalgeber vor dem Bahnhof Dammtor bis zur eigentlichen Kreuzung am Dammtordamm sind es knapp 45 Meter. Das ist schon eine tüchtige Strecke. Nun ist am Bahnhof Dammtor leider immer Stau, ganz egal ob Sommerferien oder nicht, so dass einige Kraftfahrzeuge bereits hinter der Haltinie, aber vor der Kreuzung stehen. Der Signalgeber zum Rechtsabbiegen wird rot, der Signalgeber für Radfahrer grün, aber die wartenden Kraftfahrzeuge biegen ganz ungerührt ab:




    Da hinten mangelt der Metrobus 5 beinahe zwei Radfahrer um, die bei grünem Licht losgefahren sind.


    Das ist ja mal wieder großartig gelungen. Mag jemand mal dort vorbeifahren, die Sache überprüfen und gegebenenfalls bei PK 14 petzen?

  • Also ich sehe hier nur Radfahrrambos die sich nicht an das Rechtsabbiegegebot halten.




    Und eine Fehlplanung.


    Zukünftig vor der weißen Haltelinie wartende (auch indirekt linksabbiegende) Radfahrer (aus dem Mittelweg werden von LKW Sattelzügen einfach platt gemacht, derzeit auch noch durch Gelenkbusse.


    Die paar Zentimeter, die der Schutzstreifen dort schmaler ist als in der Planung vorgesehen, sind aber nicht der Grund.

  • Ich möchte noch mal kurz zwei Aufnahmen von Ende September einwerfen.


    Hier liegt noch ein bisschen Gestrüpp auf dem Radfahrstreifen. Nicht so sehr gut zu erkennen, aber das ist damals offenbar häufiger passiert, jedenfalls mehrten sich die Klagen auf facebook über den Müll, der da lag:



    Und das hier ist dann die tolle Bushaltestelle. Prinzipiell sollten Fahrplan und Lichtzeichenanlage wohl so gut getaktet sein, dass der Bus den Radfahrstreifen nicht versperrt, aber wie es halt so ist, da braucht ein Fahrgast länger zum Abzählen seines Münzgeldes beim Fahrkartenkauf, schon klappt es nicht mehr. Radfahrer weichen dann entweder in den Fahrbahnverkehr aus oder versuchen es über den Gehweg. Vielleicht mit ein Grund, warum man solche Konstrukte nicht bauen sollte.


  • Weiter geht’s. Das ist hier immer ein bisschen brenzlig, manchmal weichen Kraftfahrer beim Linksabbiegen auch über den Radfahrstreifen aus, man hat es ja schließlich eilig und so, da sollten Radlinge besser bremsbereit sein:



    Die Haltlinie an der abgeschalteten Lichtzeichenanlage gilt nicht für Radfahrer. Prima, leider im morgendlichen Gegenlicht kaum zu erkennen.



    Die zweite Linie gilt ebenfalls nicht, weil momentan niemand queren kann:



    Hier darf man nur nach rechts? Oder doch geradeaus? Mal wieder lernt man als Radfahrer sich doch bitteschön selbst auszusuchen, welche Schilder man beachten möchte:



    Edit: Hoppla, die Bahn ist schon in Hamburg angekommen — mehr Fotos folgen im Laufe des Abends.

  • Zum Vergleich: so sieht es jetzt, nach der Fertigstellung aus: https://www.mapillary.com/app/…cMW3BLZWy4Fsw&focus=photo

    Auf dem Schild bei der 2. Fahrradampel direkt an der Kurve steht sinngemäß, das auch der rechtsabbiegende Radverkehr das Rot zu beachten hat, weil LKW und Busse beim Rechtsabbiegen den Radfahrstreifen überfahren. D.h. rechtsabbiegende KFZ haben ihre eigene Grünphase, der Fuß+Radverkehr wird mit Geradeaus-KFZ geschalten.


