Das 9-Euro-Ticket kommt

  • Die externen Kosten des ungebremsten Autostraßenbaus tauchen nicht auf - und dazu scheinen auch die Toten des Eisenbahnunglücks von Garmisch zu gehören, wo man für zwei Bundesstraßen eine Monsterkreuzung gebaut hat, für die man einen Bach an den Bahndamm verlegt hat, der dadurch steiler wurde und offenbar von der Erosion angeknabbert wurde

    Na das kann ich so nicht stehen lassen. Man geht derzeit von gebrochenen Betonschwellen aus. Daher ist man gerade deutschlandweit dabei, die Schwellen der gleichen Charge auszuwechseln.

    Mal sehen, was im Unfallbericht des EBA dann steht.


    Oder ist es nicht besser, es verabreden sich über eine App zwei oder drei Personen zu einem gemeinsamen Einkauf mit einem KfZ? Für die Stadt der Bus und für das Land die Fahrgemeinschaft.

    Gibt es, wird zu wenig genutzt. Außer auf längeren Strecken. Als ich noch regelmäßig mit dem Auto zwischen Hannover und Hamburg unterwegs war habe ich öfter welche mitgenommen bzw. bin auch mal mitgefahren. Das klappt für Wochenendpendler auf längeren Strecken zwischen größeren Städten, aber für spontan von Dorf A nach Dorf B gibt es zu wenig Nutzer. - Allerdings agiert die meines Wissens verbreitetste App von Blablacar da extrem unflexibel beim Matching, da nur die eingegebenen Zwischenstationen berücksichtigt werden und nicht die tatsächliche Fahrtroute.

  • ... ich habe nichts gegen öffentliche Gelder in Maßen für ÖPNV, für den Radverkehr und auch für Straßen, denn es soll ja auch für den entlegenen Bauernhof eine Zufahrt für Rettungswagen und Feuerwehr möglich sein.

    Ich glaube, wir müssen einen unideologischen Verkehrs-Mix erreichen, denn das Leben in der Stadt und auf dem Land braucht andere Lösungen.

    Was aber bedeutet "öffentliche Gelder in Maßen"?.

    Auf Landstraßen gilt ein generelles Tempolimit von 100 km/h in Deutschland.

    Auf vielen Landstraßenabschnitten ist ein niedrigeres Tempolimit angeordnet, meistens 70 km/h.

    Und dann gibt es noch sehr viele Landstraßenabschnitte, an denen kein niedrigeres Tempolimit angeordnet ist, wo es jedoch aufgrund der örtlichen Verhältnisse eigentlich richtig und wichtig wäre, deutlich langsamer als Tempo 100 zu fahren. Entsprechend § 3 StVO, Abs. 1:

    "Geschwindigkeit

    Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen."


    Das steht ja nicht: Es soll immer so schnell gefahren werden, wie es die angeordnete Höchstgeschwindigkeit zulässt und dann nochmal rund 10 bis 15 % obendrauf gepackt werden. Das scheinen jedoch viele Autofahrende so zu verstehen.


    Die Bauindustrie, die IG-Bau und zahlreiche Interessensverbände und Lobbygruppen der Autobauer und nicht zuletzt auch aufgebrachte (oder besser aufgehetzte) Autofahrer jedoch halten eisern daran fest, dass Tempo 100 als generelle Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen Bestand hat und nicht unterschritten wird. Denen bieten Unfälle auf weniger gut ausgebauten Landstraßen immer wieder ein Vorwand, die Straßen zu verbreitern, zu begradigen, die Kreuzungen umzugestalten (am besten wie Autobahnauffahrten), Standstreifen zu bauen oder auch möglichst weiträumig abgetrennte Radwege zu bauen.


    Bis Anfang der 70er-Jahre gab es außerorts keine Tempolimits. Die wurden 1953 abgeschafft, unter anderem mit der Begründung, generelle Tempolimits seien Freiheitsbeschränkungen, die aus der NS-Zeit stammen.


    Unfallverhütung bestand damals (und in vielen Köpfen ist das heute noch so) einzig und allein darin, Straßen zu begradigen, zu verbreitern und Alleebäume abzuholzen.

    Die von dir aufgestellte Forderung, öffentliche Gelder in Maßen für den Straßenbau auszugeben, ist richtig, würde aber in meinen Augen bedeuten, ein generelles niedriges Tempolimit auf Landstraßen anzuordnen und die vorhandenen Straßen-Kapazitäten deutlich effizienter zu nutzen, wie es mit einem niedrigen Tempolimit möglich ist. Vor allem aber mehr dafür zu tun, den Autoverkehr zu reduzieren, indem ÖPNV-Angebote etabliert werden. Und die haben sehr gute Chancen bei einem niedrigen generellen Tempolimit.

  • es gibt die Apps Twogo, blablacar, fahrgemeinschaft.de und weitere.

