Wie gut funktioniert das sogenannte "VeloGleis"?

  • Was ist eure Einschätzung zum Velogleis? Das ist eine Form der Gleissicherung für den Fahrradfahrer*innenschutz bei Rillenschienen? Siehe auch Beitrag unten! 4

    1. Gute Idee, bin ich selbst schon drüber gefahren. (0) 0%
    2. Keine gute Idee, ich habe das selbst ausprobiert. Die Sturzgefahr wird kaum vermindert. (0) 0%
    3. Das System ist zu teuer, der finanzielle Mehraufwand nicht gerechtfertigt. (1) 25%
    4. Das System ist zwar teuer, aber wenn ein Einsatz auf kurze Abschnítte ausreicht, um die Sicherheit zu verbessern, lohnt sich die Anschaffung. (2) 50%
    5. Rillenschienen sollten nur in Form des Velogleises verlegt werden. (0) 0%
    6. Ich würde das gerne mal ausprobieren und vermute einen Sicherheitszugewinn. (2) 50%
    7. Ich würde das gerne mal ausprobieren, bin aber skeptisch, ob das VeloGleis die Sturzgefahr tatsächlich reduziert. (1) 25%
    Ort
    Brandenburg an der Havel, Straßenbahnhaltestelle mit VeloGleis-Abschnitt und andere Städte mit Straßenbahnen und Stadtbahnen mit Beispielen für das VeloGleis

    Umfrage zum Velogleis. Infos im zweiten Beitrag!

    Einmal editiert, zuletzt von Ullie (20. Juni 2026 um 21:59)

  • Infos zur VeloGleis-Umfrage in Beitrag 1:

    Wer mit dem Fahrrad auf Straßen fährt, wo Rillenschienen für die Straßenbahn oder die Stadtbahn verbaut sind, der muss nicht nur wie üblich den Verkehr und die eigene Fahrstrecke beachten. Darüber hinaus gilt es aufmerksam auf den Schienenverlauf zu achten!

    Vermutlich ist es allen Fahrradfahrer*innen schon passiert: Ein Sturz, ausgelöst durch ein "Einfädeln" ins Rillengleis.

    Das muss nicht sein, behauptet der Hersteller von "VeloGleis", das thüringische Unternehmen SEALABLE Solutions GmbH.

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    An dieser Stelle an der Haltestelle Blumenstraße in Brandenburg an der Havel, wird der Radverkehr im Haltestellenbereich zwischen den Haltestellenborden jeweils im Schienenpaar des in Fahrtrichtung rechten Gleises geführt. In das meterspurige Gleis einzufahren und es wieder zu verlassen ist deutlich anspruchsvoller als bei einem 1,435 m breiten Normalspur-Gleis.

    Um die Sturzgefahr zu vermindern wurde jeweils beim Einfahren in das Gleis und beim Wiederausfahren ein wenige Meter langes VeloGleis verlegt. Und zwar jeweils an der rechten Schiene. Piktogramme weisen auf diese Stelle hin, die in besonderer Weise geeignet ist, um ins Gleis hineinzufahren, bzw. wieder herauszufahren:

    Hier die Einfahrt kurz vor der Haltestellenkante vom Hauptbahnhof kommend mit Blickrichtung Jacobstraße:

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    Und hier die Ausfahrt, ebenfalls mit Blickrichtung Jacobstraße:

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    Hat wer hier im Forum praktische Erfahrungen mit dem Velogleis gemacht und mag davon berichten?

