Elektrische Unterstützung bei Pedelecs bis zu welcher Geschwindigkeit?

  • Zum einen ist es nach meiner Beobachtung und Rücksprache mit Pedelec-Nutzern so, dass insbesondere ältere Menschen oder solche mit körperlichen Einschränkungen, die das Pedelec nutzen, um körperliche Defizite auszugleichen, 20 km/h für schnell genug halten.


    Dann steht es Ihnen ja völlig frei, nur 20km/h zu fahren. Es ist ja, wie beim Auto, nicht so, dass man immer Maximal-Geschwindigkeit fahre muss.Man kann auch einfach langsam machen.

    Um eine Möglichkeit zu bieten das Auto auf dem Land zu ersetzen, müssten die Teile eher schneller werden.

  • Zum anderen hatte ich als Argument angeführt, dass die niedrigere Tempogrenze von 20 km/h es einfacher macht, bei Verkehrskontrollen auf getunte E-Bikes aufmerksam zu werden. Da du ja über praktische Erfahrung (wenn auch als Amateur) verfügst, trifft meine Vermutung zu?

    Wie genau sollen 5km/h die Erkennung getunter E-Bikes einfacher machen? Mit bloßem Augenschein erkennst du die Differenz nicht, und wenn man dann messen muss, kann es auch bei 25km/h bleiben.

    Ich fände die Grenzen 30km/h und 50km/h auch sinnvoller, da es dann keinen objektiven Grund für Kfzler gibt zu überholen.

  • Dann steht es Ihnen ja völlig frei, nur 20km/h zu fahren. Es ist ja, wie beim Auto, nicht so, dass man immer Maximal-Geschwindigkeit fahre muss. Man kann auch einfach langsam machen.

    Um eine Möglichkeit zu bieten das Auto auf dem Land zu ersetzen, müssten die Teile eher schneller werden.

    Es gibt ja bereits schnellere Pedelecs, nämlich die Speed-Pedelecs. Und damit kann man ganz legal auf der Fahrbahn fahren.

  • Wie genau sollen 5km/h die Erkennung getunter E-Bikes einfacher machen? Mit bloßem Augenschein erkennst du die Differenz nicht, und wenn man dann messen muss, kann es auch bei 25km/h bleiben.

    Ich fände die Grenzen 30km/h und 50km/h auch sinnvoller, da es dann keinen objektiven Grund für Kfzler gibt zu überholen.

    "In Stuttgart wird man künftig höchstens mit Tempo 40 fahren dürfen. Dieses Tempolimit wird ab dem kommenden Januar im gesamten Talkessel, also quasi flächendeckend dort eingeführt, wo bisher noch Tempo 50 erlaubt war." Darüber berichtete die FAZ im August 2019

    Gibt es denn Untersuchungen ob das flächendeckende Tempo 40 in Stuttgart dazu beigetragen hat, dass dort die Nutzung von Speed-Pedelcs deutlich zu genommen hat? Wenn es zuträfe, dass es Sinn macht, Speed-Pedelecs erst bei Tempo 50 abzuregeln, weil sie dann im Innenstadtverkehr "mitschwimmen" könnten, dann würde es doch noch sehr viel mehr Sinn machen, den Innenstadtverkehr auf Tempo 40 zu begrenzen, wie in Stuttgart, oder gar die Speed-Pedelecs auf Tempo 30 oder 35 zu begrenzen und flächendeckend Tempo 30 innerorts einzuführen.

  • Dann steht es Ihnen ja völlig frei, nur 20km/h zu fahren. Es ist ja, wie beim Auto, nicht so, dass man immer Maximal-Geschwindigkeit fahre muss.Man kann auch einfach langsam machen.

    Um eine Möglichkeit zu bieten das Auto auf dem Land zu ersetzen, müssten die Teile eher schneller werden.

    Warum erinnert mich das nur an diese Gespräche mit Autonarren, die eine generelle Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ablehnen und mir erzählen: "Wenn es ihnen Spaß macht, dann können Sie ja bei Tempo 100 oder 120 oder 130 aufhören auf's Gaspedal zu treten, es zwingt sie ja keiner dazu. Bei mir fängt der Spaß bei 130 + x erst an. Und den Spaß lasse ich mir von Ihnen nicht verderben."

  • Interessant:
    selbst die von der Motorisierung stark profitierende Fahrradindustrie scheint langsam zu beginnen einige Fehlentwicklungen und drohende Regulierungsnotwendigkeiten zu thematisieren:

    https://www.velototal.de/2024/11/11/ped…rktentwicklung/

    Motorisierung tendiert halt zu immer höheren Geschwindigkeiten und permanenter Leistungssteigerung (siehe Knoflachers Ausführungen zu Evolutionsbedingtheit der Lust an Geschwindigkeit in 'Virus Auto')

    Würd mich nicht wundern, wenn am Ende Tempolimits für alle Radfahrenden kommen, also auch die evtl. bald aussterbende Spezies 'Bio-Radler', weil die Industrie entdeckt hat, dass sich mit Motorisierung und Übermotorisierung die Renditen drastisch steigern lassen. Es sind ja auch große Autozulieferer wie Bosch mit im Boot bzw. als Agendasetter aktiv ('S-Pedelec auf Radwege' kommt ja nicht zufällig aus Tübingen, wo die Bosch-Fahrradmotorsparte im Wahlkreis von Palmer liegt).