    Das führt natürlich dazu, das man als Rechtsabbieger direkt auf die querenden Fußgänger auffährt und entweder sofort wieder anhalten muss oder sich durchmogelt. Auf den Fotos sieht man das ich letzteres gemacht habe, weil ich ehrlich gesagt nicht mit einer so unvorteilhaften Regelung an einer neu gestalteten Kreuzung gerechnet habe. Wenn man stehenbleibt blockiert man auch die Geradeausfahrenden, die dann entgegen der Markierung sich im Kreuzungsbereich irgendwie durchwurschteln müssen. Insgesamt also eine eher halbgare Lösung, die die Konfliktströme nur für den KFZ Verkehr löst.


    Ich mache mal die Vorhersage, das es hier viele Verstöße geben wird – entweder beim Rechtsabbiegen für Rot oder "Gefährdung von Fußgängern" bei Grün.

  • Ungewohnt vielleicht, aber doch die absolute Standardregelung an einer Kreuzung. Im Gegenteil, dass die rechtsabbiegenden Kraftfahrzeuge eine eigene Ampelphase haben, sehe ich höchst positiv. Und dass abbiegende Radfahrer nicht bei rot halten, müssen, wenn es keinen Bedarf wegen nicht vorhandener Fußgänger gibt, auch. Meiner Meinung nach die einzig richtige Ampelschaltung, wenn man Radwege will.


    Zu dem Bus weiter oben: Kling vernünftig, dass Individualverkehr nur hinter dem Bus ankommt. Quasi wie die "Schleusen" mit Vorampel in Städten mit Straßenbahn. Wenn es dann dauert, muss man eben mal warten. Wie auf der Fahrbahn auch. Lieber so auf 100+ Leute warten, als im Stau hinter hundert Leuten auf Rädern oder gar PKW. Auch dort hat man meines Erachtens die beste Lösung für die bauliche Situation gefunden. Wenn man Radwege will...

  • Ungewohnt vielleicht, aber doch die absolute Standardregelung an einer Kreuzung. Im Gegenteil, dass die rechtsabbiegenden Kraftfahrzeuge eine eigene Ampelphase haben, sehe ich höchst positiv. Und dass abbiegende Radfahrer nicht bei rot halten, müssen, wenn es keinen Bedarf wegen nicht vorhandener Fußgänger gibt, auch. Meiner Meinung nach die einzig richtige Ampelschaltung, wenn man Radwege will.

    Der Punkt ist doch aber, dass an dieser Kreuzung rechts abbiegende Radfahrer rot haben, so lange rechts abbiegende Autofahrer grün haben.

    Erst in dem Moment, in dem die Geradeaus-Fußgänger grün bekommen, bekommen die Rechtsabbiege-Radler grün (nicht mit eigenem Pfeil, das wäre ja illegal, sondern mit der oben von breunigs - und von mir mehrfach - kritisierten allgemeinen Fahrradampel.

  • Was da jetzt der Punkt ist?

    Man hat an dieser Ecke eine Radverkehrsführung bewusst so angelegt, dass sie durch die Schleppkurve führt. Deswegen müssen die Rechtsab-Radler vorher gestoppt werden, anstatt synchron zu den Rechtsab-Kfz an den wartenden Fußgängern vorbei fahren zu dürfen.

    In dem Moment, in dem sie grün bekommen, wird aber ihr Weg durch die loslaufenden Fußgänger blockiert. Daher müssen sie warten und blockieren die Radspur für die Geradeaus-Radler.


    Es ist, als ob sich jemand überlegt hätte »Wie würde die dööfste Planung für Radler aussehen?« und das wird dann gebaut.

  • Ich erwarte bei so einer Regelung, dass die Rechtsabbiegerampel als Störenfried die kürzeste Grünphase hat und der Parallelverkehr, Fahrbahn-geradeaus, Fußgänger und Radverkehr entlang einer mehrspurigen innerörtlichen Vorfahrtsstraße die längste. Liegt da mein Fehler?