  • Schematische Zeichnung des Velogleises nach einem Artikel aus der Schweiz:

    Zitat aus dem Artikel: Basel testet verbessertes fahrradfreundliches Gleis vom 13.6.2020: "Die Rückmeldungen der Testpersonen zum fahrradfreundlichen Gleis sind durchwegs positiv – unabhängig vom eigenen Fahrkönnen und vom Zweirad, mit welchem sie auf der Teststrecke unterwegs waren. Das Gleissystem erwies sich auch bei Nässe und mit Laub auf der Fahrbahn als gut befahrbar und wurde beim Queren der Schienen als sicherer wahrgenommen als Gleise ohne Gummifüllung. Grundsätzlich fühlten sich die Testpersonen wohler, wenn sie bei der Kaphaltestelle zwischen den beiden Schienen fahren konnten anstatt zwischen äußerer Schiene und Haltekante."
    In dem Artikel steht außerdem, dass durch das Velogleis viele Fahrradfahrer*innen nicht mehr in dem engen Bereich zwischen Haltestellenkante und äußeren Gleis fahren. Dort sind Seitenbahnsteige.

    Basel testet verbessertes fahrradfreundliches Gleis
    (Kanton Basel-Stadt) Die Fahrt entlang der hohen Haltekanten bei Kaphaltestellen soll für Fahrradfahrende einfacher und sicherer werden. Deshalb testet der Kan
    velocityruhr.net
  • wäre doch auch mal schön, Radfahrenden nicht nur die Dooring-Zone zu erklären, sondern auch die "Haltestellenzone", wo man eben wegen Abstand Gleis-Hochbord nicht fahren sollte. Aber gut, wenn man vor und hinter der Haltestelle doch wieder rechts der Gleise fährt, muss man 2x wechseln über eine Schiene.

    das Velogleis ist ein Kostentreiber im ÖPNV, weil die Gummis nicht sehr lange halten. Gleichzeitig ist die schematische Zeichnung, wonach Oberkante Schiene quasi bündig mit Asphaltdecke ist, ein ... Wunschdenken. Zumindest hier in Jena ist das nicht der Fall. Ich würde auch beim Velogleis nicht auf die Idee kommen, Geisquerung in sehr spitzen Winkeln zu vollführen.

  • Wer käme denn auf die Idee, im stumpfen Winkel eine Schiene zu nehmen? Das ist die entscheidende Frage. Frage #2: Suche ich das Gummi, oder verlasse ich mich ohnehin nicht auf dessen Anwesenheit.

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.

  • ... das Velogleis ist ein Kostentreiber im ÖPNV, weil die Gummis nicht sehr lange halten.

    Im Gegenteil, durch das Velogleis werden immense Kosten eingespart.

    Zumindest, wenn es zutrifft, dass dadurch Unfälle vermieden werden. Vielleicht sogar dann, wenn das Velogleis nur den Eindruck erweckt, dass damit Straßenbahnschienen ihren Schrecken verloren haben und so die Bereitschaft gesteigert wird auf's Rad zu steigen anstatt ins Auto!

  • Wer käme denn auf die Idee, in dem Beispiel oben, rechts der Gleise zu fahren?

    Du meinst doch dieses Beispiel, wovon ich weiter oben schon diese streetview-Aufnahme verlinkt hatte?:

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    Klick mal die streetview-Aufnahme an und "fahre" dann wenige Meter weiter, dann siehst du rechts auf dem Bürgersteig ein zweispuriges Lastenrad fahren:

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    Und dann noch einen Fahrrad zwischen der äußeren Schiene und der Bürgersteigkante:

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    Und das sind vermutlich keine Einzelfälle!

  • Wer käme denn auf die Idee, im stumpfen Winkel eine Schiene zu nehmen?

    Das hört sich jetzt ziemlich "von oben herab" gesprochen an. Aber aufgepasst: "Wer hoch hinaus will, fällt auch tief."

    Deine Antwort hört sich so an: "Wer ist denn so blöd, beim Überfahren eines Straßenbahngleises zu Sturz zu kommen?"

    Ist mir auch schon passiert, und dabei halte ich mich nicht für "zu blöd" zum Fahrradfahren.

    Dieser Artikel weist darauf hin, dass auch geübten Rennfahrerinnen Straßenbahnschienen zum Verhängnis werden können. Es wird in dem Artikel über einen Vorfall berichtet, der in Jena dazu beigetragen hat, dass Velogleis einzufordern:

    "Frauen-Radrennen in Jena
    Eigentlich sollte die Ladies-Tour gar nicht durch dieses Jenaer Nadelöhr
    Jena. Reaktionen auf den Doppel-Sturz am Kupferhütchen. Waltershäuser Firma würde ein Stück Velogleis gern nach Jena bringen."