    Vermutlich hat die E-Bike/Pedelec-Industrie schon lange ein Auge drauf, dass strenge Vorschriften für Pedelecs dafür sorgen, dass diese Zweiräder nicht zu stark übermotorisiert werden. Der Pedelec-Verkauf boomt ja deshalb, weil die Pedelec-Nutzer den Fahrradfahrenden mit Bio-Bikes gleichgestellt sind.

    Ich erlebe das, auf meinem Bio-Bike fahrend, als zunehmend unangenehm.

    Es kommt eher selten vor, dass mich Radrennfahrer überholen, die trainieren wohl auch eher selten auf Fahrradwegen. Und sie fahren ein deutlich höheres Tempo als auf Fahrradwegen üblich. Daran hat sich auch seit Jahren nichts geändert. Dass einmal ein Rennradfahrer meint, er müsse den Fahrradweg zur Trainingsstrecke machen, und in gefährlich engem Abstand durch die "Langsamfahrer" schlängelt, kommt selten vor.

    Dagegen bin ich jedoch zunehmend davon genervt, dass es auf den Fahrradwegen immer hektischer zugeht, weil immer mehr Pedelec-Nutzer mit immer stärkeren Motoren, die nur noch eine sehr geringe Tretunterstützung erfordern, zunehmend stärker die Radwege bevölkern.

    Besonders ärgerlich: Viele dieser übermotorisierten Pedelecs, sind im engeren Sinne des Gesetzes gar nicht übermotorisiert. Aber vermutlich zählt mein persönliches Empfinden wenig und nur dann, wenn die Zahl weiterer schwerer und tödlicher Pedelec-Unfälle weiter ansteigt wird der Gesetzgeber reagieren.

    "Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) hat kürzlich einen Vorschlag zur Weiterentwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen für E-Bikes vorgelegt. Ziel ist es, die Definition von Pedelecs zu präzisieren und deren rechtlichen Status als Fahrrad zu sichern. Ein zentraler Punkt des Vorschlags ist die Begrenzung der maximalen Unterstützungsleistung auf 750 Watt. Diese Forderung stößt nun auf Widerstand seitens des E-Bike-Motorenherstellers DJI. Dessen Avinox-Antrieb klotzt mit rund 1000 Watt Spitzenleistung und hat damit in kurzer Zeit viele Fans unter E-Mountainbikern gefunden."

    ZIV fordert Leistungslimit für Pedelecs: Motoren-Hersteller DJI wehrt sich
    Der E-Bike-Motorenhersteller DJI wehrt sich gegen den Vorschlag des Zweirad-Industrie-Verbands, die Leistung von Pedelec-Motoren auf 750 Watt zu begrenzen.
    www.bike-magazin.de

    Warum nicht die Spitzenleistung genau wie die Nenndauerleistung auf 250 Watt begrenzen? Alles was darüber ist, ist ein Kraftfahrzeug, wie das Speed-Pedelec. Oder den Drehmoment begrenzen.

    Das Modell hier, EVERCROSS EK30 Elektrofahrrad-NFC, hat einen Drehmoment von 59 Nm und die übliche Nenndauerleistung von 250 W.

    Ich hab es vor einem Lebensmittelmarkt stehend fotografiert. So richtig praktisch zum Einkaufen scheibnt es nicht zu sein. Keinen Korb. Kein Gepäckträger.:/

    Der Motor hat einen Drehmoment von 59 Nm

    EVERCROSS EK30 Elektrofahrrad – Hochleistungs E-Bike für Abenteurer
    Discover the EVERCROSS EK30 Elektrofahrrad, your ultimate electric bike for urban commuting and adventurous rides! Featuring a powerful motor, long-lasting…
    evercross.eu

    So wie es gebaut ist, braucht es auch den hohen Drehmoment, denn der Sitz ist nicht höhenverstellbar, er ist sehr niedrig und ergonomisch eher ungünstig geformt, um kräftig mitzutreten. So wie es designt ist, geht es wohl eher weniger darum, damit im klassischen Sinn Fahrrad zu fahren. Es ist wohl eher ein Fahrzeug für Leute, die damit cool aussehen wollen. 8) Ob das Modell außerdem noch manipuliert ist, kann ich als Laie, von außen betrachtet, schwer erkennen. Wenn der Fahrer damit flott geradeaus oder gar bergan damit fährt, ohne zu treten, dann ist allerdings auch für einen Laien erkennbar, dass es manipuliert ist.