    Bei fahrgemeinschaft.de kannst Du durchaus die Adressen angeben, das Problem ist aber dass nur Fahrten die im Umkreis Start und/ oder Ziel haben angezeigt werden. Wer also um 10 Uhr eine Mitfahrgelegenheit von Hannover nach Hamburg sucht, bekommt den Fahrer der um 8 Uhr von Kassel nach Flensburg losfährt gar nicht erst angezeigt, obwohl es vielleicht nur wenige km Umweg gewesen wären. Auf kürzeren Strecken geht das noch weniger. Da wird dann aber auch der Aufwand zu groß so dass sich dann keiner die Mühe macht die Fahrt vorher extra zu registrieren und sich zu verabreden.

    Ich meine es gab auch mal "Flinc", wo das schon ganz gut ging indem die Mitfahrfunktion in Navis integriert wurde (ich meine von Daimler), wurde aber leider eingestellt bzw. wurde das Geschäftsmodell geändert.

    Schlussendlich müsste sowas z.B. in Google Maps integriert werden, so dass die Navigation automatisch potenzielle Mitfahrer sucht und zusammenführt. Wenn dann jeder 3. oder 4. Autofahrer mitmacht, käme man innerhalb von Minuten zu einer Mitfahrgelegenheit und mit 1-2 Umstiegen an jede beliebige andere Adresse.

  • Zur Diskussion ÖPNV günstiger und/oder flächendeckender machen passt das Wahlplakat der Grünen für die Wahl am 9.10.22 in Niedersachsen, mit dem die Partei für einen besseren ÖPNV plädiert:


    Für einen Nahverkehr,

    der alle abholt.


    Darunter ein Haltestellenschild.

    Und dann der Slogan, der auch die anderen Grünen-Plakate ziert:


    Endlich machen.


    Und das Sonnenblumenlogo.


    Hier ein Link zu diesem Wahlplakat und den anderen Wahlplakaten der Grünen:

    https://www.gruene-niedersachsen.de/wp-content/uploads/2022/07/Galerie_LTW-Themenplakate.jpg


    Auf den Internetseiten der anderen Parteien habe ich noch keine Wahlplakate entdeckt, die den ÖPNV thematisieren. Eigentlich müsste es diese Tage losgehen mit dem Plakatieren.

  • Ja, Du willst eine App, die Dich mit einem Fahrer und Mitfahrern verabredet.

    Genau das machen die beiden. Du bekommst Kontakt zu einem Fahrer. Gut, es ist eine unbekannte Anzahl an Beifahrern dabei.


    Als selber Landei: In kleinen Orten geht das so, sofern Bedarf da ist, hat während Corona zum Teil gut funktioniert mit Einkaufsgemeinschaften, wenn dann auch einfach mitgebracht wurde. Auch Fahrgemeinschaft mit KIndern (Fußball bzw. Sport) klappt(e) gut.


    Einiges davon ist schon wieder vorbei.

  • Wie wärs mit ner Benzin-Abgabe??? Sowas geht anscheinend ratzfatz! Ich ruf mal beim Scheich an und sag, er soll die Öllieferung stoppen...


    Daraus finanziert wird ein Uber-System für Rischkas, kostenlos für Kunden. Her mit dem Nobelpreis!

  • Ein niedrigschwelliges Angebot (keine App) für Mobilität auf dem Land ohne eigenes Auto ist die Mitnahme im Auto, vermittelt über die sog. Mitnahmebänke.

    Die SZ berichtete über mehrere Beispiele aus Niedersachsen und Bayern:

    "Platz nehmen und auf einen Chauffeur warten: Um die Mobilität im ländlichen Raum zu verbessern, stellen viele Kommunen Mitnahmebänke auf. Doch die nutzt kaum jemand. Warum eigentlich nicht?"

    Quelle:

    Mobilität auf dem Land:

    Trampen, ohne den Daumen zu heben

    2. Juli 2021, Lesezeit: 4 min

    Mobilität auf dem Land: Wieso nutzt niemand die Mitnahmebänke?
    Um die Mobilität im ländlichen Raum zu verbessern, stellen viele Kommunen Mitnahmebänke auf. Doch auf denen sitzt kaum jemand.
    www.sueddeutsche.de

  • Vielleicht besteht Angst, dass ein radikaler Autogegner einsteigt 8o

  • Eine supersteile Steilvorlage für die Grünen: Watscht ihm doch die Kosten für den MIV um die Ohren, bis er heulend aus dem Bundestag rennt?


    Aber vermutlich gibts wieder einen Kompromiss a la: Scheiß aufs Klima.... :(


    9-Euro-Ticket: Christian Lindner sieht »keinerlei Mittel« für Fortsetzung
    Seit Monaten streiten Bund und Länder über vergünstigten Nahverkehr, vor allem über dessen Finanzierung. Finanzminister Lindner äußert sich nun entschieden: Er…
    www.spiegel.de

  • Vielleicht besteht Angst, dass ein radikaler Autogegner einsteigt 8o

    Komisch, dass du auf die möglichen Ängste der Autofahrenden zu sprechen kommst.

    Bei dem, was in den Zeitungen über Trunkenheitsfahrten und Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit jeden Tag berichtet wird, hätte ich als potenziell Auto-Mitfahrender massive Bedenken, bei irgendjemandem ins Auto einzusteigen.