    Dann würde ich allerdings die Schaltzeiten kritisieren, statt dass die Regelung nicht kompliziert genug ist. Die andere Lösung würde man nur mit zwei Radwegen lösen können, die eigene Ampeln* haben oder einen Rechtsabbiege-Grünpfeil. Wobei ich nicht weiß, ob der an Radampeln möglich wäre.


    *Ergänzung: Dann hätten die abbiegenden Radlinge grundsätzlich rot, wenn die Fußgänger grün haben. Selbst sonntags nachts, wenn dort kein Fußling weit und breit ist.

  • Das Problem mit der Schleppkurve könnte man einfach dadurch lösen, dass die Rechtsabbiegespur nicht rechts auf der Fahrbahn, sondern weiter links verläuft, sagen wir: links neben den Geradeausspuren. Erzieherischer Nebeneffekt: Dann lernen Autofahrer mal, wie das ist, wenn man rechts neben dem Rechtsabbieger geradeaus fahren soll.


    Okay okay, das war nur ein Witz. Aber einer, der nicht gleich in Beton gegossen und auf Verkehrsschilder gemeißelt wird ...

  • Ich finde auch gut, das Rechts-KFZ und Rad getrennt geschalten wird, um der Tatsache das Schulterblick selten gemacht wird Rechnung zu tragen.


    Die Schaltung hat aber dennoch Probleme: hinter dem Brückenpfeiler kann man Leute nicht sehen, die noch über die Kreuzung möchten oder gerade von ihr kommen. Umgekehrt sehen die Fußgänger mich nicht, insbesondere wenn sie nach dem Queren Richtung Süden weiter wollen und über den Radweg abkürzen. Die richtige Antwort heißt dann ggf. stehenbleiben und Schulterblick, aber mal ehrlich, den machen die Radler auch nicht häufiger als die KFZler.


    Zu den Hauptverkehrszeiten ist hier auch immer starker Fußgängerverkehr, sodass praktisch immer Konflikte sind. Dafür hat man nachts dann zwar freie Fahrt, aber das Argument kann ich ebenso anbringen wenn man auf den nachts wegen einem Rechtsabbiegenden KFZ warten muss. Vorher war es ein freier Rechtsabbieger für Fahrräder, d.h. in diesem Sinne ist die neue Regelung sogar eine Verschlechterung.


    Es gibt außerdem keinen Aufstellbereich für rechtsabbiegende Fahrräder, sodass diese die Fahrradfurt geradeaus blockieren.


    Leider finde ich zum Umbau keinen Erläuterungsbericht. Mich würde z.B. interessieren, ob es vom Platz her gereicht hätte die rechtsabbiegenden KFZ auf die linke Fahrspur im Dammtordamm zu leiten – da könnte die Schleppkurve frei bleiben. Dann fehlt natürlich immer noch ein Aufstellbereich.


    Unterm Strich stellt sich die Situation für mich so dar: vor dem Umbau war es ein freier Rechtsabbieger im Konflikt mit den Fußgängern. Durch den Umbau wird der Aufstellbereich ein bisschen großzügiger, da der Radverkehr jetzt beampelt die Schleppkurve mitbenutzen darf. Ungelöst bleibt der Nutzungskonflikt Querung-Fuß/Rechts-Rad. Geradeaus/Rechts-Rad bleibt ebenfalls ungefähr so wie jetzt. KFZ-Rechts und Rad-Geradeaus waren auch vor dem Umbau schon getrennt geschalten.


    Die Abbiegerelation ist entlang der Veloroute 3. Ich finde, da darf ich bei einem Umbau schon erwarten das die Rad/Fuß Konflikte gut gelöst werden. Den freien Rechtsabbieger durch eine Ampel zu ersetzen, bei der die Konflikte nach wie vor bestehen bleiben, ist etwas dürftig.