    Eigentlich sollte die Ladies-Tour gar nicht durch dieses Jenaer Nadelöhr
    Reaktionen auf den Doppel-Sturz am Kupferhütchen. Waltershäuser Firma würde ein Stück Velogleis gern nach Jena bringen.
    www.otz.de

    Daraus dieses Zitat: "Eigentlich sollten die mehr als 100 Fahrerinnen von Süden kommend gleich beim Roten Turm auf die beiden westlichen Fahrspuren geleitet werden. Wie überhaupt die Strecke so ausgelegt war, dass Bahngleise gemieden oder möglichst rechtwinklig überfahren werden sollten.
    Als dann der Tross doch durch das Nadelöhr der Haltestelle fuhr, war es zu spät, um zu reagieren. Die Rennleitung meldete später, dass die beiden Fahrerinnen nur Schürfwunden von dem Sturz davontrugen. Sie waren im hinteren Teil des Feldes und seitlich unterwegs, so dass es in der Folge nicht zu weiteren Stürzen kam."

    Der Beschreibung zufolge könnte der Unfall hier geschehen sein:

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  • Und das sind vermutlich keine Einzelfälle!

    ... weil gewollt (der Radler zwischen Schiene und Bordstein):

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    Brandenburg hat Meterspur, d.h. auch mit Velogleis wären viele Lastenrad- und Liegedreirad-/Velomobilfahrer gleismittig sehr dicht an beiden Schienen, was wegen der Restkanten, die auch das Velogleis noch zur Genüge lassen würde, absolut nicht gut befahrbar wäre. Genauso rechts zwischen Schiene und Bordstein. Lediglich mittig zwischen den Gleisen wäre genug Platz ...

    ... bis eine Bahn entgegen käme ... Sollte ich es mal schaffen, mein Liegedreirad mit fast 90 cm Spurbreite endlich zu reparieren, Ersatzteil schon lange da, und ich damit von KA nach Heidelberg oder Mannheim kommen (1x war ich damit oder einem Vorgänger schon mal in HD), dann wüsste ich auch nicht, wie ich dort fahren sollte ... Mannheim hat ähnlich aufgeteilte Straßen ... Stünde dort in BB ein "Gehweg, Schleichradler frei", würde ich es vmtl. ausnahmsweise nutzen ...

    Die Lastenradlerin eines vmtl. Hausmeisterservice kommt übrigens aus der Seitenstr.:

    Street View-Ansicht von „Tandoori Tonight“ · Google Maps
    Große Gartenstraße 45, 14776 Brandenburg an der Havel
    www.google.com
  • Das Velogleis ist an der Stelle eingesetzt worden, wo man sich auf dem (einspurigen) Fahrrad fahrend fragt: "Da vorne kommt eine Haltestelle, fahre ich jetzt zwischen Haltestellenkante und äußerer Schiene weiter oder fahre ich zwischen den Schienen oder fahre ich unerlaubterweise auf dem Bürgersteig weiter.

    In Kassel ist Normalspur, da ist zum Beispiel in der Wilhelmshöher Allee an der Haltestelle Kunoldstraße stadteinwärts der Bürgersteig mit [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1022-10] ausgeschildert. Dort gibt es kein Velogleis, um zwischen die Schienen des Normalspur-Gleises einzufädeln. Dabei ist es komfortabler im Normalspurgleis zu fahren als im Meterspurgleis.

    Kassel sollte erwägen ebenfalls Velogleisabschnitte einzusetzen, um den Radverkehr im Haltestellenbereich zwischen die Schienen zu lenken und davon abzuhalten, von der Fahrbahn auf den Fußweg zu wechseln. Man könnte beobachten, wie das Ein- und Ausfädeln mit Velogleis-Hilfe angenommen wird und ggf. die Fußverkehr-Freigabe zurücknehmen.