    Selbst als Taxi-Fahrgast finde ich das immer schon beklemmend. Aber da ich in so einem Fall zahlender Gast bin, nehme ich mir auch das Recht, den Taxifahrer dazu aufzufordern, gefälligst die gültigen Tempolimits [Zeichen 274-56] [Zeichen 274.1] einzuhalten, auf Fußgängerüberwegen langsam zuzufahren [Zeichen 350-10] und Achtung Schilder in der Form zu berücksichtigen, dass mit dem Tempo zusätzlich noch mal runtergegangen wird unter die jeweils erlaubte Höchstgeschwindigkeit. [Zeichen 123] [Zeichen 138-10]

    Ich weiß, ich bin kein einfacher Taxi-Fahrgast. :whistling:

  • Ein Grund der mich abhalten würde ist die Ungewissheit ob oder wann jemand vorbei kommt und mich mitnimmt. Ich hätte keine Lust mich da hinzusetzen und eine halbe Stunde oder länger zu warten.

    Dann verabrede ich mich doch lieber über eine App.

    Frotzelei beiseite: In dem Artikel steht genau das, was du auch anführst:

    "Eine Umfrage zeigte, dass viele eben doch (noch) aufs eigene Auto setzen, auch die unbestimmte Wartezeit schreckt viele ab, und die Rückfahrt ist nicht gesichert."

    In dem Absatz direkt unter dem Foto mit der jungen Frau, die auf der "Mitnahmebank" sitzt.

    Mobilität auf dem Land: Wieso nutzt niemand die Mitnahmebänke?
    Um die Mobilität im ländlichen Raum zu verbessern, stellen viele Kommunen Mitnahmebänke auf. Doch auf denen sitzt kaum jemand.
    www.sueddeutsche.de

  • 9-Euro-Ticket: Christian Lindner sieht »keinerlei Mittel« für Fortsetzung - DER SPIEGEL

    Zitat

    Jeder Euro müsste durch Kürzung anderswo mobilisiert werden, sagte der FDP-Politiker. Er halte es nicht für fair, wenn alle Menschen den öffentlichen Nahverkehr auf diese Art finanzieren, auch wenn sie ihn nicht nutzen. »Jeder Steuerzuschuss für ein nicht die Kosten deckendes Ticket bedeutet Umverteilung«, sagte er. »Die Menschen auf dem Land, die keinen Bahnhof in der Nähe haben und auf das Auto angewiesen sind, würden den günstigen Nahverkehr subventionieren.«


    Da hat er Recht! Allerdings gilt das auch:

    - für alle, die keinen Dienstwagen kaufen und nicht vom Dienstwagenprivileg profitieren

    - für alle, die kein Auto haben und nicht vom Tankrabatt profitieren

    - für alle, die ....

    (Liste nahezu beliebig fortsetzbar)


    Der Move ist natürlich klar: CL möchte davon ablenken, dass Vieles in Deutschland subventioniert wird. Dem "Markt" möchte er nur das überlassen, wovon seine Klientel nicht profitiert.

  • 9-Euro-Ticket: Christian Lindner sieht »keinerlei Mittel« für Fortsetzung - DER SPIEGEL


    Der Move ist natürlich klar: CL möchte davon ablenken, dass Vieles in Deutschland subventioniert wird. Dem "Markt" möchte er nur das überlassen, wovon seine Klientel nicht profitiert.

    Man kann ja unterschiedlicher Meinung über die FDP sein, aber keine andere größere Partei ist so gegen Subventionen wie CL und die FDP eingestellt. Der Tankrabatt war eine Idee der Grünen und der SPD - und nicht der FDP. Allerdings das Dienstwagenprivileg gehört m.E. abgeschafft - auch wenn die Finanzämter mehr zu tun bekommen und auch die deutsche Autoindustrie Einbußen haben wird. Das kann man sicherlich der FDP vorwerfen.

    Mit dem was CL zum 9-Euro-Ticket sagt, stimme ich zu 100% überein: keine noch stärkere Umverteilung vom Land in die Stadt!

  • CL möchte davon ablenken, dass Vieles in Deutschland subventioniert wird

    Ich hab langsam das Gefühl, dass das seine neuen Kumpels von den Grünen auch wollen. Wenn sie denn wollten, könnten sie ihn rhetorisch komplett beerdigen.


    Zitat

    Ein Auto zu besitzen und es zu fahren, ist wesentlich teurer, als bislang angenommen. Allein die Kosten, die die Allgemeinheit trägt, belaufen sich auf rund 5000 Euro im Jahr. Das zeigt eine neue Studie von Mobilitätsforschenden.

    ...

    Die wahren Kosten des Autofahrens liegen zweifellos höher als bislang angenommen. Anders gesagt: Im Vergleich stehen ÖPNV, Fahrrad- und Fußverkehr noch besser da als gedacht. Darüber sollten wir reden.

    https://www.geo.de/natur/nachh…autofahrens-31576032.html


    Hach, einfach nur 10 Gerechte, die kein Blatt vor den Mund nehmen, den "Koalitionsfrieden" hintantstellen und das Risiko eingehen, aus dem erlauchten Kreis ausgeschlossen zu werden. Fehlanzeige.