Wenn Hamburg nicht bald etwas gegen Radfahrer unternimmt, kann es seine neue Infrastruktur wieder in die Tonne kloppen

  • Unfassbar. Die Relation Neuer Pferdemarkt — Feldstraße ist vollkommen überlastet. Nur dort, wo man auf diesem mega-breiten Bussonderfahrstreifen mitradeln darf, kommt man noch durch. Und das in Hamburg mit seinem bummeligen Radverkehrsanteil an einem nicht so ganz mega-warmen Morgen. Aber an dieser geilen Ampelanlage kann man ewig herumstehen.

  • Halb zehn Uhr am Morgen: Beim Umschalten auf grünes Licht warten insgesamt 19 Radfahrer (nach der Aufnahme sind noch einige dazugekommen), von denen schaffen es acht nicht über die Kreuzung, bevor es wieder rotes Licht gibt.


    Was soll eigentlich passieren, wenn der Radverkehrsanteil weiter steigt?


  • Halb zehn Uhr am Morgen: Beim Umschalten auf grünes Licht warten insgesamt 19 Radfahrer (nach der Aufnahme sind noch einige dazugekommen), von denen schaffen es acht nicht über die Kreuzung, bevor es wieder rotes Licht gibt.

    Tja, das ist etwas, was bisher nur Autofahrer erleben: dass man mehrere Phasen braucht, bevor man über die Ampel kommt ... ;-))

  • Und das ist auch ganz gut so, weil sonst berechtigterweise Autofahrer das Selbe unternehmen. Und wenn auch nur alle Mitarbeiter eines Unternehmens sagten "wir sind ein Verband und organisieren das ganze am Vorabend", dann ergeben sich im Stadtverkehr Probleme. Vermute ich einfach mal dreist.

  • Was unterscheidet denn einen Verband von einer "wilden Rotte", so rein optisch? Die StVO sagt ja nur:

    (3) Geschlossen ist ein Verband, wenn er für andere am Verkehr Teilnehmende als solcher deutlich erkennbar ist. Bei Kraftfahrzeugverbänden muss dazu jedes einzelne Fahrzeug als zum Verband gehörig gekennzeichnet sein.

    Ich hätte so meine Schwierigkeiten den Unterschied zu erkennen, wenn ich einen Haufen Radfahrer im Berufsverkehr sehe, die erstmal nichts weiter miteinander zu tun haben, im Gegensatz zu einer CM, die sich ja auf den §27 beruft.

  • Und das ist auch ganz gut so, weil sonst berechtigterweise Autofahrer das Selbe unternehmen.

    Das geht zum Glück ja nicht so einfach, da das jedesmal beantragt werden müsste:

    (2) Veranstaltungen, für die Straßen mehr als verkehrsüblich in Anspruch genommen werden, bedürfen der Erlaubnis. Das ist der Fall, wenn die Benutzung der Straße für den Verkehr wegen der Zahl oder des Verhaltens der Teilnehmenden oder der Fahrweise der beteiligten Fahrzeuge eingeschränkt wird; Kraftfahrzeuge in geschlossenem Verband nehmen die Straße stets mehr als verkehrsüblich in Anspruch. Veranstaltende haben dafür zu sorgen, dass die Verkehrsvorschriften sowie etwaige Bedingungen und Auflagen befolgt werden.

    Allerdings könnte man der ersten Teil von Satz 2 ja auch auf Radfahrer anwenden. Kennt jemand dazu Urteile?

  • Also selbst wenn der/die erste an der Ampel sich umguckt, allen zuruft »Wer will hier noch bis zum Karl-Muck-Platz«, dann 15 die Hand heben, dann der/die erste ruft »Okay, dann sind wir jetzt ein Verband und fahren gemeinsam«, ist das keine »Veranstaltung«.


    Außerdem könnte es sein, dass man sich allmählich an andere Zahlenverhältnisse beim Stichwort »verkehrsüblich« gewöhnen muss. Wo früher vielleicht ein Radler pro Minute vorbeikam, sind es jetzt 5, 10, 20, 40, ...

  • Keine vernünftigen Antworten, aber ich kann ein paar Beispiele auflisten:


    - Bundeswehrverbände kommen hier noch gelegentlich vor. Die sind als Verband erkennbar. Ich meine, sogar schon dadurch, dass nicht gar so viele Fahrzeuge in Tarnfleck unterwegs sind, aber dort gibt es auch noch Fähnchen für erstes/letztes/zusammengebrochenes und mittleres Fahrzeug.


    - Die Quäldich-Radtour fährt als Verband. In Gruppen, nach Gruppenstärke und mit dem erklärten Ziel in ordentlichen Zweierreihen zu fahren. Das halte ich für eine gut gelungene Version des Verbandes, weil dort die Gruppe auch erkennbar zusammen bleibt.


    - als tragisches Gegenbeispiel die Nürnberger Critical Mass: dort ist die Gruppe groß und fährt als relativ ungleichmäßiger Haufen. Natürlich ist der Verband zu erkennen, weil sie ja mit gutem Grund aus der Masse hervorstechen.


    Der CM-Verband gefällt mir regelmäßig nicht gut als Verband. Den Rest der CM soll das nicht kritisieren, die Verbandsregeln sind hier aber recht ... na .. arg lose interpretiert.

  • Was wohl? Ab auf die Fahrbahn!!!

    Zumindest für die im Bild dargestellte Wegebeziehung ist "ab auf die Fahrbahn" keine Lösung, weil Autofahrer dort nicht entlang fahren dürfen. Aus Richtung Thadenstraße / Wohlwillstraße dürfen Autofahrer nicht rüber Richtung Neuer Kamp.
    Aus Richtung Thadenstraße besteht die Möglichkeit über Lerchenstraße und Stresemannstraße Richtung Neuer Kamp zu fahren.
    Aus Richtung Wohlwillstraße besteht die Möglichkeit über Paulinenplatz, Annenstraße, Detlev-Bremer-Straße und Budapester Straße Richtung Neuer Kamp zu fahren.